• Mondesa

    October 11 in Namibia ⛅ 19 °C

    In Mondesa spielt das wahre Leben von Swakopmund. Von den rund 80.000 Einwohner:innen leben hier mehr als 50.000. Mondesa ist ebenso wie Katutura bei Windhoek ein Ergebnis der südafrikanischen Apartheidspolitik. Hier mussten die schwarzen Menschen von Swakopmund herziehen. Natürlich dürfen Schwarze seit der Unabhängigkeit wohnen wo sie wollen - und wo sie es sich leisten können. Trotzdem wohnen die meisten schwarzen Menschen immer noch hier. Mondesa ist aber nicht notwendig Elend: das Viertel hat eine Kommunalverwaltung, die sich für relativ wenig Geld um Wasser, Abwasser und Strom kümmert. Man kann ein Grundstück kaufen oder mieten, auf das man selbst ein Haus baut. Es gibt auch drei Kliniken, bei denen sich für eine Gebühr von umgerechnet 50 Eurocent behandeln lassen kann. Viele wohnen auch hier, obwohl sie in einem anderen Viertel wohnen könnten. Trotzdem gibt es natürlich viele Probleme. Bei einer Exkursion mit Tomas und Jonas aus Mondesa lernen wir ihr Viertel kennen. Den offenen Markt, auf dem wir typisches Essen wie getrockneten Spinat, die Makalani-Nuss, aber auch die riesigen Mopane-Raupen kennenlernen, die geröstet, gegrillt oder frittiert gegessen werden. Wir besuchen den kleinen spendenfinanzierten Kindergarten „Green Minds“, dessen Erzieherinnen uns ihre Herero-Tracht vorstellen und uns einen Einblick in die pädagogische Arbeit mit den Kindern von Mondesa geben. Wir machen einen Abstecher zur „DRC“, der „Democratic Resettlement Community“, jenem seit 2003 legalisierten Slum der neu Hinzugezogenen, die sich in der Stadt Swakopmund wirtschaftliche Perspektiven erhoffen, aber für die sogar Mondesa zu teuer ist. In der DRC gibt es weder fließendes Wasser, noch Strom oder Abwasserleitungen. Es gibt mit Chipkarten gesteuerte Wassersäulen, an denen man Wasser kaufen kann. Es gibt Sickergruben, die sich immer 3 oder 4 Haushalte teilen. Doch trotz Armut und Not betont Jonas, dass es dort wenig Kriminalität gibt: „Ihr könntet da alle gefahrlos durchlaufen! Ich würde nur nicht unbedingt nachts im Dunkeln mit dem teuren Handy am Ohr hier unterwegs sein.“
    Zum Abschluss unserer Tour durch Mondesa bekommen wir noch einen kulinarischen Eindruck vom Leben in Mondesa: der getrocknete Spinat ist aufgekocht, dazu gibt es Hühnchen, Polenta und gekochte Bohnen. Und dazu gibt uns die begnadete A-Capella-Gruppe „Rivonia“ aus Mondesa noch ein Mini-Konzert!
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