• Besuch in Russell

    October 21, 2025 in New Zealand ☀️ 18 °C

    🌊 Russell – das charmante kleine Lasterparadies mit Geschichte

    Heute ging’s für mich mit der Fähre rüber nach Russell, oder wie die Māori den Ort nennen: Kororāreka, was so viel bedeutet wie „süße Pinguinsuppe“. Ja, richtig gelesen – der Name stammt angeblich von einem verletzten Māori-Krieger der Pinguinsuppe aß und dabei meinte: „Ka reka te kororā“ – „Der Pinguin schmeckt köstlich.“ So bekommt das Ganze gleich eine sehr lokale Note. 😄

    Russell war einst die erste permanente europäische Siedlung Neuseelands und in den 1830er-Jahren berüchtigt als „Hellhole of the Pacific“. Damals tummelten sich hier Walfänger, Händler, Missionare und jede Menge Glücksritter – eine explosive Mischung aus Rum, Rivalitäten und Romantik. Heute dagegen ist davon nichts mehr zu spüren: Statt rauer Seeleute trifft man auf entspannte Spaziergänger, Künstler und Café-Liebhaber.

    Ich hab mir im legendären Duke of Marlborough einen Kaffee gegönnt – das älteste lizenzierte Hotel Neuseelands, das schon 1827 seine ersten Drinks ausschenkte. Ganz nach dem Motto: „Refreshing rascals and reprobates since 1827“. Da schmeckt der Flat White gleich doppelt so gut.

    Dann ging’s weiter zur Christ Church, der ältesten Kirche des Landes. Die Grabsteine erzählen Geschichten aus einer wilden Zeit, und selbst die alten Kanonenkugeln in der Mauer erinnern noch an frühere Kämpfe. Auch die älteste Polizeistation Neuseelands liegt gleich um die Ecke – heute wirkt sie allerdings so friedlich, dass man fast vergisst, wie unruhig es hier früher einmal war.

    Ich bin einfach die Strandpromenade entlanggeschlendert, vorbei an alten Holzhäusern mit Veranden, kleinen Galerien und Segelbooten, die gemütlich im Wasser dümpeln. Russell ist klein, charmant, ruhig – aber man spürt, dass hier auch mal gefeiert werden kann, wenn die Sonne untergeht. Und mit Blick auf die Bucht würde ich sagen: Wer hier nicht abschalten kann, schafft’s nirgends.
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