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  • Day123

    Nach einer dreistündigen Busfahrt erreichte ich Sucre, die offizielle Hauptstadt Boliviens. Alles war Sauber und wirkte aufgeräumt und der Stadtkern bestand aus zahlreichen, alten, weißen Kolonialbauten.
    Auch wenn es einige Möglichkeiten für Ausflüge in die Umgebung gab, war dies der perfekte Standort um ein paar Tage einfach einmal nichts zu tun, als die Stadt, die Ruhe, das frühlingshafte Klima und die Entspannung zu genießen.

    Einfach schöne.
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  • Explore, what other travelers do in:
  • Day119

    Nach einem sehr einfachen Grenzübergang war meine erste Station in Bolivien der eher unspektakuläre Ort Tupiza. Umgeben von einer wirklichen Wild West Landschaft, war die einzige Touristenattraktionen ein Ausflug zum angeblich letzten Ort der Überfälle von Butch Cassidy und Sundance Kid. Angeblich sollen sie auch in der Nähe auf einem Friedhof begraben liegen... Angeblich...

    Am Folgetag ging es daher weiter in die mit 4076 Meter höchstgelegene Großstadt der Welt, Potosi.
    In und um Potosi drehte und dreht sich alles um die vorhandenen Bodenschätze wie Silber, Lithium und Zink. In der Vergangenheit wurde dieser Ort kräftig von den spanischen Besatzern ausgebeutet und heute leiden die Menschen dort unter einer sehr starken Kurruption der Regierung. Die Minen werden heute in so genannten, selbst organisierten "Collektivos" betrieben. Aber auch dort ist nicht alles Silber was glänzt.
    Nach anfänglichem Zwiespalt, ob es eine gute Idee ist an einer Besichtigung einer Mine teilzunehmen, hatte ich mich dazu entschieden. Der Zwiespalt entstand aufgrund der Tatsache, daß die Besichtigung in einer aktiven Mine, während der Arbeit der Minenarbeiter stattfand. Als wir einen Anbieter fanden, der die Touren mit Ex-Minenarbeitern durchführte und einen drittel der Erlöse auch an die aktiven Minenarbeiter abführte, hatten wir uns dafür entschieden.
    Die Tour begann skurril und komisch. Wir hielten an einem Markt, um den Minenarbeiter die wir bei der Arbeit trafen "Gastgeschenke" zu kaufen. Skuril war die Kombination der Geschenke. Angefangen bei Getränken, über Koka Blätter, bis hin zu Dynamit! haben wir alles ganz easy auf dem Markt kaufen können.
    In der Mine angekommen war es eher ein beklemmende Gefühl und so liefen, kochen und kletterten wir durch die unbeleuchteten Schächte.
    Es war interessant und erschreckend zugleich. Die Minenarbeiter, die wir trafen, waren zum Teil völlig allein, für 8 - 10 und mehr Stunden unter Tage und hofften auf eine ertragreiche Ader. Unser Guide erzählte uns, dass er bereits mit 8 Jahren angefangen hatte in der Miene zu arbeiten. Heute sei es offiziell geregelt, daß die Minenarbeiter mindestens 18 Jahre alt sein müssen. Der jüngsten Arbeiter, den wir trafen, war 15 Jahre alt. Soviel dazu.
    Am Ende bleibt ein sehr bitterer Nachgeschmack und die Hoffnung, dass den Arbeitern durch den Tourismus wirklich etwas finanziell geholfen wird. Außerdem machte einen diese Erfahrung schon sehr demütig und hält einem, einmal mehr, vor Augen, wie einfach wir es in zuhause haben.

    PS: Auf dem letzten Foto ist unser Guide. Ja, er hat Dynamit im Mund! In seiner rechten Hand, hat er ein Zeug, das die Explosion noch stärker macht und in der anderen Hand, 96% Alkohol,der getrunken wird. Das ganze packet hatte mich kurz vorher ca. 4€ gekostet.
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  • Day118

    Auf dem Weg Richtung argentinisch- bolivische Grenze, hatte ich noch an 3 sehr entspannten Orten Halt gemacht.

    // Corrientes, eine Stadt im argentinischen Norden, die eine tolle entspannte Atmosphäre versprühte, darüber hinaus aber nicht viel zu bieten hatte.

    // Salta, ebenfalls eine Stadt im Norden, die im Gegenzug zu Corrientes eher vor Leben sprühte. Es machte Spaß sich durch das Chaos der Straßen treiben zu lassen und die Gegend zu erkunden. Hinzu kamen noch ein paar touristische Highlights, wie den Hauptplatz der Stadt samt Einkaufmeile, sowie einen Berg mit einer tollen Sicht über die Stadt usw. (Bild 1 - 2)

    // Humahuaca war dann der letzte Stop, bevor es auf die bolivianische Seite ging. Das kleine Dorf in 3000 Meter Höhe war wirklich mega entspannt und bot gute Ausflugsmöglichkeiten, wie z. B. zu den 17 farbigen Bergen, an.

    // Letzter Stop, Grenzübergang nach Bolivien. Wie erwartet einfach ging es auf die andere Seite, wo man sofort erkannte, daß es das ärmere der beiden Länder ist. Die Straßen waren teilweise Schotzerpisten und alles wirkte sehr sehr trist. Aber von Bolivien dann mehr in den nächsten Beiträgen.
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  • Day110

    Was sich anhört als läge es irgendwo in Asien, ist ein Ort im Dreiländereck Argentinien - Brasilien - Paraguay und berühmt für seine Wasserfälle. Diese gehören auch gleichzeitig zum Grenzgebiet zwischen Argentinien und Brasilien.
    Unter anderem waren es Bilder dieser Wasserfälle, die mich zu der Entscheidung brachten, Argentinien doch zu durchreisen.
    Sowohl auf der Argentinischen, als auch auf der Brasilien Seite befinden sich Nationalparks, von denen die Wasserfälle zu sehen und zu erleben sind.
    Mit erleben ist zum einen eine Bootstoure​ am Füße der Fälle gemeint, an der ich allerdings nicht teilnahm. Zum Anderen gibt es auf beiden Seiten mehrere Laufstegsysteme, die sehr nah an den Wasserfällen vorbei führten, so daß man auch dort anständig durchnässt wurde.
    Mit einem Wort, Mega!

    PS: Leider kann ich hier keine Videos rein stellen, aber vielleicht klappt es ja so. Vorsicht 67mb

    https://mega.nz/#!FegW3ahZ!g8F1rMp1y6AoGHOi2eGTWA3GCUPOJsepvbenjH1axd4
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  • Day108

    Generell eines vorweg, die Distanzen hier sind abartig! So habe ich allein in Argentinien ca. 6500km zurück gelegt und bin dabei nicht großartig Zickzack gefahren. In Reisezeit ausgedrückt heißt das ca. 1,45 Stunde Flug + gut 100 Stunden! reine Busfahrt. Ausflüge usw. sind da noch nicht mit eingerechnet. Meine persönlich längste Busfahrt am Stück waren 22 Stunden.

    // Bus: Das absolute Transportmittel Nr. 1 ist der Bus. Er wird für alle Distanzen, auch bis über 35 Stunden Fahrten angeboten und ist in der Regel auch das günstigste Verkehrsmittel. Die Busse sind dabei auch verhältnismäßig komfortabel und es gibt unterschiedliche Klassen zur Auswahl.
    Semi Cama, ähnlich unseren Flixbussen in Deutschland.
    Cama, die Sitze sind breiter und die Rückenlehne weiter nach hinten verstellbar.
    Suite, in der man quasi ein Bett hat.
    Möglich ist also alles, es ist nur eine Frage des Preises... (Bild 3: nicht gut zu erkenne aber der innen Bereich wenn man Cama bucht)

    // Flug: Ist ähnlich wie bei uns. Prinzipiell möglich und wenn man Glück hat, preislich kaum ein Unterschied zum Bus. Aber wie gesagt, wenn man Glück hat und das auch eher in Chile als in Argentinien.

    // Fähre: Absolut kein Standard aber es war eines meiner Highlights bis jetzt. Darüber hatte ich aber schon in einem anderen Beitrag geschrieben.

    // Anhalter: In den ländlicheren Gegenden absolut legitim und eher ungefährlich. Man hat halt die Wahl, irgendwo im nix darauf hoffen, dass ein Bus vorbei kommt und einen mit nimmt, oder halt den Daumen raus halten. Ich hatte es bis jetzt nur 3x gemacht und es war jedes Mal wirklich nett.
    Mein Highlight dabei, ein älteres, französisches Pärchen, die mit ihrem selbst umgebauten Unimog durch Südamerika reisen. (Bild 4 - 5)
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  • Day107

    ... Zumindest manchmal.
    Nachdem ich Argentinien, mehr oder weniger, überfliegen wollte um nach Bolivien zu gelangen, bin ich nun wirklich froh dass ich mir erst eine 20 stündigen Busfahrt nach Bariloche und anschließend eine 22 Stunden Busfahrt ans Bein gebunden hatte um nach Buenos Aires zu gelangen.

    Bariloche ist ein Gebiet mit schneebedeckten Bergen und vielen schönen Bergseen. (Foto 5-6)
    Es war wirklich etwas fürs Auge, nur leider ging mein Plan, mit einem Motorrad durch die Seenlandschaft zu fahren, nicht auf. So mietete ich mir am ersten Tag ein Fahrrad und am zweiten Tag, gemeinsam mit einem netten bayrischen Pärchen, ein Auto um die Gegend zu erkunden. Auch wenn die Aussichten bei beiden Touren schön waren, auf dem Motorrad wäre es durch die kurvigen Bergstraßen grandios gewesen.

    Nun also Buenos Aires.
    Nachdem ich vor meiner Ankunft dachte, Großstadt, schnell schnell und hacken dran, muss ich nun sagen, die Stadt ist wirklich ein knaller. Neben den offensichtlichen Attraktionen, Tango und Fußball, gibt es jede Menge unterschiedlicher Bezirke. Es ist quasi von Wedding über Hipstar Prenzelberg bis Charlottenburg alles dabei und zwischendrin sehr viel grün und Parkanlagen. Natürlich gehörten auch bei mir die Standard Touristen Punkte zum Programm. Ein Besuch am Stadion der Boca Junior, Maradonas Spielplatz, sowie am Grab von Evita waren Pflicht. Lediglich die Tangoshow habe ich mir gespart, das hatte ich in der Vergangenheit genug!
    Auf jeden Fall hat es sich sehr gelohnt durch die Stadt zu laufen und sich bei herrlichen Sonnenschein und 25 Grad treiben zu lassen. Dabei ging es sowohl durch schönen Gegenden, mit ruhigen Seitenstraße und vielen Bäumen als auch durch chaotische Viertel, mit Menschen- und Automassen und dem typischen Gerüchen einer Großstadt (Abgas und Urin). Sehr gerne irgendwann einmal wieder!
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  • Day104

    // Mate Tee:
    Sehr schön zu beobachten ist hier der Mate "Kult". Das was wir zuhause als Hipstar Brause kennen (jaja, ich mag es auch) hat hier im Mate Tee seinen Ursprung. Getrunken wird das ganze aus eigens dafür angefertigten Gefäßen. Diese werden ca. zur Hälfte mit dem losen Mate Tee gefüllt und mit heißem Wasser übergossen. Durch einen metallenen Strohhalm, mit einem Sieb am unteren Ende, wird dann der extrem heiße und sehr starke Tee getrunken und immer wieder aufgegossen. Es ist gleichzeitig ein Ritual des teilens, da dieses Gefäß der Reihe um an Freunde und neue Bekanntschaften (z.B. Touris wie mich) gereicht wird. Üblich ist es auch, dass die Argentinier dieses Gefäß samt Tee, sowie einer Termuskanne mit heißen Wasser mit sich durch die Gegend tragen, um in allen! Lebenslagen einen Mate trinken zu können. Zur Sicherheit gibt es an vielen öffentlichen Orten, heiß Wasser spender für den Nachschub. Es gibt auch eine Menge Geschäfte die nur diese Trinkgefäße, passende Thermoskannen und auch dafür angefertigte "Handtaschen" verkaufen.
    Im Sommer gibt's das ganze dann auch in kalt.

    // Auto verkauf:
    Einer Eigenart, die mir keiner begründen konnte ist folgende. Wenn Argentinier privat ihr Auto verkaufen, stellen sie auf das Dach des Autos eine große Plastikflasche, bzw. ein Plastik Kanister. Anfangs dachte ich, das dort Interessenten ihre Angebote einwerfen können, aber es ist tatsächlich nur ein Zeichen zum Verkauf.

    // Dulce de Leche:
    Eines vorweg, diese Vorliebe begrenzt sich nicht auf Argentinien. Es ist eine Süße Pampe, ähnlich unserem Nutella, nur leider ohne den leckeren Schocko Geschmack. Das Zeug ist einfach nur süß. Man findet es auf jedem Frühstückstisch, in Kuchen, Eis, Süßigkeiten usw. und sie lieben dieses Zeug.

    // Che:
    Jeder wird hier mit "Che" angesprochen oder gerufen. Es bedeutet soviel "hey Du" oder "höre mal". Daher hat übrigens auch der Herr Ernesto Guevara sein "Che" im Namen erhalten. Als gebürtiger Argentinier hat er das "Che" so übermäßig gebraucht, daß es später, im Ausland, zu seinem Spitznamen wurde.
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  • Day97

    Eigentlich wollte ich mich nicht lange in Argentinien aufhalten und mich direkt auf den Weg nach Bolivien machen. Allerdings war das wegkommen, aus Süd Argentinien, nicht ganz so einfach und sehr kostspielig. Hinzu kam, daß eine andere Reisende zu mir sagte: "Wenn du Zeit hast fahre doch mit dem Bus. Der Norden Argentiniens ist wirklich schön und auf dem Weg dahin kannst du in Puerto Madryn halten, da ist aktuell Wal Saison." Daraufhin begann meine Umdenken und ich fand mich zwei Tage später im Bus nach Puerto Madryn wider.
    Puerto Madryn an sich ist wenig spektakulär. Die Tatsache dass jährlich Wale, Seeelefanten, abertausende Pinguine und auch Orcas an diesen Ort kommen, um ihre Jungen zu gebären schon.

    Am Tag meiner Ankunft ging es gleich los. Die Rezeptionistin in meinem Hostel erzählte davon, dass man die Wale manchmal auch vom Stadtstrand aus sehen könnte. Also warf ich direkt meinen Rucksack aufs Bett und machte mich, mit wenig Hoffnung, auf den Weg. Und es stimmte tatsächlich. Zwar sehr weit weg, aber dank ihrer Größe sehr gut sichtbar, waren mehrere Wale die aus dem Wasser "sprangen". Das machte Lust auf mehr.
    Im Hostel hatte ich eine 4er Gruppe sehr netter Franzosen getroffen und wir verabredeten uns, für die folgenden 2 Tage ein Auto zu Mieten und die Gegend zu erkunden.

    Am ersten Tag verschlug es uns in eine Gegend südlich Puerto Madryns, in die tausende Magelan Pinguine jährlich zum brüten kommen. Sie waren einfach überall. Wir konnten sie im Wasser schwimmend, am Strand watschelnd und auch in ihren Brutplätzen, samt Eier, sehen. So putzig sie auch sind, was ich nicht wusste ist, was sie für komische Geräusche von sich geben können. Es hört sich ein wenig an wie eine dumpfe, monotone Art von Baby gelpärre...

    Der zweite Tag war den Walen gewidmet. Dazu buchten wir eine Tour, bei der man sich in einem kleinen Boot vorsichtig den Tieren nährt. Es dauerte keine 10 Minuten, bis wir die ersten zwei Wale, ca 2 Meter neben uns, zu Gesicht bekamen. Die Art von Walen, die sich dort zu dieser Zeit aufhalten, heißt Right Whale und sie können bis zu 45 Meter lang werden. Während unserer 1,5 Stunden auf dem Wasser konnten wir ca. 15 Tiere, inklusive Jungtiere, beobachten. Es war extrem beeindruckend und man kam sich unfassbar klein neben ihnen vor.
    Am Nachmittag des Tages fuhren wir noch zu einer Seelöwen und Seeelefanten Kolonie. Hier kommt es ab und zu vor, dass man Orca in freier Wildbahn und beim Jagen beobachten kann. So viel Glück hatten wir allerdings nicht.

    PS: Franzosen
    Ich habe auf meiner Reise bis jetzt wirklich extrem viele Franzosen kennen gelernt und ich muss die in Deutschland herrschenden Vorurteile absolut revidieren. Fast alles Sprachen gutes Englisch und waren überaus nette und angenehme Reisebegleiter!
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  • Day94

    Da mir viele Reisende vom argentinischen Teil Patagoniens vorschwärmten, wollte ich mir davon ein eigenes Bild machen. Es gab auch hier vor allem 2 Attraktionen. Einen gut zu besichtigenden Gletscher, sowie ein Bergmassiv, ähnlich den Torres del Paine auf der Chilenischen Seite.

    Gletscher Perito Moreno:
    Deutlich leichter zu erreichen und auch ein Absolutes Highlight. Nur 1,5 Stunden vom Ausgangsort El Calafate entfernt, kann man diesen Gletscher besichtigen. Eine Art Laufsteg System verläuft zum Teil neben der bis zu 50 Meter hohen Eiskante. Der größte Unterschied zum Gletscher Gray in Chile, der Gletscher hier ist sehr aktiv. Das bedeutet er bewegt sich bis zu 2 Meter am Tag, was man hören und sehen kann. Das knacken der gewaltigen Eismassen hört sich zum Teil wie das Donnern eines Gewitters an und von Zeit zu Zeit brechen riesige Eisbrocken von der kante ab und stürzen in den darunter liegenden Gletschersee.

    Fitz Roy:
    Mehrere Wanderwege führen im Nationalpark Los Glaciers durch schöne Wälder und Seengebiet. Startpunkt ist hier die Ortschaft El Chaoten. Das Highlight hier ist der Mount Fitz Roy. Vergleichbar mit den Torres del Paine ragt hier ein einzelner Grant Turm in den Himmel. Leider blieb mir, aufgrund sehr tief hängende Wolken, der direkte Blick verwehrt. Trotzdem war es eine sehr schöne 10km Wanderung durch Wälder, vorbei an kleineren Berggletschern und Flüssen mit einem Anstieg oberhalb der Schneegrenze.

    Alles in allem lohnenswert und sehr schön. Allerdings meiner Meinung nach die entspannter Variante gegenüber des Nationalparks in Chile und daher ein wenig unspektakulärer.

    PS: Wie geht man eigentlich richtig mit folgender Situation um?
    Ich war mit einem sehr netten Argentinier auf einer 8 Stunden Wanderung zum Fitz Roy. Typische Ausrüstung der Südamerikanischen Touristen generell, der Selfie Stick. Kurz vor Ende der Wanderumg meinte er ernsthaft zu mir, "Die beste Anschaffung die ich seit langem getätigt hatte, war mein Selfi Stick". Ich habe mich wirklich bemüht, nicht ich zu sein und weder gelacht, noch eines meiner charmanten Kommentare von mir gegeben. Lediglich ein "ah wirklich".
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  • Day88

    Vom südlichen Zipfel Chiles ist es nicht mehr weit bis nach Feuerland. Die Insel teilen sich Chile und Argentinien. Da der Chilenische Teil nicht gut bereisbar ist, hieß es auf nach Argentinien und auf Wiedersehen Chile.
    Nach einer relativ entspannten Busfahrt (13 Stunden) erreichte ich die südlichste Stadt Argentiniens, Ushuaia. Die Fahrt begann weniger spektakulär. Viel triste Landschaft, tote Wälder, Schafe und Rinder.
    Plötzlich, nach ca. 11 Stunden Fahrt, tauchten am Horizont schneebedeckte Berge auf und die Landschaft wurde wunderschön. In Ushuaia angekommen war die Aussicht großartig. Eine nette kleine Stadt direkt am Wasser und im Rücken die Berge. Das Tor Antarktis. Die einheimischen selbst verkaufen die Stadt als "Fin del Mundo" Das Ende der Welt. So hat nicht nur fast jedes Hotel etwas mit "dem Ende der Welt" im Namen, auch das Bier ist danach benannt usw...
    Bei den Ausflügen an den Folgetagen fühlte ich mich ein wenig wie in einer Fortsetzung von "Tough Mudder". Die Wanderungen endeten nicht selten knie tief im Matsch und es stürmte und schneite. Gelohnt hat sich auch das wieder, dank der beeindruckenden Landschaft.

    Wahlen in Argentinien:
    Am Tag meiner Ankunft, ein Samstag, wollte ich mir zum Essen im Supermarkt noch ein Bier gönnen und stand verdutzt vor, mit Plastiktüte und Pappe, zugeklebten Alkohol Regalen. Die Erklärung, die landesweiten Wahlen am Folgetag. 48 Stunden vor einer Wahl herrscht Alkoholverbot im Land. Dies resultierte aus miserablen Wahlbeteiligungen vor ewigen Zeiten, hat aber bis heute Bestand. Hinzu kommt eine Wahlpflicht für Argentinier. Befindet sich ein Argentinker am Wahltag weiter als 500km von seinem Wohnort entfernt, muss dies Polizeilich, am jeweiligen Ort, bescheinigt werden. Schon ein wenig anders als bei uns...

    Eine kleine Zugabe aus der Kategorie, man lernt einfach nicht dazu:
    Für den Folgetag eine Bootstour buchen, danach aber mit einer Gruppe Argentinier aus dem Hostel feiern gehen. Im wahrsten Sinne des Wortes, eine üble Idee.
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  • Day85

    Der Grund der meisten Touristen nach Patagonien zu reisen, ist der Nationalpark Torres del Paine. Hier gibt es nicht nur Gletscher und schöne Landschaften zu sehen, es besteht auch die Möglichkeit auf unterschiedlichen Wanderwege, mehrtägig die Natur zu erleben. Der beliebteste Weg, der die meisten "Highlights" des Parks Integriert, ist das so genannte "W". Er hat seinen Namen, da er auf einer Landkarte aussieht wie ein "W". Normale Dauer der Wanderung, 5 Tage. Da ich es entspannt angehen lassen wollte, machte ich 6 draus.
    Übernachtungsmöglichkeiten, wie Zeltplätze und Hotels gib unterwegs. So machte ich mich also auf den Weg. Rucksack gepackt mit Sachen für alle Wetterlagen, Schlafsack, Isomatte, Kocher und Essen für 6 Tage.

    Tag 1: Der erste Bus fuhr von Puerto Natales um 07:30 Uhr und war um 10 Uhr am Eingang des Nationalparks. Nach einer kleinen Einweisung zum Thema Feuer Verhinderung und dem abdrücken des Eintritts, ging es los zum ersten Zeltplatz, wo schon mein Zelt auf mich wartete. (Ich hasse Zelt Auf- und Abbau, vor allem wenn nur 5 Grad und Regen angekündigt sind. Daher habe ich den Service dazu gebucht.)
    Da es den ganzen Tag nur regnete und ich mich leicht kränklich fühlte, gab es erst einmal ein ausgedehntes Schäfchen und später einen Netten regen Spaziergang. Das sollte dann reichen für den Tag.

    Tag 2: Der frühe Vogel und so...
    Dadurch das ich fast den kompletten vorherigen Tag geschlafen hatte, ging es morgens um 7 Uhr los zu einer Tageswanderung. Programmpunkt, die 6km entfernten Torres del Paine (3 knapp 2000m hohe Granit Türme und Wahrzeichen des Nationalpark) zu erreichen und zurück. Das Wetter sah vielversprechend aus und so startete ich bei blauem Himmel und netter Aussicht auf die Türme. Der Marsch an sich war nicht ohne aber auch nicht überfordern und so ging es durch schluchten und Wälder.
    Nach ca einer Stunde bekam ich gleich einmal zu spüren was damit gemeint ist, wenn man von wechselhaften, extremen Wetter in Patagonien spricht. Die Windböhen waren so extrem, daß man sich teilweise mit Wanderstöcken aufrecht halten musste. Es regnete bei blauem Himmel, fing an zu hangeln und ging dann zu Schnee über. Das alles innerhalb von 3 Stunden. Am Aussichtspunkt angekommen wurde man dafür​ entschädigt. Der Blick auf die Türme mit einem vorgelagerten Gletschersee war schon beeindruckend. Ich hatte auch Glück dass zwischenzeitig alle Türme zu sehen waren. Sehr häufig sind sie von Wolken Bedeckt und nicht zu sehen.

    Tag 3: Es regnete die ganze Nacht durch und es schien auch nicht aufzuhören. An diesem Tag war ein ca. 15km Marsch mit vollem Gepäck angesagt. Also ging es morgens los. Alle Sachen wieder in den Rucksack, einigermaßen regendicht verpackt (sowohl der Rucksack, als auch mich) und ab dafür in den Regen. Es war eine eher entspannte Wanderung, wenn man von den ca. 14kg auf dem Rücken einmal ab sah. Der Regen wurde zum Dauer Nieselregen und so ging es gemütlich bergauf, bergab, mit einem schönen Panorama aus Bergen, Wasserfällen und wunderschönen blauen Seen.
    Leider hatte die Sache einen Hacken. Die kleinen Bäche, über die man am Vortag locker drüber gehüpft war, sind zu etwas stärkeren Flüsschen angewachsen. Egal wie, durch musste man trotzdem. So hieß es hindurch laufen, über Steine springen und einmal sogar an einem Baum halb drüber hangeln. Das Ergebnis, man war komplett nass.
    Die ersten 12,5km waren überstanden, da ging es leider erst richtig los. Der Wind nahm zu, so daß man zwischenzeitig den Halt verlor und die Anstiege würden heftiger. Ein weiterer Punkt war, daß nun alle Wege mindestens knöchel tief unter Wasser standen, bzw. in vielen Fällen selbst zu Bächen wurden. Na klar, irgendwo muss das Wasser der anfänglich so schön aussehenden Wasserfälle ja auch hin... Das Ergebnis, man brauchte für die letzten 2,5km gute 2 Stunden, war froh über jede Wegmarkierung die man noch sehen konnte und war komplett durchweicht. Spaß gemacht hat es irgendwie trotzdem, auch wenn ich es nicht täglich haben muss.
    Zur Belohnung im Camp gab es dann eine heiße Dusche und nicht ganz so leckeren curry Tütenfraß.

    Tag 4: Wieder schön früh den Wecker gestellt, da es an diesem Tag ins Valley Frances gehen sollte, dem Mittelteil vom "W". Es hatte fast die ganze Nacht geregnet und hörte auch am Morgen nicht auf. Also hieß es nach dem Frühstück, Rucksack gepackt, ab in die klammen Socken, sowie die nassen Schuhe, Muskelkater ignorieren und ab dafür. Es war ein wiederliches Wetter. Kalt, grau, Nieselregen. Am Valley Frances angekommen, erhielt man die Information dass aufgrund des anhaltenden Regens, das Valley unpassierbar sei und quasi unter Wasser steht. Wirklich schade aber so ging es direkt weiter zum nächsten Zeltplatz.
    Dort angekommen, riss die Wolkendecke plötzlich auf und so gab es als kleines Entschädigung einen sonnigen nachmittags Spaziergang am Gletschersee.

    Tag 5: Und wieder das gleiche Spiel, es nieselt, die Socken klamm, die Schuhe nass. Dieses Mal wehte dazu ein eisiger Wind aus Richtung des 12km entfernten Gletschers, mein Ziel für diese Tag. Die Wanderung an sich war ok, dass Wetter tat allerdings sein übriges es einem zu vermiesen. Nach ca 2 Stunden Wanderung konnte man allerdings schon einen ersten Blick auf den Gletscher Grey erhaschen und der war großartig. Trotzdem war ich froh als der Marsch vorbei war. Genau wie am Vortag kam auch jetzt wieder die Sonne zum Vorschein, was die 2 Grad Außentemperatur gleich angenehmer erscheinen ließ. Nachdem ich meinen Rucksack ins Zelt geworfen hatte, ging es weiter, den Gletscher besichtigen. Der Blick aus der Nähe entschädigte für alles. Unfassbar schön und irgendwie erschreckend diese Eismassen in den verschiedenen Blau- und Grautönen. Es hatte mich ca. 30 Minuten in den Bann gezogen, bevor mich die Kälte zum Rückweg zwang.
    Auf dem Rückweg wollte ich noch eine Kayak Tour zum Gletscher Buchen, was leider momentan nicht angeboten wurde. Darauf hin hatte ich versucht meine Fähre, die die 12km zurück fuhr, die ich an diesem Tag gelaufen war umzubuchen, um früher wieder zurück zu sein.
    In dem Moment hatte ich erfahren, das am folgetag evtl. gar keine Fähre fährt. Das hätte bedeutet um 05:30 Uhr aufstehen und zurück latschen...
    Um 21 Uhr gab es dann die Information das mein ursprüngliche Fähre, um 14 Uhr, doch fährt. Um mich am folgetag bis zur Abfahrt zu beschäftigen, entschied ich mich kurzerhand mir morgens um 6 Uhr den Wecker zu stellen um an einer Einwanderung​ auf dem Gletscher Teil zu nehmen.

    Tag 6: Auf dem Gletscher angekommen gab es  Spikes an die Füße, einen Helm und eine Eisaxt und los ging es. Und es war wirklich beeindruckend. Diese Massen an Eis, die Unterschiedlichen unfassbaren Blautöne und die unterschiedlichen Formationen die sich durch Sonneneinstrahlung gebildet hatten. Wir wollten alle nicht mehr runter vom Eis. (Diese Aussage würde mir auf einer Eisbahn nicht passieren!)
    Der Rückweg mit der Fähre war auch spektakulär. Sie machte einen Bogen Richtung Eiskante, so dass wir in ca 30 Meter Entfernung an der ca 40 Meter hohen Gletscherkante vorbei fuhr.
    Der restliche Rückweg bestand aus Trampen und Bus fahren, so daß ich ziemlich erschlagen um 21:30 Uhr im Hostel ankam. Dann hieß es nur noch raus aus den Klamotten (Ich weiß nicht ob einer eine Vorstellung davon hat, wie 6 Tage getragene und dauerhaft feuchte Wandersocken riechen können...) und anschließend ab in den nächsten Bürger laden, etwas anständiges essen und ein Bier trinken...

    Ps: Menschen die mich ein wenig kennen und schon einmal mehr mit mir unterwegs waren als eine Runde zum Treptower Park werden etwas vermissen. Und ja, wäre jemand dabei gewesen, ich hätte geflucht und gejammert. Kalte und nasse Füße den ganzen Tag, wunde Zehen und Hacken von den nassen Socken, blaue Flecken an den Beckenknochen vom Rucksack, Rückenschmerzen... Es machte nicht nur Spaß, aber es war es trotzdem wert.

    @cheffchen: für kurze Zeit bin ich glaube ich vom PCT-Gedanken geheilt 😂
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  • Day74

    Viele Wege führen nach Patagonien. Meine Wahl fiel auf eine kleinen Fähre, die sich ihren 1500km langen Weg, in 4 Tagen, durch Fjorde bahnt und zwischenzeitig auch das offene Meer passieren muss. Großartiger Luxus war nicht angesagt, die Fähre dient eher zum Transport großer Güter, Autos, LKW und manchmal auf Nutzvieh.

    Leider gab es die erste Hürde bereits vor dem check in. Es war nämlich kein Schiff im Hafen. So haben wir eine Nacht in einem netten Hotel, mit Meerblick, gesponsort bekommen. Die Aussage zu diesem Zeitpunkt, am kommenden Tag um 18 Uhr geht es los.
    Leider klappte auch das nicht. So folgte auf einen weiteren Tag warten, auch eine weitere Nacht im Hotel. Das Versprechen dieses Mal, es geht morgens um 10 Uhr zum Schiff, so daß wir um 14 Uhr auslaufen können.
    Am Folgetag um 18:00 Uhr war es dann tatsächlich so weit und wir verließen den Hafen.
    Aufgrund des ganzen Hin und Her, hatte sich inzwischen die Zahl der Passagiere ordentlich reduziert. So waren wir zu diesem Zeitpunkt nur noch 30 Personen auf einer Fähre, die für 120 Personen ausgelegt ist. Wir hatten also Platz.

    Tag 1: Das Personal auf der Fähre gab sich ordentlich Mühe, um uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Es gab eine Präsenz unserer Route und was uns alle erwarten kann. Danach hieß es, bei Regen und ordentlich Wind, Aussicht genießen.

    Tag 2: Es regnete immernoch. Allerdings navigiert die Fähre nun durch so schöne Fjorde, dass trotzdem alle Passagiere im Regen waren. Im Anschluss gab es erneut eine Präsentation, diesmal zur Natur in Patagonien, sowie einen Yogakurs.
    Zwischenzeitig gab es einmal kurz Aufregung und alles stürmten raus. Und da war er, mein erster Wal, ca 80 Meter hinter der Fähre zeigte er uns einmal seinen Rücken.
    Kurze Zeit später wurden präventiv Tabletten gegen Seekrankheit verteilt, da sich die Fähre Richtung offenes Meer bewegte und es deutlich anfing zu rütteln.
    Der Plan aller war, früh schlafen gehen und das offene Meer verschlafen. Das klappte anfangs auch ganz gut, bis es mitten in der Nacht überall knallte und rumpelte. Als ich darauf das Licht an machte, sah ich gerade wie sich meine gesamten Sachen quer durch die Kabine bewegten. Überall hörte mam Stühlen umfallen, sowie die Leitern der Etagenbetten und eigentlich alles an Board setzte sich aufgrund des Seegangs in Bewegung. Wir hatten das Meer erreicht. Es fühlte sich in etwa so an als ob man sehr besofgen im Bett Karussell fährt.

    Tag 3: Und es schien die Sonne. Es war immer noch kalt und windig, aber eben mit Sonne. Und so hieß es wieder die großartige Aussicht genießen auf Fjorde, kleine Inseln, schneebedeckte Berge und Vulkane sowie zwei Gletscher.
    Als wir am zweiten Gletscher vorbei fuhren (Gletscher Pengüin) trieben an uns zum Teil PKW große Eisbrocken vorbei. Einen etwas kleineren Eisblock ließ der Kapitän an Board holen, so daß es später Rum auf ca. 600 Jahre alten Gletscher Eis zu trinken gab.

    Tag 4: Der letzte Tag der Reise begann wieder verregnet, was sich aber zum Glück im Laufe des Vormittags änderte. Und wieder ging es vorbei an großartigen Fjorden und Inseln, Ausblicke auf Gletscher und Wasserfälle. Aufgrund des Wetterwechsels gab es diesmal on Top noch viele Regenbögen. Gegen 16 Uhr erreichten wir Puerto Natales und die schlussendlich noch schöne Fahrt hatte ein Ende.

    Ps: Alkohol war auf der Fähre offiziell verboten, weil in der Vergangenheit ein paar besoffene LKW Fahrer auf die grandiose Idee kamen, in ihrer Koje ein BBQ zu veranstalten.
    Jedoch schmuggelte jeder Fahrgast etwas mit aufs Boot. Dadurch hatte das ganze ein wenig was von Klassenfahrt...
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