Born in Bavaria, I strive for losing the worst and keeping the best german habits while travelling the world.
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  • Day83

    Rückkehr

    December 11, 2019 in Germany ⋅ ☁️ 2 °C

    In den frühen Morgenstunden kehre ich heute gesund zurück nach Aschaffenburg und ziehe eine erste, kleine Bilanz:

    - 83 Tage auf der Reise
    - 13 bereiste Länder auf 3 Kontinenten
    - 7 verschiedene Währungen
    - 15.200 zurückgelegte Kilometer
    - 3,5 kg Gewichtsverlust
    - 40 verschiedene Nachtlager

    Gerade aber die unbezahlbaren Erinnerungen, die sich nicht in Zahlen fassen lassen, werde ich die nächsten Wochen und wahrscheinlich noch in Jahren Revue passieren lassen. Eine wunderbare Reise mit einigen Strapazen und umso tolleren Begegnungen findet somit ihr gelungenes Ende. Vorerst ...
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  • Day82

    Goodbye in Mailand

    December 10, 2019 in Italy ⋅ 🌙 6 °C

    After 6634 km on adventurous country-, gravel- and dirt roads I have to say goodbye to my faithful motorcycle initially. The current weather conditions at the Alpine passes combined with worn tires and brake linings rule out the return with a two-wheeled vehicle. Among his peers, the Pegaso will hibernate in a hangar and wait for me to wake her up at the beginning of next spring. I myself will take the last step of this incredible journey by taking the bus back home to Germany this evening.Read more

  • Day80

    Unvergessliches Tunis

    December 8, 2019 in Tunisia ⋅ ⛅ 17 °C

    Vor drei Tagen rolle ich abends in die Medina von Tunis ein, um dort die Nacht zu verbringen. Da es keine Hostels in Tunesien gibt, suche ich eine günstige Absteige auf, die mir ein anderer Motorradreisender zuvor als "basic but cheap" schmackhaft gemacht hat. Beim Betreten des Hotels fallen mir schon die beiden arabischen Gorillas mit Schlagknüppeln und die stark überschminkte Rezeptionistin auf. Als ich dann die Schlafkammer betrete, bestärkt sich mein erster Eindruck und bei direkter Nachfrage an der Rezeption wird mir schelmisch grinsend bestätigt, dass es sich bei dem Etablissement um ein Bordell handelt. "Basic but cheap" denke ich mir, hole meinen Schlafsack raus und klemme noch einen Stuhl unter die Türklinke, bevor ich einschlafe.

    Nachdem ich am nächsten Tag durch die Souks geschlendert bin und mich dem Konsum zahlreicher tunesischer Tees hingegeben habe, packe ich meine Habseligkeiten zusammen und ziehe aus dem Bordell aus. Weniger die nächtlichen Geräusche der Matratzensportler, als die unzähligen Moskitos haben mich durchgehend traktiert. Raus aus dem tumultigen Zentrum von Tunis versuchen mich dann gleich zwei Airbnb-Hosts mit dem "Tunisian way" übers Ohr zu hauen, was zwar nicht funktioniert, letztendlich aber dazu führt, dass ich spätabends immer noch keine Bleibe habe. Nachdem ich meinem Ärger in einem Telefonat mit Said, einem der Übeltäter, Luft gemacht habe, muss ich feststellen, dass keine bezahlbaren Alternativen verfügbar sind. Ich sehe mich schon wieder in den Puff einchecken, als ich von einem tunesischen Mädel, das mit seinen Freunden im Café nebenan saß, angesprochen werde. Es wird herumtelefoniert und organisiert und schließlich werde ich zu einem jungen Ehepaar gebracht, das mit der italienischen Oma in einer Wohnung lebt. Dort bekomme ich Abendessen bereitet, ein Bett ins Wohnzimmer gestellt und werde mit Allem versorgt, was man sich wünscht. Am nächsten Morgen frühstücken wir gemeinsam und ich werde gebeten, noch eine Nacht zu bleiben. Als ich dankend annehme, gibt die Oma beim Mittagessen keine Ruhe, bis ich kurz vor dem Platzen stehe und schließlich werde ich dann am Abend von einem der Mädels aus dem Café abgeholt und zu ihrer Familie chauffiert. Ihre Mutter hätte von mir erfahren und darauf bestanden, mich zum Essen einzuladen. Es gibt köstliche tunesische Spezialitäten, anschließend Obst, Gebäck, Kaffee und natürlich stark gesüßten Schwarztee mit frischer Minze. Als ich mich bedanke und verabschiede, ist es schon nach Mitternacht bevor ich zurückgefahren werde. Heute früh wird mir dann noch eine riesige Tüte mit allerlei Speisen in die Hand gedrückt, damit ich auf der Fähre nicht darben müsse. Gerade als ich das Motorrad starte, kommt plötzlich eine alte Frau aus dem Haus gestürmt. Die Nachbarin, wie sich herausstellt, hat von meinem Besuch gehört und klemmt mir eine ganze Tüte tunesischer Pralinen an die Hecktasche.

    Selbstverständlich nimmt keiner dieser Leute auch nur einen Dinar von mir an und es fällt mir nicht leicht, mich in die Großzügigkeit und die grenzenlose Gastfreundschaft der Tunesier fallen zu lassen. Wer in Europa würde schon einen wildfremden Ausländer von der Straße zwei Tage in seiner Wohnung aufnehmen, ihn bekochen, umsorgen und mit der Familie an einen Tisch setzen?

    Mit diesem unvergesslichen Erlebnis im Gepäck mache ich mich heute auf den Rückweg nach Italien. Nachdem die Fähre gleich abgelegt hat, werde ich in 27 Stunden in Genua anlanden.
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  • Day77

    Stopover in Monastir

    December 5, 2019 in Tunisia ⋅ ☀️ 14 °C

    Even though I only spent one night and one day in Monastir, it was definitely worth going there. Prepared with Alaeddine's food recommendations I enjoyed a culinary stay in this city. And with a really little bribe for the receptionist I managed to get an excellent room with sea view right above the harbour. The next day I drive on to Tunis.Read more

  • Day76

    Das Orakel von El Djem

    December 4, 2019 in Tunisia ⋅ ⛅ 20 °C

    Bevor ich mich auf den Rückweg nach Norden begebe, fahre ich noch ein kleines Stück ins Landesinnere, um in El Djem das beeindruckende Amphitheater zu besichtigen. Auf dem Weg dorthin beweisen die Tunesier auf ein Neues, was für ein freundliches und fröhliches Volk sie sind. Ständig winken mir Leute und Kinder fangen am Straßenrand an Tänzchen aufzuführen oder salutieren grinsend, wenn ich vorbeifahre. Von den Mofafahrern werde ich mehrmals zu "Rennen" aufgefordert und die Freude ist ihrerseits riesig, wenn ich dann bei 35 km/h vorgebe, nicht schneller zu können und zum Sieg gratuliere.

    Als ich in El Djem vor der Abfahrt noch tanke und anfrage, ob ich den Gewitterschauer in der trockenen Halle nebenan abwarten dürfte, wird mir dann das volle Ausmaß tunesischer Gastfreundschaft zuteil. Bevor ich recht verstehe, was geschieht, führt mich der Tankstellenbesitzer schon in sein Haus nebenan und stellt mich stolz seiner 102 Jahre alten Mutter vor. Die steinalte Frau sitzt Gebäck mampfend auf einem Sofa, lächelt mich freundlich an und küsst meine Hand, als ich hereingeführt werde. Das altersfreundliche Tropenklima im Wohnzimmer lässt mir unter meiner gefütterten Motorradkluft zwar umgehend den Schweiß ausbrechen, ich möchte mich aber nicht unhöflich breit machen und somit verzichte ich darauf, mich auszuziehen. Dann bekomme ich von der Oma selbst hergestelltes Zuckergebäck gereicht und die Frau des Hauses bringt mir einen Kaffe. Damit ich mich aufwärmen kann, wie mir der Tankstellenbesitzer lächelnd erklärt. Während ich mir gerade den Mund mit Gebäck vollstopfe, beginnt die Großmutter plötzlich damit, mich mit Duftöl aus eigener Herstellung zu parfümieren und schiebt mir anschließend eine Schale mit wohlriechenden Räucherkräutern unter die Nase. Dann schaut sie mich an und meint grinsend, dass wir uns in 10 Jahren wieder hier treffen würden. Genau in diesem Moment hört der Regen schlagartig auf und die Sonne scheint in den Innenhof. Trotz eingelegtem Transpirationsmodus bekomme ich eine Gänsehaut. Schließlich werde ich noch für die weitere Reise gesegnet und bekomme sowohl reichlich Gebäck, als auch Räucherkräuter eingepackt. Dann verabschiede ich mich von diesen drei unglaublich freundlichen Menschen und fahre Richtung Monastir. Bis in 10 Jahren...
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  • Day75

    Dr. Alaeddine in Mahdia

    December 3, 2019 in Tunisia ⋅ ☀️ 18 °C

    Since I couldn't get rid of my physical problems so far, I decided to take the Trans-African Highway 1 to the south directly and meet my friend Alaeddine in Mahdia. In accordance with a remote diagnosis, he instantly organised some stomachic and antibiotics for me. In spite of my sickness we spent some really nice days next to one of the most beautiful beaches of Tunisia and meanwhile I was introduced to the wide variety of the Tunisian cuisine, which is just amazing. Nevertheless, I finally have to cancel the planned excursion to the salt lake Chott el Djerid and the famous film location of scenes from Star Wars in the south with a heavy heart due to the loss of minerals, fluid and time. Moreover, not only my body but also my motorcycle shows increasing signs of wear and so I skip those sights to come back once.Read more

  • Day73

    "The third left after the mosque"

    December 1, 2019 in Tunisia ⋅ ☀️ 10 °C

    Es ist exakt Mitternacht, als die Fähre mit eineinhalb Stunden Verspätung im Hafen von Tunis anlandet. Die Passagiere, die zuvor noch schlaftrunken in ihren selbst errichteten Ruhelagern quer über die Gänge liegend gedöst hatten, drängen nun plötzlich hoch motiviert von der Laderampe. Sowohl diejenigen ohne, als auch solche mit eigenem Fahrzeug folgen dabei getrost dem Vorsatz, die Ordner mit ihren energisch geschwungen Leuchtstäben zu ignorieren oder aus dem Weg zu hupen. Ich nutze das allgemeine Chaos und schlängele mich durch sich auftuende Lücken, um somit recht zügig an der Pass- und Zollkontrolle anzukommen. Für die Einfuhr des Motorrads muss ich an insgesamt vier Schaltern vorstellig werden, um Stempel und Unterschriften einzuholen. Recht unverblümt werde ich dabei nach Bestechungsgeld gefragt, was ich aber zu meiner eigenen Überraschung in allen Fällen dadurch abwenden kann, dass keiner der Beamten Englisch spricht. Kommt es zu unangenehmen Forderungen, wiederhole ich gebetsmühlenartigen 'Oui oui' mit betont schlechter Aussprache, um mich dann mit fragendem Blick nicht zu rühren, bis der lauterwerdende Mob wartender Passagiere hinter mir den genervten Zöllner zur Aufgabe zwingt.

    Um 1 Uhr nachts verlasse ich mit unreduzierter Menge an Dinar im Geldbeutel den Hafen und trete die 20 minütige Fahrt zur Adresse der jungen Tunesierin Sana an, in deren kleinen Wohnung ich ein Schlafsofa gemietet habe.
    Bevor sie mir jedoch mit ihrer Freundin um 3 Uhr morgens ein typisch tunesisches Gericht kochte, sollte ich in dieser Nacht noch vor zwei Polizeikontrollen flüchten und an einer einstündigen Schnitzeljagd nach einer Wohnung teilnehmen, bei der mich eine angetrunkene 22-Jährige mit ausgeprägter Rechts-Links-Schwäche per Telefon durch das nächtliche Tunis navigiert. Bienvenue en Tunisie!
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  • Day71

    Over 39°C in Palermo

    November 29, 2019 in Italy ⋅ ☀️ 18 °C

    As I arrive in enchanting Palermo, the mental and physical exertions of the last months take their toll pretty unexpected and so I get a high fever and heavy dizziness. Consequently, I mainly drag myself around the streets to buy some groceries or medication. Despite my "hotheaded" condition, I repress the increasing exhaustion and stick to the plan by taking the ferry to North Africa in one hour. Maybe I will find a miracle cure in the Souks of Tunis.Read more

  • Day69

    Ätna

    November 27, 2019 in Italy ⋅ ☀️ 9 °C

    Nach zwei Tagen Starkregen konnte ich endlich trocken nach Sizilien übersetzen und machte mich am nächsten Morgen schon früh auf den Weg zum Bus, der täglich nur einmal zum Ätna und wieder zurück fährt. Auf 1900 Metern Höhe habe ich mich gegen die überteuerte Seilbahn für 30€ entschieden und bin mühsam über Lavageröll und Schneefelder zur Bergstation aufgestiegen. Anschließend ließ ich die wenigen Besucher hinter mir und bin mit Brotzeit und Grappa im Rucksack weiter auf 3000 Meter aufgestiegen. Als die Schneedecke nahe des Sperrgebietes immer mehr zu rutschigen Eisplatten wurde, musste ich schweren Herzens aufgrund der Busabfahrt am Nachmittag 350 Meter unter dem Hauptkrater abbrechen. Zudem war ich durch den zügigen Aufstieg und die Höhe auch an den Grenzen meiner körperlichen Leistungsfähigkeit angekommen. Neben einem heftigen Sonnenbrand wurde ich aber vor allem mit einem unvergesslichen Panorama entlohnt.Read more

  • Day66

    Rafting in Calabria

    November 24, 2019 in Italy ⋅ 🌧 17 °C

    The drizzle at the departure in Matera run up to a thunderstorm with persistent cloudbursts within the first hour. Since Calabria's roads are not designed for such heavy rainfall, the streets were flooded rapidly and crossing up to 20 cm deep puddles not only made driving incontrollable but also soaked my shoes and trousers immediately. I found a shelter in a close by small marina were I waited for one hour while getting colder and colder. Finally, a house resident recognized my current predicament and had some phonecalls to help me. In the end, he escorted me to a closed restaurant where I spent a dry evening while watching animal documentations with the Albanian caretaker in a deserted dining hall. The next morning, I took advantage of a suitable moment and paddeled to the next city, Cosenza.Read more

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