• Fazit der Reise

    June 9, 2025 in Serbia ⋅ 🌙 16 °C

    Fazit

    Eine Stadt, die einem vom Hocker reißt, ist Belgrad sicherlich nicht. Doch kann man hier ein paar nette Stunden verbummeln, wenn man schon viel gesehen hat und nicht allzu viel erwartet. Vieles, was hier mangels Alternativen bereits als „Highlight“ gilt, würde anderenorts niemanden hinter dem Ofen hervorlocken (wobei ich ausdrücklich nicht für die Jugend und die sicherlich vorhandene Szene sprechen kann), und wenn vollmundig vom „Montmartre Belgrads“ die Rede ist, macht ein bisschen Kopfsteinpflaster noch lange kein Pariser Viertel.

    Die Gastronomie ist jetzt nicht ausschließlich balkantypisch und fleischlastig, es gibt genügend Alternativen, sicher auch günstiger als in anderen Teilen der Welt, aber nun gewiss auch nicht der ultimative Grund, hierher zu kommen.

    Die Menschen sind zugänglich, dabei aber weitestgehend reserviert und ohne ein einziges lächeln zu viel. Wobei durchwegs ein ausreichendes bis gutes Englisch gesprochen wird - von der Marktfrau bis zum Zimmerservice.

    Die teilweise doch recht offensichtlichen Sympathien der Serben für eher fragwürdige Gestalten der jüngeren Geschichte sollte man wohl ignorieren; unübersehbar immerhin ist der Stolz auf einen großen Sohn des Landes (wobei man auch hier streiten könnte, wessen Landes Sohn er eigentlich war): Nikola Tesla.

    Der öffentliche Nahverkehr der Stadt beschränkt sich auf ein eher undurchsichtiges System von Bussen und Straßenbahnen (wobei unsere e-sim leider versagte, vielleicht hätten wir ansonsten auch mal etwas vor Ort versucht). Aber in der eigentlichen Stadt kann man sich auch absolut zu Fuß bewegen.

    Für uns ist Belgrad sicher keine weitere Reise wert, aber wir hatten ein abwechslungsreiches Wochenende mit vielen schönen Eindrücken.
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