• Kolmannskuppe

    October 8 in Namibia ☀️ 23 °C

    August Stauch war ein thüringischer Bahnangestellter der Lüderitzbahn. Stationiert war er am Bahnhof „Grasplatz“ mitten in der Wüste, von wo aus er gemeinsam mit seinem schwarzen Helfer Zacharias Lewala der Aufgabe nachging, die Gleise frei von Sandverwehungen zu halten. Stauch interessierte sich für Mineralogie und hatte Lewala deshalb angewiesen, Ausschau nach schönen Steinen zu halten. Lewala hatte vorher in südafrikanischen Diamantenminen gearbeitet - und eines Tages im Jahre 1908 brachte Lewala Stauch einen Stein, den er für einen Diamanten hielt. Stauch ließ den Fund heimlich prüfen und sicherte sich sofort die Abbaurechte für den Fundort. Damit begann in der Umgebung von Lüderitz ein gewaltiges Diamantenfieber. Die Reichsregierung reagierte schnell und erklärte die Wüste zwischen Aus und Lüderitz zum „Diamantensperrgebiet“. Gesucht werden durfte nun nur noch im Auftrag der Kolonialmacht. Nicht weit entfernt vom ersten Fundort wurde die Boomtown Kolmannskuppe aus dem sandigen Boden der Namib gestampft: Pro Kopf gesehen bald eine der reichsten Städte Afrikas. Die Diamanten lagen einfach an der Oberfläche und mussten nur eingesammelt werden. Dadurch wuchs Kolmannskuppe zu einer Kleinstadt mit Kasino/Turnhalle, Kegelbahn, Eisfabrik, Bordell, Straßenbahn und dem Krankenhaus mit dem ersten Röntgengerät Afrikas. Der Boom war bald vorbei: der Abbau verlagerte sich weiter nach Süden, heute findet er vornehmlich Offshore statt. Die letzten Bewohner:innen verließen Kolmannskuppe in den 1950ern. Seitdem ist es eine Geisterstadt, die teilweise vom Sand der Namib zurückerobert wurde.Read more