Ibra
6 février, Oman ⋅ ⛅ 24 °C
Ibra ist eine sehr alte Stadt, deren Geündung vermutlich schon in vorislamischer Zeit war. Einst war die Stadt eine Karawanserei und wichtige Handelsstation, vor allem für den Handel über die Hafenstadt Sur mit Ostafrika. Omanische Seeleute beherrschten den Handel mit Ostafrika, vor allem mit Sansibar, das bald Teil des gemeinsamen „Sultanats von Sansibar und Oman“ wurde. Gehandelt wurde zwischen Sansibar und dem Oman vieles: Gewürze und Elfenbein zum Beispiel. Doch die wertvollste Ware waren Menschen. Adel berichtet uns, dass es in Ibra der Überlieferung nach einen Sklavenmarkt gab, auf dem Menschen aus Afrika gehandelt wurden. Noch heute leben in der Umgebung von Ibra jedenfalls viele Nachfahren von Sansibarern - und wohl auch der einstigen afrikanischen Sklaven. Noch bis 1970 war Sklaverei im Oman legal. Sultan Said ibn Taimur, besaß selbst rund 500 Sklaven. Erst als sein Sohn Sultan Qaboos seinen Vater stürzte, verbot er die Sklaverei. Die Angehörigen der afro-omanischen Gemeinschaft wurden zu normalen omanischen Staatsbürgern.
Zwar war die Sklaverei seither verboten, doch stattdessen etablierte sich das sogenannte Kafala-System der Ausbeutung von Gastarbeitern, das im Kern bis heute existiert.
Heute sind viele der einst prächtigen Lehmhäuser von Ibra verfallen, aber trotzdem noch ein eindrucksvoller Anblick. Und auch der mutmaßliche Sklavenmarkt ist noch erhalten.
Anschließend sind wir zu Gast im Haus von Jomaa, einem Afro-Omani mit Vorfahren aus Sansibar. Während unsere weiblichen Mitreisenden ins separate Gespräch mit Jomaas Ehefrau eingeladen werden, empfängt der Hausherr uns Männer im Versammlungsraum des Hauses mit ausgesprochener omanischer Gastfreundschaft. Er reicht uns Datteln und den typischen omanischen kleinen Kaffee mit Rosenwasser und Kardamom als Zeremonie des feierlichen Willkommens. Dann ist unsere ganze Gruppe bei Jomaa zum Mittagessen eingeladen.En savoir plus




















