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Roadtrip Balkan und Türkei ´23

Auf dem Landweg in die Türkei und zurück. Ein spannendes Abenteuer! Wir folgen zunächst der Donau von der Quelle zur Mündung am Schwarzen Meer und durchqueren 14 Länder in Südosteuropa! Baca lagi
  • Relaxen am Vansee

    27 Julai 2023, Turki ⋅ ☀️ 21 °C

    Aufwachen durch das Plätschern der Wellen des Vansees, das ist ein schönes Geräusch. So nah stehen wir auf dem kleinen CP „Alman Kampi“ am südöstlichen Ufer dieses größten Sees der Türkei. 🤩
    Die Strecke hierher verläuft problemlos, die Straßen sind vierspurig ausgebaut. Der Berg Ararat verabschiedet sich von uns in seiner ganzen Pracht!
    Den Bergpass auf 2600 Meter Höhe bewältigt Bigfoot ohne Probleme. Wir fahren viele Kilometer dicht an der iranischen Grenze vorbei, überall bewaffnete Posten und Grenzzäune. In Abständen sind auf der Strecke Betonmauern aufgestellt, wo die Soldaten bei Bedarf Deckung suchen könnten. Und dazwischen leben die Bauern, gehen ihrer Arbeit nach, winken uns, arrangieren sich mit Patrouillen und Wachtürmen.
    Ein kleiner Fluss mäandert neben der Straße. Wir frühstücken an seinem Wasserfall.

    Und dann dieses Idyll hier am Vansee. Auf einer kleinen Landzunge liegt der etwas in die Jahre gekommene Campingplatz. Der Weg hierher führt durch ein kleines Kurdendorf, ist am Ende ein Feldweg. Schildkröten laufen hier herum wie Haustiere, man muss aufpassen, dass man nicht auf sie tritt. 😅
    Wir schwimmen in dem superklaren aber alkalischen Wasser des Sees, es fühlt sich ein wenig an wie in einer Seifenlauge. Es gibt Liegestühle und Duschen am Kiesstrand. Herrlisch!
    Mit uns auf dem Platz steht noch ein Ehepaar aus der Schweiz.
    Beim Sonnenuntergang tauschen wir uns über unsere Türkeierfahrungen aus und geben uns gegenseitig Tipps für die Weiterreise. Sie fahren jetzt in Richtung Ararat und wir gen Westen.
    Heute testen wir mal die einheimische Küche. Mal sehen was der Campingplatzchef auf den Tisch bringt.
    Zum Start in den Tag gibts gleich erstmal ein erfrischendes Bad im See.

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  • Naturwunder: Van-See und Van-Katzen

    28 Julai 2023, Turki ⋅ ☀️ 30 °C

    Der Vansee – Gölü ist mit einer Fläche von 3.740 km² der größte See der Türkei. Seine Ausdehnung entspricht der siebenfachen Fläche des Bodensees. Das Wasser ist stark alkalisch, seit der einstige Abfluss durch einen Vulkan versperrt wurde.
    Er ist somit auch der größte Sodasee der Welt.
    Wie es sich anfühlt darin zu baden, habe ich ja schon beschrieben. Und seine Größe kann man nur ermessen, wenn man drum herum fährt!
    Was wir heute getan haben, aber nur von Ost nach West.
    In der quirligen „Hauptstadt“ Van, nehmen wir in der allseits bekannten und nur in Van vorkommenden „Frühstücksgasse“ ein typisch türkisches Frühstück ein. Und ja Susanne, die von Hand geschlagene Butter ist auch heute noch der Hit!
    Später besuchen wir die Aufzuchtstation der vom Aussterben bedrohten Van-Katzen. Sie liegt 15 Kilometer vor der Stadt. Wir sind einfach nach dem Frühstück nochmal zurückgefahren.
    Die Besonderheit dieser Katzen ist, dass sie alle weiß sind und die meisten von ihnen zweifarbige Augen haben.
    Ihren Namen verdankt die Katze dem Vansee.
    Überlieferungen gibt es nicht. „Man sagt, dass ihre kräftige robuste Statur und ihre Vorliebe für das Fische fangen im Wasser, auf die kargen Lebensbedingungen in Ostanatolien zurückzuführen sind. Die Katzen waren Selbstversorger und die Fische eine willkommene Nahrung", lautet eine weitere Information.
    Und das besondere Merkmal der verschiedenfarbigen Augen geht auf die nachfolgende Legende zurück:
    In der Nähe des Vansees stieß der Bibel nach die Arche Noah am Berg Ararat wieder auf Land. Als die Katzen die Arche Richtung der alten Stadt Van verließen, wurden sie von Gott gesegnet, wodurch dieses Mal entstand.

    Zwei unglaubliche Erlebnisse haben den heutigen Tag geprägt:

    1. Auf der heutigen Fahrstrecke gab es viele Kontrollen durch die türkische Militärpolizei. Wir sind nämlich im Zentrum der Kurdengebiete.
    Hast du vielleicht schon mal erlebt, dass junge, gutausehende Türken in Uniform mit dem Maschinengewehr im Arm dich anstrahlen als gäb’s kein Morgen, dann den Daumen in Richtung Fahrzeug heben, salutieren und dich durchwinken!? Das war schon großes Kino. Ich hatte allerdings nur Augen für die Bewaffnung.
    2. Auf unserem heutigen Übernachtungsplatz in Tatvan am Ufer des Sees, kommt doch tatsächlich eine junge wilde Vankatze daher und spielt mit uns. Das war ein tiefgreifendes und tolles Erlebnis. Insbesondere nachdem wir sie heute in ihrem geschützten Katzenhaus besucht hatten.
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  • Hochzeitstag am Nemrut Dagi

    29 Julai 2023, Turki ⋅ ☀️ 19 °C

    Der Nemrut-See ist der zweitgrößte Kratersee der Welt und der größte in der Türkei und ist nach Nemrut benannt, dem babylonischen Herrscher, der im Jahr 2100 v. Chr. lebte.

    Dieser Kratersee des Nemrut Dagi, gilt als eine der weniger bekannten Naturschönheiten der Türkei. Innerhalb des kesselförmigen Vulkankraters, einer der größten der Welt, liegt er auf einer Höhe von 2247 m. In diesem riesigen Krater befinden sich mehrere Seen. Der namensgebende Berg ( Dagi) ist 2935 m hoch.
    Das ist doch der passende Ort um seinen Hochzeitstag zu erleben, denken wir, genießen die Bergwelt, pflücken wilden Thymian und Oregano und ein paar Blumen für den Hochzeitsstrauß 🤩. Ein junger Schäfer, der auch eine kleine Teestube hat, macht Fotos und zeigt uns die Gegend.
    Wir übernachten heute auf dem Pass des Nemrut Bergs ( 2530 m) mit einer gigantischen Aussicht auf den Van-See und das Umland.

    Zur Info:
    Dieser Nemrut Dagi ist nicht zu verwechseln mit dem etwa 300 km entfernten und nur 2150 m hohen Nemrut Dagi in der Provinz Adıyaman, auf dem die berühmten Reste von Heiligtum und Grabstätte des späthellenistischen Königs Antiochos I. Theos (69–36 v. Chr.) zu finden sind. Beide Berge sind nach dem sagenhaften König Nemrud benannt.
    Dieser Berg ist unser nächstes Ziel.
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  • Zwischenstopp bei Burg Harput

    30 Julai 2023, Turki ⋅ 🌙 27 °C

    Die Burg Harput ist ein architektonisches Bauwerk, das von den Urartäern auf einem rechteckigen Grundriss erbaut wurde. Es liegt im historischen Viertel Harput in der heutigen Provinz Elazig. Die Burg wurde im 8 Jh. vor Christus erbaut.
    Gerüchten zufolge wurde dem bei seiner Herstellung verwendeten Mörser anstelle von Wasser Milch zugesetzt, daher wird es auch „Milchschloss" genannt. Einem anderen Gerücht zufolge soll der Grund für die Verwendung von Milch anstelle von Wasser im Milchschlossmörser die Wasserknappheit in dieser Zeit gewesen sein.
    Egal was nun stimmt, hier oben im historischen Viertel um die namensgebende Burg herum, haben wir einen schönen Übernachtungsplatz abseits vom Trubel gefunden.
    Wenn man bedenkt, was sich in den engen Gassen um die Burg abspielt, wie viele Autos hier kreisen, ein kleines Wunder. Aber die soll es ja auch geben. Das türkische Nachtleben ist schon sehr speziell. 😅
    Unsere Nachbarn, ein älteres Ehepaar, haben uns willkommen geheißen. Wir dürfen nicht zum Essen gehen, ohne die Früchte aus ihrem Garten mitzunehmen, die sie extra für uns schnell geerntet haben.
    Vorher sind wir fast 400 Kilometer, mit vielen Kontrollpunkten, (wir wurden immer freundlich durchgewunken) durch die Berge bis hierher gefahren. Wir haben uns aus verschieden Gründen für diese nördlichere Route entschieden: 1. Die Temperaturen sind wesentlich angenehmer in den Bergen. 2. Wir sind weiter weg von der syrischen Grenze. 3. Das betroffene Erdbebengebiet nur so weit als nötig durchqueren!
    Jetzt wird es angenehm kühl, wir befinden uns wieder auf 1400 Metern. Der warme Wind erinnert uns total an unsere Reise durch das südliche Afrika.
    Morgen freuen wir uns auf den Berg Nemrut mit seinen Steinköpfen auf dem Gipfel; eine Mischung zwischen Heiligtum und Grabmal
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  • Sonnenuntergang am Nemrut

    31 Julai 2023, Turki ⋅ 🌙 22 °C

    Es gibt Dinge, die man einfach gemacht haben muss. Dazu gehört auch der Besuch auf dem Berg Nemrut. Die Anfahrt dorthin war schon ein Abenteuer. Die Straße durch die Berge ist zwar mittlerweile gut ausgebaut, sie schraubt sich aber ziemlich steil den Berg hinauf. Unser Bigfoot hatte zu kämpfen, auch weil es gestern ungewöhnlich heiß war.
    Wir parken auf 1900 Metern und laufen das restliche Stück Strecke zu Fuß. Dann beginnt der Weg auf den Berg. Er ist, mit Treppenstufen versehen, gut zu begehen. Es gibt eine östliche Terrasse mit großen steinernen Köpfen der früheren Herrscher und Götter, die soll man zum Sonnenaufgang besuchen. Die westliche Terrasse mit wieder anderen Köpfen befindet sich auf der Sonnenuntergang Seite.
    Wir laufen natürlich um den ganzen Berg herum und bleiben oben bis die Sonne untergegangen ist. Es ist ein wunderbares Gefühl auf 2100 Metern zwischen früheren Herrschern und Göttern zu sitzen, die warme Luft auf der Haut und die untergehende Sonne im Gesicht zu spüren.
    Wir dürfen auf dem Parkplatz übernachten, neben uns noch ein Schweizer Van. Ein gemeinsames Getränk beendet diesen ereignisreichen Tag.
    Es ist wunderbar ruhig und kühl auf dieser Höhe.

    Die Sonnenaufgangstour haben wir allerdings ausgelassen und stattdessen den Blick über die Berge aus dem Bett genossen. 😅

    Hier noch ein paar Fakten aus Wikipedia zum Berg:

    Der Nemrut Dağı ist ein Berg im Südosten der Türkei, unweit des Oberlaufs des Euphrat. Er gehört zum Taurusgebirge und liegt 86 Kilometer nordöstlich von Adıyaman in der gleichnamigen Provinz. Er ist mit 2150 Metern Höhe eine der höchsten Erhebungen des nördlichen Mesopotamiens. Die Region wurde 1988 zum Nationalpark erklärt.

    Auf seinem Gipfel erhebt sich eine monumentale Kombination aus Heiligtum und Grabstätte. Sie wurde von dem späthellenistischen König Antiochos I. Theos (69–36 v. Chr.) errichtet. Das Heiligtum sollte Zentrum einer neuen Religion sein, die persische und griechische Mythologie vereinte. Antiochos selbst gab sich kurz nach seiner Krönung den Namenszusatz Theos (Gott), eine auch im Rahmen des hellenistischen Herrscherkultes ungewöhnliche Selbstvergöttlichung.
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  • Durch das Taurusgebirge Richtung Westen

    2 Ogos 2023, Turki ⋅ ☀️ 32 °C

    Wenn ich morgens das neue Kalenderblatt aufschlage ist die Seite noch leer. Ich schaue auf das weiße Papier und frage mich, was wird dort heute Abend stehen, was sehen und erleben wir heute über Tag, ändern wir die Route unterwegs, werden wir an dem Ort übernachten den wir uns ausgesucht haben? Es baut sich eine gewisse Spannungs-und Erwartungshaltung auf.
    Meistens erfüllen sich meine Erwartungen, manchmal werden sie sogar übertroffen. Das ist ein guter Schnitt. 😅
    Zur Zeit allerdings haben wir ein Problem, was nicht unseren Erwartungen entspricht.
    Wir fahren durch das phantastische Taurusgebirge, beziehungsweise wir schleichen auf einer, Gott sei Dank, gut ausgebauten Strecke meistens auf der Standspur, die Berge hoch.
    Unser Iveco fährt im sog. „Notbetrieb“. Das heißt, die Motorleistung lässt stark nach.
    Es blinkt permanent die „AdBlue Filter-Lampe“ und einige andere Signale. Mein Bordmechaniker vermutet, dass der Partikelfilter verstopft ist. Wir waren schon in zwei Werkstätten, zuletzt in dem vom Erdbeben schwer beschädigten Malatya.
    Alle Mechaniker sind sofort da, kümmern sich um Dich, lesen die Fehler aus, diskutieren kompetent und sachkundig. Sie können uns am Schluss nicht helfen weil sie sich mit der AdBlue Technik am Iveco nicht auskennen. Sie bringen Tee und Essen, geben gute Ratschläge. Wir sollen nach Kayseri fahren. Dort ist eine große Iveco-Vertretung. Das passt auch für uns von der Richtung, wir wollen ja nach Kappadokien.
    Wir juckeln also durch das gigantische Gebirge, sehen unterwegs den Menschen zu, die die tollsten Tomaten ever ernten und später am Straßenrand für kleines Geld verkaufen.
    Kein Treibhaus, sondern sonnengereift, handgepflückt und nicht gespritzt. Einfach nur lecker. Wie werden wir diese aromatischen Strauchgewächse in Deutschland vermissen.
    Ebenso wunderbar schmecken getrocknete Aprikosen und andere Früchte. Sie liegen am Wegesrand oder vor den jeweiligen Häusern zum Trocknen und werden ebenfalls später an den Ständen am Straßenrand verkauft. Nicht haltbar gemacht, sondern frisch getrocknet! Ein Genuss.
    Unterwegs machen wir eine längere Pause im Canyon-Städtchen Darende. Hier könnte man länger bleiben und eine Wanderung durch den Canyon unternehmen. Stattdessen lassen wir uns den Tee mit den Füßen im Wasser schmecken. Ein ganz cooles Gefühl. Oben heiß und unten kalt. 😉
    Mein Fahrer und sein Fahrzeug brauchen immer mal wieder eine Pause. Dieter resettet dann das Motorsteuergerät, danach fährt der Iveco eine bestimmte Zeit in der normalen Geschwindigkeit, dann geht er irgendwann wieder in den Notbetrieb und wir kriechen mit Schrittgeschwindigkeit den nächsten Berg hinauf.
    Wir hoffen, dass uns geholfen werden kann. Iveco International ist eingeschaltet und über WhatsApp kommuniziert Dieter später noch mit dem Werkstattmeister seines Vertrauens.
    Jetzt stehen wir im weitläufigen Park von Kayseri mit Blick auf deren 3900 m hohen „Hausberg.“ Morgen gehts dann zu Iveco!

    P.S.: Bitte Kommentare zur Technik nur, wenn ihr eine Lösung habt!
    Daumendrücken wäre sehr hilfreich! 🙏
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  • Bigfoot wieder „on Tour“! 😅

    3 Ogos 2023, Turki ⋅ ☀️ 35 °C

    Wir können es kaum glauben, wir sind wieder zurück auf der Tour mit voller Kraft und allen PS. Die letzten beiden Tage waren ziemlich kräftezehrend und nervenaufreibend.
    600 Kilometer „geschlichen“ mit Motor im Notbetrieb. Von einer Werkstatt zur anderen, alle schütteln den Kopf, sind bemüht, können aber trotz Fehlerprotokoll nicht weiterhelfen.
    Wir hatten uns schon im Flieger nach Hause gesehen.
    Heute endlich, in einer großen modernen Iveco- Werkstatt in Kayseri, wurde bei der Fehlerauslese die richtige Diagnose gestellt.
    Der Ansaugschlauch am Turbolader ist unterhalb geplatzt. Das war von oben nicht sichtbar!
    Ein Kurier wird losgeschickt, der, wo auch immer das Ersatzteil besorgt!

    Wir sind völlig geflasht von der zuvorkommenden Behandlung als wir in deren Servicebereich ankommen. Alles wird stehen und liegen gelassen, der Iveco aus Deutschland in Augenschein genommen. Einer der Chefs ruft sogar seine deutsche Frau an, die dann als Übersetzerin am Telefon fungiert. Später werden wir von der englischsprachigen Chefsekretärin betreut inclusive Essen und Trinken.

    Die Zusammenarbeit mit der Iveco Zentrale verläuft unterstützend und reibungslos. Die Reparatur und das Ersatzteil werden als Garantiefall anerkannt.
    Wir fahren nach ca. 6 Stunden völlig dankbar vom Werksgelände.
    Während mein Fahrer wieder ordentlich Gas geben kann, kommt mir der Refrain eines Liedchens aus der Zeit der neuen deutschen Welle in den Kopf und ich singe lauthals 🎵🎵…und ich düse, düse, düse im Sauseschritt……und bring die Liebe mit von meinem Himmelsritt. 🎵🎵 Irgendwie passt das auch in den Gefühlskontext

    Jetzt stehen wir im kleinen Städtchen Avanos in Zentralanatolien am Ufer des Flusses und genießen die frische Brise, die das Wasser abgibt.
    Übrigens, die Gruppe hieß DÖF, vielleicht erinnert sich jemand.
    Und ich singe immer noch! Wir düsen zwar nicht durchs All, aber morgen in den „Nationalpark Göreme“!

    Und vielen lieben Dank fürs Daumendrücken! Das hat auf jeden Fall geholfen! 👍🏻💚😂
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  • Kappadokien, -UNESCO Welterbestätte -

    4 Ogos 2023, Turki ⋅ 🌙 27 °C

    Von unserem idyllischen Platz am Fluss kommen wir heute in der überall bekannten Region Kappadokien, im Nationalpark Göreme an.
    Und sofort im Pasabagi-Tal beginnt der Kommerz. Um ein paar „Tuffsteine mit Hut“ anzuschauen bitten sie ordentlich zur Kasse.
    Das machen wir nicht, sondern fahren ins Dorf Cavusin bekannt für seine Felsenwohnungen und -Kirchen, davon die von Johannes dem Täufer, eine der ältesten Felsenkirchen der Türkei. Sehr beeindruckt, klettern wir vor dem Frühstück über alte Steine und bekommen am Ende im Restaurant noch leckeren Tee serviert. Das alles ohne „Eintritt“ zahlen zu müssen.
    Der Hauptort Göreme besteht aus Touristenbuden, Hotels und Buchungsshops für Ballonflüge. Auf jedem Parkplatz Absperrgitter, erst wird kassiert dann kannst du dir einen Parkplatz suchen. Ein Blick in die tolle Natur mit ihren wundersamen Steinformationen versöhnt sofort wieder.

    Wir suchen zunächst das Weite und fahren in das etwas abgelegene „Red Valley“ zum Frühstücken. Später schauen wir uns die Gegend an. Touristen werden hier mit Kamelen geführt, reiten auf Pferden um die Tuffsteinköpfe herum, werden kutschiert, donnern mit Quads durch den Staub, werden mit Landrovern von übereifrigen Fahrern über Off-Road Pisten gejagt, man hört die Schreie der Passagiere. 😅
    Das Ganze mag ein Naturwunder sein, aber schwer erträglich, wenn man aus dem beschaulichen Osten der Türkei kommt.

    Dieter denkt wehmütig an die Zeit vor 40 Jahren zurück, als er, mit seinem ersten selbstausgebauten Wohnmobil, einem Mercedes 207 Kastenwagen, hierher kam.
    Da gab es noch keine von mir aufgezählten „Attraktionen“ geschweige denn quietschpinke und knallrote Cadillacs, die Brautpaare und andere Leute mit offenem Verdeck zum Sonnenuntergang auf die Hügel fahren.
    Gerade stehen wir, frisch gepudert vom Staub des Tuffsteins am Rand des Canyons im sogenannten „Love Valley“ und haben uns den Wecker gestellt, um die Ballone zum Sonnenaufgang starten zu sehen. Auf 1100 m Höhe herrschen angenehme Temperaturen.

    Wir haben keinen Ballonflug gebucht. Zum Einen, bin ich nicht höhentauglich und hätte wohl immer die Augen zu und zum Anderen werden hier Touristenpreise aufgerufen, die wir nicht bereit sind zu zahlen.
    Stattdessen trinken wir auf unserem „Hügel“ ein leckeres Effes und freuen uns des Lebens! 🥳
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  • Ballone zum Sonnenaufgang in Göreme

    5 Ogos 2023, Turki ⋅ ☀️ 15 °C

    In allen einschlägigen Publikationen hört man, wie schön es ist, wenn zum Sonnenaufgang in Kappadokien die Ballone aufsteigen.
    Wir stehen im Love Valley genau richtig und haben den Wecker auf 5 Uhr gestellt. Um 05.45 Uhr ist Sonnenaufgang. Wir sind schon vor der Zeit wach, um uns herum ist ein ziemliches Gewusel.
    Ich springe in die Klamotten, will ja nix verpassen und staune nicht schlecht als ich aus dem Wohnmobil klettere.
    Um uns herum und dass hab ich nirgendwo gelesen, geben sich junge Brautpaare das Ja-Wort. Sie und ihre Entourage nutzen diese magischen Momente zwischen Sonnenaufgang und Ballonen um sich vor dieser Traumkulisse ewige Treue zu schwören. 😍
    Und vor Bigfoot posieren die Herrschaften besonders gern. Zeitweise wird unser Wohnmobil als Umkleidekabine für die Bräute genutzt. Ich glaube der genießt das.
    Und mein Lieblingsmensch auch. 😄😍
    Was für ein Start in den Morgen.
    Später machen wir eine ausgedehnte Wanderung durch die „Penis- oder Spargelwelt“ ( der Phantasie ist bei dem Anblick keine Grenzen gesetzt 🤩) des Tuffsteins Kappadokiens rund um Göreme.
    Wir wechseln auch den Standort.
    Wir befinden uns jetzt im sogenannten „Rosé-Valley“ direkt oberhalb von Göreme.
    Aber dazu Morgen mehr.
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  • Weil‘s so schön war…..

    6 Ogos 2023, Turki ⋅ 🌙 17 °C

    ……. sind wir noch geblieben im Rose-Valley, an der Kante, direkt oberhalb von Göreme.
    Alleine der Blick auf die quirlige Stadt mit ihren vielen Feenkaminen und Felsenwohnungen, ist es schon wert, über die staubige Schotterpiste zu rumpeln bis vorne in die 1. Reihe. 😅
    Bei allem schön, wer hierher fährt nach Göreme und Umgebung und an exponierten Plätzen stehen will, sollte gute Nerven besitzen, sich durchschütteln lassen können und keine Stauballergie haben.
    Hatten wir den Platz über Tag fast alleine, so versammelt sich heute Morgen ab 05.00 Uhr gefühlt die „ganze Welt“ auf dem Plateau. Neben den Wohnmobilen aus Italien, Litauen, Norwegen und dem Iran, bauen junge türkische Familien abends mit ihren Babys kleine Zelte um uns herum auf, um pünktlich zum Sonnenaufgang das Ballonspektakel zu erleben. Eine junge Türkin aus Berlin stellt uns ihre Freunde vor. Sie kommen aus fast allen Kontinenten. Mit der wieder in Mode gekommenen Polaroidkamera wird ein Erinnerungsfoto geschossen. 😍
    Heute erleben wir hautnah, wie die Ballone fahrbereit gemacht werden. Unterhalb des Felsendorfes Uçhisar in unserer Nähe, gibt es auch einen Startplatz, wie an vielen Stellen im Tal.
    Einige Ballonfahrer zeigen ihre Fahrkünste und lassen sich und ihre Passagiere tief in den Canyon zwischen die Feenkamine sinken, um dann über die Kante mit viel Winken und Gelächter wieder nach oben zu steigen. Bigfoot ist dabei ein beliebtes Fotomotiv.
    Nach zwei Stunden ist der ganze Spuk vorbei und auch wir machen uns auf den Weg in ruhigere Gefilde.

    Hier noch ein paar Fakten zu Kappadokien aus Wikipedia:

    Mit dem Begriff Feenkamin (türkisch peri bacalari) werden Erdpyramiden in der Türkei bezeichnet, die sich in der zentralanatolischen Provinz Nevsehir in Kappadokien befinden. Feenkamine gibt es unter anderem bei den Ortschaften Göreme, Uçhisar, Ürgüp oder Zelve östlich der Stadt Nevsehir im Nationalpark Göreme, der zum UNESCO-Welterbe gehört.

    Bei Ausbrüchen der Vulkane Ercives Dagi im Osten und Hasan Dagi im Südwesten der Region wurden vor gut 20 Millionen Jahren infolge der Eruptionen solche Mengen an Staub, Asche und Gestein ausgespieen, dass weite umliegende Landstriche hierdurch zahlreiche Meter hoch bedeckt wurden.
    Insbesondere aus den Staub-und Ascheablagerungen bildete sich im Laufe der Jahrmillionen eine Schicht aus dem sehr weichen Tuffstein, die in der Folgezeit überwiegend durch Wind- oder Wassererosion wieder abgetragen wurde. An jenen Stellen, wo über der Tuffschicht härteres und somit erosionsbeständigeres Gestein abgelagert wurde, blieb der darunter liegende Tuffstein teilweise von erosionsbedingten Abtragungen verschont. So haben sich im Laufe der Zeit die zumindest in bestimmten Gebieten Kappadokiens das Landschaftsbild prägenden Feenkamine herausgebildet. Diese turmähnlichen Tuffsteinformationen, überwiegend mit einem aufliegenden und schützenden Deckstein versehen, können eine Höhe von 30 Metern und mehr aufweisen und erinnern optisch häufig an Spargelstangen oder an Phallussymbole.
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  • Kappadokien: Grünes Ihlara-Tal

    6 Ogos 2023, Turki ⋅ 🌙 25 °C

    Schon beim Ballonspektakel in Göreme, sieht man in der Ferne ein tolles Bergmassiv.
    Der markante Hasan Dagi mit seinen rund 3200 Metern ist das „Gesicht“ des südlichen Kappadokiens. Dieser Berg ist unser nächstes Ziel.
    Vorher machen wir noch einen Stopp in dem idyllischen Ihlara Tal mit seiner tiefen, in Windungen verlaufenden Schlucht. Viele alte Höhlenkirchen sind hier in den Fels gebaut zu sehen, teilweise noch mit Freskenmalerei versehen. Ein kleiner Fluss hat in Millionen von Jahren diese Schlucht mit „erschaffen“. Heute sitzen die Menschen an heißen Sommertagen an seinem kühlenden Wasser.
    Wir kommen von Norden und schauen uns erst in Selime das berühmte uralte Felsenkloster an. Danach stellen wir das Wohnmobil auf einem großen Parkplatz neben der Moschee im Hauptort Ihlara ab.
    Von hier ist es nicht mehr weit bis zum Eingang zur Schlucht. Wir hatten unterwegs schon festgestellt, dass wir eigentlich eher müde sind. Der Tag hatte ja äußerst früh begonnen.
    Als wir dann die Menschenmassen am Haupteingang die hunderte Stufen zur Schlucht hinabsteigen sehen, vergeht uns endgültig die Lust. Mit vielen Menschen hatten wir in dem überfüllten Göreme in den letzten Tagen eigentlich genug zu tun. 😅
    Wir entscheiden, ein Stück oberhalb der Schlucht zu laufen und uns die Gegend anzusehen. Das war eine gute Entscheidung.
    Später essen wir im Flussrestaurant in der Dorfmitte ein typisches türkisches Menü. Die Sitzhaltung auf Kissen ist ein wenig ungewohnt. Das Wasser des Flusses kühlt schön.

    Gegebenenfalls kommen wir nochmal zurück zur Schlucht.
    Das dritte Dorf Belisirma liegt genau in der Mitte. Von dort aus, kann man entweder nach Norden oder nach Süden wandern.
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  • Genießen auf Hasan Dagi

    8 Ogos 2023, Turki ⋅ ☀️ 24 °C

    Der Weg hoch auf den Berg ist mittlerweile asphaltiert. Im Dorf unten den „Einstieg“ zu finden ist etwas tricky aber machbar. Es sind gut 1000 Meter Höhenunterschied zu bewältigen Die Straße endet beim „Hotel Karbeyaz“ auf ca. 2000 Metern. Ein echter kulinarischer Geheimtipp, seit die in Göppingen geborene türkische Chefin mit ihrem Mann das Hotel vor 2 Jahren übernommen hat. Um das Hotel herum ist ausreichend Platz. Wir stehen hier ganz alleine und genießen die klare Bergluft.
    Die Bergtouren bis auf die Spitze auf 3211 Meter dauern bis zu 6 Stunden. Wir schauen von unserem Logenplatz den Bergsteigern zu. Herrlisch!
    Uns wird ein wunderbares türkisches Mittagessen serviert. Nachmittags besucht uns eine gemischte Viehherde, bestehend aus Ziegen, Schafen, Kühen, Eseln und sehr freundlichen Hirten.
    Zum Sonnenuntergang gibts einen Drink auf der Terrasse im 1. Stock. Wieder ein Genuss. 😍 Wir treffen beim Sundowner einige deutsch-türkische Gäste, die hier Urlaub machen. Ein spannender Abend wird mit einem wunderbaren Sonnenuntergang gekrönt.
    Zum Abschied serviert uns Hülya heute Morgen ein phantastisches Frühstück. Sie vereint gekonnt deutsche mit der türkischen Küche. Eine Geschmacksvielfalt, die ihresgleichen sucht.😋
    Wunderbar gestärkt fahren wir neuen Abenteuern entgegen.
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  • Abendspaziergang auf dem Tuz Gölü

    9 Ogos 2023, Turki ⋅ ☀️ 23 °C

    Zum ersten Mal in meinem Leben spaziere ich auf einem Salzsee herum. Ein eigenartiges Gefühl. Du gehst ein wenig wie auf einem Teppich, später meinst du der würde sich bewegen, die Salzkruste knirscht unter den Schuhen, aber das etwas schwammige, manchmal auch saugende Geräusch unter den Füßen ist ein klein wenig unheimlich.
    Um kein Geld in der Welt würde ich diesen Spaziergang in den Sonnenuntergang mit meinem Lieblingsmenschen missen wollen. Er lässt sich sogar zu einem kleinen Tänzchen auf dem Salz überreden. 😍
    Ganz alleine sind wir unterwegs und ganz alleine stehen wir auch am Ufer des Sees auf einem noch im Bau befindlichen Picknickgelände. Die Toiletten sind geöffnet, der Rasen wird gesprengt, überall gehen jetzt die Lichter an.

    Der Tuz- See ( Tuz Gölü) ist mit rund 1500 Quadratkilometern der zweitgrößte See der Türkei. mit einem Salzgehalt von 32,9% ist er einer der salzhaltigsten Seen der Welt.
    Wir sind, auf dem Weg hierher in den Nordosten des Sees an drei großen Salzabbaufabriken vorbeigefahren. Hier werden rund 70% des in der Türkei konsumierten Salzes gewonnen.
    Aus dem Türkischen übersetzt bedeutet Tuz „Salz“ und Tuz Gölü Salzsee.
    Das hatte uns heute Morgen die Superköchin Hülya vom Berg Hasan Dagi noch mit auf den Weg gegeben.
    Den Vormittag haben wir nämlich damit verbracht, das wahnsinnig leckere und reichhaltige Frühstück „abzuarbeiten“. Und wo kann man das besser tun als in der „Ihlara Schlucht“.
    Heute war es ziemlich heiß, was Dieter dazu veranlasst hat, in dem kleinen Fluß der diese spannende Schlucht mitgestaltet hat, ein Sitzbad zu nehmen, was ich natürlich nicht fotografieren durfte. 😅
    Später genießen wir noch einen Aufenthalt in dem nahegelegenen Thermalbad.

    Für diejenigen die sich in der Gegend auskennen: wir haben Derinkuyu, eine der berühmtesten der unterirdischen Städte in Kappadokien ausgelassen. Dieter war schon mehrfach dort und ich habe keinen Spaß in engen Gängen herumzukriechen und mit meiner Platzangst zu kämpfen.
    Wir fahren auch nicht in die bizarre Mondlandschaft um den „Meke Gölü“.
    Leider ist der Meke-See, der als die Perle des bösen Blicks der Welt bezeichnet wird, ausgetrocknet.
    Unser nächstes Ziel ist die Stadt Konya, das Zentrum der „tanzenden Derwische“.
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  • Konya, Hauptstadt der Seldschuken

    10 Ogos 2023, Turki ⋅ 🌙 29 °C

    Konya liegt in Zentralanatolien im Steppenhochland. Diese geschichtsträchtige Großstadt gilt als Zentrum für den anatolischen Islam. Zurecht wird sie oftmals als „grüne Stadt“ bezeichnet.
    Das können wir sehr gut nachvollziehen, fahren wir doch kilometerweit an wunderbaren großzügigen und gepflegten Parks vorbei, die alle, nach Themen geordnet, entsprechende Namen haben.
    In einem der Parks hat die Stadt für Wohnmobilisten einen kostenfreien Stellplatz eingerichtet. Hier stehen wir für ein paar Tage und schauen uns die Stadt an, die eine besondere Mischung aus Tradition und Moderne aufweist. Zunächst aber genießen wir den weitläufigen schattigen Park.
    Mit dem Taxi gehts am nächsten Tag in die Stadt.
    Am „Mevlana-Komplex“ steigen wir aus und beginnen unseren Rundgang. Das türkisfarbene Kegeldach des Klosters ist heute das Stadtwahrzeichen. Das Mevlana-Kloster wurde früher von den Derwischen genutzt. Es ist heute das meistbesuchte Museum der Türkei nach dem Topkapi-Palast in Istanbul.
    Der Ordensgründer Rumi lebte in Konya. Er fand im 13 Jh. durch seine mystischen Anschauungen und seine Predigten über Friedfertigkeit viele Anhänger. Seine Grabstätte bildet den Mittelpunkt der Anlage. Sie ist wirklich eindrucksvoll.
    Wir bummeln durch die ausgedehnten schmalen Altstadtgassen, haben Spaß am Feilschen im Basar, essen lecker die lokale Spezialität Konyas: Lammfleisch auf Pitabrot mit Joghurt. 😋
    Auf dem Aladdin-Hügel bewundern wir die älteste seldschukische Moschee in Konya. Nach siebzigjähriger Bauzeit wurde sie 1221 eingeweiht.
    Neben den sicherlich wichtigen geschichtsträchtigen Moscheen, Museen und sonstigen Bauwerken, bleiben diese grandiosen Parks, die die Menschen nutzen können, in unserer Erinnerung. In dieser Größenordnung haben wir das noch in keiner anderen türkischen Stadt gesehen. Unser Taxifahrer hat uns in englischem und deutschem Kauderwelsch erzählt, dass die reichen Geschäftsleute der Stadt ihren Bürgern durch Investitionen in diese Parks etwas zurückgeben. 👍🏻
    Wir hätten gerne eine Aufführung des Drehtanzes der Derwische gesehen. Sie finden aber nur am Wochenende und spätabends statt.
    Die Tänzer bewegen sich dabei stets gegen den Uhrzeigersinn – als Gruppe und individuell. Derwische sind prinzipiell linksdrehend, immer in Richtung des Herzens. Dabei neigen die Tänzer den Kopf nach rechts. Wissenschaftler:innen haben nachgewiesen, dass sie nur so ohne Schwindelgefühl ihr Gleichgewicht über längere Zeit halten können.

    Auf der Herfahrt hatten wir überraschenderweise nochmal Gelegenheit, tief in die „Salzwelt“ das Tuz Gölü einzutauchen. Auf der Nordwestseite des Sees bei Yousan Tuzlasi, durften wir mit einer Sondergenehmigung auf der Salzstrecke, die auch die beladenen Salz LKWs nutzen, rausfahren bis es nicht mehr weitergeht. Ein surreales und spannendes Erlebnis.
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  • Im „Beysehir-Gölü“ Nationalpark

    12 Ogos 2023, Turki ⋅ ☀️ 24 °C

    Hier am Beysehir -See, umgeben von den Bergen des Taurusgebirge und inmitten der ruhigen und wunderbar grünen Natur des Nationalparks, verbringen wir das Wochenende auf ca. 1200 Meter Höhe in einem angenehmen Klima.
    Inmitten eines neu gestalteten großzügig angelegten Picknickbereiches, gibt es einen abgetrennten Teil für Wohnmobile und Wohnwagen. Jeder Stellplatz ist durch grüne Zäune abgeteilt und mit Wasser, Strom und Grillplatz versehen.
    Es ist herrlich ruhig hier. Das blaugrüne Wasser des größten Süßwassersees der Türkei plätschert vor sich hin.
    Nach den Tagen in der quirligen, lauten Stadt Konya und den vielen Gesprächen im Basar und auf dem stark frequentierten Stellplatz mit Leuten von überallher, genießen wir die entspannte Stille in dieser tollen Umgebung.
    Wer hierher kommt, sollte alles Notwendige an Bord haben. Der Stellplatz liegt mitten der Natur ca. 15 Kilometer außerhalb des Ortes Beysehir mit seiner wunderbaren, sehr alten Moschee.
    Wie mir eine junge Türkin aus Frankfurt auf dem Parkplatz am Ufer erzählte, ist die Esrefoglu- Moschee eine der letzten Holzmoscheen aus der Seldschukischen Architektur und wurde 1296 gebaut. Sie ist deshalb ziemlich einzigartig in der Türkei. Auch der große geschnitzte Uhrenturm der Stadt fällt direkt ins Auge.

    Aber nichts kann einen Sonnenuntergang und später unzählige Sternschnuppen am Beysehir- See toppen! 🤩
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  • Am schönen Egirdir-See

    14 Ogos 2023, Turki ⋅ ☀️ 33 °C

    Auf dem Weg zu unserem nächsten großen Ziel, Pamukkale, liegt wieder ein spannender See.
    Er ist der viertgrößte der Türkei und erinnert uns ein wenig an den nördlichen Gardasee. Eingerahmt zwischen hohen Bergen liegt er sehr idyllisch da. Hier weht ein kräftiger Wind, der die etwas höheren Temperaturen angenehm erträglich macht.
    Wir stehen, umgeben von Wasser, auf einer schmalen Landzunge, kurz hinter dem sympathischen Städtchen Egidir, das dem See seinen Namen gab.
    Die Fahrt hierher führte durch landwirtschaftlich genutztes Land. Neben der immer noch andauernden Getreideernte, werden auch jetzt Äpfel gepflückt und am Wegesrand verkauft. Lecker!
    Die Strecke durch das Taurusgebirge, ist wie immer wildromantisch. 🤩
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  • Die Malediven der Türkei

    15 Ogos 2023, Turki ⋅ ⛅ 32 °C

    So nennt man hier den tiefsten See im Land, den „Salda Gölü“.
    Diesen ganz besonderen See wollten wir natürlich nicht auslassen. Auf einer holprigen Straße kann man dieses Farbenwunder umrunden, was wir zur Hälfte auch schon getan haben. Jetzt sind wir auf einem etwas rumpeligen, aber urigen Camp direkt am See gelandet. Eine Runde schwimmen in türkisfarbenen Wasser waren wir auch schon.
    Und dass wir wahrscheinlich ein wenig hierbleiben, versteht sich von selbst. 😉

    Heute Morgen noch durch das symphatische Städtchen Egirdir mit seiner alten Burgruine und wuseligen engen Straßen gelaufen, und jetzt in einer ganz anderen Welt angekommen. Das ist mal wieder genau unser Ding.
    Die Strecke hierher verlief durch ein spannendes Hochtal und durch die Rosenstadt Isparta, bekannt für eines der größten Rosenanbaugebiete der Welt.
    Neben Bulgarien und Marokko wächst hier die Damaszenerrose auf 1800 Metern auf dieser Hochebene zwischen Egirdir und Isparta.
    In den kühlen Hochtälern des Taurusgebirge werden die Rosenblätter im Mai frühmorgens geerntet. Durch die Nachtkälte bildet die Rose am frühen Morgen das meiste Öl, welches den Rohstoff für die teuersten Parfüme der Welt bildet.
    Ab 05.00 Uhr morgens sind die Pflücker auf den Feldern. Die Rose wächst dicht über dem Boden. Was das für den Rücken bedeutet, kann man sich vorstellen.
    Dior, Versace, Chanel und wie sie alle heißen, verdienen Milliarden, die Löhne für die Bauern, die den Grundstoff ernten, sind dagegen sehr gering. Was uns mal wieder gehörig auf die Palme bringt, als wir das heute bei einer Teepause in der Stadt Isparta erfahren. In der Stadt dominieren die Rosenverarbeitungsfabriken.
    Gefrühstückt haben wir vorher an einem weiteren See, dem Burdur-See, der die Größe des Bodensees hat. In einer großzügigen gepflegten Picknickarea direkt am See können es sich die Menschen gut gehen lassen. Wenn sie danach noch ihren Müll mitnehmen würden, wäre alles gut. 🧐
    Auf dem letzten Stück durch das Gebirge begegnen uns viele Marmorbrüche. Die Hügel und Berge sind regelrecht aufgefräst. Aus dem Grün der Bäume, ragen rosa Löcher wie Wunden heraus. Die Türkei ist bekannt für hochwertigen rosa und grauen Marmor mit tollen Maserungen. Mein Lieblingsmensch hat in seinem ersten Leben ganze Badezimmer aus Marmor in seinem Pickup mit Anhänger nach Hause geschleppt.

    Und über den geilen See, an dem wir gerade sind, erzähle ich morgen noch mehr!
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  • Das Farben-Geheimnis des Salda-Sees

    17 Ogos 2023, Turki ⋅ ⛅ 36 °C

    >Strahlend weißer Sand, ein blau leuchtender See und eine tolle Bergkulisse drumherum-
    Willkommen am schönen Salda Gölü<.
    So titelt das Plakat am Eingang unseres kleinen Camps.

    Der Salda See befindet sich in einem inaktiven Vulkankrater, der von einer Reihe von Vulkanen umgeben ist.

    Er ist berühmt für sein unglaublich türkisgrünes Wasser und seine große Artenvielfalt. Die charakteristische Farbe des Sees wird durch das Vorhandensein von Magnesium und Kalziumkarbonat in seinen Tiefen verursacht. Außerdem geht man davon aus, dass die einzigartige Farbe des Sees durch frühere vulkanische Aktivitäten in der Gegend verursacht wurde. Darüber hinaus beherbergt er mehrere einheimische Fischarten und verschiedene Zugvögel, was ihn zu einem Muss für Naturliebhaber macht. Am See wurden auch archäologische Funde gemacht, die auf das menschliche Leben in der Gegend seit prähistorischen Zeiten hinweisen. Aufgrund seiner Bedeutung für die lokale Tierwelt und seiner archäologischen Bedeutung wurde der Salda See in die vorläufige Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Der See ist mit einer Tiefe von bis zu 196 Metern der tiefste See der Türkei.

    Die Geschichte des weißen Sandes vom Salda See geht auf sehr alte Zeiten zurück, die durch die Auswirkungen geo-biochemischer, nämlich geologischer, klimatischer und biologischer Faktoren entstanden sind. Diese einzigartigen Sande, deren Alter auf 3,5 Milliarden Jahre geschätzt wird, werden von Wissenschaftlern als die ältesten fossilen Überreste der Welt angesehen, da sie von einer Bakterienart namens Cyanobakterien gebildet wurden.

    Der See ist ein beliebtes Ausflugsziel für Menschen aus der gesamten Region und von außerhalb, vor allem wegen des in seinen Küstengewässern vorkommenden Hydromagnesit- Minerals, von dem man annimmt, dass es Heilmittel gegen bestimmte dermatologische Erkrankungen bietet. Die von schwarzen Kiefernwäldern umgebenen Ufer sind auch bei Jägern beliebt, erzählt uns der Chef des Platzes. Neben den Fischen des Sees gibt es hier auch Wild und Geflügel, darunter Wachteln, Hasen, Füchse, Wildschweine und Wildenten.
    Weiße Sandstrände, klares Wasser und sieben kristallweiße Inseln im See runden das Bild ab.
    Wir machen es den Menschen am Ufer nach, die sich mit dem „Heilschlamm“ einschmieren mit Haut und Haar. Da der Glaube ja bekanntlich Berge versetzt, glaube ich, dass sich meine Haut tiefengereinigt und weich anfühlt und meine Haare fühlen sich verdoppelt an. 😇😅

    Um das Gebiet des Salda-Sees zu schützen, hat die türkische Umweltbehörde ein Nationalparkprojekt gestartet. Der Lake-Salda-Nationalpark befindet sich derzeit im Bau und soll Ende 2023 fertiggestellt werden.
    Es ist so geil, morgens in diesen See zu laufen. Auf dem weichen Boden im See und dem klaren blauen Wasser um dich herum, möchtest du nicht mehr rausgehen. Ein weiteres Schlammbad war heute obligatorisch. 🤩
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  • Im Baumwollschloss Pamukkale

    18 Ogos 2023, Turki ⋅ ☀️ 30 °C

    Als wir gestern zum Sonnenuntergang in dem sehr touristischen Ort Pamukkale ankommen, sehen die berühmten und zum Weltkulturerbe gehörenden Kalkterrassen von unten aus aus wie ein kleines Skigebiet. Alles weiß und knubbelig.
    Ich wollte unbedingt hierher, weil das ja irgendwie zu einem Türkeibesuch dazugehört, wie der Kölner Dom zu Köln, oder der Gand Canyon zu Amerika um es mal international einzuordnen. 🧐
    Wir finden einen coolen Stellplatz auf dem Hotelparkplatz bei Suleyman. Der Chef steht vor seinem Hotel auf der Straße, sieht, dass wir uns umschauen und bietet uns den Parkplatz an, inclusive WLAN, Benutzung des Swimmingpools und ein türkisches Frühstück zu einem guten Preis.
    Uns ist noch nach einem kleinen Abendspaziergang. Dieter wundert sich auch hier, was sich alles verändert hat zu früher. Auf einem kleinen See vor dem Baumwollschloss, auf türkisch Pamukkale, kann man mit großen Plastikenten seine Liebste über den See schippern, sitzen die Menschen am Ufer und füttern die echten Tiere.
    Ich sehe nur weiße Knubbeln aus Kalk und wundere mich wo denn das Wasser in den Pools ist. Ich verstehe, wenn wir morgen dort hoch gehen sehen wir es.

    Die Thermalbäder von Pamukkale sind seit 400.000 Jahren natürliche heiße Quellen, und aus geologischer Sicht weltweit einzigartig, lesen wir im Prospekt. Die Terrassen entstanden durch die Verdunstung des heißen Thermalwassers aus den Quellen.
    Soweit so gut.

    Der extrem happige Eintrittspreis, mittlerweile auf fast 50 Euro für zwei Personen gestiegen, hält uns nicht ab. (Im letzten Jahr hat’s noch die Hälfte gekostet.)
    Gestärkt vom türkischen Frühstück machen wir uns den kurzen Weg vom Hotel auf und erklimmen den weißen Hügel. Wir müssen die Schuhe ausziehen, das warme Thermalwasser läuft wohltuend durch die Zehen. Mit uns hunderte Touristen aus aller Welt.
    Wir sehen einige Pools mit blauen Wasser, die extra für die Touristen angelegt wurden, der Rest des großen terrassierten Geländes ist zwar wunderbar weiß, aber leer.
    Auf früheren Bildern sieht man wie es mal ausgesehen hat. Ich habe ein Archivbild zur Veranschaulichung beigefügt.
    Wir machen, wie immer, das Beste draus, aalen uns in den Pools die gefüllt sind und laufen durch die Ruinen der antiken Stadt Hierapolis, die der pergamenische König Eumenes ll. 190 v. Chr. oberhalb der Terrassen als Heilbad gegründet hat. Ich liebe es durch alte Steine zu laufen und meiner Phantasie freien Raum zu lassen.

    7, 5 Kilometer später kommen wir wieder unten im Ort an. Wir lassen uns ein eiskaltes Effes und eine kleine Zwischenmahlzeit schmecken und verdauen die Enttäuschung.
    Zwischen dem was die Kalk-Sinterterrassen einmal waren, zu dem was den Menschen für einen horrenden Preis jetzt präsentiert wird, klaffen Welten.
    Auch wenn Kleopatra, von der ich viel halte, dort in den Pools schon gebadet hat, versöhnt mich das aktuell nicht mit diesem Ort.
    Ein letzter Sprung in den schönen Pool des Hotel Yildizhan und wir machen uns auf den Weg an die Westküste. Dort ist es wesentlich kühler als im 40 Grad heißen Pamukkale.
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  • Spannendes Ephesos

    20 Ogos 2023, Turki ⋅ ☀️ 28 °C

    Heute streife ich in dem, im 10 Jh. vor Christus gegründeten Ephesos herum. Spannend, was von dieser riesigen antiken Stadt noch erhalten ist. Der Eintrittspreis hat sich zum Vorjahr verdreifacht, ähnlich wie in Pamukkale.
    Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind auf Tafeln gut gekennzeichnet und auch in deutscher Sprache erläutert. Besonders ist, dass wenn man vor den Trümmern z.B. eines Tempels steht, auf der Tafel das ehemalige Gebäude als Zeichnung abgebildet ist. Das unterstützt die Vorstellungskraft.
    Eines der wichtigsten Gebäude, neben der noch gut erhaltenen Bibliothek und dem Theater, war der Tempel der Göttin Artemis. Er gehörte zu den 7 antiken Weltwunder!

    Der Artemis-Tempel bestand aus weißem Marmor und war mit einer Länge von über 100 Metern und einer Breite von ca. 55 Metern ein Tempel von gewaltigen Ausmaßen ‒ ungefähr so groß wie ein ganzes Fußballfeld.

    Über 100 Säulen von jeweils fast 20 Metern Höhe standen in mehreren Reihen hintereinander und hielten die Dachkonstruktion. Der reiche lydische König Krösus soll ein paar dieser Säulen finanziert haben.
    Im Inneren des Tempels befand sich eine 2 Meter hohe Statue der Göttin Artemis, die aus Weinrebenholz bestand und mit Gold und Silber verziert war. Auch die Statue einer Amazone stand im Artemis-Tempel.
    Leider ist nur noch eine Säule von diesem Prachtbau übrig.
    Zwei Stunden und 5 Kilometer laufe ich durch diese interessante Ausgrabungsstätte während Dieter einige notwendige technische Dinge am Bigfoot erledigt und kleinere Reparaturen vornimmt. Die türkischen Straßen sind durchweg gut, aber nach 10.000 gefahrenen Kilometern auf dieser Tour, ist doch die eine oder andere Schraube locker. 😅
    Anschließend finden wir an der türkischen Ägäis- Küste einen schönen Freisteherplatz direkt am Meer. Er ist in keiner der einschlägigen Apps verzeichnet. Die Abfahrt auf einem rumpeligen Feldweg von der kurvenreichen Küstenstraße nach unten an den Strand, ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber machbar.
    Jetzt stehen wir hier, umgeben von türkischen Familien mit Zelten, und verbringen das Wochenende in angenehmem Küstenklima.
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  • Auszeit an der türkischen Ägäis

    22 Ogos 2023, Turki ⋅ 🌙 29 °C

    Zwischen Kusadasi und Izmir an der Westküste der türkischen Ägäis, nehmen wir uns eine kleine Auszeit vom „alte Steine schauen“.
    Am Rande einer kleinen einheimischen Feriensiedlung gibt es eine wildromantische Bucht. Hier haben wir, ca. 2 Meter vom herrlich klaren Wasser der Ägäis entfernt, auf einem Sockel einen schönen Platz gefunden. Ab und zu taucht die griechische Insel Samos aus dem Dunst auf. Die Temperaturen schwanken zwischen 30 und 35 Grad. Nachts kühlt es ab. Es geht ein erfrischender Wind am Wasser.
    Wir haben seit Ende Mai nur Sonnenschein und relativ hohe Temperaturen, sind schon so daran gewöhnt, dass ich manchmal hier am Wasser abends etwas anziehen muss.
    Am Wochenende herrschte hier türkisches Strandleben vom Allerfeinsten. 😅 Wir bekamen von allen Grills etwas ab. Das zeichnet die Türken ja aus, diese Gastfreundschaft! Aber dass die meisten hinterher ihren Plastikmüll mit einem Stein beschwert, einfach liegen lassen, ist weniger schön. Wir sind schon daran gewöhnt, „unseren“ Platz vorher zu säubern.
    Nach dem Wochenende sind wir hier ganz alleine. Ab und zu kommen einige Leute in die Bucht schwimmen. Die schauen mir verstohlen zu, als ich das Plastikzeugs einsammele.
    Ich sehe Verständnis in ihren Augen, aber kein Verstehen. Eigentlich ist das ja ihre Bucht, die zumüllt, wenn keiner aufräumt. Wir sind ja bald wieder weg.
    Aber das sei nur am Rande erwähnt.
    In der Feriensiedlung wohnt auch ein türkisches Ehepaar aus Düsseldorf. Sie sind Rentner und verbringen den Sommer in der Türkei und auch manchmal den Winter, wollen aber nicht mehr aus Deutschland weg. Sie versorgen uns mit Brot, Wasser und Melonen, sagen „Bleibt hier, hier ist es schön. Wenn ihr was braucht das bekommt ihr von uns“ sagt die sympathische Yildiz, was in deutscher Sprache „Sternchen“ bedeutet.
    Das Schönste ist, morgens früh in das warme Meerwasser zu springen und ein erfrischendes Bad zu nehmen. Schwimmen so lange man will und wohin man will, auch spätabends unterm Sternenhimmel.🤩
    Während ich hier schreibe, fährt am Horizont ein Kreuzfahrtschiff vorbei.
    So fühlt sich Urlaub an.
    Ach ja, das war doch noch was. Die Bundesliga ist aus der Sommerpause zurück. Unser Fernseher wußte garnicht wie ihm geschieht als er nach mehreren Monaten mal wieder eingeschaltet wurde. Aber die Technik hat funktioniert. Ich habe einen glücklichen Mann erlebt.
    Wir schmieden Pläne für unsere Griechenland Strecke.
    Unser nächstes Ziel ist aber erstmal die antike Stadt „Pergamon“. Ich freue mich dann wieder auf alte Steine!

    Übrigens, den Süden der Türkei, die türkische Riviera, bereisen wir später mal auf einer „Frühlingsreise“.
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  • Die Ruinenstadt Pergamon

    25 Ogos 2023, Turki ⋅ ☀️ 36 °C

    Die idyllische Bucht an der Ägäis muss nun ohne uns auskommen und auch die liebe Yildiz aus Düsseldorf. Sie brachte uns noch ein paar Leckereien zum Abschied, wir bleiben in Kontakt.
    Danach fahren wir 180 Kilometer weiter nach Norden und besuchen die antike Stadt Pergamon. Schon von weitem sieht man sie hoch oben auf einem steilen Berg liegen. Unterhalb hat sich die quirlige moderne und symphatische Stadt Bergama gebildet. Hier verbindet sich das Flair einer türkischen Landstadt mit grandiosen Zeugnissen der Antike.
    Geparkt wird an den Ruinen der „roten Halle“. Kaiser Hadrian ließ den einst mit Marmorplatten verkleideten Ziegelbau als Tempel für ägyptische Gottheiten errichten.
    Danach fährt uns ein einheimischer Taxifahrer den steilen Berg hinauf zur Akropolis.
    Wir verabreden eine Abholzeit mit ihm und tauchen in die Welt der „ alten Steine“ ein.
    Es gibt auch neuerdings eine moderne Seilbahn, die so gar nicht in die Landschaft passt. Wir aber wollten mit unserem Geld die Leute aus dem Ort und ihr Gewerbe unterstützen.
    Der Spaziergang durch die alte Welt mit ihren Ruinen war spannend und der Rundblick in die neue Welt grandios. Das berühmte Altarrelief besuchen wir irgendwann im „Pergamon-Museum“ in Berlin.
    Und die Stadt Bergama mit ihrem eigenen Charme, ohne Touri-Gedöns einfach zum Verlieben!

    Hier noch ein kleiner geschichtlicher Abriss:

    Pergamon, heute heißt die Stadt Bergama, war eine antike griechische Stadt nahe der Westküste Kleinasiens in der heutigen Türkei, etwa 80 km nördlich von Izmir.
    Während des 3. und 2. Jahrhunderts v. Chr. war Pergamon Hauptstadt des Pergamenischen Reichs, das sich über große Teile des westlichen Kleinasiens erstreckte. Unter der kunstsinnigen Dynastie der Attaliden, die bestrebt war, ein neues Athen zu schaffen, wurde die Stadt zu einem der bedeutendsten Kulturzentren des Hellenismus. Nach einer antiken Legende wurde das nach Pergamon benannte Pergament in dieser Stadt erfunden. Tatsächlich war Pergamon ein Zentrum der Pergamentproduktion.
    Pergamon lag am nördlichen Rand einer Ebene. Die Bebauung erhebt sich zu Füßen, an den Hängen und auf der Hochfläche der Akropolis, deren Kern aus einem etwa 335 Meter hohen, tafelbergförmigen Massiv aus Andesitgestein besteht. Der Burgberg fällt nach Norden, Osten und Westen sehr steil ab, während die Südseite über drei natürliche Absätze einen flacheren Übergang zur Ebene bildet.

    Pergamon gehört seit 2014 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

    Zur Zeit des Neuen Testaments war sie die größte Stadt im westlichen Kleinasien.
    Ihre beeindruckenden Tempel, ihre Bibliothek und ihre medizinischen Ressourcen haben Pergamon zu einem renommierten kulturellen und politischen Zentrum gemacht.
    Das gut erhaltene Theater stammt aus hellenistischer Zeit und bot mit 78 Sitzreihen Platz für rund 10.000 Personen. Mit einer Höhe von 36 Metern ist es das steilste aller antiken Theater.
    Mir wurde ganz schön komisch, als ich auf der obersten Stufe sitzend, in die Tiefe blicken musste.
    Allein der steile, dunkle, enge Eingang zum Theater wäre für mich ein No Go, geschweige denn den Krokodil- Kämpfen zusehen zu müssen. 😅
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  • Schlafen am Golf von Edremit

    26 Ogos 2023, Turki

    Nach anstrengenden aber tollen Stunden auf dem steilen Berg in Pergamon, fahren wir wieder in Richtung Ägäis und finden einen guten Übernachtungsplatz im kleinen Fischereihafen Gomec.
    Die noch anwesenden Bootsbesitzer zeigen uns wo wir Wasser tanken und die Toilette entleeren können. Supernett und hilfsbereit alle hier!
    Einer von ihnen weist uns auf die besten Strände bis zur Grenze hin und gibt Tipps, wo wir überall noch hinfahren sollen. Perfekt! 😅
    Hier bläst zur Zeit ein starker Wind. Wenn der später noch aufhören würde, wäre ich rundum glücklich!
    Ein toller Sonnenuntergang und ein leckeres Abendessen runden einen spannenden Tag perfekt ab.

    Und heute Morgen begrüßt sie uns gleich wieder, diese unermüdliche Sonne.
    Flamingos schauen auch in der Bucht vorbei.
    Schauen wir mal, wo wir heute andocken! 😎
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  • Die mit den Kühen campen

    27 Ogos 2023, Turki ⋅ ⛅ 29 °C

    Bei unserer Ankunft werden wir aufgenommen in die türkische Campergemeinde am Strand des Badeortes Güre.
    Den Tipp hatten wir gestern im Hafen von einem einheimischen Camper erhalten mit den Worten:
    „Fahrt nicht auf den offiziellen Strandparkplatz ( zu staubig, zu laut), sondern eine Straße weiter. Um die Ecke ist eine große Wiese zwischen Ferienhäusern“. Das machen wir.
    Zum Glück war noch ein Eckplatz frei ( ist am Wochenende nicht selbstverständlich ). Wir werden von freundlichen Campern eingewiesen und willkommen geheißen. Nur durch den Fußweg der Uferpromenade getrennt, direkt am Meer, genießen wir den weiten Blick auf die Ägäis für ein paar Tage.
    Es weht eine entspannte Brise, die Luft wird gekühlt. Super!
    Was total witzig ist, zwischen den Womos und Wohnwagen weiden Nachbars Kühe. Alle an einer langen Leine, jede hat ein kleines Stück Wiese zum Grasen. Das ist die Türkei!
    Auf der Uferpromenade ist viel los, es wird sich natürlich für das deutsche Wohnmobil interessiert. Ein türkisches Ehepaar aus Duisburg begrüßt uns herzlich. Wir unterhalten uns lange über die Vor-und Nachteile beider Länder. Sie geben uns ihre Telefonnummern für den Fall, dass wir Unterstützung bräuchten und laden uns in ihr Ferienhaus zum Tee ein. Unglaublich, diese Gastfreundschaft.
    Abends laufen wir über die lange Promenade, zahlreiche toll aufgemachte Restaurants laden zum Essen ein. Direkt am Meer mit Blick auf Fischerboote, es ist ein Genuss. Danach bis Mitternacht beim Raki auf der Bank sitzen, mit den Füßen im warmen Wasser, umspielt vom ebenfalls warmen Wind. Das ist einfach nur genial.
    Ein üppiges türkisches Frühstück läutet den Sonntag ein.
    So kann es weitergehen! 😍
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  • Entlang der Ägäis-Küste nach Assos

    31 Ogos 2023, Turki ⋅ ☀️ 26 °C

    Wir bleiben länger als gedacht am Strand von Güre auf der Wiese mit den türkischen Campern. Es ist einfach schön dort. Jeden Morgen ins Meer springen, eine Runde schwimmen, an der Stranddusche eiskalt duschen und der Tag konnte beginnen. Abends die Lichter auf Lesbos angehen sehen, Griechenland zum Greifen nah. Und später mit einem Raki dem Mond beim Vollwerden zuzusehen, war wunderbar.
    Wir genießen zwischendurch die Gastfreundschaft von Ilyas und Kathriya aus Karlsruhe.
    Sie haben ein Haus in der Nähe und laden uns ein.
    Wir reißen uns los von der schönen Strandecke und es geht weiter an der wildromantischen Küste entlang auf engen Sträßchen nach Assos.
    Und das aus zwei Gründen:
    Einmal natürlich um oben im Dorf die Ausgrabungen des antiken Assos zu besichtigen, insbesondere den Tempel der Göttin Athene. Die Ruinen des Tempels liegen auf dem höchsten Punkt des steilen Berges den wir erklimmen.
    Aber der wichtigere Punkt ist, dass wir tief in die Vergangenheit meines Lieblingsmenschen eingetaucht sind. Vor 40 Jahren war der Plan von Dieter und seinem Freund Michael, in der Nähe des antiken Hafen unten am Meer von Assos ein Haus zu bauen um dort später den Lebensabend zu verbringen. Es gab eine Wasserquelle, einen Rakiplatz und schon eine Anzahlung für die Grundstücke.
    Später ist alles irgendwie im Sande verlaufen. Dieter hat den völlig touristisch aufgepumpten Strandabschnitt kaum wiedererkannt. Er hat mir bei einem emotionalen Efes nochmal die ganze Geschichte rund um die Altersruhesitz -Pläne von Assos erzählt.
    Ich bin eher froh, dass wir mit Bigfoot um die Welt fahren, als in diesem zugegebenermaßen schönen Küstenabschnitt ein festes Ziel zu haben. Wir mussten das Wohnmobil oben im Dorf stehen lassen, so eng und steil ziehen sich die Gassen die Anhöhe hinauf. Ich glaube, dass mein Lieblingsmensch genauso denkt!
    Mit einem traumhaften Blick auf die Ägäis und immer noch auf die Insel Lesbos, stehen wir an einem Restaurant oben im Ort. Rings um uns herum die alten bis zu 10 Meter hohen Stadtmauern und das ehemalige Eingangstor.
    Uns schmeckt nach diesem aufregenden Tag im Sonnenuntergang der abendliche Raki ganz besonders gut. 😄
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