Antigua Guatemala, Guatemala
July 3, 2023 in Guatemala ⋅ 🌧 23 °C
Am Montagmittag, des 3. Juli wollte ich nun also nach dem intensiven Acatenango Hike in die Kolonialstadt Antigua Guatemala fahren, um es mir dort ein paar Tage gut gehen zu lassen. Kurz nach meiner Abfahrt aus dem Dorf Aldea La Soledad stellte der Isuzu mitten auf der Hauptstraße ab und diesmal empfand ich es erstmals als gefährlich. Ein Einheimischer fuhr mit hoher Geschwindigkeit hinter mir her und anhand seines wilden Hupens ging ich davon aus, dass er sich nicht erklären konnte, warum das Auto vor ihm plötzlich Halt machte. Er reagierte glücklicherweise schnell und ich kam unbeschadet davon. Nachdem ich den Isuzu neu gestartet hatte, fuhr ich störungsfrei weiter bis zu meinem neuen Campingspot vor dem Hostal Antigüeño, welches sich am Rand des historischen Zentrums von Antigua befindet. Es war traumhaft, für ein paar Tage an so einem wundervollen Ort zu campieren, wo ich gerade mal Q50 (€8) pro Nacht bezahlte und alle Einrichtungen im Hostel mitbenutzen konnte. Sogar der Stromanschluss war inklusive und das Personal stellte mir einen großen Schrank für Einlagerungen zur Verfügung, da es in Antigua wirklich außergewöhnlich viel regnete und ich draußen nichts stehen lassen konnte. Neben mir standen meine Reisebekannten aus der Schweiz, die ich erst am Lago de Atitlán kürzlich wiedergetroffen hatte. Sie waren zum Zeitpunkt meiner Ankunft auf dem Acatenango.
Nach dem Check-In genoss ich eine heisse Dusche und kochte mir anschließend ein feines Abendessen. Ich erwähne es bereits JETZT: im Antigüeño konnte man Essen bestellen oder selber kochen. Die Hostelküche benutzten Koch und Reisende zusammen. Dieser Mann war merkwürdig und unfreundlich und ich lernte schnell, ihn zu ignorieren.
Ich ging an diesem ersten Abend früh schlafen, denn das hatte ich dringend nötig. Mein Körper war von der Wanderung noch immer vollkommen ausgelaugt.
Den nächsten Tag wollte ich zum Entspannen nutzen und keine großen Unternehmungen machen. Da meine Lebensmittelvorräte recht aufgebraucht waren, ließ ich mich von einem TukTuk zum nächsten El Torre Supermarkt fahren, wo man sehr hochwertig einkaufen konnte. Dort gab es sogar ein Regal, in welchem ausschließlich deutsche und Schweizer Produkte zu finden waren und das zu recht vertretbaren Preisen. Es tat gut. Nachdem ich zurück im Hostal war und alles eingeräumt hatte, bekam ich meine beiden großen Taschen voller Wäsche wieder zurück und sortierte sie ein. Als Nächstes suchte ich eine nahegelegene Autowerkstatt auf, um nochmals das Problem des plötzlichen Abstellens begutachten zu lassen. Ich ging schon wieder weitaus mehr Aktivitäten nach, als ursprünglich geplant. Der Automechaniker bestellte mich auf den späten Nachmittag für eine Probefahrt zu sich. Ich fuhr zurück zum Antigüeño, um mich etwas zu entspannen. Mittlerweile waren die Schweizer vom Vulkan zurück, und ebenfalls vollkommen geschafft. Das ging wohl allen Leuten, die diese Tour machten gleich. Ich fuhr später wieder zur Werkstatt und der Isuzu machte genau das, was er bei einer Probefahrt immer machte: er lief prächtig. Diego hängte den Scanner an, nachdem wir zurück waren und stellte mit Gewissheit fest, dass der Luftstromsensor das Problem sei, und dass dieser vor allem beim Fahren in erhöhter Lage zu Aussetzern führe. Eine neue Theorie, der ich noch nicht so recht Glauben schenken wollte. Diego wollte mir bereits am nächsten Tag einen neuen Sensor einbauen und da ich mich in Antigua recht wohl fühlte und nicht in Eile war, stimmte ich zu. Den Dienstagabend ließ ich mit einem Hoffnungsschimmer und einem Glas Wein ruhig ausklingen.
Am Mittwochmorgen war ich bereits zu früher Stunde auf den Beinen, da ich das erste Mal in Antigua joggen wollte. Die Temperaturen waren super, die anderen Laufbedingungen allerdings eine Katastrophe. Ich lief meine Runden auf den Bürgersteigen des historischen Zentrums und musste immer wieder extrem auf kreuzende Fahrzeuge achten. Erst Tage später fand ich einen passableren Weg in der Nähe vom Mirador Cerro de La Cruz. Nach dem Laufen nahm ich mir richtig schön Zeit für Dusche, Frühstück und für den Start in den restlichen Tag. Es hieß mal wieder Abwarten und Tee trinken, bis sich der Mechaniker meldet und der meldete sich nicht ;-(. Also lief ich zur Werkstatt und fand dort plötzlich einen Lexter anstatt eines Diego’s vor, der für die Ersatzteilbeschaffung zuständig zu sein schien. Er teilte mir mit, dass er den Sensor gefunden habe und ich eine Anzahlung von Q700 (€87) leisten solle, welche er direkt beim Kauf einsetzen werde. Den Rest sollte ich bei erfolgreicher Reparatur zahlen. Die Gesamtsumme belief sich auf ca. €125. Ich schlenderte eine Weile durchs Zentrum und kam wie abgemacht am frühen Nachmittag voller Hoffnung zurück und der Sensor war tatsächlich da ! Diego fing auch sofort mit dem Einbau an. Ich ging nochmals zurück zum Hostel, da aus der erwähnten Dreiviertelstunde plötzlich mehr wurde und wir einen Anruf nach Fertigstellung abmachten. Diego rief mich nach etwa 2 Stunden an und teilte mir mit, dass der Sensor nicht passe und ich mein Auto abholen könne. Er sicherte mir aber zu, dass Lexter am nächsten Tag bei weiteren Resellern in Guatemala City nach dem Ersatzteil schauen werde. Enttäuscht fuhr ich von dannen. Ich verbrachte den Abend mit den Schweizern im Hostel und das tat nach dem intensiven Tag, an dem sich wieder mal alles nur um den Isuzu drehte, richtig gut.
Am Donnerstag konnte ich meinem Vorhaben, mir die Stadt anzuschauen, noch immer nicht nachgehen, denn es sollte nochmals ein Tag rund ums Auto draufgehen. Lexter brachte wieder einen Sensor aus der Hauptstadt mit zur Werkstatt, jedoch passte dieser erneut nicht. Nach dem gescheiterten dritten Versuch teilte er mir mit, dass der Autoersatzteilladen geschlossen habe. Ich glaubte ihm nicht, aber das behielt ich für mich. Ich machte mich zur Werkstatt auf und holte mir meine Q700 wieder ab. Für die investierte Zeit und Mühe wollten sie keinen Quetzal und ich war froh. Ich war auch etwas frustriert, denn Diego’s Ansatz klang recht logisch und ich hatte schon Hoffnung, dass nun all meine Probleme mit dem Wagen für den Rest der Reise gelöst seien. Pustekuchen. Am Abend gingen die Schweizer und ich zusammen zum Essen und wir verbrachten nette gemeinsame Stunden miteinander.
Für den nächsten Tag, es war bereits Freitag, nahm ich mir Einiges vor. Ich hatte ja nun endlich Zeit. Zum Sonnenaufgang ging es zu Fuß zum Cerro de La Cruz, einer Aussichtsplattform, von der aus man einen wundervollen Blick auf die Vulkane Agua, Acatenango und Fuego hat und an diesem Morgen eruptierte der Fuego bei klarer Sicht besonders intensiv. Als ich um etwa 6.30 Uhr ins Antigüeño zurückkehrte und es tatsächlich wagte, vor um 7 Uhr das Heilige Reich des mürrischen Kochs zu betreten, hätte er mich mit seinen Blicken fast getötet. Ich dachte mir nur: Immer schön cool bleiben, schließlich wollte ich so bald als möglich ins historische Zentrum aufbrechen, denn in Antigua fängt der frühe Vogel den Wurm. Es war eine kluge Entscheidung vor 8 Uhr morgens zu einer Besichtigung aufzubrechen, denn in der Regel füllt sich die Stadt schnell mit Touristen und der Verkehr nimmt ebenfalls zügig rapide zu. Im historischen Zentrum konnte ich keine verkehrsberuhigte Zone entdecken und es stresste mich als Fussgängerin recht. UNESCO bitte unternimm etwas dagegen !!! Die Stadt fasziniert trotz Störfaktoren mit ihrer unbeschreiblichen Schönheit, Geschichte und Natur, damit meine ich die Vulkane, die Antigua umgeben. Ein Wahrzeichen der Kolonialstadt ist der Arco de Santa Catalina, den ich am Morgen ohne Touristen und ohne Autos fotografieren konnte. Eine Seltenheit. Weiter ging es dann durch alle 7 Calles des historischen Zentrums. Einen Smoothie gönnte ich mir im Piña Tambien, einer angesagten Lokalität in der Stadt. Um 14 Uhr fand ich mich zur Free-Walking Tour vor der Kathedrale San José ein. Es ging für etwa 2 Stunden zu Fuß durch das historische Zentrum und dazu gab es eine Vielzahl von interessanten Informationen vom Guide:
Antigua ist eine etwa 35 000 Einwohner zählende Stadt im zentralen Hochland Guatemalas. Sie liegt auf einer Höhe von 1582m. Sie war von 1543 bis 1773 die Hauptstadt der spanischen Kolonien in Zentralamerika. Die für ihre barocke Kolonialarchitektur bekannte Stadt gehört seit 1979 zum Weltkulturerbe.
Nach der Tour lief ich noch ein wenig selber durch die Stadt, bis ich mich schließlich für den Rückweg zum Hostal entschied. Am Abend wurde mal wieder gekocht und mit den Schweizern ein Schlummertrunk eingenommen. Beide waren noch immer in Antigua, nacheinander erkrankt.
Der Samstag sollte mein letzter Tag in der wundervollen historischen Stadt sein. Ich entschied mich für einen Museumstag. Nicht weit vom Antigüeño hatte ich einen Museumskomplex gesehen, durch den ich gerne streifen wollte. Ich zahlte Q40 (€5) Eintritt und hatte Zugang zu 7 verschiedenen Museen. Mit der Zeit mutierte mein Besuch zu einem Marathon. Zu guter letzt steuerte ich auf eine Hochzeitsgesellschaft zu mit einem riesigen Bankett, außerdem gab es hier Luxusapartments für Touristen, es wurden Malereien an den Wänden ausgestellt und zum Verkauf angeboten etc..Ich hatte das Gefühl, dass ich in eine neue Stadt innerhalb einer Stadt eingetaucht bin. Ich fand es immer wieder faszinierend, wie nah Gegensätze in Guatemala beieinander lagen. Hier spiegelte sich dieser Sachverhalt auch unweigerlich wieder.
Der Tag im Museum verging wie im Fluge und am nächsten Tag, es war ein Sonntag, hieß es Abschied nehmen von einer der beeindruckendsten Städte auf meiner bisherigen Reise. Danke Antigua Guatemala für die unbeschreibliche Schönheit, die du mir offenbart hast. Ich komme gerne wieder. Nach fast 4 Wochen in Guatemala wartete meine letzte Destination im Land auf mich und diesmal ging es an den Strand. Ich fuhr in Antigua los Richtung El Paredón, eine recht neue internationale Surferdestination. Ich bin ein wenig in die Surftowns vernarrt und freute mich schon auf neue Eindrücke und Begegnungen. Nun hieß es definitiv: Adios Antigua ❣️Read more










