• Ankunft in Philipsburg

    May 25, 2017 in Sint Maarten ⋅ ☁️ 27 °C

    Gleich nochmal Karibik - kaum 4 Wochen nach unserem Kurzurlaub in Panama sitzen wir tatsächlich ein weiteres Mal in einem Flieger gen Westen.
    Die beiden Feiertage zum Himmelfahrt und Pfingstmontag ergeben zusammen mit ein bisschen Urlaub eine relativ gute Basis für eine Auszeit, die nicht mit Organisation und Stress verbunden sein soll. So nutzten eir ein weiteres Mal die recht günstigen Flugangebote von KLM, denn die Insel St. Martin teilt sich in einen südlichen Teil, der unter dem Namen St. Maarten zum Königreich der Niederlande gehört und den nördlichen, der französisches Überseeterritorium ist.
    Gelockt haben uns aber, zugegebenermaßen, auch Berichte über den Flughafen der Insel - weltweit einzigartig gehen die Flugzeuge hier direkt über einem belebten Strand zur Landung über, die Landepiste ist nur wenige Meter hinter einem Zaun.

    Der Hinflug nach St.Maarten fand mit Air France statt und startete bereits früh morgens mit Zubringer nach Paris Charles de Gaulle - was ja erwiesenermaßen kein Flughafen ist, sondern für Reisende eine Art Vorhölle. Auch unser Stop hier war chaotisch, endlose Wege durch mit schmuddeligen Teppichen belegte Gänge, kaum etwas ausgeschildert, Bustransfer zu einer Art "Überseeterminal" - immer wieder unschön. Aber mit 4 Stunden hatten wir zumindest ausreichend Zeit. Ab Paris fliegt man 9 Stunden - und durch die Zeitverschiebung kommt man noch am frühen Nachmittag an auf der Insel.

    Einen Mietwagen wollten wir hier nicht nehmen, die Insel ist ja auch nicht groß, daher ging's mit dem Taxi die 12 Kilometer nach Philipsburg.

    Wir entschieden uns für ein Hotel direkt in der kleinen Hauptstadt Philipsburg, um wenigstens ein paar Restaurants und ein bisschen Abwechslung "drumherum" zu haben, und da die weitaus meisten Inseltouristen hier nicht übernachten, sondern nur als Tagesgäste von den Kreuzfahrtschiffen kommen, war die Auswahl nicht so wirklich toll.

    Es wurde dann das "Pasanggrahan Royal Guesthouse / Boutique Hotel" - ein historisches Haus, 1904 erbaut und früher Residenz für den Inselgouverneur sowie die niederländische Königsfamilie.
    Es wirbt mit kolonialem Charme, liegt direkt am Strand, hat ein Restaurant, wo man frühstücken kann - also gebucht. Daß in der Karibik "Charme" allerdings anders interpretiert wird, als wir uns das vorgestellt hatten, war bereits auf den ersten Blick ersichtlich.
    Schon der Eingang von der Straßenseite aus - immerhin "der" Touristenhauptstraße Philipsburgs - lässt einen eher eine billige Bungalowanlage im Abseits erwarten. Abblätternde Farbe überall, kaputte Blumenkübel, eine Blechwand, Müllsäcke. Die Loggia als Empfang wirkt wohl gemütlich, doch der Zahn der Zeit ist nicht zu verleugnen.
    Zu den Zimmern geht man direkt durch das offene Restaurant, der Durchgang ist unaufgeräumt, überall kaputtes Holz, Hinterhofflair. Der gefegte Boden allein hilft nicht, darüber hinwegzusehen und dem Namen "Royal" Guesthouse wird dieses Haus schon längst nicht mehr gerecht.
    Auch das Zimmer - na ja. Das alte Holzbett ist mit Sperrholzplanken ausgebessert, die Möbel schadhaft, die Elektrik ein Witz aus den 1950er Jahren. Das Bad ist ein Mix aus halbherzig erneuertem Duschbereich und uralten, schadhaften Plastikfliesen hinter dem Waschbecken, fleckigem Waschtisch, billiger Plastiktoilettenbrille - irgendwie wirkt alles schmuddelig. Aber immerhin haben wir einen großen Balkon und blicken direkt auf die türkisblaue, karibische Bucht.

    Am späten Nachmittag dann gehen wir uns mal umsehen, was das Städtchen so zu bieten hat - und das läßt sich kurz zusammenfassen: Eine Hauptstraße mit bonbonbunten Häusern, in denen sich ein Shop mit Duty-Free-Alkohol, Klamotten und Schmuck an den anderen reiht. Alles für die Kreuzfahrttouris interessant, jetzt aber, da kein Schiff da ist, wie ausgestorben. Und eine schöne Bucht mit weißem Sand und blauem Meer. That's it.
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