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  • Day236

    Brett vorm Kopf!

    March 19, 2018 in Nicaragua ⋅ ☀️ 31 °C

    Die letzten Tage in meinem kleinen Surf Paradies waren allerdings nicht so erfreulich.

    An meinem letzten Sonntag vor Ort, war offiziell Sommeranfang in Nicaragua. Generell ist eines der größten Hobbys, aller Männer in Süd- und Mittelamerika, sich Sonntags die Kante zu geben. Dem entsprechend sieht man Sonntags auch schon morgens Männer mit Bier in der Hand, in der Sonne sitzen.
    Da nun auch noch der Sommeranfang begossen werden durfte, hatten sie doppelt Grund zu saufen. So kamen die Menschen Busse weise aus der Stadt, in den kleinen Ort El Gigante und stellten sich die Biere rein.
    Als wir Nachmittags zum Strand gingen war es furchtbar. Alles und alle waren voll. Am Strand angekommen sahen wir schon eine Mann, völlig fertig am Wasser liegen. Eines war jedoch merkwürdig, der Mann lag mit dem Gesicht nach unten und er rührte sich nicht. Auch nicht als das Wasser über sein Gesicht stieg. Alle Leute drum herum guckten nur, aber machten nix. Ich schnappte mir einen nüchternen einheimischen und wir zogen den Mann erste einmal aus dem Wasser. Es sah so aus als ob er nicht mehr atmete. Ich versuchte ihn anzusprechen und und rüttelte an ihm rum, worauf hin er zum Glück wieder richtig zu atmen anfing. Als nächstes wollten wir unseren neuen Freund in den Schatten legen, damit er sich ausnüchtern konnte. Der einzige Schattenplatz weit und breit, war von einer BBQ Gesellschaft blockiert. Wir entschieden uns dafür, ihn erst einmal dort ab zu legen. Wir packten ihn und fingen erst an durch den heißen Sand zu laufen, später zu rennen. Der Sand war so heiß, daß ich davon zwei Brandblasen an meinen Zehen erhalten hatte. Am BBQ Platz angekommen, legten wir den betrunken ab und in die stabile Seitenlage. Die Reaktion der BBQ Gesellschaft kam promt. Jedoch machten sie nicht etwa Platz oder gaben ihm bzw. uns etwas Wasser, nein sie beschwerten sich bei uns, was uns einfiel und warum wir den fast ertrunkenen gerade hier parkten. Ist Klar!

    Später erzählten andere Einheimische, dass es üblich ist, dass hier am Sonntag die Leute, nachdem sie zuviel getrunken hatten, gerne noch ins Meer gehen. Man muss dazu wissen, dass viele Nicaraguana Nichtschwimmer sind...

    Nachdem dieses Drama vorbei war und sich alles etwas beruhigte, war ich nun froh endlich surfen zu dürfen. Die Wellen waren gut und ich motiviert, also ging es ab ins Wasser. Ich hatte ein paar wirklich schöne Ritte und jede Menge Spaß, bis zur letzten Welle. Auch diese war echt schön! Wie üblich, ließ ich mich nach dem Ritt ins Wasser fallen. Leider drehte sich, nach meinem Abgang ins Wasser, das Board ungünstig. Die Spitze des Bettes muss in meine Richtung gezeigt haben, so dass dadurch die Leash (Leine die das Brett am Fuß hält) unter Spannung stand. Beim auftauchen muss ich dann irgendwie Zug auf diese Leine gegeben haben und so katapultierte ich mir das Brett voll ins Gesicht. Ergebnis, Platzwunde unterm Auge, eine leicht angebrochene Nasenwand und erstmal das Aus fürs Surfen...

    Glück im Unglück würde sich sagen. Bei einem spitzen Board wäre das Auge vielleicht raus.
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