• Einmal quer durch Galizien

    September 28, 2025 in Spain ⛅ 16 °C

    Heute ging’s raus aus Santiago – einmal quer durch Mythen, Naturwunder und ans sprichwörtliche Ende der Welt.

    Erster Halt: die Ponte Maceira, eine Brücke wie aus einem Ritterfilm. Stein, Bögen, alte Mühlen – und das Ganze inmitten von Naturidylle. Für Pilger ist sie ein symbolischer Punkt: Hier verabschiedet man sich endgültig von Santiago und macht sich auf den Weg Richtung Atlantik und dem Ende der Welt. Ich hab das Gefühl verstanden – die Brücke wirkt wirklich wie ein Portal in eine andere Welt.

    Die Route führte weiter entlang kleiner Fischerorte wie Muros, wo die Häuser dicht aneinander gedrängt am Wasser stehen und das Leben noch gemütlich im Takt des Meeres schwingt. Kurz darauf der Hórreo de Carnota – ein altertümlicher Getreidespeicher, so lang wie ein Fußballfeld. Wer dachte, Hórreos seien nur dekorative Steinkästchen in Dörfern, lernt hier: in Galicien baut man sowas auch gerne mal in XXL.

    Die Küste zeigte sich danach von ihrer dramatischsten Seite: am Ézaro-Wasserfall stürzt ein Fluss direkt ins Meer – einzigartig auf der iberischen Halbinsel. Nebel, Gischt und Sonne haben ein Naturspektakel geliefert, das locker als Bühnenbild für ein Fantasy-Epos taugen könnte.

    Und dann: Fisterra. Schon die Römer waren überzeugt, dass hier die Welt aufhört. Am Faro de Fisterra weht der Wind so wild, dass man glaubt, Poseidon persönlich würde einem durchs Haar pusten. Der Blick in den Atlantik ist hypnotisch – endlos, mächtig, und doch beruhigend. Manche Pilger verbrennen hier ihre Kleider oder Schuhe, um Ballast loszuwerden. Ich hab’s bei einem stillen Moment gelassen – und ehrlich, das war schon stark genug.

    Letzter Stopp: der Faro de Muxía, wo Meer, Felsen und Himmel in einem permanenten Tanz verschmelzen. Gleich daneben die kleine Wallfahrtskirche, die jedem Sturm trotzt. Ein perfekter Abschluss: Hier endet nicht nur der Tag, sondern irgendwie auch eine Reise zu sich selbst.

    Fazit: Von alten Brücken über Fischerorte und Wasserfälle bis ans Ende der Welt – dieser Ausflug hat gezeigt, wie viel Magie und Mythos in Galicien steckt. Die Costa da Morte klingt nach Drama, fühlt sich aber an wie pure Lebendigkeit. 🌊🌅
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