• Florian Pfeil
  • Florian Pfeil

Oman 2026

Eine Studienreise der Fridtjof-Nansen-Akademie für politische Bildung Read more
  • Trip start
    February 1, 2026

    Ankunft in Muscat

    February 1 in Oman ⋅ ☀️ 21 °C

    Unsere Studienreise führt uns in den Oman, das Sultanat, das den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean verbindet. Nach knapp 6 Stunden Nachtflug nimmt uns am Flughafen der omanischen Hauptstadt Muscat unser örtlicher Reiseleiter Adel in Empfang. Adel ist gebürtiger Tunesier, lebt aber schon seit vielen Jahren im Oman. Von der Dachterrasse unseres Hotels lassen wir einen ersten Blick über die Stadt und auf die benachbarte Moschee schweifen. Und schon im Hotel fällt uns die Allgegenwart des Sultans auf. Die Intarsien im Holz des Hotels zeigen noch den ehemaligen Sultan Qaboos, der sich 1970 mit Hilfe der Briten gegen seinen Vater an die Macht putschte. Sein Vater hatte den Oman rückständig und in Isolation gehalten. Qaboos setzte nun voll auf Öffnung und Modernisierung. Und er förderte durchaus auch einen Personenkult um sich selbst. Noch heute hängt sein Porträt überall, doch noch häufiger hängt inzwischen das Porträt seines Cousins und Nachfolgers Sultan Haitham.
    Wir ruhen uns ein wenig aus, bevor wir am Nachmittag die Stadt erkunden.
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  • Royal Opera House Muscat

    February 1 in Oman ⋅ ☀️ 25 °C

    1970 hatte Sultan Qaboos seinen Vater relativ unblutig gestürzt und begann mit der Öffnung und Modernisierung des Landes. Die Erdölkrise 1973 und die infolgedessen steigenden Erdölpreise kamen Qaboos zu Hilfe. Die steigenden Erdöleinnahmen investierte der Sultan vor allem in Infrastruktur, Bildung und Gesundheit. Und Qaboos, der ein großer Liebhaber der europäischen klassischen Musik war, investierte auch in Kultur. 1985 gründete er das Königliche Sinfonieorchester Omans, das ausschließlich aus omanischen Musikern besteht. 2001 beschloss er per Dekret den Bau des heutigen Opernhauses, das 10 Jahre später eröffnet wurde. Dominiert wird das Innere durch Marmor aus Carrara und Teakholz aus Myanmar. Erstes Stück wurde die Oper Turandot von Puccini, dirigiert von Plácido Domingo. Heute ist das Royal Opera House ein Vorzeigetheater, das zudem Wert darauf legt, dass der Besuch für keinen Omani am Geld scheitert. Die günstigsten Karten sind schon für wenige Euro zu bekommen.Read more

  • Museum Bait Al Zubair

    February 1 in Oman ⋅ ☀️ 25 °C

    Scheich Al Zubair bin Ali, Oberhaupt einer sehr einflussreichen omanischen Familie, erbaute dieses Haus 1914 als Wohnhaus. Heute beherbergt es ein sehr interessantes ethnographisches Museum, getragen von der familieneigenen Stiftung. Es zeigt historische Kleidung von Männern und Frauen, die traditionellen Krummdolche Khanjar, die traditionelle Kaffeekanne Dallah aus Kupfer und viele andere Exponate der omanischen Geschichte.Read more

  • Old Muscat

    February 1 in Oman ⋅ ☀️ 24 °C

    Die Muscat Capital Area ist heute eine Millionenstadt. Doch Alt-Muscat ist heute im wesentlichen ein repräsentativer Teil mit gerade einmal 20.000 Einwohner:innen. 1507 hatten die Portugiesen Muscat erobert und bauten es nach und nach zu ihrem Haupthandelshafen im nördlichen Indischen Ozean aus. Rechts und links der Bucht errichteten sie die Festungen Mirani und Jalali und errichteten landseitig eine mächtige Stadtmauer. 1779 wurde Muscat dann die Residenzstadt der Sultane von Oman. 1974 wurde hier der neue Al Alam Königspalast für Sultan Qaboos eingeweiht, für den fast ein Drittel der Altstadt von Muscat eingeebnet wurde. Doch schon Qaboos lebte nicht dort, genau so wenig wie sein Nachfolger Sultan Haitham. Der prächtige Palast dient heute nur repräsentativen ZweckenRead more

  • Der Souq von Mutrah

    February 1 in Oman ⋅ ☀️ 24 °C

    Mutrah liegt gleich in der Nachbarbucht von Old Muscat und gehört ebenfalls zur Muscat Capital Area. Und doch ist Mutrah ganz anders: lebhaft und voller Menschen. Das zeigt sich vor allem im wunderschönen Souq, dem größten Basar Omans. Das labyrinthartige Gewirr der Handelsgassen lockt Einheimische und Touristen. Ich bin überrascht von der lebhaften und zugleich sehr angenehmen Atmosphäre. Die Händler sind unglaublich freundlich, aber keineswegs so aufdringlich wie in Basaren anderer Länder. Wir können die gewaltige Auswahl an Gewürzen und Kleidern, Parfüm und Goldschmuck bewundern, ohne ständig in Verkaufsgespräche verwickelt zu werden. Das sei typisch für den Oman, sagt Adel. Die Leute hier seien einfach gelassener. Zugleich erzählt er aber auch, dass im Souq von Mutrah kaum noch Omani arbeiten, auch wenn ihnen die Geschäfte gehören. Die Verkäufer sind inzwischen aber ganz überwiegend Gastarbeiter aus Indien, Pakistan, Bangladesch oder von den Philippinen. Dass die Zwei-Klassen-Struktur aus besitzenden Omani und arbeitenden Ausländer:innen mit oft geringeren Rechten ein gesellschaftliches Problem ist, hatten wir schon im Vorbereitungsseminar erfahren.Read more

  • Die Große Sultan Qaboos Moschee

    February 2 in Oman ⋅ ☀️ 21 °C

    Vieles im Oman ist nach dem 2020 verstorbenen Staatsmodernisierer Sultan Qaboos benannt - auch die Hauptmoschee des Landes. Ein eindrucksvolles Bauwerk! 1992 beschloss der Sultan den Bau, 1995 wurde der Grundstein gelegt und 2001 war der Bau abgeschlossen. Qaboos errichtete damit nicht nur eine der größten Moscheen weltweit, sie sollte auch ein Zentrum für die Verbreitung der im Oman vorherrschenden ibaditischen Ausrichtung des Islam sein. Rund 70% der Omanis hängen dieser für ihre Toleranz bekannten Spielart des Islam an. Zählt man die große Männergebetshalle, die wesentlich kleinere Frauengebetshalle, alle Innenhöfe und Wandelgänge zusammen, können bis zu 20.000 Gläubige in der Anlage beten.
    Berühmt ist die Moschee auch für die prächtige Ausstattung der Männergebetshalle: Der gewaltige Gebetsteppich kommt aus den besten Teppichwerkstätten des Iran. Rund 600 Teppichknüpferinnen arbeiteten 3 Jahre an der Herstellung der Einzelteile, die dann vor Ort zusammengesetzt wurden. Der fertige Teppich wiegt 22 Tonnen. In der Mitte der 50m hohen Kuppel hängt einer der größten Kristallleuchter der Welt, reich verziert mit Swarovski-Kristallen und 1.122 Lampen.
    Gleich neben der Moschee befindet sich eine Madrasa, in der die ibaditische Richtung des Islam unterrichtet war. Dort im Schatten unter Bäumen werden wir zu Tee und Datteln eingeladen, während uns Mohammad über die Grundprinzipien des Islam erzählt. Mohammad ist eine beeindruckende Gestalt. Er hat Islamwissenschaft an der Universität unterrichtet, ist Kapitän der omanischen Marine und segelte als Vizekapitän den Nachbau einer omanischen Dhau vom Oman zum Hamburger Hafengeburtstag 2014, wie er uns mit leuchtenden Augen erzählt. Die Leidenschaft für seinen Glauben verbreitet Mohammad in der Madrasa regelmäßig ehrenamtlich - und der ibaditischen Toleranz entspricht, dass er sich dabei immer wieder bemüht, uns Brücken zu bauen, indem er die Bedeutung von Jesus als Prophet auch für den Islam betont.
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  • Frauenorganisation Sidab

    February 2 in Oman ⋅ ☀️ 25 °C

    In Sidab, einem Stadtviertel von Muscat, gründete Badriya Al Siyabi 2004 ein Frauenzentrum. Badriya kam aus Sidab, absolvierte aber dann eine Ausbildung in den USA, wo sie die Bedeutung von Gemeindezentren für das Empowerment von Menschen kennenlernte. Zurück in Sidab gründete sie eine Nähgruppe für die Frauen des Ortes, aus der das heutige Frauenzentrum entstand. Mit dem kunsthandwerklichen Nähen von Taschen verdienen die Frauen Geld und erwerben so auch mehr Unabhängigkeit. Wir sind bei den Frauen zum Mittagessen eingeladen und sprechen mit Roqaya und Afrah über ihre inzwischen sehr erfolgreiche Arbeit. Die beiden managen die gemeinnützige Organisation heute. Roqaya ist schon seit ihren Kindertagen im Projekt dabei. Das Nähen steht immer noch im Mittelpunkt. Manchmal erhalten sie sogar Aufträge von Behörden, zum Beispiel als die Universität eine große internationale Konferenz veranstaltete und bei den Frauen Taschen für die Teilnehmer:innen der Konferenz bestellt. „3.000 Stück wollten sie haben“, erzählt uns Roqaya strahlend. „Alle Frauen aus Sidab mussten mithelfen, damit wir das schaffen!“
    Doch längst geht es im Frauenzentrum um mehr als nur um das Nähen und den Verkauf im kleinen Showroom. Das Bewirten von interessierten touristischen Gruppen wie uns ist als Erwerbszweig hinzugekommen - und der freundliche und respektvolle Austausch mit den selbstbewussten Frauen gehört dazu. Ihr Engagement gibt dem Ort Perspektiven, denn die Ausbildung junger Frauen aus Sidab im Nähen, aber auch in Business, Marketing und Kommunikation ist für mich ein Musterbeispiel von Nachhaltigkeit im Kleinen. Instagram haben sie übrigens auch unter @sidab_women
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  • Die Sultan Qaboos-Universität

    February 2 in Oman ⋅ ☀️ 26 °C

    Ja, auch die größte Universität des Landes heißt nach dem verstorbenen Sultan. 1986 eröffnete Qaboos in der Muscat Capital Area die erste Universität des Oman. Heute studieren hier mehr als 15.000 Studierende, davon etwas mehr junge Frauen als junge Männer. Bis heute ist die SQU die einzige staatliche Universität des Landes, allerdings sind inzwischen eine Reihe privater Universitäten hinzugekommen. In Rankings schneidet die SQU verglichen mit anderen Universitäten der arabischen Welt gut ab. Höchst vorzeigbar ist auch die moderne Bibliothek der SQU, obwohl uns die getrennten Eingangstüren für „Male Students“ und „Female Students“ irritieren. Wir werden herzlich begrüßt von Dr. Hamad Mohamed Salim Al-Azri, dem Direktor der Bibliothek. Meine zugegeben nicht ganz ernst gemeinte Frage, ob er hier jedes Buch doppelt hat - einmal für Frauen und einmal für Männer, bringt ihn zum Lachen: „Nur die Lesesäle für die Stillarbeit sind nach Geschlechtern getrennt. Der Rest der Bibliothek natürlich nicht“, sagt er. Warum die Lesesäle? „Wir wollen sicherstellen, dass alle Studierenden ungestört und ohne Ablenkung lernen können“, antwortet er. Wobei ohnehin nicht allzu viele Studierende noch im Lesesaal arbeiten. Die Bibliothek der SQU hat zwar 7 Stockwerke Präsenzbestand, setzt aber schon seit vielen Jahren voll auf Digitalisierung. „Eigentlich müssen die Studierenden nur einmal persönlich zu uns kommen“, lacht Dr. Al-Azri: „Um sich anzumelden und 5 Rial Gebühr zu bezahlen. Alles andere geht online.“ Für die umgerechnet 11€ Jahresgebühr erhalten die Studierenden in der Bibliothek oder von zu Hause aus Zugriff auf einen gewaltigen Volltextbestand: knapp 300.000 E-Books, rund 80.000 elektronische Fachzeitschriften und mehr als 4 Millionen digitale Abschlussarbeiten. Die über 200.000 gedruckten Bücher im Bestand können sie digital bestellen und ausleihen. Die meisten Schriften sind in englischer Sprache, nur wenige arabisch. Kein Wunder: Die meisten Studiengänge werden auf Englisch unterrichtet. Der Direktor verabschiedet sich sehr herzlich von uns: Jederzeit seien wir willkommen, in seiner Bibliothek zu studieren!Read more

  • Der Souq von Seeb

    February 3 in Oman ⋅ ☀️ 22 °C

    Nach Seeb verirren sich kaum Touristen. Bei Einheimischen ist der Fischerort aber bekannt für seinen schönen Souq, den Markt. Die Stände mit Obst, Gemüse und Gewürzen sind verlockend hier am Rande der fruchtbaren Küstenebene Batina. Wir beobachten, wie ein junger Mann in einer großen Plastikwanne eine Curry-Würzmischung anrührt. Die Händler hier sind sehr gastfreundlich, obwohl ihnen natürlich sofort klar ist, dass mit uns Durchreisenden kaum große Geschäfte zu machen sind. Sie lassen uns am Hibiskus riechen und ungewöhnliche Obstsorten probieren. Einer läuft plötzlich fort und kommt kurz darauf mit einer Schüssel der Süßigkeit Halwa und einer Handvoll Plastiklöffel wieder. „Für Euch“, sagt er strahlend und freut sich, dass es uns schmeckt.
    Bekannt ist aber auch der Fischmarkt von Seeb, vor allem für den hier im Golf von Oman gefangenen Gelbflossen-Thunfisch. Wir sind beeindruckt von der Sauberkeit und Hygiene der Fischmarkthalle. „Wer seinen Kühltisch mittags nicht gründlich reinigt, zahlt eine hohe Strafe“, erzählt uns Adel.
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  • Fort Nakhal

    February 3 in Oman ⋅ ☀️ 26 °C

    Auf einem Felsen im kleinen Ort liegt eines der vielen beeindruckenden Forts des Oman. Der Bau geht vermutlich sogar auf vorislamische Zeiten zurück, ist seither aber immer wieder umgebaut worden. Das heutige Aussehen stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist in den letzten Jahren umfassend renoviert worden. Die Lage des Forts war strategisch gut gewählt: Von hier aus, am Fuße des Hadschar-Gebirges, konnten weite Teile der Batina-Ebene überwacht werden. Das Fort sollte die benachbarte Oase und die Dattelplantagen schützen.Read more

  • Nizwa

    February 3 in Oman ⋅ ☀️ 23 °C

    Von der Küstenebene aus fahren wir über den Suma‘il-Pass in die alte Stadt Nizwa, die aufgrund ihres Wasserreichtums von üppigen grünen Palmenhainen umgeben ist. Nizwa war und ist das religiöse und politische Zentrum der ibaditischen Richtung des Islam, die im Oman insgesamt vorherrschend ist. Bereits im Jahr 751 wurde in Nizwa der erste ibaditische Imam gewählt. Damit wurde die Oase über Jahrhunderte hinweg Regierungssitz der Imame, die nach ibaditischer Tradition gewählt wurden. Erst im 12. Jahrhundert wurde der Regierungssitz nach Bahla verlegt. Trotzdem blieb Nizwa eine bedeutende Stadt. Davon zeugt auch das mächtige Fort aus dem 17. Jahrhundert mit seinem gewaltigen und in seinen Dimensionen im Oman einzigartigen Rundturm. Von diesem Rundturm aus beobachten wir einen feurigen Sonnenuntergang über dem Hadschar-Gebirge. Anschließend bummeln wir noch über den großen Souq, der daran erinnert, dass Nizwa auch eine bedeutende Handelsstadt war.Read more

  • Der Palast von Jabrin

    February 4 in Oman ⋅ ⛅ 18 °C

    Bil’arub bin Sultan aus der Yaruba-Dynastie hatte das Fort Jabrin 1670 errichten lassen. Als er 1679 Imam und damit höchste weltliche und geistliche Autorität des Oman wurde, machte er die Palastfestung zum Regierungssitz. Der Imam interessierte sich sehr für Wissenschaft und Kunst, gründete in seinem Fort sogar eine Madrasa und Bibliothek, und pflegte den Austausch mit internationalen Gästen. Das störte die Sheikhs seines Landes, an deren Spitze sich sein Bruder Saif bin Sultan setzte. Bil‘arub ließ seine Residenz stärker befestigen, doch sein Bruder Saif belagerte Jabrin über Monate. Als er Bil‘arub besiegt hatte, wurde Saif neuer Imam und verlagerte seine Hauptstadt nach Rustaq. Nach Erweiterungen in 18. Jahrhundert verfiel die aus Lehm errichtete Palastfestung. Erst ab 1983 wurde das Fort restauriert.
    Das Spektakuläre an Jabrin ist vor allem, das es einen guten Eindruck der südarabischen Wohnkultur der Zeit gibt: kunstvoll bemalte Decken, arabische Inschriften und ein ausgeklügeltes System der Klimatisierung machten Jabrin offensichtlich zu einem sehr angenehmen Ort für den Herrscher.
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  • Bahla

    February 4 in Oman ⋅ ⛅ 21 °C

    Auch in der Oasenstadt Bahla steht eines jener beeindruckenden omanischen Forts - und dieses ist seit 1987 sogar UNESCO-Weltkulturerbe. Bahla war vom 12.-17. Jahrhundert die Hauptstadt der Nabhani-Dynastie. Die gewaltige Festung Hisn Tamah wurde vermutlich im 13. und 14. Jahrhundert vom hier ansässigen Stamm der Nabhani erbaut. Die Nabhanis beherrschten zu dieser Zeit weite Teile des inneren Oman und bauten Bahla mit dem Fort zu ihrem politischen Zentrum aus. Nach dem Ende der Nabhani-Dynastie verfiel die Lehmbaufestung zunehmend. Unmittelbar nach ihrer Aufnahme in das Weltkulturerbe 1987 stufte die UNESCO Bahla als „gefährdet“ ein. Auch hastig eingeleitete Restaurierungsmaßnahmen verbesserten die Situation nicht sofort: die eingesetzten modernen Materialien gefährdeten die Festung nach Einschätzung der UNESCO sogar eher noch mehr. Erst die konsequente Verwendung alter Materialien und Techniken konnte das Weltkulturerbe in einer fast dreißigjährigen Restaurierungsphase retten.
    Unmittelbar neben der Festung liegt der alte Souq, der gerade intensiv renoviert wird. Zwei der alten Gassen sind bereits äußerst gemütlich geworden, aber einige der Buden stehen noch leer - und in den hinteren Teilen des Souq wird noch fleißig gebaut und renoviert. Trotzdem erscheint mir der Souq von Bahla als vielversprechendes Beispiel lokaler Entwicklung.
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  • Al Hamra

    February 4 in Oman ⋅ ⛅ 23 °C

    Al Hamra („Die Rote“) heißt eine alte Oasenstadt in traditioneller Lehmbauweise. Unser Busfahrer Saif lässt uns am Rande der die Stadt umgebenden Dattelpalmenplantage aussteigen. Durch die Plantage spazieren wir in die Altstadt. Unterwegs sehen wir ein erstes Beispiel des sogenannten Aflaj-Systems. Dieses System kunstvoll angelegter Bewässerungsgräben, das das knapp vorhandene Wasser möglichst effizient und gerecht unter den Bauern verteilen soll, werden wir uns an anderer Stelle noch einmal ansehen. Auf dem Weg in die Altstadt treffen wir Muhammad, der uns vorführt, wie die Bauern in traditioneller Weise auf die Palmen klettern.
    Und dann erreichen wir die Altstadt mit ihren Lehmhäusern. Viele sind noch bewohnt, sehr viele aber auch nicht mehr. Auch die Menschen im Oman bevorzugen heute moderne Häuser. Doch die alten Lehmhäuser verfallen. Es erscheint mir skurril, als ich in einer verfallenen Seitengasse ein Transparent sehe, das für „Luxus-Wohnungen“ in dieser Gasse wirbt. Doch schon eine Seitengasse weiter zeigt sich zumindest etwas Hoffnung: diese Gasse ist nämlich hervorragend restauriert - und gleich mehrere Häuser werben mit Unterkünften für Touristen. Wenn schon viele Omanis nicht mehr in diesen Häusern wohnen wollen - vielleicht ist sanfter Tourismus in traditionellen Häusern die Antwort, mit der es gelingt, die Lehmbauten zu erhalten?
    Zum Abschluss unseres Besuches sind wir in ein großes Lehmhaus eingeladen, wo uns eine Frau aus dem Ort zeigt, wie man auf traditionelle Art Kaffee zubereitet, wie man das hauchdünne traditionelle Fladenbrot zubereitet und wie man aus heimischen Pflanzen Naturkosmetik und Naturheilmittel herstellt. Und dann erwartet uns im Obergeschoss noch ein herrliches Büffett!
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  • Am Jebel Shams

    February 4 in Oman ⋅ ⛅ 15 °C

    In Al Hamra steigen wir in Jeeps, die uns über eine steile und kurvige Straße hinauf in die Bergwelt des Hadschar-Gebirges bringt. Unser Ziel ist ein Plateau in ungefähr 2.000m Höhe mit atemberaubender Aussicht. Über uns erhebt sich mit rund 3.000m Höhe der Jebel Shams, Omans höchster Berg. Zwischen dem Berg und uns liegt der „Grand Canyon“ des Oman mit rund 1.000m Tiefe, das Wadi Nakhar.Read more

  • Im Wadi Ghul

    February 4 in Oman ⋅ ⛅ 21 °C

    Auf der Rückfahrt hinab ins Tal kommen wir am Wohnhaus unseres Jeep-Fahrers Marwan vorbei. Vor dem Haus steht sein Motorrad. Er fährt gerne, aber in dieser Jahreszeit sei es ja leider zu kalt dafür, sagt er. Das laute Gelächter der Deutschen über diese Bemerkung kann er zunächst nicht deuten, bis ihm ein Mitreisender erklärt, bei welchen Temperaturen in Deutschland Motorrad gefahren wird…
    Dann machen wir noch einen kurzen Abstecher ins Wadi Ghul. Schon auf der Fahrt hinauf war uns die Oase mit der knallgrünen Plantage aufgefallen. Nicht aufgefallen hingegen war uns, was uns nun unser Guide Adel zeigt: dass gleich hinter der Plantage ganz unauffällig an den Berg geschmiegt die Ruinen einer einstigen persischen Siedlung liegen! Hinter der Plantage fahren wir noch ein Stück mit den Jeeps ins Wadi Ghul hinein und laufen dann noch ein Stück das trockene Flussbett hinauf.
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  • Das „Oman Across Ages“-Museum

    February 5 in Oman ⋅ ☀️ 20 °C

    „Das müssen Sie sehen!“, hatte mir unser Hoteldirektor gestern mit leuchtenden Augen über das Museum „Oman Across Ages“ gesagt. Tatsächlich hatte ich während der Planungsphase unserer Studienreise schon so viele Lobreden auf das Museum gelesen, dass für mich völlig klar war: Das müssen wir sehen!
    Das Museum liegt ein wenig südlich von Nizwa, und schon die Architektur des australischen Architekten Philip Cox ist überwältigend. Der Grundstein wurde 2015 noch von Sultan Qaboos gelegt, eröffnet wurde es 2023 von seinem Nachfolger Sultan Haitham. Die Ausstellung mit zahlreichen interaktiven Elementen ist ein Spaziergang von der Geologie über die verschiedenen Epochen omanischer Geschichte. Schnell wird klar: Wollte man alles in Ruhe ansehen, bräuchte man Tage für dieses Museum! Die Exponate sind gut gewählt und die - durchgängig englischen und arabischen - Texte schaffen die schwierige Balance, zugleich umfassend informativ und doch kurz(weilig) zu sein. Tatsächlich fallen mir wenige vergleichbar gut kuratierte Museen ein. Und welcher europäische Staat würde aktuell so viel Geld in ein großartiges Museum mit derart gigantischer Architektur investieren?
    Einziger Wermutstropfen ist vielleicht die Abteilung über die jüngste Geschichte, in der mir Sultan Qaboos doch ein wenig zu unkritisch bejubelt wird. Der aufgeklärte und doch autoritäre Herrscher hatte unzweifelhaft enorme Verdienste um sein Land. Vielleicht hätte er gerade deswegen posthume amtliche Jubelarien nicht nötig? Doch natürlich hat diese Abteilung auch eine systemstabilisierende Funktion, wird mir bewusst, als ich beobachte, wie andächtig Lehrer:innen Schulklassen durch diese Abteilung führen. Qaboos ist auch sechs Jahre nach seinem Tod das identitätsstiftende Element im Oman, kein Zweifel.
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  • Auf dem Jebel Akhdar

    February 5 in Oman ⋅ ⛅ 16 °C

    Wieder fahren wir mit Jeeps hinauf ins Hadschar-Gebirge, diesmal auf den Jebel Akhdar, den „grünen Berg“. Diesen Namen hat der Berg zu Recht, denn grün ist er - jedenfalls ist die Vegetation mit wilden Olivenbäumen und Wacholder hier wesentlich üppiger als im Übrigen steinigen Hadschar-Gebirge. Oben auf der Höhe liegen einige kleine Dörfer, die für ihre Landwirtschaft berühmt sind. Während in den Oasen im Tal vor allem Dattelpalmen wachsen, werden hier oben Aprikosen, Pfirsiche, Guaven und Granatäpfel angebaut - und Rosen, aus denen Rosenöl und Rosenwasser gewonnen wird. Auch Ali, unser Fahrer, betreibt neben seinem Job im Tourismus noch Landwirtschaft. „Ich teile mein Haus mit 35 Ziegen“, erzählt er uns. Auch Kühe, Pferde und Hühner hält er. Außerdem baut er Obst und Gemüse an. Nicht einfach: ziemlich genau vor einem Jahr hat es hier oben zum letzten Mal geregnet! Hoffnungsvoll schaut Ali nach einer dicken grauen Wolke am ansonsten blauen Himmel.
    Wir spazieren durch zwei Dörfer, die oben an einem Hang mit Terrassenfeldern liegen.
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  • Abstecher nach Suwgra

    February 5 in Oman ⋅ ⛅ 16 °C

    Über eine sandige und kurvige Piste fahren wir nach einer kurzen Mittagspause das Dörfchen Suwgra und bewundern den einstigen Bauernhof, heute ein kleines Hotel. Die Gebäude hängen wie Schwalbennester an der Felswand.Read more

  • Ibra

    February 6 in Oman ⋅ ⛅ 24 °C

    Ibra ist eine sehr alte Stadt, deren Geündung vermutlich schon in vorislamischer Zeit war. Einst war die Stadt eine Karawanserei und wichtige Handelsstation, vor allem für den Handel über die Hafenstadt Sur mit Ostafrika. Omanische Seeleute beherrschten den Handel mit Ostafrika, vor allem mit Sansibar, das bald Teil des gemeinsamen „Sultanats von Sansibar und Oman“ wurde. Gehandelt wurde zwischen Sansibar und dem Oman vieles: Gewürze und Elfenbein zum Beispiel. Doch die wertvollste Ware waren Menschen. Adel berichtet uns, dass es in Ibra der Überlieferung nach einen Sklavenmarkt gab, auf dem Menschen aus Afrika gehandelt wurden. Noch heute leben in der Umgebung von Ibra jedenfalls viele Nachfahren von Sansibarern - und wohl auch der einstigen afrikanischen Sklaven. Noch bis 1970 war Sklaverei im Oman legal. Sultan Said ibn Taimur, besaß selbst rund 500 Sklaven. Erst als sein Sohn Sultan Qaboos seinen Vater stürzte, verbot er die Sklaverei. Die Angehörigen der afro-omanischen Gemeinschaft wurden zu normalen omanischen Staatsbürgern.
    Zwar war die Sklaverei seither verboten, doch stattdessen etablierte sich das sogenannte Kafala-System der Ausbeutung von Gastarbeitern, das im Kern bis heute existiert.
    Heute sind viele der einst prächtigen Lehmhäuser von Ibra verfallen, aber trotzdem noch ein eindrucksvoller Anblick. Und auch der mutmaßliche Sklavenmarkt ist noch erhalten.
    Anschließend sind wir zu Gast im Haus von Jomaa, einem Afro-Omani mit Vorfahren aus Sansibar. Während unsere weiblichen Mitreisenden ins separate Gespräch mit Jomaas Ehefrau eingeladen werden, empfängt der Hausherr uns Männer im Versammlungsraum des Hauses mit ausgesprochener omanischer Gastfreundschaft. Er reicht uns Datteln und den typischen omanischen kleinen Kaffee mit Rosenwasser und Kardamom als Zeremonie des feierlichen Willkommens. Dann ist unsere ganze Gruppe bei Jomaa zum Mittagessen eingeladen.
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  • In den Wahiba Sands

    February 6 in Oman ⋅ ⛅ 26 °C

    Die Wahiba Sands sind ein Wüstengebiet im Osten des Oman - und eine echte Traumwüste! Der rötliche Sand der hohen Dünen leuchtet besonders schön bei Sonnenuntergang, deshalb brechen wir erst am späten Nachmittag von unserem Wüstencamo auf. Mit unseren Jeeps fahren wir über wunderbare Sandpisten, manchmal gleiten wir auch steile Dünenhänge hinab. Und die Aussicht auf die tiefstehende Sonne von einer der Dünen istRead more

  • Muqal im Wadi Bani Khalid

    February 7 in Oman ⋅ ☀️ 21 °C

    Das Wadi Bani Khalid ist das größte Flusssystem Omans: 150km lang und mit über 4000 km² Einzugsgebiet. Es entwässert das östliche Hadschar-Gebirge nach Süden ins Arabische Meer. Teile des Wadi führen ganzjährig Wasser und bei Muqal gibt es einige wunderschöne Pools, in denen Männer und Frauen (natürlich angemessen bekleidet!) baden und schwimmen dürfen. Wir machen einen Spaziergang durch das beeindruckende Tal. Im unteren Teil ist rege Bautätigkeit im Gange: die Badestelle ist bei Omanis äußerst populär, und hier entsteht ein Restaurant und weitere Einrichtungen für den örtlichen Tourismus. Die Atmosphäre des Tals mag in diesem Teil unter dem Bau zu leiden, aber die Nachfrage ist nun einmal groß. Zum Glück hat unser Guide Adel uns dazu angeregt, früh hierher zu kommen, so dass wir auf unserem Spaziergang noch relativ ungestört sind. Gegen Mittag wird es überlaufen an den Badestellen.

    mit über 150 Kilometer Länge und
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  • Sur

    February 7 in Oman ⋅ ⛅ 26 °C

    Sur liegt weit im Osten des Landes am Golf von Oman. Adel führt uns in ein Restaurant, in dem wir mit wunderbar zartem Ziegenfleisch und vier verschiedenen Sorten Gewürzreis verwöhnt werden. Anschließend werden Kardamom-Tee und köstliche Süßigkeiten gereicht. Die omanischen Süßigkeiten machen süchtig: sie sind herrlich aromatisch, schmecken nach Datteln, Nüssen, Sesam und Gewürzen, sind süß, aber nicht annähernd so zuckrig-klebrig wie in anderen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens.
    Dann widmen wir uns der Stadt: Bereits im 6. Jahrhundert war Sur ein wichtiger Hafen für den Handel mit Ostafrika. Später besetzten die Portugiesen den Hafen. Die Blütezeit von Sur begann im 17. Jahrhundert, nachdem Imam Nasir ibn Murschid, der Begründer der Yaruba-Dynastie, die Stadt von den Portugiesen zurückerobert hatte: die Handelsstadt blühte auf, vor allem durch den Seehandel mit Ostafrika und Indien. Unternommen wurden die Handelsfahrten über den Indischen Ozean mit den traditionellen hölzernen Daus, die bis zum Aufkommen der britischen Dampfschifffahrt den Seehandel auf den Indik beherrschten. Viele dieser Daus wurden in den Werften von Sur hergestellt. Heute gibt es nur noch eine Dau-Werft in Sur, die die hölzernen Schiffe in traditioneller Weise herstellt. Schiffe aus Fiberglas sind billiger herzustellen, während der Bau einer hölzernen Dau rund eine Million Euro kostet.
    Wir besuchen die Werft und bewundern die Boote und Schiffe die auf Stapel liegen. Die indischen Zimmerleute, die dort heute arbeiten, stellen nebenbei noch schönes geschnitztes Kunsthandwerk für die Besucher her. Nur eine große Dau liegt im Moment auf Stapel, sonst ein paar kleine hölzerne Fischerboote. „Im Moment ist nicht viel zu tun“, erzählt mir einer der indischen Schnitzer. „Gut, dass ihr kommt“, sagt er und deutet auf den Showroom mit dem Kunsthandwerk.
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  • Blick über Sur

    February 8 in Oman ⋅ ☀️ 24 °C

    Heute fahren wir entlang der Küste des Golf von Oman nordwestlich bis nach Muscat, von wo wir heute Abend nach Salalah fliegen werden. Unser erster Stopp führt uns auf einen Felsen, von dem aus wir einen wunderbaren Blick über den Hafen von Sur und auf die Dau-Werft haben.Read more