Colombia
El Penón

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2 travelers at this place

  • Day139

    Desierto de la Tatacoa 1

    January 28, 2019 in Colombia ⋅ 🌧 23 °C

    Ich wasche mir die Hände auf der Toilette des Busbahnhofes in Neiva, schaue in den Spiegel und bin total begeistert von meinem Outfit. Grüne kurze Hose und rosa langes T-shirt. Eine ganz neue Kleiderkombination. Wenn sich die Kleiderauswahl auf zwei Handvoll reduziert und man seit vier Monaten immer das gleiche anhat, freut man sich einfach über eine unerwartete Outfitneuerung.

    Meine neu entdeckte Kleiderkombi habe ich der Tatsache zu verdanken, dass wir frühmorgens im kühlen Bogotá losgefahren sind und ich mich nun auf dem Weg in die Wüste Tatacoa nach und nach aus meiner langen Kleidung pelle.

    Das letzte Stück in die Wüste fahren wir mit einem Jeep, hinten auf der offenen Ladefläche. Außer uns sind drei Franzosen und Marc, ein Deutscher an Bord.
    Jeder redet mit jedem. Es ist ein richtiges Sprachenwirrwarr. Wir reden Spanisch mit dem Fahrer, Deutsch mit Marc, Englisch mit den Franzosen, Marc spricht Französisch mit ihnen. Ich bin begeistert, wie gut er diese Sprache kann. Spanisch beherrscht er auch fließend. Und ja. Gut sieht er auch noch aus.
    Mein Mann bemerkt wohl, wie ich Mark anhimmle, denn als die Franzosen in Villa Vieja aussteigen, will auch er mit exzellenten Französischkenntnissen glänzen. Ich sehe ihm an, wie er seine Verabschiedung im Kopf gründlich vorbereitet, wie die Neuronen feuern und dann kommt es: Die Franzosen sagen fröhlich „Goodbye!“ in die Runde, woraufhin es aus Felix ganz stolz und etwas zu laut „Aujourd‘hui!!“ ruft.
    Da er ja ein schlaues Kerlchen ist und weiß wie man solch eine peinliche Situation entschärft, schiebt er direkt noch ein „Gerard Depardieu!“ hinterher.
    Mit so einem Witzbold hat man einfach immer was zu lachen.

    Und dann verschlägt es uns die Sprache - vor purer Schönheit.
    Wir fahren in eine Landschaft, die unwirklich, ja fast außerirdisch wirkt.

    Die Tatacoa Wüste ist ein 330 Quadratkilometer großes Areal quasi direkt am Äquator (nur 3 Grad nördlich). Die Landschaft ändert sich in diesem Gebiet unglaublich schnell und die Felsformationen sind einfach nur bezaubernd.

    Unsere Unterkunft liegt völlig abgeschieden mitten in der Wüste.
    Von dort aus kann man wunderbar den gigantischen Sternenhimmel bewundern, der sich wie eine Kuppel über die Desierto de Tatacoa spannt. Die Sternenpracht ist absolut atemberaubend.
    Von unserem Hostel aus erkunden wir dann die verschiedenen Bereiche der Wüste. Und zwar auf dem Rücken eines Pferdes.

    Das Reiten macht mir extrem viel Spaß und erinnert mich total an meine Pferdekindheit.
    Manche Dinge verlernt man einfach nie. Kaum in den Sattel meiner „La Paloma“ geschwungen, fühle ich mich direkt pudelwohl und würde am liebsten direkt in richtiger Cowboymanier losgaloppieren. Aber da war ja noch was. Felix.
    Unbeholfen sitzt er auf seinem „Mustarda“ und fragt hektisch, wie man das Pferd denn bitte lenken kann. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase jedoch klappt es bei den beiden auch gut und wir galoppieren tatsächlich zu dritt durch die Prärie.

    Da es die ganze Nacht durchgeregnet hat, waten unsere Pferde teils knietief durch Schlamm und nicht nur einmal befürchten wir stecken zu bleiben.
    Aber die Tiere sind ja keine verzogenen Dressurpferdchen, sondern wilde Geländegäule, sie klettern felsige Aufstiege hoch, brettern über Stock und Stein und drücken sich (und dadurch natürlich auch uns) durch dornige Büsche hindurch.

    Es gibt verschiedene Bereiche in der Wüste: die rote Wüste, die graue Wüste und die Steinwüste. Am spektakulärsten finde ich die rote Wüste. Sie wirkt wie ein Labyrinth aus skurrilen Felsformationen in den verschiedensten Rot-, Braun- und Orangetönen.

    Unsere Führerin Jenny zeigt uns die verrücktesten Steingebilde, beispielsweise „Tortuga“ (Schildkröte), „La foca” (Robbe), “Crocodilo” und “La camela”.

    Am allermeisten sind wir jedoch von der knallpinken Kaktusfrucht begeistert, die man an einem dünnen Stil aus dem Kaktuspelz herausziehen kann und die total süß schmeckt. Sie sieht aus wie eine pinke Mini-Peperoni.

    Nach den Ausritten in die wilde Wüste kühlen wir uns im Pool unseres Hostels ab. Ja. Verrückt. Ein Hotelpool mitten in der Wüste.

    „Boah das hat gebrrrrant und gestochen als ich in Pool bin, ich dachte da beißt mich ein Fisch oder sowas in Arsch.“
    Nein. Es sind keine blutrünstigen Piranhas im Pool - Felix hat nur einen wunden Po vom Reiten ;)

    Mit diesem langwährenden Andenken an diese faszinierende Landschaft verlassen wir nach drei Tagen die zauberhafte Wüste Tatacoa.
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El Penón, El Penon

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