• Aluksne (1.624)

    June 9, 2025 in Latvia ⋅ 🌧 12 °C

    In der Nacht hat es heftig geregnet aber heute Morgen war es einigermaßen trocken. Ursprünglich war geplant dass wir in der Mitte von Lettland nochmals einen kleinen schönen CP an einem See ansteuern. Allerdings sagten die Wetterprognosen für heute (und auch morgen und übermorgen) nichts Gutes voraus.

    Zunächst fuhren wir nach Daugavpils, einem Städtchen gleich hinter der Grenze zwischen Litauen und Lettland. Dort gab es ein tolles Frühstück in der Tecto Bakery. Der Laden macht die tollsten Croissant- und Plunderkreationen, die man sich nur vorstellen kann! https://www.instagram.com/tectobakery
    Beim Frühstücken beschlossen wir unseren Plan zu ändern und weiter als geplant zu fahren. Nämlich fast durch ganz Lettland durch nach Aluksne. Wenn schlechtes Wetter ist, fahren wir lieber. Was anderes können wir ja eh nicht machen, so unsere Überlegung. Während der Fahrt gab es immer wieder heftige Regenfälle, es wurde eher schlechter als besser. Die Temperaturen sanken auch stetig.

    Die Tour führte uns parallel zur russischen Grenze auf der P36 durch eine wunderschöne Landschaft mit dichten Wäldern und Sümpfen. Aber gottverlassen einsam war es dort auch. Dass Lettland dünn besiedelt ist, wussten wir ja. Aber sooo dünn? Oftmals gab es auch mehrere Kilometer lang kein Handyempfang und man fuhr quasi allein durch den Wald. 90 kmh sind in Lettland außerorts erlaubt, wenn man mit unserem vollbeladenen Bus so durch die Gegend gleitet, verbraucht dieser 5,9 Liter Diesel im Schnitt. Kann man nicht meckern.

    In Aluksne angekommen war auf dem CP erstmal kein einziger Mensch. Dafür stürzten sich sofort Myriaden von Mücken auf uns, als wir das Auto verließen. In einem Haus trafen wir nach dem klingeln die Besitzerin an. Sie sagte uns, dass wir uns auf einen Schotterplatz stellen sollen, da die Wiese viel zu nass ist. Wir zahlten 20 Euro und überlegten wie wir planen sollen. Bei diesem Wetter zur Burg im Ort zu radeln wäre blöd, also würden wir mit dem Auto fahren und danach wiederkommen.

    Die Ruine der Marienburg liegt auf einer Insel vor der Stadt, die man nur zu Fuß erreicht. Man geht über die „romantische Brücke“ die zu jeder vollen Stunde Musik spielt. Crinch! Die Burg hatten wir in 20 min umrundet und wurden auf den letzten Metern natürlich ordentlich nass. Und was nun?

    Wir erinnerten uns an das „Bahnhofs Hotel“ (wirklich auf Deutsch und mit diesem Leerzeichen) am Ortseingang und beschlossen dort etwas zu essen. Das Hotel scheint das erste Haus am Platz zu sein, wir waren ziemlich underdressed für das Ambiente. Egal. Die Küche war jedenfalls ausgezeichnet und dann haben wir uns noch ein Zimmer zeigen lassen. Ihr ahnt schon, wo das endet.

    Wir fuhren natürlich NICHT zurück zum CP. Ich habe gerade geduscht und schreibe diese Zeilen während ich auf einem äußerst bequemen Hotelbett liege. Ellen hat sich einen Weißwein aus der Minibar geöffnet und wir gucken vielleicht noch ein bisschen Fernsehen. Was soll ich sagen? Wir LIEBEN Camping! ⛺️🤣
    Read more