• Die Show ging weiter...

    January 20 in Norway ⋅ 🌙 -1 °C

    Um 8 kam ich heim, von der frühmorgendlichen Fototour, wieder durchgefroren und glücklich. Die Bilder sind alle so abgedreht, und ich so aufgedreht, auch das war wieder ein Sofatag...
    Gut, dass ich noch so viel Nudeln mit Tomatensoße vom Vortag hatte. Ist mittlerweile einer meiner Polarlichtklassiker: Gibt Kohlehydrate, geht schnell und lässt sich runterschlingen, wenn es draußen schon vor dem Fenster flackert....
    Und es ging schon kurz nach 17 Uhr wieder los! Aber mit was für einem Feuerwerk! Ich wusste überhaupt nicht mehr, in welche Richtung ich schauen sollte.
    Der Impact war energetischer, deshalb die riesigen roten Wände, die sich nur dann aufbauen, aber an diesem Abend war es dynamischer. Die Corona tanzte über mir und spuckte alle Regenbogenfarben aus. Hintereinander, untereinander, gemischt und separiert.
    So froh war ich da über mein neues Fischaugenobjektiv, mit dem bekomme ich wesentlich mehr aufs Bild als mit dem Superweitwinkel. Leider auch ganz oft meinen Kopf, denn egal wie weit ich wegstand, irgendwo hat es mich doch erwischt.
    Ich habe mich dann meist geduckt, ist auf Dauer aber auch nicht rückenfreundlich.
    Der Höhepunkt war dann eine Entladung, die sogar die einheimischen Polarlicht Profis sprachlos gemacht hat. Plötzlich war eine riesige Woge über mir. Sie wurde so hell, das man auch ohne Brille hätte Zeitung lesen können. Und sie veränderte sich in einer rasenden Geschwindigkeit. Einen Teil davon habe ich gefilmt, fotografieren wäre zwecklos gewesen, selbst beim Film sind die hellen Bereiche ausgebrannt, aber man kann gut die Dynamik erkennen. Hoffentlich kann ich ihn hier hochladen.
    Nach so einem "Substorm", bei dem die energiegeladen Photonen entlang der Magnetlinien in geordneten Formationen über den Himmel gezogen sind, werden sie dann freigesetzt und wabern wie ein graugrüner Nebel über den Himmel. Das ist meistens nicht so spannend und verschandelt sogar den Sternenhimmel. Gegen 1 war es soweit. Das Feuerwerk hatte seine Kraft verbraucht und es gab fast nur noch Nebelsuppe...
    Dankbar konnte ich da zurück ins Warme gehen.
    Hätte ich gewusst, das das nur eine Pause ist, und es genau so weiter geht, hätte ich einen Kaffee getrunken und mich wieder aufs Schlachtfeld geschleppt. So was hat man ja nicht alle Tage....
    Doch so sank ich um 2 ins Bett, ich brauche immer eine längere Zeit, um wieder warm zu werden und runter zu kommen. Und kurz vor 7 sah ich, dass die Show schon/noch an ist. im Nachthemd rausgeflitzt und die Kamera in Position gebracht. Gleich gesehen, das lohnt sich... Also schnell noch eine Hose und die Daunenjacke übergezogen und mit den Kameras den Weg runter gelaufen. Wieder eine Runde fotografiert, bis es zu hell dafür wurde...
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