Mitten in der Walachei
24 Haziran 2023, Romanya ⋅ ☁️ 26 °C
Im wahrsten Sinne des Wortes, befinden wir uns mitten in der Walachei.
Kennst Du auch diese Situation wenn jemand fragt wo bist du denn gerade und du weißt es nicht genau!? Dann sage ich meistens, „irgendwo in der Walachei“.
Und jetzt sitzen wir hier auf einem Hügel mit einem geilen Weitblick auf die Karparten in der Walachei und kriegen das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Wenn mich doch jetzt jemand fragen würde, wo seid ihr denn, könnte ich wahrheitsgemäß antworten:
IN DER WALACHEI 😂
In unserer Nähe befindet sich ein ganz besonderes Kloster. Die >Manastirea Rupestra Sinca Veche<. Es ist eher eine Höhlenkirche in den Sandstein gehauen vor vielen Jahrhunderten. Unser junger Guide erzählt uns ausführlich die Geschichte dieses Heiligen Ortes in rumänischem Englisch. Verstanden haben wir, dass die Ungarn das Land überfallen hatten, auch aus dem Grund, die orthodoxen Kirchengemeinden zum katholischen Christentum zu bringen. Deshalb bauten die damaligen Bewohner in den Berg einen Stollen, ähnlich einem Labyrinth, um das eigentliche Heiligtum ganz unten im Berg zu verstecken, um dort weiter ihren Glauben ausüben zu können. Auch eine Besatzung der Türken überdauerten die orthodoxe-christliche Bevölkerung, wehrten eine Inbesitznahme der Österreicher ab und schlossen sich schließlich mit Transsilvanien zu dem heutigen Rumänien zusammen. Wir sind ganz ergriffen von der wechselvollen Geschichte des Landes. Dabei wollten wir heute nur die Natur genießen in der Walachei. 😇
Später sitzen wir im Schatten des Wohnmobils und genießen den weiten Blick. Herrenlose friedliche Hunde gesellen sich dazu, werden gefüttert. Bald darauf kommt Schäfer Lucian mit seiner Herde auf ein Getränk vorbei. Wir verstehen uns irgendwie auch ohne Worte. 😉Okumaya devam et
In Drāgus, am Fuße der Karparten
25 Haziran 2023, Romanya ⋅ ☁️ 23 °C
Das Wochenende verbringen wir auf dem rustikalen kleinen Campingplatz am Rande des kleinen Ortes Drāgus. Das Camp wird nicht mehr bewirtschaftet, ist aber idyllisch gelegen an einem kleinen Bach, umgeben von den Kleingärten der Einheimischen. Es gibt Toiletten und Freiluftduschen, die auch die Dorfbewohner benutzen. Sie kommen mit dem Auto oder Fahrrad hierher zum duschen. In der Dusche sieht es aus, wie früher bei meinem Opa, Seife auf einem Holzbrett und eine Spiegelscheibe zum Rasieren. Herrlisch!
Die Wolken hängen tief über den Bergen, wir warten hier auf besseres Wetter, bzw. Sicht. Wir wollen nämlich noch auf den Pass der Transfogarascher Hochstraße in 2000 Metern Höhe. Ein Muss, sagen alle Rumänien-Reisenden. Dazu brauchen wir eine gute Sicht. Mit uns „wartet“ hier Jack, ein sympathischer Engländer. Auch er will noch auf die Traumstraße, hat schon ein paar Anläufe gemacht und ist wieder umgekehrt. Wir werden sehen, ein wenig Zeit haben wir ja noch.
Wir hören den Bach plätschern, den zwitschernden Vögeln zu, ein klopfender Specht hat uns heute geweckt. Es gibt Schlimmeres, gell. Die Leute kommen vorbei und fotografieren Bigfoot, den das sichtlich freut. 😉
Sie treiben ihre Kühe auf die Weide und holen sie abends wieder rein.
Wir streamen Filme. Ja, auf dem Land gibt es WLAN. Wir konnten es nicht fassen. WiFi4EU! Wifi for Europeans heißt es auf der Startseite. Wie cool ist das denn!? Und das mitten in der Walachei. Ach ja, das Thema hatten wir ja schon. 😄
Für die Kultur haben wir gestern auch etwas getan. Auf dem Weg hierher laufen wir durch Fāgārās und bewundern die goldene Kuppelkirche und umrunden die große Festung, die den Mittelpunkt der Stadt bildet.
Eine Sage berichtet, dass von diesem Ort im 13. Jh. der Fürst Vodā auszog, um südlich der Karparten das Fürstentum Walachei zu gründen.Okumaya devam et
Trānsfāgārāsān, spektakuläre Passstraße!
27 Haziran 2023, Romanya ⋅ ☀️ 27 °C
Auf einer Länge von knapp 100 Kilometern windet sich der Trānsfāgārāsān in unzähligen Kurven durch das Fagaras-Gebirge in den Transsilvanischen Alpen Rumäniens. Der Pass verbindet die rumänischen Regionen der Walachei und Siebenbürgen miteinander und gilt unter Experten als eine der schönsten Hochgebirgsstrassen der Welt.
In nur 4 Jahren wurde die Hochstraße des Trānsfāgārāsonpasses in den Berg gehauen.
Auch wir sind völlig begeistert, als wir heute, am frühen Morgen, diese berühmte Passstraße in Angriff nehmen. Keine Wolke, strahlendblau leuchtet der Himmel. Genau auf dieses Wetter hatten wir gewartet. Bis auf 2040 Meter windet sich die Straße in einem guten Zustand den Berg hinauf. Blicke nach unten auf die Strecke mit ihren engen, langgezogenen Kurven erinnern an eine Carrera-Bahn. 😄
Nach vielen vielen Serpentinen, die weiter durch das Bâlea-Naturschutzgebiet führen, kommen wir nach gut anderthalb Stunden am Bâlea-See auf 2042 Metern an. Der Parkplatz ist voll, die Strasse gesäumt von Imbissen und Souveniergeschäften. Ja, auch hier in Rumänien weiss man, wie man Geschäfte mit den Touristen macht.
Hier oben trifft sich gefühlt die ganze Welt. Kolonnen von Motorradfahrern, eine Gruppe mit BMW Oldtimern, Porschefahrer, die die Passfahrt „ Oben Ohne“ genießen.
Wir finden dennoch einen Parkplatz für Bigfoot und machen uns auf zum See mit seiner gleichnamigen Hütte. Vorher inspizieren wir den Tunnel, der unmittelbar nach der Passhöhe die Abfahrt einläutet. Das Eingangstor ist mit 3.60 Höhe angegeben, Genau so hoch wie unser Wohnmobil! Die dunkle, enge Tunnelröhre dahinter ist zwar höher.
Wir entscheiden dennoch nicht in den Tunnel einzufahren, sondern die geile Strecke zurückzufahren. Wir wollen ja auch noch nach Hermannstadt, dem rumänischen Sibiu. Ich hatte über die Stadt schon viel von unserer rumänischen Nachbarin gehört.
Die Transforgarscher Hochstraße ist ein MUSS für jeden Rumänien Reisenden, hört man, liest man im Internet und in Facebookgruppen. Wir müssen nach diesem faszinierenden
Erlebnis sagen: Die haben Alle Recht.
Die Krone auf diesen gelungenen Ausflug in die Karparten, setzt ein kleiner Braunbär, der uns auf der Strecke über den Weg läuft.
Später dann in Sibiu, hast du ständig das Gefühl durch eine deutsche oder österreichische Stadt zu laufen. Es gibt ein Wiener Caféhaus, genauso wie man deutsche Klassiker im „ Erasmus-Büchercafé“ im Kulturzentrum Teutsch Haus findet; aufgereiht in gelben Reclam Heften: Goethe, Fontane, Schiller, Kleist etc.
Der Ort Sibiu ist das Zentrum der Siebenbürger Sachsen. Kurt Tucholsky bemerkte 1918, Hermannstadt sei „bestes, altes, gutes Deutschland“— das trifft auch heute noch zu!
Wir lassen die Stadt auf uns wirken und genießen was sie uns bietet.
Die „Lügenbrücke“ ein gußeisernes Schmuckstück und eines der Wahrzeichen der Stadt, hat es uns angetan.
Sie wurde 1859 in der Friedrichshütte in Hessen hergestellt. Um den Namen ranken sich manche Legenden. Eine davon gefällt mir am Besten: Die Brücke wird beben wenn du darüber gehst und lügst. Bei uns hat sie jedenfalls nicht gebebt, als wir dort stehend, festgestellt haben, wie schön das Leben ist.
Da der Tag so schnell vorbei ist, (in Rumänien ist es eine Stunde später als in Deutschland), sind wir auf den städtischen Campingplatz gefahren. Ist ja eigentlich nicht unser Ding. Wir stehen Tür an Tür mit der Welt und der Straßenlärm der Großstadt wird uns hoffentlich in den Schlaf wiegen. Wir helfen mit einem Schlummertrunk nach. 😉
Tipp: Für die Stadtbesichtigung perfekt: Camping Nomad SibiuOkumaya devam et
Auf dem Weg zum Donaudelta
29 Haziran 2023, Romanya ⋅ ☀️ 19 °C
Wir haben die Karparten und die sympathische Region Siebenbürgen hinter uns gelassen. Fahren gestern längs dem Fluss Olt durch eine spannende Gebirgslandschaft, leider im Regen und mit viel Verkehr. Ein netter Übernachtungsplatz findet sich in Piteski am Rande einer unglaublichen Parkanlage. Hier sind die Beete wunderbar bepflanzt, die Menschen sind sportlich unterwegs, joggen am Fluss entlang. Auch wir haben Spaß an unserem Morningwalk über die reich bepflanzte Brücke in eine moderne Shoppingmall und zur kleinen Klosteranlage inmitten des Parks!
Weiter geht es durch die Große Walachei, oberhalb von Bukarest, in die hügelige Weingegend um Mizil.
Wir übernachten in der spannenden Ferienanlage, >Ferma Dacilor< mit Holzhütten und Baumhäusern in den Hügeln. Im gemütlichen Restaurant „revanchieren“ wir uns für die kostenfreie Übernachtung auf der Wiese. Stellen aber dabei fest, dass die rustikale, sprich fettreiche Küche nichts für uns ist!
Zurück im Wohnmobil lassen wir uns, mit Blick in die weitläufige grüne Gegend, unseren Schlummertrunk schmecken!Okumaya devam et
Im „Macin Mountains“ Nationalpark
30 Haziran 2023, Romanya ⋅ ☀️ 27 °C
Auf unserem Weg vom Übernachtungsplatz in den Weinbergen folgen wir Rumäniens alter Weinstraße. Wir befinden uns in dem „Großen Weinanbaugebiet- Dealu Mare“. Der Weinkeller Tohani produziert Spitzenweine in Rumänien. Irgendwie erinnert uns die Gegend an das südafrikanische Stellenbosch. Gerade haben wir uns noch über diese besondere Weingegend unterhalten, da sehen wir in der Vinothek ein besonderes Etikett. Meine „Freundin“ die Giraffe ziert es. Betitelt sind die Weine mit
-Siel- , dem afrikanischen Wort für -Seele-. Auf der Rückseite der Flaschen steht quasi die Lebensgeschichte des Winzers, Albertus Van Der Merve.
„Ich hatte das Glück in Stellenbosch, Südafrikas Weinhauptstadt geboren zu sein. Ich wurde Winzer. Doch meine Seele teilte mir mit, noch nicht angekommen zu sein. Also reiste ich, lernte die alte und neue Welt des Weins kennen und probierte Weine aus Afrika, Frankreich und Deutschland. Und doch war ich noch nicht angekommen. Eines Tages stoppte ich und hielt bei Tohani an und wusste, dass ich hier mit meiner Leidenschaft das tun konnte, was ich am besten kann: Wein. Seither ist mein Herz zwischen Südafrika und Rumänien hin und hergerissen, doch Siel ist der Wein, der die beiden Teile meiner Seele vereint." ( Übersetzt mit der App)
Unser Gefühl hat uns also nicht getrogen. Wir sind irgendwie sentimental auch hin- und hergerissen, fühlen uns wie im Weingut Spier in Stellenbosch. Sind super dankbar dass wir Beides erleben durften.
Den Winzer Van Der Merve verstehen wir total.
Wir kaufen Wein, ich bin beglückt ob der Geschichte und dem „Gespräch“ mit der Vinothek Chefin. Sie hatte versucht uns den Zusammenhang in rumänisch zu erzählen, wir haben zwar nichts kapiert, sie aber dennoch irgendwie verstanden.
Jetzt trinken wir die Weine im Sonnenuntergang im Nationalpark, der uns wiederum an die Serengeti in Südafrika erinnert. Es passt alles zusammen.
Was für ein Tag! 🤩
Zuvor gibt es noch zwei Erlebnisse die nicht unerwähnt bleiben sollen. Endlich wieder an der Donau angekommen, machen wir eine längere Pause in der alten Stadt Braila. Sie liegt direkt an der Donau. Die Uferpromenade wird mit Mitteln der EU aus dem regionalen Strukturfonds ganz neu gestaltet. Überall sind die EU Aufkleber angebracht sogar auf den neuen Mülleimern. Egal, die Menschen jedenfalls freut es, sie nutzen die Parkanlangen, das neue Schwimmbad, die Konzertanlage und die Biergärten am Ufer. So wie wir auch. 😀
Danach geht es auf die Fähre über den Fluss. Au weia, was ist das denn. Zwei zusammengeschweißte Lastkrähne mit einer extrem schrägen, gestuften Auffahrt. Der Lastwagen neben uns hat krachend aufgesetzt. Mein Fahrer ist dank seines fahrerischen Könnens und einem perfekten Einweiser, gut über das Hindernis gekommen. Von der Fähre runter war wieder abenteuerlich. Zwischen Ufer und Schiff waren ca. 20 cm Luft. Man konnte die Schweißperlen meines Fahrers ins Wasser tropfen sehen. 😅
Die kennen hier keine Rampen, die den Unterschied zwischen Ufer und Fähre ausgleichen.Okumaya devam et
In Murighiol, mitten im Donaudelta
1 Temmuz 2023, Romanya ⋅ ☀️ 28 °C
Wir verlassen das lauschige Plätzchen im Nationalpark nach einer ruhigen Nacht und einem Morningwalk, auf den Hügel. Von dort verabschieden wir uns von dieser grandiosen Weite und folgen der Donau.
Riesige Sonnenblumenfelder, die jetzt um die Mittagszeit, wegen der Hitze die Köpfe neigen, wechseln sich mit ebenso großen Getreidefeldern ab. Hier ist die Ernte in vollem Gange. Das Land wird flacher. Wo wir hinsehen, weiter Blick und braune, abgeerntete Felder. Kaum Verkehr auf der Straße. Alles ruhig. Diese Stimmung erinnert uns ein wenig an unsere Amerikareise, als wir durch den Bundesstaat Montana fuhren. Es ist als führen wir nach Nirgendwo.
In Tulcea verlassen wir die Donau und biegen ins Delta ab. In dieser Grenzstadt fließt sie nämlich in die Ukraine und ein Stück durch Moldau, bevor sie wieder nach Rumänien kommt und ins Schwarze Meer mündet. Dorthin wollen wir nicht folgen. 😅
Im Donaudelta gibt es mehrere Campingplätze, die alle irgendwie ganz gut beschrieben sind und auch preislich beieinander liegen.
Wir folgen einer Empfehlung und fahren in das kleine Familiencamp, „Casa din Delta“ zu Cristina und Daniel. https://casadindeltamurighiol.ro/
Das junge Ehepaar hat den Platz liebevoll gestaltet. Details und emphatische Betreiber machen halt den Unterschied. Es gibt auch eine Terrasse im Schilf, von wo aus man mit einem Kahn in einen Seitenkanal schippern kann.
Wir sind mit einem rumänischen Ehepaar, die mit dem Wohnwagen hier sind, die einzigen Gäste. Hier werden wir einige Tage relaxen und mit Daniel zu einer Bootstour in das Donaudelta aufbrechen. Dann heißt es um 05.00 Uhr morgens aufstehen.Okumaya devam et
Spektakuläres Donaudelta
3 Temmuz 2023, Romanya ⋅ ⛅ 28 °C
Nun ist es also soweit. Wir haben das erste Etappenziel unserer Reise erreicht. Das Donaudelta. Wenn die Donau ins Schwarze Meer mündet, hat sie von der Quelle in Donaueschingen bis hierher 2850 Kilometer zurückgelegt, ist durch 10 Länder und 4 Hauptstädte geflossen und ist nach der Wolga, der zweitgrößte Fluss in Europa. Wir haben fast die gleiche Kilometerzahl zurückgelegt. Mit unserem Abstecher in die Karparten, nach Siebenbürgen und in die Walachei, hatten wir den Fluss zunächst verlassen.
Bevor nun das Donauwasser Teil des Meeres wird, schafft der Fluss ein letztes Naturwunder: das Donaudelta, das am besten erhaltene Deltagebiet des Kontinents. Das 5800 Hektar große Delta ist das größte zusammenhängende Sumpfgebiet Europas und ein Wundergarten der Natur.
Eine dreistündige Bootstour reicht bei weitem nicht aus, um das Weltkulturerbe „Delta Dunārii“ in seiner Gänze zu erleben. Experten sagen, es bräuchte 4 volle Tage um alle Kanäle des Deltas zu befahren. Soviel zur Größenordnung.
Wir freuen uns auf eine exklusive Tour mit unserem Campingchef.
Um 05.00 Uhr, als der Wecker klingelt, lugt die Sonne gerade über das Schilf. Wir sind bald darauf startklar, fahren mit Daniel eine kurze Autostrecke zu seinem Boot, welches nur uns als Passagiere hat. Wie komfortabel ist das denn! 🙏
Wir genießen es auf der Donau zu düsen, in die Seitenkanäle einzutauchen, die große Vielfalt der Seevögel zu beobachten. Mit gedrosseltem Motor durch die Seen mit ihren riesigen Seerosenteichen zu schleichen, die Pelikane hautnah beim Starten und Landen zuzusehen. Eine Wasserschlange sucht das Weite, Ibisse mit ihren krummen Schnäbeln suchen nach Nahrung. Adler ziehen stolz ihre Kreise, Schwäne, Enten, Kormorane, Haubentaucher führen stolz ihre Jungen vor.
Wir durchfahren ein ehemaliges Fischerdorf, heute eine Ferienanlage. Hierher gelangt man nur mit dem Boot. Es ist schon einiges los in den Häusern, die Angelrouten liegen aus.
In manchen Kanälen ist es mystisch dämmrig, Schilf dringt ins Boot, man hört von überall Geräusche. Fast wie im Spreewald, sagen wir übereinstimmend. Nur hier in Rumänien gibt es nicht diesen Massentourismus. Es geht eher beschaulich zu. Als wir wieder in den Hauptarm der Donau einbiegen, sind es noch 64 Kilometer bis zur Mündung in Sulina erläutert uns Daniel. Es gäbe eine Tour dorthin, die morgens um 04.30 Uhr beginnt und fast 20 Stunden dauert. Ganz abgesehen vom Preis. So unglaublich groß ist diese sensationelle Wasserwelt. Wir sind mit unserer Entscheidung, einen Teil dieses großartigen Deltas zu erleben, glücklich.
Diese sehr schöne, abwechslungsreiche und in Teilen auch meditative Bootstour mit einem liebenswerten Führer wird uns immer in Erinnerung bleiben. 😍
Ein technisches Problem konnte auch gelöst werden. Das Hydrauliköl der Lenkung am Iveco war ausgelaufen. Eine Schraube hatte sich gelöst. Dieter konnte durch seinen Sachverstand das Problem schon lokalisieren, das Öl aber fehlte. Über „Iveco-International“ wurde heute Morgen ein Service-Wagen aus 150 km Entfernung hierher geschickt. Auch die beiden Techniker freuten sich über die schnelle Behebung. Es war Gott sei Dank kein Loch oder sonst was kaputt, was eine längere Reparatur nach sich gezogen hätte.🙏
So, und jetzt gehts an die Schwarzmeerküste.Okumaya devam et
In Mamaia am Schwarzen Meer
4 Temmuz 2023, Romanya ⋅ ☀️ 24 °C
Kennst du auch das komische Gefühl wenn das Navi sagt: „Nach einem Kilometer die Straße verlassen“ und dann kommt keine weitere Ansage mehr. Bis jetzt haben wir immer Glück gehabt, wenn wir diesen Ansagen gefolgt sind! 😅
Am Rande eines Nationalparks sind wir rausgekommen, in einem spannenden Steinbruch gelandet, an einem idyllischen See gestanden, hoch zu Klöstern auf dem Berg mit dem Schildkrötengang des 4x4 gejuckelt. Dieses traumschöne weite Land Rumänien, bietet Dir eine große Palette an Übernachtungsmöglichkeiten in der Natur. Von daher haben wir jetzt nach drei Wochen im Land kein komisches Gefühl mehr, wenn die besagte Ansage kommt. Wir freuen uns sehr darüber, alleine irgendwo zu sein, ist aber nicht jedermanns Sache.
Nachdem unser Iveco repariert und mit frischem Öl versehen ist, fährt er uns wieder wohin wir wollen.
Es geht Richtung Süden zur Schwarzmeerküste. Ich hab schon lange davon geträumt, auch mal im Schwarzen Meer zu schwimmen. Schön, wenn man sich immer mal wieder ein paar Kleinmädchenträume erfüllen kann.
Was uns gefällt, ist die gute Netzabdeckung im ganzen Land. Neben unglaublich vielen Windrädern, stehen auch überall Mobilfunkmasten auf den Hügeln. Wir hoffen, dass das in Bulgarien und insbesondere in der Türkei, wo wir uns ja längere Zeit aufhalten wollen, auch so ist.
Während wir so dahinzockeln und uns mal wieder an kilometerlangen Sonnenblumenfeldern erfreuen, sehe ich von weitem auf einem Hügel wieder ein Kloster liegen. „Das wird unser Übernachtungsplatz“, sagt mein Fahrer. Bald biegen wir in einen, vom Regen extrem ausgewaschenen Feldweg ein, der sich 2 Kilometer den Hügel
hinauf schlängelt. Mit dem schon erwähnten Schildkrötengang kein Problem. Die schöne Klosteranlage Codru wird gerade renoviert, die Pforte ist aber noch geöffnet, wir schauen uns in der Klosteranlage um und verbringen eine ruhige Nacht vor dem Tor auf der Wiese. Heute Morgen kommt noch kurz eine Ziegenherde vorbei.
Jetzt sind wir angekommen am Strand zwischen Navodari und Constanta. Ein totaler Kontrast. Von der Ruhe auf dem Land in die Touristenregion am Schwarzen Meer. Obwohl sich alles noch in Grenzen hält, die Leute sind entspannt, es ist überall Platz.
Wir stellen das Wohnmobil auf einem großzügigen Strandparkplatz ab, laufen auf den Strand, springen ins warme Wasser und machen einen langen Strandspaziergang.
In der modernen Strandbar gegenüber des Parkplatzes lassen wir es uns gut gehen und beschließen die Nacht hier zu verbringen. Mittlerweile sind fast alle PKWs nach Hause gefahren, wir halten mit drei Womos ganz entspannt die Stellung.
Übrigens:
Warum das Meer „schwarz“ heißt, weiß man nicht genau. Manche Forscher vermuten, dass der Name mit der schwarzen Färbung des Meeresbodens zu tun hat, die das Wasser manchmal besonders dunkel aussehen lässt. Andere glauben, dass es einfach nur eine falsche Übersetzung eines alten Namens istOkumaya devam et
Lost Places an der Schwarzmeerküste
6 Temmuz 2023, Romanya ⋅ ☀️ 25 °C
Die ca. 100 Kilometer lange Schwarzmeerküste Rumäniens ist zugebaut, gnadenlos vermarktet mit Ferienparks, großen Plastikfiguren, Riesenräder in jedem größeren Ort.
Am schlimmsten sind die Bauruinen allerorts die Küste runter. Daran hatte die Pandemie wahrscheinlich einen großen Anteil. Daneben aber stehen Kräne und bauen irgendwas Neues. Wie da die Vorgehensweise ist, erschließt sich uns nicht.
Wir tingeln die Küste runter, schauen wo es von der Bundesstraße einen Abzweig zum Meer gibt. Ein Ort folgt dem nächsten. Wir kommen uns vor wie in Südspanien oder Portugal, wo jeder Quadratmeter mit Ferienanlagen oder Hotels zugebaut ist.
Im kleinen Ort Costinesti finden wir einen schönen Frühstücksplatz über dem Meer und dem kleinen Strand mit tollem Blick auf die Touristenattraktion schlechthin. Hier liegt im Wasser das inzwischen legendäre Schiffswrack Evangelia. Es ist, unter griechischer Flagge fahrend, am 15.10.1968 auf eine Sandbank aufgefahren. Über den Unfallhergang ranken sich viele Geschichten. Für mich die spannendste Story ist, dass der griechische Kapitän seinen Mannschaft überzeugen konnte, das Schiff mit voller Absicht und voller Kraft auf das Ufer zu steuern. Sein Navigationsrecht war abgelaufen, er wollte die Versicherungsprämie kassieren und mit der Mannschaft teilen. Die rumänische Rettungsmannschaft hatte schnell raus, was da gelaufen war und war auch durch großzügige Bestechungsversuche nicht dazu zu bewegen, diesen Versicherungsbetrug zu unterstützen. Es wurden alle gerettet, der Kapitän verhaftet, das Schiff liegt vor der Küste des kleinen Ortes, droht auseinanderzubrechen. Ein echter „ Lost Place“, der aber viel Geld in die Stadtkasse spült. Es werden Bootstouren um das Wrack angeboten, viele Touristen kommen mit dem Auto und machen Fotos, ein geschmückter Traktor fährt dich zu den besten Plätzen. Für die Leute, die daran verdienen, ist das Wrack ein Geschenk.
Wir fahren an Olimp, Neptun, Venus und Saturn vorbei zum Örtchen 2 Mai. Ja, kein Schreibfehler. Wo vorher jemand Spaß an der griechischen Mythologie hatte, hat hier jemand dem Dorf ein historisches Datum als Namen verpasst. Am 2. Mai 1864 wurden die vereinigten Fürstentümer Moldau und Walachei aufgelöst und das Land Rumänien entstand.
Wir sind hier nah an der Bulgarischen Grenze. Dementsprechend wurde die Küste besonders gesichert. Man sieht noch viele Überreste von Bunkeranlagen am Strand entlang liegen, auch ein interessanter „ Lost Place“.
Wir fühlen uns dennoch wohl hier in der kleinen Bucht unter den rumänischen Urlaubern, die hier mit ihren kleinen Zelten am Strand kampieren. Im Strandlokal „Micul Golf“ gibt es eine nette Überraschung. Der Chef organisiert eine deutschsprachige Bedienung für uns. Karla erzählt, dass sie mit ihrem Mann und zwei Kindern bis vor drei Wochen noch in Darmstadt gelebt hat, jetzt aber auch wegen der restlichen Familie nach Rumänien zurückgekommen ist. Wir dürfen auf dem Parkplatz direkt am Wasser stehen bleiben. Dementsprechend lassen wir es uns bei Surfer-Musik der Beachboys gut gehen am Strand des Ortes 2 Mai.
Bald geht es über die Grenze nach Bulgarien.
Ehrlich gesagt, die rumänische Schwarzmeerküste werden wir nicht vermissen.Okumaya devam et
Bulgarien zeigt uns die „kalte Schulter“
7 Temmuz 2023, Bulgaristan ⋅ ☁️ 28 °C
Die letzten Tage an der rumänischen Küste vergehen wie im Flug. Zumal wir noch einen netten Campingplatz samt sympathischer Besitzerin kennengelernt haben und das ausgerechnet in dem alten Hippie Dorf Vama Veche unmittelbar vor der bulgarischen Grenze. Wir gehen schwimmen, genießen das Wetter und schauen uns die lange Partymeile an, die direkt hinter dem Strand beginnt. Die Jugendlichen glühen fleißig vor. Unter jedem Sonnenschirm lugt ein „Eimer“ leckeres Corona Bier mit Zitronenschnitz hervor.
Wir fühlen uns an alte Zeiten erinnert. 😉🥳
Dieter will abends die Mautvigniette für 1 Woche in Bulgarien online buchen. Wir hatten von Womo- Freunden, die vorher in Bulagarien unterwegs waren, erfahren, was zu machen ist. Ich hatte schon die Ziele parat, die wir uns anschauen wollten, insbesondere auf den legendären Goldstrand bei Varna war ich gespannt.
Aus alledem wurde nichts, die restriktiven und im Detail komplizierten Mautbestimmungen in Bulgarien machen nämlich einen Unterschied im Gewicht des Wohnmobils. Bis zu 3.5 t ist es möglich eine 7 Tage Vignette zu buchen. Mit unseren 7t müssen wir uns leider als Lkw registrieren. D.h. einen Routenpass kaufen mit Start- und Zielangabe. Eine Mautbox gibt es hier vor Ort nur für „Gewerbliche“!
.Wir Touristen müssen online die genaue Strecke aufzeigen, dürfen bis zu 4 Halteziele angeben, (wie großzügig), müssen aber in 24 Stunden durch sein! Und dürfen natürlich nicht von der Strecke abweichen. Asterix hätte gesagt: „ Die spinnen die Bulgaren“.
Wir überlegen kurz, ob wir so tun, als hätten wir ein kleines Wohnmobil mit 3,5 t, entscheiden uns aber schnell dagegen. Und das war richtig so. Überall stehen die Polizisten rum an den Hauptverkehrsachsen, machen Kontrollen. Alle paar Meter hängt eine Messbrücke, wir kommen uns ein wenig vor wie vor 1989.
Die Grenzformalitäten waren ein Klacks, die Bulgaren haben überhaupt nicht kontrolliert.
Wir entscheiden, dass wir die Strecke von 340 Kilometern durchfahren. Normalerweise schaffst du das auch, aber nicht auf einer Landstraße in Bulgarien. An manchen Stellen echt abartige Straßenverhältnisse wofür man auch noch zahlen muss. Und natürlich Verkehr ohne Ende. Einkaufen wollten wir auch noch, eine Baustelle hat uns dann ganz ausgebremst. Umleitungsschilder kennen die hier nicht, eine Polizistin zeigt wo wir lang sollen. Wir kommen in ein Dorf und können vor lauter Schlaglöchern nicht weiterfahren.
Da erscheint ein „rettender Engel“ in Form eines deutsch sprechenden Bulgaren, der uns zuerst stolz erzählt, dass sein Sohn ihm ein Wohnmobil geschenkt hat und er glücklich in den Dünen von Krapets am Strand steht. Das war übrigens auch eines unserer Ziele…..
Er zeigt uns wie die Umleitung nach Varna funktioniert. Wunderbar!
Hier setzt sich fort was wir an der rumänischen Schwarzmeerküste schon gesehen haben. Überall wo ein bißchen Strand ist, stehen die Hotelburgen. Alles zugebaut.
„Ostblockcharme meets Florida“ rutscht mir so raus, als wir an einer riesigen Freizeitanlage a la Disneyland vorbeikommen.
Wir lassen uns nicht unterkriegen, singen Kölsche Lieder als ein fulminantes Gewitter niedergeht und man die Hand nicht vor Augen sehen kann. Spätestens jetzt ist klar, dass wir in Bulgarien übernachten müssen. Wir suchen einen Stellplatz in der Nähe unserer angegebenen Strecke und finden einen im Hafen von Kraymorie im Golf von Burgas.
Das Navi schickt uns in eine „unbefestigte Straße“. „Das kennen wir ja schon“, sagt mein Fahrer und biegt ab. Wir haben ja schließlich einen Allrad. Bigfoot nickt. Alles klar.
Der Feldweg entpuppte sich nach dem Gewitter als Schmierseifenstrecke! Wie früher in „Spiel ohne Grenzen“ rutschte das schwere Wohnmobil trotz Allrad hinten weg und in den Kurven glitten wir mehrfach ins Weizenfeld. Wir waren oft kurz davor aufzugeben und einen Bauern aufzusuchen, der mit seinem Traktor kommen soll, um uns rauszuziehen.
Mir fehlen echt die Worte um hier zu beschreiben, was mein Lieblingsmensch geleistet hat um dieses Fiasko ohne fremde Hilfe zu schaffen. Ohne zu übertreiben, aber es gab in Kurven und bergan einige ziemlich prekäre Situationen.🙏❤️🔥
Mit all dem Dreck am Fahrzeug wollte uns später der Hafenmeister fast nicht reinlassen. Das hätte noch gefehlt. 😅
Jetzt sitzen wir hier nach diesem Abenteuer beim Feierabendbier und fragen uns, wozu das wohl alles gut war. Mein Fahrer sagt: „Jetzt ist dieser schicke Allrad-Cruiser tatsächlich Gelände tauglich“!
Auf gehts in die Türkei!Okumaya devam et
Zu Gast bei Atatürk
9 Temmuz 2023, Türkiye ⋅ ☀️ 23 °C
Früher als geplant sind wir in der Türkei angekommen. Beginnen unsere Rundreise in der historischen Stadt Kirlareli. Historisch deswegen weil der Gründer der Republik Türkei, Gâzi Mustafa Kemâl Atatürk hier besonders verherrlicht wird. Mit einem Museum und der Nachbildung seines Geburtshauses. Geboren wurde er wohl in Thessaloniki, welches damals zum Osmanischen Reich gehörte. Eine riesige Fahne weht gegenüber der Nachbildung des Hauses. Er wird in der Türkei verehrt wie ein Heiliger. Schon an der Grenze hat uns eine überlebensgroße Statue von ihm begrüßt. Wir stehen ganz in seiner Nähe in einem netten Viertel.
Die Fahrt an die Grenze durch einen grünen, bergigen Naturpark war entspannt, wir konnten kaum glauben, dass in dieser ruhigen Natur ein Schlagbaum kommt und eine Autoschlange und Reisebusse auf Abfertigung warten.
Auf der Strecke war schon erhöhte Polizeipräsenz spürbar. An der Grenze herrscht irgendwie eine besondere Stimmung, besonders hier auf der „Balkanroute“ wurde besonders aufmerksam kontrolliert. Die Ausreise aus Bulgarien verlief problemlos. Sie haben ins Wohnmobil geschaut, ob wir tatsächlich nur zu zweit unterwegs sind.
Die Einreise in die Türkei war geprägt von freundlichen Menschen, die uns zeigten wo wir mit unseren Papieren hingehen sollten. Bei der Passkontrolle begrüßt mich ein junger Grenzbeamter in feinem Deutsch: „Wie geht es Dir? Es entspinnt sich ein kleiner Flirt zwischen uns. Echt cool 😅!
Bevor der Schlagbaum hoch geht, wird das Wohnmobil nochmals inspiziert. Ich hatte Angst, dass sie unseren Alkohol konfiszieren. Aber der Beamte hat nur ein paar Schränke geöffnet und ansonsten mich angelacht. 😄
Die Straßen in der Türkei sind eine Wohltat gegenüber Bulgarien.
Hier in der symphatischen Stadt Kilareli erregen wir mit dem großen Wohnmobil sofort wohlwollende Aufmerksamkeit. Die Männer, die in den kleinen Teestuben sitzen, haben den Daumen hoch, als wir durch die Innenstadt fahren.
Wir versorgen uns hier mit Simkarten von Türkcell. Sie sollen im ganzen Land die beste Netzabdeckung haben. Es gibt 20 Gigabite, wir können übers Internet nachladen.
Wir hatten schon vorher für mein iPad eine türkische eSim von Holafly gekauft. So waren wir hinter der Grenze sofort online.
Türkische Lira haben wir jetzt auch und der Muezzin erinnert uns alle paar Stunden, dass wir beten sollen. Ich bin begeistert wenn der loslegt, nur morgens um half fünf war’s nicht so schön. Wir stehen hier ziemlich nahe an einer Moschee. Aber egal, das gehört dazu.
Nach dem Frühstück laufen wir wieder in die Stadt und tauchen in das quirlige Leben ein.Okumaya devam et
In Silivri am Marmara-Meer
10 Temmuz 2023, Türkiye ⋅ ☀️ 28 °C
Ein entspanntes Wochenende in Kirlareli ist zu Ende. Der Muezzin wünscht uns heute Morgen um 4.30 Uhr eine gute Weiterreise. Na ja, umgedreht haben wir uns schon nochmal, sind dann aber los und jetzt 180 Kilometer weiter am Marmara-Meer in der bunten Stadt Silivri angekommen. Hier, direkt am Strand können wir in dem weitläufigen Park übernachten. Der Wächter am Eingang nimmt 35 Türkische Lira ( TL) für die Nacht, das ist 1.20 Euro.
Schon unterwegs hat das Herz meines Fahrers gejubelt ob der Preise fürs Tanken. Der Liter Diesel kostet umgerechnet 0.84 Euro. Das hilft der Urlaubskasse sehr.
Wir genießen die Fahrt hierher, die Straßen sind gut, die weiten Blicke in die Landschaft, und die Einkaufsmöglichkeiten. Wir haben den Supermarkt Migros als unseren Favoriten auserkoren. Dort gibt es alles was wir brauchen und wollen.
Hier im Park von Silivri sitzen die türkischen Familien im Schatten der Bäume zusammen und picknicken. Ich komme mir gerade vor in Köln im Grüngürtel. Da habe ich als junger Mensch schon fasziniert zugeschaut, was die Türken alles in die Park geschleppt haben zum Essen und Trinken.
Wir laufen über die lange Strandpromenade und freuen uns, dass wir es so gut angetroffen haben.
Übrigens kostet der Tee am Hafen umgerechnet 0.35 Euro.
Morgen springen wir in die Fluten des Marmara-Meeres und schauen mal, ob wir schon über den Bosporus nach Asien fahren oder noch einen Tag hier bleiben.
Ist das nicht schön, dass wir alles selber bestimmen können?! 😍
Gerade „ruft“ wieder der Muezzin gleich von mehreren Moscheen. Hört sich an wie ein Echo. Ich bin begeistert. 😀Okumaya devam et
Über den Bosporus nach Kartepe
12 Temmuz 2023, Türkiye ⋅ 🌙 21 °C
Den gestrigen Ruhetag im weitläufigen Park von Silivri nutzen wir nicht nur zum Schwimmen und relaxen. Der Ehrgeiz meines Fahrers war geweckt, doch eine HGS Plakette für die Mautstrecken zu erwerben. Dank Google finden wir ein Postamt in der Innenstadt, laufen dorthin. Die Stadt hat was, denke ich unterwegs. Am Eingang des Postamtes ist gleich die erste Hürde zu nehmen. Man muss an einem Automaten eine Nummer ziehen, die dich mit deinem Anliegen an den richtigen Schalter dirigiert. Eine junge Security-Frau hilft uns dabei und auch beim Ausfüllen des Antrags für die Plakette. Dem Übersetzungsprogramm sei Dank. Die freundliche Dame am Schalter spricht ein wenig Englisch. Sie stellt uns die Plakette aus, konnte uns aber keine Empfehlung geben wieviel wir aufladen sollen. Wir entscheiden 1000 TL ( ca. 34 Euro) aufladen zu lassen.
Sie erklärt uns, dass wir am Ende der Reise das übrige Geld im Postamt oder an einem Geldautomaten (ATM ) zurück erhalten. Mal sehen, wie das alles so klappt. Den Einzahlungsbetrag am Schalter mussten wir in bar entrichten.
Dieter ist zufrieden, wobei Plan B, ggf. „Cash zahlen“, immer noch eine gute Information von einer Reisefreundin ist! Wir kehren in das nächste Restaurant ein und lassen es uns bei türkischem Essen und Tee (!) gut gehen. Den lauen Abend verbringen wir draußen, schauen im Freien einen spannenden Film auf dem iPad. Herrlisch.
Heute Morgen sind wir der frühe Vogel und freuen uns auf die Fahrt über den Bosporus in den asiatischen Teil der Türkei. Und wir sind gespannt ob unser „HGS Streifen“, der ordnungsgemäß an der Windschutzscheibe angebracht ist, auch funktioniert.
Als auf der Autobahn die erste Schranke aufgeht, ist alles gut und wir frühstücken auf einem neuen Rastplatz. Im weiteren Verlauf sehen wir, dass an den Mautstationen jemand sitzt, bei dem man die jeweilige Gebühr entrichten könnte (entgegen aller Informationen einschlägiger Automobilclubs im Internet). Auch kann man bei den Shell Tankstellen auf der Autobahn die HGS-Aufkleber aufladen lassen.
Mit dem „Magnetstreifen“ an der Scheibe ist aber alles einfacher.
Langsam kommt das Kribbeln in den Bauch, die ersten Spitzen der Brückenpfeiler sind zu sehen.
Wir fahren über eine der höchsten Brücken der Welt. Ein gigantisches Teil! Rechter Hand liegt Istanbul im Morgendunst. Bin ich froh, dass wir nicht durch den morgendlichen chaotischen Berufsverkehr einer 11 Millionen Einwohnermetropole fahren müssen. Nach Istanbul werden wir eines Tages mit dem Flieger zurückkommen.
Die Yavuz-Sultan-Selim Brücke ist seit dem 26. August 2016 in Betrieb und liegt am nördlichen Ende des Bosporus, ganz in der Nähe des Schwarzen Meeres.
Sie ist nach dem osmanischen Sultan Selim, dem Gerechten, benannt und dient dem Fernverkehr zwischen den beiden Kontinenten, mit dem Ziel, die Stadt großräumig zu umfahren und ist für Lkw‘s und Busse vorgeschrieben!
Die Brücke und der folgende Autobahnabschnitt muss bar bezahlt werden, hier ist scheinbar ein anderer Betreiber als HGS. Die Überquerung hat ca. 4 Euro gekostet. 😅
Nun sind wir also sozusagen auf dem asiatischen Kontinent.
Im „Ormanya Wild Life Park“ in Kartepe finden wir ein schattiges Plätzchen auf dem kostenfreien Camp der Gemeinde. Ein ungemein freundlicher Park-Ranger nimmt unsere Personalien auf, teilt uns einen Platz zu! Wir können hier entsorgen und Wasser tanken. Alles bestens organisiert. Öffentlich Alkohol trinken ist untersagt, aber wir haben sowieso nur Tee dabei. 😂👍🏻
Wir relaxen im Schatten im „Kamp Alani“ und schauen uns später das Waldgelände an. Es ist Sommer und nicht nur in Deutschland warm. 😅Okumaya devam et
Durchs pontische Gebirge nach Safranbolu
14 Temmuz 2023, Türkiye ⋅ ☀️ 23 °C
Heute geht es 300 Kilometer ostwärts. Wir durchqueren den Gebirgszug der pontischen Berge, welcher im Norden der Türkei verläuft und stellenweise bis an die Schwarzmeerküste reicht. Sein Pendant im Süden ist das Taurusgebirge.
Wir fahren auf über 1000 Meter Höhe auf der Autobahn und später auf einer gut ausgebauten Landstraße bis in die Safran- und Weltkulturerbestadt Safranbolu;
finden einen Platz in einem urbanen Camp am Rande der Altstadt. Der Parkplatz bei der Feuerwehr um die Ecke darf nicht mehr an Camper vergeben werden, sagt der Feuerwehrchef und empfiehlt uns diesen Platz „Tarihi Çarsi OtoPark Karavan“. Der Stellplatzbetreiber ist sehr bemüht und zeigt uns eine schattige Stelle für Bigfoot. Die türkischen Wohnmobile um uns herum, heißen uns willkommen, bringen türkischen Kaffee und heute Abend nach der Rückkehr aus der Stadt, gibt es Whisky und Raki.
( Aus der Thermoskanne, versteht sich 😉) Was will man mehr! 🥳
Safranbolu ist eine Stadt in der Schwarzmeerregion der Nordtürkei, einst eine Station auf der Handelsroute zwischen Europa und dem Orient. Die osmanische Architektur umfasst den alten Stadtteil Carsi mit hunderten von erhaltenen, rotgedeckten osmanischen Häusern auf Kopfsteinpflasterstraßen. Das älteste Haus wurde 1640 gebaut.
Im 19 Jh. war die „Stadt der Handwerker“ das wichtigste Drehkreuz der legendären Seidenstraße. In den engen Altstadtgassen mit ihren orientalischen Geschäften ist man schnell in diese Zeit zurückversetzt. Wir werden des Öfteren in der Altstadt von türkischen Mitmenschen in Deutsch angesprochen, ob sie helfen können. Wo wir denn herkommen, was wir hier machen. Sie erzählen von sich, dass sie hier in Urlaub sind oder Verwandte besuchen. Ein junger türkischer Mann hat ganz deutlich gesagt, dass er Deutscher sei. Spannend!
Wir fühlen uns willkommen und gut aufgehoben.
Mitten in der Altstadt befindet sich ein restauriertes Badehaus aus dem 17. Jahrhundert, das noch in Betrieb ist. Wir waren eingeladen es uns anzusehen. Irgendwo auf dieser Reise werde ich eine Behandlung genießen. 😍
Safranbolu wurde 1994 aufgrund seiner gut erhaltenen osmanischen Häuser und Architektur in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.
Übrigens, die Geisterstadt Burj Al Babas fahren wir nicht an. Wir besuchen lieber antike Stätten als Bausünden aus der Neuzeit.
Burj al Babas https://www.google.com/search?kgmid=/g/11h0bpwf…
Und wer sich wundert, dass plötzlich ein Flugzeug in unserer Reiseroute auftaucht, keine Sorge wir sind weiter mit Bigfoot unterwegs. Wie ich diese Flugzeug-Icons entfernen kann, weiß ich noch nicht. Ich nehme dazu Kontakt mit den FindPenguins Leuten auf.Okumaya devam et
Amasra, Perle am Schwarzen Meer
14 Temmuz 2023, Türkiye ⋅ 🌙 25 °C
Wer durch die Innenstadt von Amasra spaziert, entdeckt einen authentischen Urlaubsort mit zahlreichen Straßenverkäufern, Fisch Restaurants und Straßenmusikern. Es herrschen dennoch hier normale Preise, obwohl 2x wöchentlich ein russisches Kreuzfahrtschiff von der Krim am Hafen anlegt. Allerdings kann man in den Souvenirläden nicht wie üblich handeln, die Preise richten sich an der Kreditkarte der Passagiere auf den Kreuzfahrtschiffen aus. 😉
Wir lassen es heute gemütlich angehen, besuchen den örtlichen Markt und kaufen ein. Besonders lecker ist die hausgemachte Feigen Marmelade, für die Amasra berühmt ist. Davon nehmen wir ein paar Dosen mit.
Vorher bestimmte wieder das pontische Gebirge unsere Wegstrecke. Es waren knapp 100 Kilometer von Safranbolu bis hierher an die Küste. Wir dürfen am Kreuzfahrt-Terminal am Ende der Mole im Hafen direkt am Wasser nächtigen!
Die Stadt liegt eingebettet zwischen den Felsen vor uns. Teile sind umgeben von einer alten Stadtmauer und Überreste einer kleinen Festung.
Der Strand ist komplett in der Hand türkischer Touristen. Wir sind die einzigen Deutschen, wie auch gestern schon. Auch heute werden wir angesprochen. Besonders jüngere Türken finden das Wohnmobil toll und wollen wissen was wir über die Türkei und die Menschen hier denken. Ahmed spricht englisch, stellt uns seine Freunde vor und wir machen Fotos.
Es kommen Fischer vorbei und filmen mit dem Handy das Wohnmobil und uns und freuen sich des Lebens. Wollen uns Fische schenken. 😅
Wir sitzen draußen und schauen dem lebhaften Treiben auf der Hafenmole zu. Nach Sonnenuntergang, wenn die Temperaturen angenehm werden, kommen die Menschen mit Kind und Kegel, mit Angelrouten und mit was nicht noch allem ans Meer und haben Spaß. Und wir mit ihnen!
Wir werden noch einen Tag am Schwarzen Meer die kurvenreichen Küstenstrecke entdecken und genießen, bevor es dann wieder ins Landesinnere und hoch ins Gebirge geht.
,Okumaya devam et
Im Ilgaz Mountain Nationalpark
16 Temmuz 2023, Türkiye ⋅ ☀️ 17 °C
Die Nacht auf der Hafenmeile in Amasra war trubelig, die türkischen Jungs haben bei lauter Musik gefeiert bis in die frühen Morgenstunden. Ich hätte ja gerne mitgetanzt, aber Frauen waren nicht zugelassen 😉
Entsprechend früh verlassen wir den Hafen, auch damit wir besser durch die engen Altstadtgassen auf die Strecke kommen. Weit sind wir nicht gefahren, da sprintet
der erste Türke aus einem Café ans Wohnmobil: „Eh ihr wohin so schnell, kommt erstmal frühstücken“, ruft er gutgelaunt. „Ich komme aus Bottrop und was macht ihr hier“. Mitten auf der Straße entspinnt sich ein freundliches Palaver, keiner kommt mehr vorbei. Es ist als wäre ganz Nordrhein-Westfalen in Amasra. Von überallher erzählen die Leute von wo sie kommen und dass sie hier in der Heimat ihre Ferien verbringen.
Wir begeben uns auf die ambitionierte und kurvenreiche Strecke, direkt an der Steilküste des Schwarzen Meeres entlang weiter nach Osten. Es gibt atemberaubende Ausblicke aus schwindelnder Höhe, die Straße ist streckenweise sehr eng und einige Haarnadelkurven verlangen Fahrer und Fahrzeug einiges ab. Es geht immer 10% runter und später 10% wieder hoch. Dieter meinte, die Schilder, die das vorher anzeigen, hätten die Türken irgendwo im Sonderangebot bekommen, so viele sind es.
100 Kilometer weiter in Cide, finden wir einen netten Frühstücksplatz am Strand. Der Ort ist sympathisch, ohne touristisch überlaufen zu sein. Gemütlich geht es im kleinen urbanen Hafen zu. Das wäre auf jeden Fall ein ruhigerer Übernachtungsplatz gewesen, stellen wir übereinstimmend fest.
Also, wer mal hier in der Gegend ist, sollte Amasra anschauen und später in Cide übernachten.
Weiter geht die „wilde Fahrt“ durch das pontische Gebirge nach Nordanatolien.
Wir verlassen für einige Tage die Schwarzmeerküste mit ihren kleinen versteckten Buchten, die man eigentlich besser mit dem Boot besucht als mit dem Wohnmobil.
Es geht durch den Ilgaz Gebirgszug mit seinen wildromantischen Schluchten und Tälern. Stockblumen wiegen sich im Wind, die Wiesen sind mit Blumen übersät, es sieht aus wie in den Alpen.
Unser Ziel ist der >Ilgaz Dagi Milli Parki< Nationalpark.
Hier im türkischen Wintersportgebiet auf 1700 m Höhe ist es im Sommer angenehm kühl. Es sind nur einige Wanderer unterwegs. Auf dem Parkplatz am Sessellift stehen wir mit einem Wohnwagen und einem Wohnmobil allein auf weiter Flur. Auch hier oben, wird Dieter gleich freundlich angesprochen von einem türkischen Wohnmobilisten. Er hat lange im Münsterland gelebt ist aber jetzt zurück in der Heimat.
Nachts wiegen uns die hohen Tannen in den Schlaf.
Wir verbringen das Wochenende in dem Nationalpark, wandern durch blumengeschmückte Wiesen hoch auf den Berg, frühstücken ausgiebig an den Picknicktischen vor dem Wohnmobil, führen lange Gespräche mit Deutsch-Türken über Gott und die Welt auch über Erdogan. Bei allem Respekt, kann ich manchmal mit meiner Meinung nicht hinterm Berg halten. Wir bleiben aber „Freunde“. 😅
Wir werden immer wieder von Besuchern willkommen geheißen. Eben hatte ich noch Spaß mit zwei Frauen, die hier gewandert sind. Wir haben uns sprachlich zwar nicht verstanden, mochten uns aber! 💚Okumaya devam et
Hattusas: Hauptstadt der Hethiter
18 Temmuz 2023, Türkiye ⋅ ☀️ 18 °C
Hattusas war vom späten 17. bis zum Anfang des 12. Jahrhunderts v. Chr. die Hauptstadt des Hethiter-Reiches. Ihre Überreste liegen in der türkischen Provinz Corum beim Ort
Bogazkale im anatolischen Hochland, etwa 180 Kilometer östlich von Ankara. Das Gelände und insbesondere die gefundenen Keilschrift-Tafeln gehören zum UNESCO Welterbe.
Die am Hang gelegene Fläche ist von zahlreichen Felsen durchbrochen, die in hethitischer Zeit durchweg bebaut waren. Mit einer Fläche von etwa 180 Hektar ist es eine der größten antiken Stadtanlagen der Welt!
Die Einwohnerzahlen werden zwischen 10.000 und 12.000 geschätzt.
In der Zeit als Hauptstadt war Hattusa von einer 6,6 Kilometer langen Stadtmauer umschlossen und konnte über fünf bekannte Tore von außen betreten werden, weitere drei Tore konnten in den Abschnittsmauern innerhalb der Stadt ausgegraben werden.
Das bekannteste Tor ist das Löwentor, auch überall auf den Präsentationen über diesen historischen Ort zu sehen. Dann folgen das Sphinx- und das Königstor.
Der weitaus größere Teil des Geländes harrt noch der Ausgrabung. Bei der ausgegrabenen Architektur handelt es sich vornehmlich um öffentliche Gebäude, darunter der Königspalast auf dem Hochplateau Büyükkale. Reste von über 30 Tempelbauten kamen verteilt über die Stadt zutage. Welchen Gottheiten sie zuzuordnen sind, ist in Ermangelung von schriftlichen Zeugnissen nicht klar. Über 1000 Götter soll es bei den Hethitern gegeben haben.
Wohnviertel wurden bisher nur zu einem Teil frei gelegt.
Das alles und noch viel mehr vermittelt uns Attila, unser einheimischer Führer, sehr anschaulich und in gutem Deutsch. Er war viele Jahre an den Ausgrabungen beteiligt. Er fährt uns mit seinem Auto über den gewaltigen Komplex, der am Hang liegt. Vom höchsten Punkt aus, hat man einen gigantischen Blick in die Ebene. Wir befinden uns auf 1200 m Höhe. Die Temperaturen sind angenehm.
Es ist eigentlich unbeschreiblich, wenn du sehen und anfassen kannst, was dieses Volk vor 3700 Jahren schon geleistet hat. Ich laufe ehrfürchtig über die uralten Steintreppen und durch den Tunnel der Weisheit. Wir gehen durchs Löwentor, durchs Spinxtor, durchs Königstor. Immer mit Gänsehaut. 😍
Am Vormittag sind wir 200 Kilometer durch eine weitläufige landwirtschaftlich geprägte Gegend gefahren. Es erinnert uns mal wieder an Namibia. Die Getreideernte ist in vollem Gange. In den anatolischen Dörfern gibt es mehr Traktoren als Autos.
Jetzt stehen wir im Ort Hattusas auf einem netten Campingplatz mit viel Schatten und lassen den Tag bei einem Glas Ayran Revue passieren!Okumaya devam et
Amasya, Stadt zwischen Felsen
18 Temmuz 2023, Türkiye ⋅ 🌙 22 °C
Amasya ist eine Stadt mit einer 8500 Jahre alten Geschichte. Sie war von der Antike bis zur Gegenwart von zahlreichen Zivilisationen bewohnt, die alle tiefe Spuren hinterließen. Abgesehen von ihrem großartigen historischen Erbe hat die Stadt am Fluss viel zu bieten. Denkmäler, Brunnen, einen symphatischen Basar, nette Altstadtgassen auf der anderen Seite des Flusses.
Über allem thront die Burg Harsena auf dem gleichnamigen Berg. Ebenfalls auf dem Harsena Berg, sozusagen eine Etage tiefer liegen die Felsengräber der Pontos Könige
Der Harsena Berg und die Felsengräber der Pontos Könige wurden im Jahr 2015 auf die Warteliste des UNESCO-Welterbe aufgenommen. Diese monumentalen Felsengräber Anatoliens zählen zu den herausragendsten Exemplaren der Felsgrabtradition der Welt.
Der nette Kartenverkäufer am Beginn des Berges erzählt uns diese Fakten in guten Deutsch-Englisch-Türkisch.
Wir erklimmen den Berg mit seinen ausgetretenen Stufen, schauen in die Königsgräber. Man sieht aber nur ein dunkles Loch. Haben von oben faszinierende Ausblicke auf den berühmten Uhrenturm der Stadt und die gut erhaltenen osmanischen Häuser der Altstadt.
Amasya, in der anatolischen Schwarzmeerregion im pontischen Gebirge gelegen, ist auf jeden Fall eine Reise wert.
Wir übernachten mitten im Zentrum auf einem überwachten Parkplatz mit Schranke. Mit uns noch ein französisches Wohnmobil. Die einheimischen PKW sind alle weg. Wir haben das Ganze!
Langsam gehen die Lichter am Berg an. Das Weltkulturerbe in „Lauerstellung“ sieht beleuchtet ganz mystisch aus! 🤩
Darauf heute eine kaltes Effes!Okumaya devam et
Zurück am Schwarzen Meer
20 Temmuz 2023, Türkiye ⋅ ☀️ 23 °C
Nach einer erneuten abenteuerlichen Berg-und Talfahrt durch das pontische Gebirge mit seinen ursprünglichen anatolischen Dörfern, sind wir zurück an der Schwarzmeerküste.
Unterwegs bewundern wir die Menschen, wie sie an den Steilhängen die Haselnussplantagen bearbeiten, mit Sense und Rechen das Korn ernten, auf den Feldern Kartoffeln sortieren und Zwiebelsäcke füllen. Gleich am Straßenrand kann man die frischen Sachen kaufen. Was wir auch gerne tun.
Immer wieder gibt es auf der Strecke Gelegenheit ein Rast einzulegen. Die Samoware, die türkischen Teekessel, rauchen schon von weitem.
In 1500 m Höhe herrscht ein angenehmes Klima. Wir haben von der Passhöhe wunderbare Ausblicke auf die Küste und die mondäne große Stadt Ordu.
So eine moderne Stadt hätten wir im Osten der Türkei nicht erwartet.
Hier stehen wir direkt am Strand auf einem Parkplatz wo man auch übernachten kann. Den Nachmittag verbringen wir im Schatten am Strand, genießen die frische Brise und schauen dem Treiben der türkischen Urlauber zu.
Abends wird es hier nochmal richtig voll. Unter dem Motto: Sehen und gesehen werden, flanieren die Menschen über die Strandpromenade oder sitzen in Grüppchen im warmen Sand und erfreuen sich am Anblick der beleuchteten Stadt am Hang. Auch wir flanieren über die Meile und wundern uns einmal mehr, wie anders sich das abendliche Leben im Freien hier entwickelt. Bunt, laut und das alles ohne Alkohol! 😄Okumaya devam et
Sumela Kloster: wichtiges Heiligtum!
21 Temmuz 2023, Türkiye ⋅ ⛅ 17 °C
Das Sumela-Kloster ist eines der wichtigsten Heiligtümer der Christlich-Orthodoxen Welt. Dieser griechisch-orthodoxe Kloster- und Kirchenkomplex, welcher wie ein Adlernest am Berg klebt, ist ebenfalls in der “Vorläufigen Liste des UNESCO-Weltkulturerbes” enthalten.
Der Sage nach diente das Kloster, das während der Zeit des byzantinischen Kaisers Theodosius dem I. (375-395) von zwei Priestern namens Barnabas und Sophranios aus Athen gegründet wurde, als Ausbildungsstätte von Mönchen. Es wurde als heilig angesehen, weil es eine Ikone bewahre, von der angenommen wurde, dass sie ein Wunder vollbracht habe.
Das Kloster liegt 45 km südlich von Trabzon im „Altındere-Nationalpark“ im Zigana-Gebirge in der Schwarzmeerregion in 1071 m Höhe. Es ist etwa 270 m oberhalb einer Schlucht in den Fels gehauen.
Im Jahr 386 gegründet, war es viele Jahrhunderte hindurch der bedeutendste Wallfahrtsort am Schwarzen Meer, vor allem wegen der hier verehrten Marien-Ikone. Nach dem Ende der kurzlebigen Pontischen Republik mussten 1923 alle griechischen und armenischen Christen das Land verlassen, auch die Mönche von Sumela. Jahrzehnte hindurch war das Kloster eine Ruine, bis es 1972 von der Regierung in Ankara zum Nationaldenkmal erklärt wurde.
Natürlich kann man an diesem phantastischen und mystischen Ort nicht vorbeifahren.
Die mittlerweile gut ausgebaute Straße ( Dieter kennt sie aus den 70zigern noch als schmale Schotterpiste) führt in schmalen Kurven immer weiter den Berg hinauf in den Nationalpark. Am Eingang löst man sein Ticket zum Besuch des Klosters ( 300 TL pro Person) bis zu einem großen Parkplatz. Ab dort wird man mit Shuttlebusssen bis zum Kloster gefahren. Es führt ein schmaler Pfad und später viele Treppen durch den Wald hoch zum Klostereingang.
Mein Fahrer lässt sich nicht auf den Parkplatz umleiten, sondern fährt unter Protest der Türken weiter hoch zum Klostergelände. Dort kehren wir aber dann um, es ist zuviel los. Wir wollen nämlich gerne hier im Gebirge übernachten. Wir finden einen Platz am letzten Haltepunkt des Shuttles. Ein Wort eines „Deutschtürken“ aus Essen bei seinem Cousin und eine paar Tees später, stehen wir schön eingeparkt neben dem Gebirgsbach, der uns später romantisch in den Schlaf rauschen wird.
Die Strecke vorher am Schwarzen Meer entlang ist vierspurig ausgebaut, busy, eine Stadt an der nächsten, alles ziemlich zugebaut. Dahinter gehts direkt hoch in das pontische Gebirge. Also wenig Raum zwischen Berg und Meer.
Wir finden zwar immer wieder einen netten Platz, so auch gestern kurz hinter Ordu im Beach-Clubhaus in Gülyali. Das Meer hat Badewannen Temperatur.
Auch heute beim Frühstück an der Küste auf dem Weg zum Kloster muss ich nochmal kurz in die Fluten springen.Okumaya devam et
Abenteuer Kackar-Gebirge!
22 Temmuz 2023, Türkiye ⋅ ⛅ 17 °C
Gut geschlafen haben wir neben dem rauschenden Bach, der alle anderen Geräusche übertönt hat. So hören wir, heute Morgen, auch nicht sofort das Klopfen an der Womotür. Ein zweites Wohnmobil war gekommen mit deutschem Nummernschild aber mit türkischen Besitzern. Sie hatten Probleme mit dem Kühlschrank und ihrer Gasflasche, kannten sich irgendwie nicht wirklich aus. Sie kommen aus Bamberg in ihre Heimat um Urlaub zu machen. Dieter hat ihnen dann eine „Einführung“ in die Technik ihres Wohnmobils gegeben und was sonst alles zu beachten ist.
In der Zwischenzeit gesellen sich zwei sympathische Türkinnen dazu. Sie haben lange in Witten in Nordrhein-Westfalen gelebt, sind aber schon 30 Jahre wieder in der Heimat. Sie freuen sich, ihr noch vorhandenes Deutsch auszuprobieren. Wir unterhalten uns über Gott und die Welt, sie sprechen unsere Sprache wunderbar, freuen sich über mein Kompliment. Den Augenblick am frühen Morgen halten wir im Foto fest.
Bei bestem Wetter geht es weiter an der Schwarzmeerküste entlang. Wir kommen durch die Städte Yumra, bekannt für ihre kernlosen Äpfel und Rize, die Stadt des Tees im Nordosten der Türkei. Ein überdimensionales Teeglas kündigt die „Königin des Tees“ frühzeitig an. Das Glas ist so groß, dass ich es aus dem Wohnmobil heraus nicht fotografieren kann. Von jetzt an, dreht sich alles um Tee. Große Teeverarbeitungsfirmen an der Strecke, Lastwagen werden beladen mit der grünen Köstlichkeit. Die Berghänge sind wie ein Teppich überzogen mit den Teepflanzen. Die Häuser werden kleiner, dafür reichen sie bis zum Gipfel. Die grün bewaldeten Hügel sind sehr idyllisch anzuschauen.
Wir biegen noch einmal ab bei Ardesen, wollen doch zumindestens die Luft des berühmten „Kackar- Gebirges“ schnuppern, dessen höchster Berg im Nationalpark 3992 Meter hoch ist.
Jetzt beginnen die „Alpen der Türkei“. Dementsprechend steppt hier der Bär. Jeder will in Ayder oder Uzungöl gewesen sein. Vor allem am Wochenende. In diesen hochalpinen Dörfern, die auch die „türkische Schweiz“ genannt werden, ist alles auf Tourismus getrimmt und heillos überlaufen.
Wir hatten uns vorher ausführlich mit dem Kackargebirge beschäftigt und beschlossen nur zu den berühmten Steinbrücken „Osmali“ und „Senyuva“ zu fahren. Das war schon Abenteuer genug. Denn auch hier in dem kleinen, engen Tal am Fluss Firtina entlang, ist eine Menge los. Das Rafting auf dem Fluss hat Hochkonjunktur.
Bis zu den Steinbrücken dauert es endlose 20 Kilometer 😅. Es hat sich aber gelohnt.
Die Zilkale Festung, weitere Kilometer in engen Kehren den Berg hoch, hat natürlich auch noch laut nach uns gerufen. Von weitem haben wir sie angeschaut, wie sie auf einem Berg thront. Der Verkehr war einfach zu dicht. Mein Fahrer dreht auf einer Briefmarke in dem engen Tal.
Genug Abenteuer für heute!Okumaya devam et
Auf der D 010 zum Çildir-See
23 Temmuz 2023, Türkiye ⋅ ⛅ 21 °C
Heute verabschieden wir uns vom Schwarzen Meer und biegen kurz vor der georgischen Grenze bei Hopa ab in den Südosten der Türkei. Der Heilige Berg Ararat ist unser nächstes großes Ziel.
Wir diskutieren auch kurz, ob wir einen Abstecher nach Georgien machen sollen; allein die hunderte LKW‘s die vor der Grenze auf ihre Abfertigung warten, halten uns davon ab.
Viele hunderte Kilometer konnten wir so dicht wie in keinem anderen Land am Wasser entlang fahren. Der Norden des Landes mit der Küstenlinie und den Bergen war spannend und abwechslungsreich, mit freundlichen hilfsbereiten Menschen, aber manchmal nicht ganz einfach, weil es so gut wie keine Infrastruktur für Wohnmobile dort gibt. Wasserstellen sind aber genug vorhanden.
Die Türken sind meistens mit dem Zelt unterwegs, manchmal mit kleinen Wohnwagen, wenn mit einem Wohnmobil dann ein Crafter oder Van.
Improvisation ist also alles. Wir mögen das!
Auf den ersten Kilometern heute Morgen bestimmte wieder die Tee-Ernte das Landschaftsbild. Wir staunen einmal mehr über die Steilhänge, die bis zur Bergspitze mit Teepflanzen überdeckt und mit Häusern bebaut sind. Die Menschen klettern darin herum und sehen von unten mit den Säcken auf dem Rücken, aus wie kleine weiße Punkte.
Man könnte meinen wir sind in Thailand.
Die nächsten 200 Kilometer cruisen wir durch eine atemberaubende Landschaft. Manchmal bleibt einem die Luft weg vor lauter schön. Z.B. entlang des „Coruh-Stausees“.
Der liegt eingebettet zwischen zerklüfteten Felsen, das blaugrüne Wasser leuchtet.
Es geht über Berg und Tal: mal gut ausgebaut mal nicht, mal enge Spitzkehren, mal langezogene Geraden, mal ambitionierte Engstellen, mal wieder satte Breite, mal viele dicke LKWs, mal überhaupt kein Verkehr.
Mein Fahren und sein Bigfoot geben wieder alles.
Besonders auf der Passstraße die auf 2490 Meter in die Wolken hochführt! Da war die Anspannung groß ob der Iveco bei der Höhe eventuell Probleme bekommt. Hat aber alles geklappt. 😅
Unser Ziel ist der Cildir See. Sein Anblick entschädigt nochmal für alle Mühen auf der Strecke.
Auf einer breiten Hochebene auf fast 2000 Metern gelegen, glänzt er in der Sonne. Eine unbeschreibliche Landschaft tut sich auf, wir könnten immer so weiterfahren.
Ein paar Fakten zum See von Google:
Der Çıldır Gölü ist ein See im Nordosten der Türkei in den Provinzen Ardahan und Kars. Er ist der größte Süßwassersee und der zweitgrößte See Ostanatoliens und befindet sich nahe der Grenze zu Georgien und Armenien. Er liegt 1959 m hoch und ist von den Bergen Kısır Dağı und Akbaba Dağı umgeben. Der See ist 18 Kilometer lang und friert im Winter zu.
Für uns ist er einfach nur schön und erinnert an die „Lochs“ im schottischen Hochland.
Unser heutiger Übernachtungsplatz passt zu diesem besonderen Tag.
Wir stehen am See an einem kleinen Fischlokal bei Günay Agbulak und lassen uns seinen fangfrischen Fisch schmecken! Dazu gibt es Tee ohne Ende 😋😂!Okumaya devam et
Idylle am Çildir See
24 Temmuz 2023, Türkiye ⋅ ⛅ 15 °C
Ich muss einmal mehr auf diesen wunderbaren See zurückkommen. Schon alleine wegen des Fotobuches von FindPenguins, aber auch um nochmal zu sagen, welche schönen Orte und Gegenden es auf der Welt gibt, da, wo man sie gar nicht vermutet. Im kargen Osten der Türkei hätte ich diese Idylle nicht erwartet. Die Menschen leben hier sehr naturverbunden, sind Bauern und gehören auch bestimmt nicht zu den Reichsten. Sie sind aber sehr freundlich und hilfsbereit.
Heute Morgen verabschieden wir uns von dem kleinen Fischrestaurant. Die Hühner gackern zum Abschied, die Sonne kommt raus, die Pferde wiehern am Ufer, die Wiesen sind mit Sommerblumen übersät, der See bringt frische Böen, die Möwen kreischen. Oben an der Gabelung wird wie vor hundert Jahren Heu geerntet.
Wir fahren langsam bis zum Ende des Sees. Die Menschen hier trocknen Kuhfladen, damit sie im Winter etwas zum Heizen haben. Sie haben kleine Gärten und halten Hühner und Gänse. Große Tierherden werden von Männern auf Pferden durch die Ebene getrieben. Es sieht aus wie die „heile Welt“ aus den Märchen!
Ist es aber natürlich nicht. Die Winter hier sind hart und lang. Der See friert zu. Die Bewohner müssen sehen wie sie diese harte Zeit hinter sich bringen!
Aber es darf ja noch geträumt werden.
Mittlerweile sind wir an einem anderen Traumort angekommen. Auf 2000 Meter Höhe lassen wir es uns gut gehen.
Dazu Morgen mehr!Okumaya devam et
Auf dem Weg zum Ararat
24 Temmuz 2023, Türkiye ⋅ ☀️ 31 °C
Mit dem alten Lied „ Riders on the Storm“ von the Doors, fahren wir dicht an der armenischen Grenze vorbei zum östlichsten Punkt unserer Reise nach Dogubayazit in das Ararat Gebirge.
Durch ein Grenzgebiet fahren hat immer eine besondere Stimmung. Zumal hier nur karges Hügelland ist, kaum Besiedelung und der Grenzzaun immer wieder zu sehen ist. Wachposten auf beiden Seiten.
Eine willkommene Abwechslung bietet uns der Besuch eines spannenden Bergwerks in Tuzluca.
Als wir wieder zum Wohnmobil gehen, kommen drei junge Türken strammen Schrittes auf uns zu, rufen: Ihr seid aus Bergheim? Wir auch! Sie freuen sich total, hier ein deutsches Nummernschild zu sehen, und dann noch aus ihrer Gegend. Ein Palaver auf dem Parkplatz, alle reden durcheinander, es herrscht eine herzliche Stimmung. Die Jungs besuchen ihre Eltern, die aus Deutschland in die Türkei zurückgegangen sind. Sie aber wollen in Deutschland bleiben. Das Leben hier im Grenzgebiet hätte sich sehr geändert, erzählen sie und das nicht zum Guten. Ein Schmelztiegel aus Kurden, Türken, Arabern und Armeniern, ist wie ein Pulverfass. Man weiß nicht was morgen ist.
Die Männer wollen uns bedingt zu sich nach Hause einladen, und ihren Eltern vorstellen, so freuen sie sich, auf Leute aus ihrer zweiten Heimat zu treffen. Die Einladung hätte für uns einen großen Umweg bedeutet. Sie verstehen das. Wir verabreden uns im Rheinland auf ein Bier. Das hätte es im Haus der Eltern nämlich nicht gegeben. 😉😅
Wir fahren weiter und bald kommt er in unser Blickfeld, der schneebedeckte höchste Berg der Türkei, der Ararat. Noch ganz in Wolken, zeigt er sich bei der Weiterfahrt plötzlich wolkenlos. Sofort anhalten, Fotos machen. Auf der Schnellstraße nicht ganz so einfach. Ein erhabener, ans Herz gehender Anblick.
Da ich als Kind eine fleißige Bibelleserin war, weiß ich natürlich, dass auf diesem heiligen Berg die Arche Noah gestrandet ist.
Bald darauf sind wir in Dogubayazit. Wir wollen hier Wasser tanken und einkaufen. In der Stadt herrscht das totale Chaos. Löcher in den Straßen, stellenweise überhaupt kein Aspahlt nur staubiger Lehmboden. Eine Baustelle auf dem zentralen Platz zwingt uns in enge Gassen. Mir vergeht die Lust auf die Stadt. Mein Fahrer vollbringt wieder das Unmögliche und manövriert uns aus der überwiegend von Kurden bewohnten Stadt hoch auf den Berg zum Campingplatz am Isak Pascha Palast. Den „Campingplatz Murat“ gibt es in der Form nicht mehr. Im MS Royal Castle Hotel auf deren Gelände nebenan, werden wir herzlich willkommen geheißen! Wir haben einen tollen Platz mit weitem Blick in die Berge und auf den Palast den wir uns noch ansehen werden.
Auf 2000 Meter Höhe herrschen angenehme Temperaturen. Wir lassen uns das Abendessen im Hotel schmecken!
Google Info:
Der Berg Ararat, auch Großer Ararat, ist ein ruhender Vulkan im Armenischen Hochland in Ostanatolien nahe der Grenze zu Armenien, dem Iran und der aserbaidschanischen Exklave Nachitschewan. Er ist mit 5137 m der höchste Berg der Türkei. Der kurdische Name, Çiyayê Agirî, bedeutet ‚der feurige Berg‘.
Forscher aus der Türkei und aus China haben nach eigenen Angaben auf dem biblischen Berg Ararat im Osten der Türkei die Überreste der Arche Noah gefunden. Als Beweise präsentierten die Forscher Holzstücke und Überreste von Seilen, wie die Zeitung „Vatan“ meldete. Die Forscher einer christlichen Organisation wollen in einer Höhe von 4000 Metern am Ararat eine schiffsähnliche hölzerne Struktur gefunden haben. Das Alter des Zypressen-Holzes sei auf etwa 4800 Jahre datiert worden.Okumaya devam et
Morning Walk zum Isahak-Pascha-Palast
25 Temmuz 2023, Türkiye ⋅ ⛅ 24 °C
Der erste Blick aus meinem Bett auf den, in der Sonne glänzenden, Palast heute Morgen erweckte Vorfreude auf die Besichtigung.
Noch vor dem Frühstück machen wir uns auf die kurze Wegstrecke hoch zum Palastgelände. Und tatsächlich, wir sind die ersten Besucher.
Was für ein Gänsehautfeeling alleine durch die Räume zu streifen, sich vorzustellen was in der großen Küche gebrutzelt wurde, was im weitläufigen Harem vor sich ging, wie viele Häftlinge in den Kellerverliesen vor sich hin darbten, während im großen Saal die Gäste empfangen wurden.
Wenn ich an das Gewimmele im Sumela- Kloster denke, war das heute Morgen purer Luxus, und den haben wir ausgiebig genossen.
Bald kommen die ersten Reisebusse, die Idylle ist vorbei. Wir laufen noch zum kleinen Schloss um die Ecke und bestaunen die Mauerreste der darüber thronenden Festung. Wieder einmal fragen wir uns, wer diese Steine da alle hochgeschleppt und das alles gebaut hat. Unglaublich.
Später genießen wir ein türkisches Frühstück im Hotel und arbeiten ein wenig auf der Terrasse mit dem phantastischen Blick ins Tal.
Es folgt die kleine Wäsche zwischendurch. Die weitere Reiseplanung ist fertig und der restliche Tag wird vertrödelt.
Der große VanSee ist das nächste Ziel. Damit sind wir sozusagen auf dem Rückweg 😅
Hier noch einige Fakten über den Palast und Umgebung:
Der Ishak-Pascha-Palast (türkisch İshak Paşa Sarayı) ist ein im 17. Jahrhundert ( 1685 und 1784) erbauter burgähnlicher Palast des osmanischen Emirs von Doğubeyazıt Çolak Abdi Paşa und seines Sohnes İshak Paşa II. Er liegt im äußersten Osten der Türkei etwa sechs Kilometer südöstlich der Stadt Doğubeyazıt. Die ungewöhnliche Architektur und Bauornamentik des Palastes vereint Einflüsse 500 Jahre älterer seldschukischer Moscheen, armenischer Kirchen und den zeitgenössischen osmanischen Stil. Sein Planungsprinzip folgt der Gliederung des Topkapı-Palastes in Istanbul.
Die Ebene am Fuß des Ararat wird in südwestlicher Richtung vom Sarısu durchflossen. Südlich des Flusses verläuft parallel die E 80 über Doğubeyazıt zum Grenzort Bazargan und in den Iran. Die Ränder der flachen Ararat-Ebene werden von schroffen, felsigen Bergkämmen zerlappt. Der Palast befindet sich auf dem Vorsprung eines dieser Bergrücken auf etwa 2200 Metern Höhe, etwa vier Kilometer südlich der Schnellstraße. An der ehemaligen städtischen Siedlung unterhalb des Palastes vorbei führte die alte Handelsroute, ein Teil der Seidenstraße, nach Täbris in den Iran.
An drei Seiten erheben sich die Außenmauern der Anlage direkt über dem Steilhang. Der Zugang erfolgt von oben über den Bergrücken, dort oberhalb endet auch die Fahrstraße. Wenige 100 Meter nördlich des Palastes in einem Seitental ist eine osmanische Kuppelmoschee aus dem 16. Jahrhundert zu sehen. Oberhalb der Moschee und jenseits der Talmulde thront in der Nähe eines urartäischen Felsgrabs die mittelalterliche Festung der Stadt auf einem steilen Felsgrat. Die Hochebene von Doğubeyazıt ist ansonsten wasserarm, nahezu baumlos und wegen der nur dünnen Erdschicht für Ackerbau ungeeignet.
Dennoch treiben die Viehhirten ihre Tiere, Kühe, Rinder, Schafe und Ziegen über das karge Land.
Es ist schon eine andere Welt hier oben auf 2000 Metern in den ostanatolischen Bergen.Okumaya devam et



































































































































































































































































