August - September 2016
  • Day12

    Silent Bosnien

    September 6, 2016 in Bosnia and Herzegovina ⋅ ⛅ 11 °C

    Bosnien so bist du also. Verostete Leitblanken leiten uns den Weg Richtung Unbekannt. Unsere Gefährt zeigt genause Respekt wie unserer heutiger Leitwolf Jay, in Form der Verweigerung der wichtigsten Gerätschafft in diesem Moment, dem linken Scheibenwischer. Die Tatsache keinen leanen Jogginganzug in Sarajevo ergattert zu haben hat uns bereits abgestumpft. Unermütlich kämpfen wir uns also über Minenfelder, an dieser Stelle hätte die Geschichte enden können! Als wir dachten es könnte nicht mehr schlimmer kommen und wir die Minenfelder hinter uns ließen, tauchten plötzlich Kühe vor uns auf, motherfucking Kühe! Dem erneuten sicheren Tod trotzend, begaben wir uns nun auf die Suche nach einer geeigneten Herrberge für Speis und Trank. Wir nahmen in einer unscheinbaren Tränke platz und dann traf es uns wie der Hammer Thors direkt ins erschöpfte Fressbrett. Es gab einen Gast! Aber nicht irgendeinen Gast! Es muss der Erzengel Gabriel gewesen sein: "Und ich erhob meine Augen, und sah: und siehe, da war ein Mann, in einem leanen Anzug gekleidet, und seine Hüften waren umgürtet mit Gold von Ufas. Und sein Leib war wie ein Türkis und sein Gesicht wie das Aussehen eines Blitzes, auf seinem Haupt thront ein mächtiger Hut...."
    Dieser Botschafter Gottes weckte in uns meuen Mut. Wir finden ihn.....den leanen Anzug!
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  • Day12

    Sarajevo #jogginganzuggate

    September 6, 2016 in Macedonia ⋅ ☁️ 11 °C

    Nach einer göttlichen Nacht auf richtigen Matratzen und einer ausgiebigen Dusche, fühlten wir uns wie Affen auf einer Bananenplantage im südkolumbianischen Dschungel, einfach prächtig. Nach einer Frühstücksportion Nudeln und einem bosnischen Kaffee erkundeten wir zu Fuß Sarajevo. Doch bereits nach kurzer Zeit fühlte sich das Rudel wie Frodo auf seinem Weg zum Berg. Grund hierfür ist der unglückliche Zusammenprall Fabianskis mit einem Gefährt im fernen Wien und die daraus resultierende Demobilität, sowie der kognitiven Einschränkung des tapferen Wanderers. Es kam zum unmöglichen! Die Gruppe zerbrach! Während Jay und Eske mit dem Ziel einen leanen Trainingsanzug zu finden durch die maginal eingerichteten Gassen und Hinterhöfe zogen, um letztendlich am Sirano Mark zu landen, machten sich el capitano und Fabianski im gediegenderem Marsch, entlang der Flusswindungen, auf in die Stadt. Aufgrund der neuen Ummantelung um Fabianskis Fuß war an eine Nutzung des linken Beins nicht zu denken. Die Qual der Verwundung scheint in so üppigen Wellen in die Umgebung zu sickern, dass umherziehende Lebewesen Gefahr laufen in der Tragik des Moments zu ersaufen.
    Ein Einheimischer findet Platz in seinem Herzen und geleitet die Duo durch dieverse Gassen von Sarajevo, hier und da stumm inne haltend um den Anschluss zu gewährleisten. Am Ende sind wir zwar erschöpft aber dankbar und belohnen unseren treuen Guide mit einer Packung Würstchen. Unser Guide ist nämlich ein Hund.
    Während el Capitano und Fabianski sich weiter zum beschlossenen Treffpunkt vorkämpfen, stehen Jay und Eske vor einer der schwierigsten Entscheisungen ihrer gemeinsamen Zeit. Sie fanden des Kaisers neue Kleider. Trainingsanzüge welche nur noch schöner hätten sein können, hätte sie Mario Götze während des goldenen Tores im Maracana getragen. Doch es trieb die beiden die Sorge umher, der bosnischen Plagiatmafia erneut in die Fänge zu gehen. So schoben sie den Gedanken vorerst beiseite wie ein Schneepflug den Matsch der verganhenen Silvesternacht. Vorerst. Immerhin zierte bereits eine echte Rolex für 14€ die stolzen Ärme der furchtlosen Hünen. Bereits nach wenigen Minuten bereuten sie ihre fatale Entscheidung. Fabianski schloss sich dieser Meinung an und stieg mit seinen Mitstreitern gemeinsam in den Ring. Die unstillbare Gier nach richtig leanen Trainingsanzügen begann sich Inception-mäßig in ihren Köpfen festzusetzen und sie beflehten ihren Kapitän zu einer Umkehr. Doch der durch die Straße verrohte el Capitano wischte die Einwände beiseite wie King Kong auf dem Empire State Building die lästigen Kampfpiloten in ihren unterlegenden Doppeldeckern. #jogginganzuggate war geboren. Werden die jungen Reisenden diesen schwelenden Konflikt ohne Blutvergiessen beilegen können? Wir werden sehen und können nur noch hoffen.
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  • Day9

    Split

    September 3, 2016 in Croatia ⋅ ⛅ 26 °C

    Samstag. Split. Partytime.
    Nachdem wir unseren zufällig erhaltenen bildschönen Spot mit Meerblick verlassen haben, führte uns der nächste Weg in das unterbesetzte Krankenhaus von Split. Dort angekommen, erhielt unser "Unglückskind" die Aussage, dass er dort nicht erwünscht sei, das Krankenhaus verlassen und am Montag zurück kommen solle. Der Gips, der gefühlt des Krüppels ganzen Köper einnahm, musste nunmehr das gesamte Wochenende das Bein des traurigen Behinderten zieren.
    Glücklicherweise überwog kurze Zeit darauf die Freude über einen Camping-Stellplatz in Split, welcher sich nach unserer Ankunft und dessen Inspektion als einwandfrei tauglich erwies.
    Eins stand zu diesem Zeitpunkt bereits fest: Navigator - Slut Operator - kroatisches Nachtleben.
    Motiviert tranken wir ein paar Bier, liefen zum Bus und stellten an der Haltestelle fest, dass der nächste Bus noch eine ganze lange Stunde brauchen würde. So suchten wir den nahegelegenen Imbiss auf, aßen einen Snack, tranken Bier und liefen anschließend zur nächsten Haltestelle, an der uns der Bus nach nun nur noch kurzer Wartezeit mitnahm. Planlos stiegen wir an jener Haltestellte aus, an welcher nach Party aussehende Einheimische ebenfalls ausstiegen.
    Auf der Suche nach einer Toilette fanden wir einen Kiosk an welchem wir ein paar Bier und Jägermeister erwarben. Der Schnaps floss so gut, dass wir nochmals hinein gingen und weitere 4 Stück kauften. 2 sofort, 2 to go.
    Wir liefen die Strandpromenade hinauf, doch fanden keinen Club und gingen ersteinmal zum Kiosk zurück an dem wir uns nochmals 4 Jägermeister organisierten. Anschließend suchten wir die andere Seite ab, fanden keinen Club und suchten erneut den Kiosk auf. 4 Jägermeister und einen Partytip des Kioskbesitzers reicher, fanden wir eine regelrechte Partymeile und swaggten lean zielgerichtet in den Tropical Club, in welchem wir uns selbstbewusst in ein leeres aber reserviertes Separee begaben. Ein Kellner wies uns auf die Reservierung hin, ließ uns aber sitzen nachdem seine Frage "Where are you come from" mit "Germany" beantwortet wurde. Davon erheitert bestellten wir diverse alkoholische Getränke bei ihm und erhielten für unser Trinkgeld Personenschutz von ihm und später von einem Security welcher sich vor unser Separee stellte. Leider mussten wir unseren Bereich verlassen als Stunden später die tatsächliche Reservierung eintraf. Dennoch - davon unbeeindruckt lief die Party weiter. Als der Club allerdings zu voll wurde, entschlossen wir uns, die nächste Lokalität aufzusuchen. Wir kamen dort an und stellten einige Punkte fest: Getränke kosteten exakt die Hälfte, die Musik war besser und die Stimmung auf dem absoluten Siedepunkt. Der Abend endete schließlich komplett sauber abgeschossen in den weichen Sitzen eines Taxis, welches uns zurück zum legendären WoMo brachte.
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  • Day8

    trügerisches Trogir

    September 2, 2016 in Croatia ⋅ ☀️ 30 °C

    Rijeka ist schneller abgefrühstückt als die italienische Salami, die wir aus reiner Laune heraus in einem Anflug spätrömischer Dekadenz am Vortag verschlangen. Der innere Kompass zieht uns unvermeidbar Richtung Süden wie Zugvögel vor dem Einbruch von Väterchen Frost.
    Kurz vor Split, dem kapitalischen Maschinenraum des katholischen Kroatiens, ragt Trogir wie ein Schraptnel einer sowjetischen Panzergranate in das adriatische Meer. Am alten Hafen vorbei quälen wir uns wie in einer eifrigen Ameisenstraße über die einzige Brücke, die uns zum angesteuerten Campingplatz, der heutigen Zuflucht führt.
    Wie ein Handelskarren vor den Toren Konstantinopels, harren wir in freudiger Erwartung und gieren nach Einlass. Allerdings sind wir nicht die einzigen Reisenden, denen das ruhige Eiland zu gefallen scheint. Die bezaubernde Rezeptionistin, emotional hin und her gerissen zwischen unserem welpenhaften Charme und infantiler Starrköpfigkeit, verweist uns an einen wortkargen knorrigen Mitarbeiter der teutonisch belagerten Anlage und führt uns zum letzten verfügbaren Stellplatz, für unser vor Erschöpfung knarrendes WoMo. Fabian passt derweil auf unsere Sachen auf.
    Der hügelige Erdhaufen zwischen Spielplatz und Kantine überzeugt nur teils, schafft es aber, die vor Hitze und Bierdurst geifernde Mannschaft zur Kapitulation vor den eigenen Ansprüchen zu bewegen. Die Stimmung scheint angespannt. El Capitano Schmiol nutzt sein Vetorecht und befeuert den schwebenden Unmut seiner Matrosen bis hin zum überhasteten Rückzug in Richtung Split. Doch die anarchische Stimmung kippt und führt zu etwas Unfassbaren. Einigkeit und Brüderlichkeit erlangen erneut die Oberhand und ein par Telefonate führen zu der Gewissheit, soeben den falschen Herbergsvätern den Rücken gekehrt zu haben.
    Alles wird gut. Ob es das natürliche Gespür für den richtigen Weg unseres Kapitänes war, welches uns letztendlich doch noch einen Premiumplatz am Wasser bescherte, oder nur ein Wink des Schicksals, werden wir wohl nie erfahren.
    Nach ein paar geselligen Bieren, dem Schmierstoff unseren Geschichten, brechen wir auf in die Stadt. Unser Taxifahrer stammt noch aus einer Zeit in der Führerschein und Verkehrsregeln noch als naive Spinnereien gehandelt wurden. Unverständlich vor sich hermurmelnd preschen wir durch enge Gassen und wahnwitze Schlaglöcher, wie ein ausgehungerter Wolf auf der Jagd.
    Danach beginnt die wohlverdiente Gönnung. Leichtbekleidete Damen tanzen zu überhöhten Getränkepreisen zu unserer Unterhaltung. Ist dies das Gesicht des wahren, stolzen Kroatiens?? Nach einer Stärkung in einer Bäckerei, dessen Kundenkreis ausschließlich aus alkoholisierten Partytouristen zu bestehen scheint, ziehen weiter in den Nachtclub Monaco. Je später die Stunde, desto mehr zeigt sich das wahre Gesicht des schönen Landes in Gestalt von Balkanbeats und ausgelassen tanzendem Jungvolk. El Capitano, der dem aphrotisierenden Alkohol nach den Strapazen des Tages nicht mehr zu entsagen vermochte, ist peinlich betrunken und kichert wie ein Schulmädchen auf Traubenzucker. Es ist Zeit, wir müssen los. Auf der Suche nach einem Taxi treffen wir Antonio, nicht sicher ob dies überhaupt sein richtiger Name ist. Jay und der mittlerweile nüchtern wie eine Landratte wirkende Capitano, zweifeln an der Integrität des redseligen Gnoms, doch wir steigen schließlich ein. Giebels pochender Herzschlag wird übertönt von Antonios grandiosen Geschichten über Kultur, die Berliner Mauer, Gott und die Welt.
    Als würde er den vorherigen Höllenritt wieder gut machen wollen, schleichen wir zurück zum sicheren Campingplatz. 50 kroatische Dollar ärmer und einige Erfahrungen reicher, fallen wir sicher in unsere Kojen.
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  • Day8

    Küstenmassiv

    September 2, 2016 in Croatia ⋅ 🌬 29 °C

    Nach einigen Kilometern unter der kroatischen Sonne liegt es vor uns: Die legendäre Adriaküste empfängt uns und schmeichelt unseren Augen mit indigoblauem Wasser, kleinen Steinhäusern und verträumt vor sich hinschaukelnden Booten. Die männlichen Triebe weichen für einen Augenblick dem bezaubernden Anblick und wir machen halt für eine kleine Abkühlung. Fallout Fabian passt mal wieder auf die Sachen auf, während der Rest der Gruppe die von Kreatin und Fitnessstudio gestählten Körper im seichten Nass verwöhnt. Bevor das Rudel, die bis dato wohl treffenste Bezeichnung für diese Testosteron geachwängerte Athmosphäre unserer Kameradschaft, sich auf den Weg macht, werden noch Feigen gepflückt. Der glorifizierenden kirchlichen Hoheit eher abgeneigt und dem Atheismus fröhnet wiegt die folgende Erkentnis schwer wie die Anzahl der im Mittelmehr ertrunkenen Leichen. So müssen sich Adam und Eva gefühlt haben, als sie sich die verbotene Frucht gönnten. Die Kapitänsmütze wird ehrenvoll an den bis dahin sehr soliden Copiloten J.Giebel weitergereicht. Die Straße ruft! Wir haben ein Ziel und das heißt Split. Schon nach kurzer Zeit krallt sich unser WoMo wieder in den Teer und wir rauschen vorbei an einzelnen Häusern und Sträuchern. Aus den Boxen schallt Bob Dylan, das Leben ist schön. So wie die köstlichen Feigen zuvor sind auch wir in den letzten Tagen gewachsen und gereift. Das scheint auch unsere Umgebung zu spüren und erkennt unsere neu gewonnene Dominanz unterwürfig an. Als wir wieder auf die Hauptstraße fahren reihen sich mitreisende Wohnmobile hinter uns ein und bilden eine Wolonne. Wie als würde ein altehrwürdiger Indianerhäuptling ein Gebet über uns sprechen, erkennen nun auch wir: wir sind das Leit-WoMo. Wir sind endlich echte MännerRead more

  • Day8

    Rijeka

    September 2, 2016 in Croatia ⋅ ☀️ 30 °C

    Porzelanteller, ein Waschbecken, Holzstühle und Gläser. All diese Dinge schienen uns schon fremd wie ein syrisches Flüchtlingskind auf dem Oktoberfest. Ein kurzer Stadbummel und die Erweiterung des sowieso schon bereits groß gefüllten Funduses, unseres Slutoperator J.Giebel, an validen Broilerbildern, war vollzogen. Wir aßen, wir kackten, wir shoppten. Das Gefühl wieder menschlich zu sein wärte jedoch nicht von langer Dauer. Der Ruf der Straße pocht unaufhörlich in unseren verrohten Köpfen. Wir müssen zurück! Aber zurück wohin?Read more

  • Day8

    Guten Morgen Kroatien

    September 2, 2016 in Croatia ⋅ ☀️ 27 °C

    Das erste mal empfängt uns die karge aber dennoch pittoreske Landschaft Kroatien. Ein feinfühliger Jongleur der deutschen Sprache erkennt sicherlich den Wiederspruch in dieser Aussage, er wurde jedoch bewusst gewählt. Würde Christiano Ronaldo Womo fahren anstelle Freistöße zu schießen, wäre selbst sein Fuß zu grobschlächtig, um das zu vollbringen was unsere Capitano Rene mit sicherem Fuße auf das Gaspedal zaubert. Befreit aus unwegsamen Gelände läuten die Glocken des naheliegenden Kirchturmes im Takt unseres Pulses, welcher sich der Tatsache ergab glücklich zu sein, um bis zum Halse zu schlagen. Tischlein deck dich! Und wieder werden wir belohnt mit einem Ausblick der beinahe blasphemisch wirkt. Sind wir zu weit gegangen?Read more

  • Day6

    Portoroz

    August 31, 2016 in Slovenia ⋅ ☀️ 29 °C

    Portoroz. Ein Name, der Bilder von stolzen und hart arbeitenden Familien und post-jugoslawischen Fabrikhallen in unseren Köpfen aufblitzen lässt. Wir tun der kleinen Hafenstadt, dessen Name zu deutsch "Rosenhafen" bedeutet, Unrecht.
    Zwar wird uns das Parken am 4 Sterne Strand mit unserem sanften metallischen Riesen verwehrt, so lernen wir doch bald den wahren Geist von Portoroz kennen und zu schätzen. Bald schon finden wir ein Refugium nur wenige Meter vom klaren adriatischen Meer entfernt. Hier gefällt es uns gut. Hier können wir nicht nur sein wer wir sind, sondern auch wer wir sein wollen.
    Nach einer äußert aggressiven visuellen und auditiven Annexion der umliegenden Umgebung scheint uns das Schicksal erneut für unseren jugendlichen Mut belohnen zu wollen. Während Broiler-operator und Telezoom Experte Julius G. und Golf-Guru Eske auf dem vorschriftsmäßigen Bier-Run sind, treffen el Capitano und Fallout Fabian auf das Unverhoffte in Gestalt von Michael und Lissy. Die Wiedersehensfreude gleicht der, die tot geglaubte Veteranen in den Herzen ihrer Angehörigen entfacht haben müssen, als sie nach langen harten Jahren aus den sowjetischen Arbeitslagern heimkehren durften. Heimkehren. Heimat. Das Wort scheint kaum noch greifbar und unwirklich für uns nach den Erlebnissen unserer Reise. Wie mag es wohl inzwischen zu Hause aussehen?
    Um diesem schmerzlichen Gedanken zu entrinnen, flüchten wir uns in weltlichere Ebene. Broiler, Peristaltik, Jugendstil und eine beinahe greifbare Homoerotik dominieren die Agenda der nächsten Stunden. Argus und Laško helfen uns tatkräftig das Niveau dem unmittelbar nahen Meeresspiegel anzugleichen, auch zur Belustigung der vorbeieilenden Passanten. Eine dieser Seelen heißt Alfred, der sich promt auf ein lauwarmes Bier zu uns ins Lager verirrt. 3 Weitere sollten folgen. Leider sinkt mit steigendem Bierkonsum Alfreds Unterhaltungswert auf ein Level, dass den Burgfrieden der Villa Germania empfindlich zu stören scheint. Julius hat seit mehreren Minuten kein Wort über Boxen oder Buchen verloren, ein alarmierendes Signal gleich dem Aufrichten einer Königskobra. Um das potente Pulverfass nicht an den Rande einer Kernschmelze zu bringen, entscheiden wir uns zum Aufbruch in die Stadt. Der erste Stopp ist das Grand Casino von Portoroz, inspiriert durch Geschichten und Erzählungen längst vergangener Tage, in denen Christoph mit flinker Hand und stählernen Pokerface die europäische Cashgame Szene in Angst und Schrecken hielt. Julius im professionellen Berghain-Dress scheitert leider an der Tür der edel anmutenden Glücksspiel-Hölle. Scheiß Flüchtlinge!!
    Doch des einen Pech ist des anderen Glück. Ein Spieler bleibt ein Spieler und so sichert Christoph mit drei 3 glücklichen Händen den anhaltenden Erfolg des WoMo Racingteams und die nächsten Drinks im Paprika Club, unserem nächsten Ziel.
    Dort treffen wir auf eine motorisierte österreichische Version von Rene. Rene kommt aus Graz, ist querschnittsgelähmt und hat beim Rollstuhl-Rugby schonmal eine Frau vom Sitz geschleudert. Viel mehr erfahren wir trotz einiger gemeinsamen Stunden nicht über ihn, aber ziemlich beste Freunde werden wir wohl nicht.
    Immerhin haben wir es geschafft Anna, die Kellnerin an unseren Tisch und unsere Anekdoten zu fesseln wie das Schicksal Rene an seinen Rollstuhl. Nachdem Fabian das Gefährt von Rene übernommen hat, um sich schonmal an ein Leben ohne Beine zu gewöhnen, gesellen sich zwei weitere Reisende an unseren Tisch wie an einen Teekessel im afghanischen Hochland. Als wären wir entfesselte Tanzbären, ergötzen sich die Zugereisten an unseren Geschichten und Taten, bis die Tristesse des bereits Erlebten uns einholt wie die Katze, die mit der tot geweihten Maus spielt. Auch wir wollen unterhalten werden und brechen auf in die sternenklare Nacht von Portoroz. Rene hält es für eine gute Idee uns zu begleiten. Mit dieser Einschätzung soll er allerdings alleine bleiben. Eine gute Sache hat das Ganze dann doch noch. Mit wenigen Handgriffenist der Rollstuhl in eine motorisierte Rennmaschine umgebaut. Samt Krücken und Gips wird Fabian auf Renes Schoß gebettet. Ein riskantes Unterfangen. Niemand weiß wann Rene das letzte Mal so einen engen Körperkontakt zu einem anderen Lebewesen hatte - abgesehen von der Geschichte mit der Rugby Spielerin vielleicht. Die Sorge um Fabians Ehre verfliegt schneller als uns lieb ist. Wie von der Tarantel gestochen Rasen die beiden in die Finsternis mit schlitternden Reifen und dem unguten Gefühl, Fabian die verbleibenden Tage in einem Ganzkörpergips über den Balkan zu wuchten. Der beinahe schon lächerlich offensichtliche Sturz bleibt jedoch aus und wir enden in vertrauter und sicherer Umgebung, wundern uns über den langen Spaziergang von Christoph und lassen den Abend einmal unkonventionell enden: ehrwürdig und bescheiden und dankbar für die Chance diese Reise gemeinsam antreten zu dürfen..
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