• Das „Oman Across Ages“-Museum

    February 5 in Oman ⋅ ☀️ 20 °C

    „Das müssen Sie sehen!“, hatte mir unser Hoteldirektor gestern mit leuchtenden Augen über das Museum „Oman Across Ages“ gesagt. Tatsächlich hatte ich während der Planungsphase unserer Studienreise schon so viele Lobreden auf das Museum gelesen, dass für mich völlig klar war: Das müssen wir sehen!
    Das Museum liegt ein wenig südlich von Nizwa, und schon die Architektur des australischen Architekten Philip Cox ist überwältigend. Der Grundstein wurde 2015 noch von Sultan Qaboos gelegt, eröffnet wurde es 2023 von seinem Nachfolger Sultan Haitham. Die Ausstellung mit zahlreichen interaktiven Elementen ist ein Spaziergang von der Geologie über die verschiedenen Epochen omanischer Geschichte. Schnell wird klar: Wollte man alles in Ruhe ansehen, bräuchte man Tage für dieses Museum! Die Exponate sind gut gewählt und die - durchgängig englischen und arabischen - Texte schaffen die schwierige Balance, zugleich umfassend informativ und doch kurz(weilig) zu sein. Tatsächlich fallen mir wenige vergleichbar gut kuratierte Museen ein. Und welcher europäische Staat würde aktuell so viel Geld in ein großartiges Museum mit derart gigantischer Architektur investieren?
    Einziger Wermutstropfen ist vielleicht die Abteilung über die jüngste Geschichte, in der mir Sultan Qaboos doch ein wenig zu unkritisch bejubelt wird. Der aufgeklärte und doch autoritäre Herrscher hatte unzweifelhaft enorme Verdienste um sein Land. Vielleicht hätte er gerade deswegen posthume amtliche Jubelarien nicht nötig? Doch natürlich hat diese Abteilung auch eine systemstabilisierende Funktion, wird mir bewusst, als ich beobachte, wie andächtig Lehrer:innen Schulklassen durch diese Abteilung führen. Qaboos ist auch sechs Jahre nach seinem Tod das identitätsstiftende Element im Oman, kein Zweifel.
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