• In einer Kirchengemeinde in Katutura

    October 3 in Namibia ☀️ 23 °C

    „Der Ort, an dem wir nicht leben wollen“, so heißt Katutura übersetzt. Als im Zuge des sogenannten Odendaal-Plans während der südafrikanischen Besatzung die Apartheid auch in Südwestafrika vollends eingeführt wurde, wurden die schwarzen Bewohner von Windhoek hierher umgesiedelt. Katutura ist auch heute noch von Armut, Arbeits- und Perspektivlosigkeit gekennzeichnet. In seiner Kirche treffen wir Pfarrer Lorenst Kutzatjike, der uns über seine Gemeinde und die Herausforderungen in Katutura berichtet. Vor Jahren war Lorenst als Pfarrer in Deutschland gewesen und spricht immer noch gut Deutsch. Seit 2012 ist er Pfarrer in seiner evangelisch-lutherischen Gemeinde aus OvaHerero und Ovambo. Die Kirche teilt er sich mit einer anderen evangelischen Gemeinde aus Nama und Damara. Warum die ethnische Aufteilung der Gemeinden? „Jeder möchte den Gottesdienst in seiner Sprache hören, vor allem die älteren Gemeindemitglieder“, erklärt Lorenst. Er selbst sei Herero, fügt er hinzu. Wie ist das, als Herero Pfarrer in Deutschland gewesen zu sein - im Land der Mörder seines Volkes? Wie ist es jetzt für ihn, als Herero vor uns, einer Gruppe von Deutschen zu stehen? Es sei wichtig zu wissen, was damals passiert sei, sagt Lorenst. In Deutschland habe er oft über den Völkermord und die Geschichte gesprochen, und viele Deutsche hätten es hören wollen. Er habe sich nicht unwohl gefühlt in Deutschland. Und er freue sich, dass wir nun hier in Namibia seien, um zu lernen: „Wir können die Zeit nicht hinter uns lassen“, schließt er und fügt hinzu: „Aber es ist wichtig, dass wir Frieden miteinander finden.“Read more