Adieu Reunion - Mauritius "von hinten"
November 5, 2023 in Mauritius ⋅ ☁️ 26 °C
Nun also ist unser Abstecher auf ein Stückchen Frankreich im indischen Ozean schon vorbei und ich versuche mal vorsichtig, ein Fazit zu ziehen.
Selbstverständlich beeindruckt die Landschaft - da gibt es keine zwei Meinungen.
Diese von Naturgewalten geschaffene Insel ist das Paradies für jeden, der gerne Outdoor mäßig unterwegs ist, kann aber auch gut mit dem Auto bereist werden. Allerdings sollte man die Fahrzeiten nicht unterschätzen, man sitzt schon immer lange im Auto und hat mitunter das Kurvenfahren satt.
Uns hat der nördliche Teil mit den Cirques bzw der Osten weit besser gefallen, die Süd- und Westküste hat uns nicht beeindrucken können – die Städte an der Küste und die Strände sind nichts besonderes. Zum Vulkan kann ich nun leider nichts sagen, gefühlt allerdings kann man ähnliche Landschaften auch auf den Kanaren finden (und sowieso auf Hawaii).
Die Straßen sind fast überall sehr gut, auch Bergrouten in gutem Zustand. Nervig ist, daß es nirgends Ortsumgehungen gibt, man muss sich immer mitten durch all die Sainte’s quälen, 10 Verkehrskreisel nacheinander, mitunter steht man da ewig in Staus.
Die Örtchen in den Bergen sind nett, wobei die farbenfrohen kreolischen Häuser eher Ausnahmen sind.
Es ist tropisch warm, die Menschen sind sehr herzlich und gastfreundlich (was man ja nun von den Festlandsfranzosen gar nicht immer so behaupten kann), allerdings ist auch hier die Bereitschaft bzw. vielleicht auch das Vermögen, Englisch zu sprechen, ebensowenig vorhanden wie dort. Was ich im Alltag verstehen kann, aber wenn man im Tourismus arbeitet, könnten rudimentäre Englischkenntnisse nicht schaden.
Jede Erklärtafel, jede Speisekarte, Führungen irgendwo – alles ausschließlich nur französisch.
Der gesamte Tourismus auf Reunion ist wirklich zu 90% auf französische Gäste ausgerichtet, nicht nur bezüglich der Sprache, auch die Unterkunftsangebote sind eher gewöhnungsbedürftig. Es gibt ein paar Hotels an der Westküste, ansonsten kommt man eben bei privaten Vermietern unter. Das ist oft sehr basic, entspricht nicht immer unseren Wünschen und Vorstellungen.
Daß wir beide auch keine Freunde der süßen französischen Frühstückskultur (Croissants, Baguette und Marmelade) sind, macht die Sache nicht runder und die hier vorgegebenen Frühstückszeiten bis spätestens 8:30 Uhr schon gleich gar nicht.
Ich merke schon wieder selber, daß meinen Worten die große Begeisterung fehlt – und ja, so muss ich es stehen lassen.
Wahrscheinlich hat dazu auch beigetragen, daß das Wetter in den vergangenen Tagen nicht gut war, auf jeden Fall aber auch diese zweite Unterkunft im Süden der Insel.
Wäre die Anreise nicht so umständlich, gäbe es eine größere Auswahl an Hotels statt nur Zimmervermietung könnte ich mir vorstellen, hierher nochmals zu kommen.
Ansonsten war es nett, aber einmal reicht auch.
-----------------------------------------------------------------------
Mauritius
5.11. Sonntag
Am Flughafen sind wir viel zu früh, nach all den verstopften Verkehrskreiseln in den letzten Tagen und weil ich Horrorgeschichten darüber gelesen hatte, wie ewig man braucht, um durch die Hauptstadt Saint Denis zu kommen, sind wir sicherheitshalber schon kurz nach 7 am Morgen losgefahren. Es sind immerhin fast 100km Strecke und wir müssen tanken und den Wagen abgeben.
Allerdings ist heute Sonntag und somit wenig los unterwegs. Aber besser so, als zu hetzen. Auch heute ist kein schönes Wetter, aber doch ein paar Wolkenlücken ab und zu.
Der kurze Flug zur Nachbarinsel landet gegen 13:30 Uhr, die Einreise geht schnell.
Auch über Mauritius hängen Wolken.
Nun beginnt der vertrackte Teil des Tages, der uns beide Nerven kostet. Nach der Übernahme eines winzig kleinen, knallroten Autos versuchen wir, unser mitgebrachtes Navi zu programmieren und verzweifeln darüber. Nichts geht, das Ding weigert sich, irgendetwas von dem, was wir ihm füttern, zu akzeptieren. Adresse des Hotels, Kartensuche, Koordinaten…. Vergeblich.
Irgendwann begreifen wir, daß es ganz einfach über keine Karte von Mauritius verfügt. Volltreffer also. Natürlich hab ich an so etwas vorher im Traum nicht gedacht und daher hatten wir natürlich weder eine SIM-Karte hier gekauft noch vorher irgendwelche maps für offline-Navigation heruntergeladen. Das einzige, was ich im Vorfeld noch besorgt hatte, war eine faltbare Landkarte für Reunion und Mauritius. Back to the roots also, und das mit Linksverkehr einmal quer über die Insel.
Natürlich war es ab Flughafen nicht schwer, die Schnellstraße Richtung Port Louis zu finden, nur leider stimmten die Bezeichnungen der Straßen auf meiner Karte nicht überein mit den angegebenen Nummern und irgendwo müssen wir ja auch runter von der großen Route.
An der Strecke gab es nirgends Hinweise, in welcher Ortschaft man eigentlich sich grade befindet, nur winzig kleine Abzweigschilde, meist zu Industrie oder Commercialgebieten. Einem davon folgten wir also irgendwann und fanden uns bald in unbezeichneten Vorortstraßen zweifelhaften Charakters wieder, keinen Plan, auf welcher Höhe zum Ziel, namenlose Viertel in einer namenlosen Stadt. Schließlich blieb nichts anderes, als das roaming am Handy einzuschalten, sonst hätten wir nie die Route gefunden.
Unsere Bleibe hier ist ein privat geführtes kleines Hotel, mit direktem Blick auf’s Meer, allerdings kein unmittelbarer Badestrand. Alles schon ein bisschen in die Jahre gekommen, wie man das so nett umschreibt, aber in Ordnung. Ein großer Bungalow mit Wohnzimmer, 2 Schlafräumen und Küche, es gibt natürlich Pool, Terrasse, eine Bar und man kann auch zu Abend essen. Das ganze kostet incl. Frühstück kaum mehr als unser „Fremdenzimmer“ auf Reunion.Read more




















