Tongariro Nationalpark
October 31, 2025 in New Zealand
☁️ 5 °C
Wanderung zu den Tama Lakes
Heute stand Wandern im Tongariro Nationalpark auf dem Programm – Neuseelands ältestem Nationalpark und UNESCO-Weltnatur- und -kulturerbe. Eigentlich wollte ich die berühmte Tongariro Alpine Crossing machen, eine der spektakulärsten Tageswanderungen der Welt. Doch mir wurde davon abgeraten: Auf den Gipfeln liegt derzeit noch viel Schnee, der Weg ist stellenweise nicht sichtbar und sollte auf keinen Fall ohne Guide begangen werden. Da ich keinen gebucht hatte – und auch nicht wirklich Lust auf sieben Stunden Schneemarsch verspürte – entschied ich mich spontan für die kleinere Alternative: die Wanderung zu den Tama Lakes über die Taranaki Falls.
Die Tour dauerte rund fünfeinhalb Stunden und führte durch die raue, fast außerirdisch wirkende Vulkanlandschaft des Tongariro Nationalparks. Schon der Weg zu den Taranaki Falls war beeindruckend: Das Wasser stürzt dort über alte Lavaschichten in die Tiefe – ein schöner Vorgeschmack auf das, was noch kommt. Danach ging es stetig bergauf durch weite Ebenen aus Asche, Geröll und moosbewachsenen Lavabrocken, bis man schließlich die beiden Kraterseen erreicht – den unteren und den oberen Tama Lake. Beide liegen in alten Vulkankesseln und leuchten in intensiven Blau- und Grüntönen.
Während der gesamten Wanderung hatte ich den schneebedeckten Mount Ruapehu und den Mount Tongariro im Blick – zwei der drei aktiven Vulkane im Park, neben dem Mount Ngauruhoe. Letzterer ist Filmfans besonders bekannt: Er diente in der Herr der Ringe-Trilogie als Kulisse für den Schicksalsberg in Mordor. Wenn man hier steht, versteht man sofort, warum Peter Jackson diesen Ort gewählt hat – die dunklen Felsen, der karge Boden und die aufsteigenden Nebelschwaden verleihen der Landschaft tatsächlich etwas Mystisches und Bedrohliches.
Beim Anblick der steilen Flanken des Tongariro konnte ich mir gut vorstellen, wie anspruchsvoll die Alpine Crossing wirklich ist – besonders, wenn man im Schnee unterwegs ist. Ich war letztendlich froh, mich für die moderate Alternative entschieden zu haben. Die Wanderung war abwechslungsreich, landschaftlich atemberaubend und genau richtig für den Tag.
Was mich besonders fasziniert hat, ist, wie eng Natur und Kultur hier miteinander verbunden sind. Der Park ist nicht nur geologisch spannend, sondern auch spirituell bedeutsam – die Berge gelten den Māori des Stammes Ngāti Tūwharetoa als heilig. Ihre Verbindung zu dieser Landschaft ist fast spürbar, wenn man hier wandert: eine Mischung aus Ehrfurcht, Respekt und tiefer Ruhe.
So habe ich heute zwar „nur“ einen kleinen Teil des Tongariro Nationalparks erkundet, aber einen, der seine wilde Schönheit und seine geheimnisvolle Energie perfekt zeigt – eine Landschaft, die wirkt, als wäre sie einem anderen Planeten entsprungen.Read more













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