Am Ende Blick ich froh auf mein Leben zurück, wähl alles nochmal genau so, jeden einzelnen Schritt
  • Day10

    Sorry we are closed

    March 13 in Ireland ⋅ ⛅ 9 °C

    DAS Virus ist auch in Irland angekommen. Am Vortag lasen wir in der Zeitung, dass es den ersten Todesfall gab, der dem Coronavirus zugeschrieben wurde. Der Kassierer im Laden berichtete, dass ab Montag Kindergärten, Schulen und Universitäten aller Art auf unabsehbare Zeit geschlossen werden. Als wir gegen Mittag in unserer neuen Unterkunft in Kilkenny ankamen, gab uns ein Mitarbeiter des Hostels deutlich zu verstehen, dass wir zu einer sehr schlechten Zeit gekommen waren. Er holte einen Stadtplan, um uns die Sehenswürdigkeiten zu zeigen. Während er diese einkringelte murmelte er jedes Mal: „Closed“. Sein Hostel wird auch er die kommenden Tage schließen. Wir gehören wohl zu den letzten Gästen, die er noch aufgenommen hat. Die öffentlichen Orte und die Clubs der Stadt sollen wir meiden. Am besten verlassen wir gar nicht erst das Haus zu dieser schlimmen Zeit. Später im Supermarkt sind die Regale für Nudeln, Reis, Seife und nicht zu vergessen: Klopapier leer gehamstert. Es gibt Beschränkungen dafür, wie viele Artikel pro Person gekauft werden dürfen. In jedem Laden steht ein Spender mit Desinfektionsmittel und der Bitte, dass man sich doch die Hände desinfiziert, bevor man den Laden betritt. Komische Blicke der Verkäufer folgen, wenn man der Bitte nicht Folge leistet. Die Tester von Beautyartikeln räumt eine Angestellte gerade von den Regalen. Als wir uns später im Hostel unser Abendessen kochen wollen, fängt uns ein anderer Mitarbeiter des Hostels ab. In seiner Hand eine Packung Flüssigseife. Er fragt uns ohne jegliches Vorgeplänkel wie: „Willkommen in Kilkenny“, „Wie geht’s euch?“, ganz direkt, was wir von dem Coronavirus halten. Ich stehe völlig perplex da, aber Vanessa rettet die Situation und redet von Hygienestandards und davon, dass es in Deutschland kaum Fälle gab, als wir mit unserer Reise starteten, um die merkbare Angst des Personals zu vermindern. Er diskutierte eine Weile mit Vanessa und zum Schluss bat er uns, so oft wie möglich unsere Hände zu waschen und persönlichen Kontakt mit anderen zu meiden. Ich erhielt eine E-Mail unserer nächsten Unterkunft. Der Inhalt besagte, dass es Einschränkungen der Personenanzahl in den Gemeinschaftsbereichen und an der Rezeption geben wird und dass Desinfektionsmittel in allen Räumen zur Verfügung steht und genutzt werden soll. Wir sind dazu verpflichtet mit dem Klopapier sparsam umzugehen, denn es muss für kommende Zeiten gehortet werden. Unser persönlicher Favorit: Ein Restaurant in Kilkenny hat aufgrund von Corona die Sitzplatzsituation so umgeändert, dass zwischen den Gästen mindestens einen Meter Abstand ist…Read more

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  • Day9

    Ein Hoch auf unseren Busfahrer!

    March 12 in Ireland ⋅ 🌬 8 °C

    Froh der Unterkunft entfliehen zu können, hatten wir uns vorgenommen zwei Castles zu besichtigen. Zuerst steuerten wir das Blarney Castle an. Es ist wohl die berühmteste Sehenswürdigkeit Corks. Das Castle hat zudem noch eine große Gartenanlage, in der man munter spazieren kann. Mit dem Bus fuhren wir ca. eine halbe Stunde. Die Haltestelle war gleich vor unserer Tür. Einen Fahrplan gab es nicht. Dort standen wir gegen 9 Uhr morgens und warteten. Und warteten und warteten… Irgendwann wurden wir ungeduldig und fragten andere Busfahrer, wann unser Bus denn kommen mag oder ob sie zufälligerweise auch zum Blarney Castle fahren. Die meisten gaben keine Antwort oder verneinten kurz und fuhren weiter. Der vierte Busfahrer, den wir fragten, teilte uns zumindest mit, dass unser Bus 10 nach 10 kommen wird. Skeptisch, aber mit Hoffnung warteten wir und der Busfahrer fuhr weiter. Er kam aber nicht weit. Rasch hielt er wieder an, stieg aus und rannte auf uns zu. „Es tut mir leid!“ „Ich hatte es total vergessen!“ „Ihr Bus wird heute nicht an dieser Haltestelle bedient, da gebaut wird!“ „Sie müssen zur Hauptstraße!“, rief er uns zu. Wir nahmen die Beine in die Hand und rannten die Treppen runter zur Hauptstraße. Eine Haltestelle war nicht in Sicht. Wir liefen entlang der Hauptstraße in Richtung Castle. Es dauerte mindestens eine halbe Stunde, bis wir eine Haltestelle erblickten. Dort warteten wir noch einmal 10 Minuten, bis wir endlich im Bus saßen. Die Sonne schien. Im Ort angekommen schauten wir uns erst einen Laden für Souvenirs an, da Vanessa ihren Liebsten Wollpullover mitbringen möchte. Später als wir am Gelände des Schlosses ankamen, fing es an in Strömen zu Regnen und zu Hageln. Das Wetter sollte den gesamten Tag sehr wechselhaft werden. Wir erlebten fast alle vier Jahreszeiten in einer Stunde. Während des Regens versuchten wir uns im Schloss unterzustellen und sobald die Sonne wieder rauskam spazierten wir entlang der botanischen Gärten. Vom Vorabend hatten wir Burger übrig, die wir gegen Mittag glücklich auf einer Bank in der Sonne verspeisten. Am Nachmittag stand noch das Blackrock Castle auf dem Plan, welches auf Bildern, die wir gesehen hatten sehr imposant ausgesehen hatte. Nur 30 Minuten brauchten wir mit dem Bus. Als wir dann endlich das Schloss erblickten, kamen wir aus dem Lachen nicht mehr heraus. „Da ist ja sogar meine 1-Raum Wohnung größer!“ Lange hielten wir uns daher am Blackrock Castle nicht auf. Den Rest des Tages verbrachten wir in der Innenstadt Corks, wo ich mir eine Vintage Jacke zulegte, die ich seitdem jeden Tag stolz trage.Read more

  • Day8

    Chlorgeruch und fettiges Haar

    March 11 in Ireland ⋅ 🌧 9 °C

    Den heutigen Tag hatten wir schon im Vorfeld bei der Reiseplanung als Ruhetag auserkoren. Und wir hatten ihn bitter nötig. Ausschlafen, auschecken und nochmal entspannt durch die Läden Killarneys schlendern. Am Nachmittag dann die Zugfahrt nach Cork. Wir waren froh darüber, dass wir den Tag so gestaltet hatten, denn es regnete fast ununterbrochen. Als der Schaffner im Zug nach Cork nach unserer Fahrkarte und dem Studentenausweis fragte kam der Schock: ich fand meinen Studentenausweis nicht mehr und das Ticket war nur mit dem Ausweis gültig. Immer gehetzter durchwühlte ich meinen Rucksack. Der Schaffner bemerkte meine Unruhe und sagte mit angenehmer Tonlage, dass ich mir so viel Zeit nehmen soll, wie ich brauche und kurz darauf hatte ich den Ausweis auch schon gefunden. Er erklärte uns ohne, dass wir im Vorfeld nachgefragt hatten unsere Route. Wie wir im Nachhinein feststellten, waren wir nicht die einzigen, denen er Hilfe leistete. Jeder einzelne Fahrgast bekam seine persönlichen Informationen bezüglich der Strecke. Einer Dame gab er sogar noch eine Buchempfehlung mit auf den Weg. In Cork angekommen hieß es erstmal wieder einchecken. Das Kinlay House Hostel hatten wir für 2 Nächte gebucht, wo Vanessa bereits bei ihrem ersten Trip nach Irland genächtigt hatte. Der Mann an der Rezeption kassierte uns erstmal völlig falsch ab und wusste nicht so richtig, wie man mit einem Ec-Kartengerät umgeht. Der Flur roch nach Chlor. Das Bad war auf dem Gang, Die Küche war doch eher sporadisch eingerichtet. Als wir uns am Abend etwas kochen wollten und das Feuerzeug am Gasherd nicht funktionierte, bekam ich von dem Personal nur ein: „Das muss funktionieren und wenn nicht, dann frag andere Leute, die werden schon was haben“. In dem ganzen Hostel hat man kaum eine Person gesehen. Nur der Mann, der zuständig für die Küche war und stolz seinen Bierbauch präsentierte und ein anderer, der geschätzt 45 Jahre alt war und sich mit hochroten Augen eine Suppe zubereitete. Als ich kurz zu unserem Zimmer lief, um etwas zu holen, bekam ich mit, wie das Personal einen Gast lauthals anbrüllte mit den Worten: „Ich will von dem Dreck im Bad nichts mehr hören!“, „Hau ab!“, „Geh mir nicht auf die Nerven!“. Wie ich am nächsten Morgen feststellen sollte, hatten die Duschen keinen Temperaturregler und das Wasser war eiskalt. Schimmelflecken waren an der Decke und am Boden. – Wohlig gemütlich hier. Offensichtlich ist es dennoch das bestbewertete Hostel Corks, glaubt man den Rezensionen.Read more

  • Day7

    Unser erstes Mal…

    March 10 in Ireland ⋅ ☁️ 7 °C

    Ein weiterer Tag im Nationalpark Killarneys stand uns bevor. Aus unzähligen Routen konnten wir wählen. Das Gap of Dunloe hatte es mir besonders angetan. Da wir die bisherigen Tage immer früh aufgestanden sind, schliefen Vanessa und ich vor der Planung der Wanderung erst einmal aus. Bis 8:30 Uhr. Beim Frühstück lernten wir unter anderem einen Deutschen kennen, der uns ein Glas Möhren und Erbsen und eine Packung Orangensaft anbot. Es entwickelte sich ein Gespräch und die Zeit verflog. Gegen Mittag brachen wir dann endlich auf. Laut Google Maps war der Weg bis zum Ort Dunloe eine Strecke, die man in 2 ½ Stunden zu Fuß zurücklegen konnte. Im eigentlichen Ort hatten wir uns dann wieder einen Wanderweg auf Komoot herausgesucht, der ca. eine Stunde gehen sollte. Insgesamt also 6 Stunden, vielleicht 7 mit Pausen und kleinen Umwegen. Eine angenehme Tagestour. Der Hinweg führte erst vorbei an einem kleinen Waldstück. Zwischen Vanessa und mir entwickelten sich mal wieder interessante Gespräche. Irgendwann gelangten wir an eine Straße, bei der es keinen Fußweg mehr gab. Ein Auto vor uns hatte angehalten und die Fensterscheibe heruntergekurbelt. Darin saß eine nette ältere Dame, die uns fragte, ob sie uns zum Gap of Dunloe mitnehmen soll. Vanessa überließ mir die Entscheidung. Übermutig sagte ich dankend nein. „Wir wollten ja schließlich wandern“. Die Straße schien kein Ende zu nehmen und die Gliedmaßen wurden immer schwerer. „Hunger“ schrien unsere Mägen. Aber eine Mittagspause auf der Straße war keine Option. 15 Minuten entfernt vom Ziel dann das Licht am Horizont: eine einzelne Bank. 16 Uhr kamen wir endlich an dem Ort im Nationalpark an, wo unsere eigentliche Wanderroute durch das Gap starten sollte. Wieder einmal eine wunderschöne Landschaft, bei der man die Gewalt der Natur vor Augen geführt bekommt. Schafe laufen neben einem frei herum und gelegentlich trifft man Autofahrer an, die die Strecke durchfahren. Nach einer Weile im Nationalpark schaute ich auf Google Maps nach, wie lange wir benötigen werden, um wieder zurück zu unserer Unterkunft zu finden. Es waren 3 Stunden zu Fuß, knapp 20 Kilometer. Laufen war für uns beide keine Option. Eine Bushaltestelle in der Nähe gab es nicht. Doch die Frau, die wir gegen Mittag angetroffen hatten, brachte uns auf eine Idee. Trampen! Das erste Auto, dass uns entgegen kam fuhr zwar nicht in unsere Richtung, aber wir streckten trotzdem mal den Daumen heraus. Ein Mann hielt an, seine Rückbank war voll mit Outdoor Ausrüstung und einem Schlafsack. Die Frage, ob er in die Nähe unseres Ortes fährt wurde natürlich verneint und er zog weiter. Wir beschlossen nur noch Autofahrer zu fragen, die auch in die Richtung fuhren in die wir mussten. Nach einer gefühlten Ewigkeit und mindestens 5 Autos, die es nicht lohnte zu fragen, tauchte ein Auto auf, das in unsere Richtung fuhr. Wir streckten die Hände, hielten die Däumchen heraus und das Auto stoppte. Als wir durch das heruntergelassene Fenster schauten, trauten wir unseren Augen kaum: Es war der Mann, der erst abgelehnt hatte uns mitzunehmen! Er hatte extra seine Rückbank für uns frei gemacht und schlug vor, dass er uns zumindest bis zur Hauptstraße mitnehmen könnte. Alles war uns recht. Hauptsache nicht laufen. Connor begrüßte uns herzlich. Wir stellten fest, dass er doch kein Ire war, wie wir vermutet hatten, sondern er ist ebenfalls ein deutscher Student auf Rundreise durch Irland. Schnell entwickelte sich ein angeregtes Gespräch und kurz vor der Hauptstraße schaute Connor auf das Navi und entschied sich doch dafür, uns bis nach Killarney zu bringen. Er berichtete von seinen ersten Tramperfahrungen und gemeinsam lachten wir herrlich. 27 Minuten brauchten wir insgesamt. Verglichen mit der Dauer, die wir zu Fuß gebraucht hatten, kam uns das unglaubwürdig und lächerlich vor. Doch froh waren wir, denn die Füße schmerzten und die Müdigkeit ließ nicht lange auf sich warten.

    Für uns beide war es das erste Mal Trampen und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein. (Sorry Mama) An dieser Stelle: Vielen Dank Connor! Für deine Spontanität, deine Gutmütigkeit und die lustige Heimfahrt. Save trip! 😊
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  • Day6

    Zitronenkuchen

    March 9 in Ireland ⋅ 🌧 8 °C

    Das erste Mal Zug fahren in Irland. Am Bahnhof in Galway erhaschte der Schaffner schnell unseren fragenden Blick und erklärte uns mit einer unfassbar angenehmen Geduld unsere gesamte Strecke, die wir zurücklegen mussten. Inklusive von welchem Bahnsteig welcher Zug fährt und wo sich unser Wagen befindet. Das netteste Bahnpersonal, das ich bisher erlebt habe. Es geht von Galway nach Killarney. Viermal umsteigen und eine Fahrt von ca. 5 Stunden, obwohl es nur eine Distanz von 207 Kilometern ist. Das Zugliniennetz führte uns quer durch Irland. Unsere Zeit vertrieben wir uns damit den Schlaf aus der letzten Nacht nachzuholen, zu essen und verträumt aus dem Fenster zu schauen. Ein liebes irisches Pärchen wünschte uns am Bahnsteig in Portlaoise eine gute Reise. Und eh wir uns versahen, waren wir gegen Mittag in Killarney angekommen. Die Sachen wurden schnell ins überraschend große Hostelzimmer gebracht und wir zogen die Regenkleidung an. – Oder wie wir sie liebevoll nennen: die Schlammhose. Trotz starker Erschöpfung, durch die lange Anreise, machten wir uns wieder auf. Mit Komoot hatten wir eine Wanderstrecke entlang eines Sees im nahegelegenen Nationalpark gefunden. Es begann mit der Besichtigung einer verlassenen Ruine, deren dunkle Gassen wir mutig erkundeten. Die kurze Angststarre, in die wir versetzt wurden, sobald wir einen neuen Raum betraten, ließ uns hellwach werden. Nach gefühlt tausend Fotos gingen wir weiter und folgten eine Weile dem Weg bis Vanessa einen Trampelpfad entdeckte. Vom Weg beim Wandern im Ausland abkommen? Da sag ich nicht nein! Und so liefen wir weiter auf einem mystischen Steinweg, der von einem Dickicht aus Ästen eingeschlossen wurde. Erzählten uns gegenseitig Sagen darüber, wie der Weg wohl entstanden sein mag. Von Fabelwesen und verbotener Liebe war alles dabei. Der Wald öffnete sich und ließ hin und wieder einen Blick auf den See erhaschen. Man fühlte sich, wie in eine andere Zeit zurückversetzt. Eine Zeit, bei der die Natur noch völlig unberührt war und es keine Technologie gab. Hinter dem See ragten die Berge in die Höhe, bis sie im Nebel verschwanden. Kaum einen anderen Menschen trafen wir an. Da das Mittagessen doch sehr sporadisch ausgefallen war, grummelten irgendwann unsere Mägen. Mir fiel ein, dass noch ein Zitronenkuchen in meinem Rucksack war. Und so liefen wir glücklich mit Zuckergussgeschmack auf den Lippen und Krümeln auf der Kleidung weiter, erzählten uns Geschichten und vertieften unsere Freundschaft.Read more

  • Day5

    Tage wie diese

    March 8 in Ireland ⋅ 🌧 8 °C

    Auf die Cliffs of Moher freute ich mich schon in Dresden. Allerlei imposante Bilder tauchen bereits bei Google auf, wenn man „Cliffs of Moher“ in die Suchleiste eintippt. Doch hohe Erwartungen können auch oft enttäuscht werden. Dieses Mal wurden sie es aber nicht. Allein die Anfahrt war geprägt von atemberaubenden Landschaften. Einige Ruinen, viele Farmen, wo einen Schafe, Kühe und Esel aus nächster Nähe grüßten und natürlich nicht zu vergessen: der Atlantik mit seinen kräftigen Wellen, die mich wieder einmal in eine Surf-nostalgie versetzten. Bei den Klippen angekommen ersuchten wir zuerst die Toiletten hinter dem Eingang, auf dem Weg dorthin stellte ich fest, dass es ein Schild gab, worauf vermerkt wurde, dass man ein Eintrittsgeld für die Klippen zahlen müsse. Wir gingen zum kleinen Ticketoffice und zahlten beide 7€, obwohl wir auch ohne Ticket im Vorfeld durch den Eingang gekommen waren. „Sicher ist sicher und man wird bestimmt im Nachhinein noch kontrolliert.“ Man kann es sich schon denken: Die 7€ hatten wir umsonst ausgegeben und bis jetzt haben wir immer noch keinerlei Ahnung wofür das Ticket genau war. Für den Trail entlang der Cliffs of Moher jedenfalls nicht. Doch das sollte unsere Laune nicht mindern (es waren ja auch nur 7€). Glück war mit uns, denn die Klippen waren in den vorherigen Wochen aufgrund von Sturmwarnungen gesperrt. Auch noch am Vortag, dem 07.03. war das Gelände nicht zugänglich. Oberhalb der Klippen kamen wir dann, wie so oft in den letzten Tagen, nicht mehr aus dem Staunen raus. Es war ein Wechselspiel von Sonne, Regen und Wolken. Nicht zu vergessen: der Starke Wind, der mich wieder einmal wegwehte. Wäre Vanessa nicht gewesen und hätte mich nicht im richtigen Moment festgehalten, wer weiß wo ich jetzt schwimmen würde. Ein etwas anderer Adrenalinkick, der mich kurz darauf in einen nicht zu endenden scheinenden Dauerlachflash versetzte. Ein Tag ist besser als der andere hier in Irland. Gegen Abend ersuchten wir wieder unser Stammlokal für ein letztes gemütliches Mahl in Galway. Was wir noch nicht wussten: Es sollte ein ereignisreicher Abend werden. Wir bekamen den letzten Tisch zwischen zwei großen Gruppen einheimischer Iren. Bestellten Cider, einen Burger für Vanessa und einen Auflauf für mich. Ein Mann neben unserem Tisch lächelte uns zu und fing im Laufe des Abends ein Gespräch an. Schnell wurden wir ein Teil der Gruppe. Ich teilte meine bestellten Windbeutel mit den Männern. Einer brachte uns ein traditionelles irisches Lied bei, welches ich fröhlich zusammen mit dem Iren auf der Luftgitarre mitspielte und lauthals Wörter nachsang, die ich nicht verstand. Als der Abend zu Ende zu gehen schien, räusperte die eingetroffene Live Band erste Töne ins Mikrofon, woraufhin wir entschieden noch ein Weilchen zu bleiben. Fast alle im Pub kannten sich untereinander und so wurden Freunde nach vorne auf die Bühne gebeten, um Instrumente zu spielen oder einfach für Tanz und Gesang. Das zweite Lied gefiel mir besonders gut, weshalb ich einen anderen Mann aus der Gruppe nach dem Titel des Songs fragte. Er tippte den Titel in meine Telefonnotizen ein und dazu auch noch gleich seine Telefonnummer. 😂 Als es dann doch sehr spät wurde und wir uns verabschiedeten, bekamen Vanessa und ich noch eine große Umarmung und einen Kuss auf die rechte und linke Wange von dem Mann, den wir ganz zu Beginn kennengelernt hatten und der im Laufe des Abends nicht gerade wenig Guinness gekippt hatte. Einige Reisegrüße folgten und wir verließen das Pub mit einem breiten Grinsen und vielen Erinnerungen, die wir nicht missen möchten.Read more

  • Day4

    Vom Winde verweht

    March 7 in Ireland ⋅ 🌧 8 °C

    Regen? Wind? Sturmwarnung? -Auf zur Spitze des Berges!
    Wo? Nationalpark Connemara. Windgeschwindigkeit? Am höchsten Punkt fast 104 Kilometer pro Stunde. Anzahl durchnässter Kleidungsstücke? 3 exklusive Vanessas Schuhe. Dauer des Aufenthalts? Fast 8 Stunden. Anzahl an geschossenen Bildern? Viel zu viele. Stimmung? Phänomenal. 🌪Read more

  • Day3

    Wir wollen Meer!

    March 6 in Ireland ⋅ ⛅ 8 °C

    Es heißt früh aufstehen. Unser Weg führt von Dublin nach Galway, wo wir einige Tage verbringen werden. Während ich im Bus die ersten Zeilen unserer Reise in die Tasten haue kuschelt sich Vanessa an mich. Strahlender Sonnenschein begleitet uns auf unserem Weg, obwohl der Wetterbericht Regen angekündigt hatte. In Galway angekommen bereiteten wir uns seelisch auf den Weg zur neuen Unterkunft vor. Kurz überlegten wir, ob ein Taxi vielleicht doch mehr Sinn machte, als zu laufen. Ganze 350 Meter mussten wir auf unserem Weg zum Hostel zurücklegen! Die zwei Ampeln nicht zu vergessen! Am Nachmittag spazierten wir unserer Nase entlang durch Galway. Vorbei an unzähligen Straßenmusikern und eh wir uns versahen waren wir am Meer, wo wir den ganzen Tag vertrödelten. Am Meer realisierten wir beide, dass wir nicht mehr in Deutschland sind und der Traum Irland wahr geworden ist. Ich atmete einmal tief ein und wieder aus, um den Augenblick noch besser wahrnehmen zu können. Abends verschlug es uns in ein nahegelegenes Pub, wo der Türsteher uns beim Blick in die Karte scherzend mitteilte, dass die Tagessuppe heute Guinness sei. Worauf Vanessa scherzend fragte, ob das jeden Tag so sei, was der Türsteher wiederum mit einem breiten Grinsen auf den Lippen bestätigte. -Besser gehts doch gar nicht, dachten wir uns beide! Und so verbrachten wir unseren Abend in fabelhafter Gesellschaft mit leckeren, vom Kellner empfohlenen alkoholischen Getränken und einem Essen, das so gut war, dass wir gleich beschlossen die Folgetage im selbigen Lokal einzukehren.Read more

  • Day2

    Dublin und seine herzlichen Bewohner

    March 5 in Ireland ⋅ ☀️ 7 °C

    Gegen 2 Uhr morgens trafen wir in Berlin Schönefeld ein. 7:55 Uhr ging unser Flug. Genügend Zeit für Essen, Nachrichten an die Liebsten verfassen, Stadt Land Fluss spielen und kleine Wanderungen auf dem Flughafengelände. Schlaf kam uns beiden nicht in den Sinn. Erst als wir im Flieger saßen überkam uns die Müdigkeit. Glücklicherweise wachten wir wieder rechtzeitig auf, um das wunderschöne Irland aus dem Flugzeugfenster bestaunen zu können. In Dublin angekommen machten wir uns zuerst auf den Weg in unser Hostel. Einchecken war erst 14 Uhr möglich, aber wir konnten uns schon einmal unserem schweren Gepäck entledigen. Mit fast 3 Stunden Schlaf intus hieß es nun Sightseeing. Und was machen Studenten als erstes, wenn sie endlich frei haben und nicht mehr zur Uni müssen? Sie schauen sich eine andere Universität an! Das Trinity College in Dublin, mit den wunderschönen Parkanlagen und unter anderem einer riesigen Bibliothek ist eine berühmte Sehenswürdigkeit. So stolzierten wir auf dem Campusgelände herum, erblickten allerlei seltsame Skulpturen und schauten zwei Studenten kurz bei einem Tennis Match zu. Das eduroam WLAN funktionierte übrigens auch perfekt, da fühlt es sich doch gleich wie Zuhause an. Anschließend erkundeten wir die Stadt, bis uns irgendwann der Hunger in einem mexikanischen Restaurant Platz nehmen ließ. Wir bestellten Tacos, schmackhaft aber nicht sättigend. Als wir weiterzogen zückte ich meine TUC Cracker, die wir einen nach dem anderen verspeisten. Und so liefen wir, solange unsere Füße uns noch tragen konnten. Oder besser gesagt, solange bis wir einen Waffel & Pancakes Laden entdeckten. Es sollte eine der besten Waffeln sein, die ich bisher in meinem Leben gegessen habe. Am Nachmittag konnten wir dann endlich unser langersehntes Powernap im Hostel wahrnehmen. 19 Uhr waren wir wieder auf den Beinen, denn pünktlich um 19:30 Uhr wurde Freibier im Hostel versprochen. Während wir unser Abendbrot kochten und verspeisten teilten wir ein Guinness (natürlich gerecht: für Vanessa ¼ und für mich ¾ des Bieres) und lauschten den vielen Gesprächen. Danach brachen wir noch einmal auf. Es zog uns in das Pub Viertel Dublins, welches gleich neben unserem Hostel lag. Wir lauschten der live Musik, die aus den Pubs drang und spazierten durch die Nacht. Unter anderem kamen wir an einem kleinen Donut Laden vorbei, auf dem „rolled donuts“ stand. Verwundert blickte ich in Richtung des Ladens und ein Kunde, der gerade eine Tüte voll kleiner Donuts bekam erhaschte meinen Blick. Er lief auf uns zu und bat uns einen Donut zum probieren an. Wir waren geschockt von der Offenherzigkeit des Mannes und vermuteten kurz das Schlimmste. Schnell warfen wir aber unsere eingeprägten Vorurteile über Bord und nahmen dankend den Donut entgegen. Der Mann verabschiedete sich und verschwand in der Dunkelheit der Nacht während wir einen Donut teilten, von dem wir den ganzen Abend noch schwärmten. – Vielen Dank für den leckeren Donut fremder Freund. ❤Read more

  • Day1

    Aufbruch zu neuen Abenteuern

    March 4 in Germany ⋅ ⛅ 6 °C

    Wenn der Tag nur 24 Stunden hat, kann das Zeitmanagement manchmal etwas schwierig werden. Wenn man den Tag vor der Abreise dann noch den Beginn der Semesterferien gebührend feiert, ist das nicht gerade förderlich. Während Vanessa Zuhause vermutlich gemütlich auf dem Bett chillte, raste ich in meiner Wohnung von einem Ort zum anderen. Einkaufen, Duschen, Packen, Putzen und Haare färben (man will ja schließlich gut auf den Urlaubsfotos aussehen :D) standen auf der Liste. Der Stress war mein Verschulden, da ich statt den Aufgaben tagsüber doch eher den Schlaf bevorzugt hatte. Die Uhr tickte immer schneller und eh ich mich versah war es 23 Uhr. Mit meinem großen Backpack und dem kleinen Daypack rannte ich zum Bus. Zuhause ließ ich gezwungenermaßen noch meinen Biomüll und ein wenig Abwasch zurück. Ich rief meine Mutter an und fragte sie mit reizender Stimme, ob es möglich sei, dass sie sich die Tage um meine Wohnung kümmere. „Wie du brichst schon heute auf? Ich dachte erst morgen?“, bekam ich als Antwort, obwohl wir uns erst 6 Stunden zuvor nochmal kurz getroffen hatten, um letzte Reiseinfos auszutauschen. Nach vielen „hab dich lieb“ und „pass auf dich auf“ beendeten wir das Gespräch. Am Bahnhof traf ich noch spontan Arndt, der Vanessa, die 2 Minuten später am Bahnhof eintraf, und mir eine gute Reise wünschte und mindestens genauso begeistert wie wir darüber war, dass wir nach Irland reisen. Mit dem Nachtbus, der einen angenehmen stickigen Duft von Schweiß und Pups hatte, ging es nach Berlin. Der Duft versetze mich schlagartig in die Zeiten meines Interrail Trips zurück und ein wohliges Gefühl machte sich in meinem Körper breit. Endlich brach ich wieder zu neuen Abenteuern auf und dieses Mal war ich nicht allein, sondern die liebe Vanessa ist mit an meiner Seite.Read more

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