• La Paz

    24 novembre 2025, Bolivia ⋅ ☁️ 16 °C

    Wir starten morgens mit einer FreeWalkingTour. Deniz, unsere Guide, erzählt so Vieles mit einer Riesen Begeisterung für Stadt und Land, wirklich toll!!!
    Zuerst über das Gefängnis, das direkt neben unserem Treffpunkt liegt. Eine Stadt für sich, quasi Selbstverwaltung, die Gefangenen wohnen teils mit Familien hier, verdienen Geld, 20 Beamte bewachen 3000 „Bewohner“. Das heißt sie bilden nur einen Ring. Innerhalb dessen die Bewohner sich selbst organisieren. Über die Jahrzehnte hat sich eine Stadt in der Stadt entwickelt. Es gibt einen Präsidenten, Verwaltung, Handwerker, Geschäfte, Restaurants. Sogar „Taxi“! Die nehmen Besucher an die Hand und führen sie durch das Gefängnis zu ihrem Ziel. Auch Kokain wird produziert, das man hier Zucker nennt. Wenn man lange genug von außen die Fenster betrachtet, kann man die Übergabe nach draußen beobachten, Früher war es in die Nummer 1 Attraktion für Touristen hier reinzuschauen.
    Das Buch ‚Marching Powder‘ gibt einen tollen Einblick… Brad Pitt war so begeistert, dass er die Filmrechte gekauft hat… und sie wartet, dass er vorbeikommt 😂👍
    Wir besuchen den Mercado Belen, traditionell und untouristisch und sehr farbenfroh!
    Die Verkäuferinnen sind fast ausschließlich Cholitas. Das sind hier in Bolivien die indigenen Frauen, die die unverwechselbare traditionelle Kleidung tragen: bunte, mehrlagige Röcke (Polleras), bestickte Blusen, farbenfrohe Schals und vor allem die charakteristischen Melonenhüte, die oft aus den 1920er Jahren europäischer Mode stammen. Neben der Kleidung symbolisiert die Cholita kulturellen Stolz, Stärke, Widerstandsfähigkeit und eine tiefe Verbindung zu den indigenen Traditionen der Aymara- und Quechua-Gemeinschaften.
    Die Cholitas sind heute Botschafterinnen der bolivianischen Kultur. Ihre Kleidung hat eine symbolische Bedeutung: So zeigen die verschiedenen Arten, wie der Hut getragen wird, oft den Familienstand an, und die Röcke mit mehreren Lagen verleihen dem typischen Erscheinungsbild eine besondere Präsenz. Cholitas kombinieren alte Traditionen mit einem selbstbewussten modernen Lebensstil, der in jüngerer Zeit verstärkt Aufmerksamkeit und Respekt in Bolivien und international erhält.
    Weiter geht’s über den Mercado de las Brujas (Hexenmarkt). Hier gibts Heilpflanzen, Amulette, Zauberpulver und rituellen Gegenständen - auch getrocknete Lamaföten, die zb beim Hausbau an Patchamama (Mutter Erde) geopfert werden. Es gibt auch schon vorgefertigte Opfergaben, oft kombiniert mit Bonbons und Alkohol. Man muss nur den Zweck sagen und bekommt ein passendes Paket zusammengestellt.
    Bei großen Projekten reichen Lama Babies nicht. Weswegen man schon mal auf Obdachlose zurückgreift und diese ins Fundament einbetoniert. 😳 Können wir jetzt so nicht richtig glauben, aber wer weiß…

    Weiter geht’s über den Plaza San Franzisco, mit der Kathedrale, gebaut für die indigene Bevölkerung. Die Spanier lockten diese in die Kirche, ließen sie in Spiegel gucken (die diesen unbekannt waren) und behaupteten, das Spiegelbild sei die Seele, gefangen im Spiegel in der Kirche, was die Ureinwohner Zwang, immer wiederkommen… (wie gemein!)
    Das Christentum wird nur von 10% wirklich praktiziert, die anderen sind es nur dem Papier nach.
    Danach laufen wir zum Plaza Murillo, dem Hauptplatz der Stadt. Hier bekommen wir einen Haufen Informationen an neuerer bolivianischer Geschichte, die uns staunen lässt!
    Beispiel: Sie hatten 1946 einen tollen modernen Präsidenten, dessen Reformen der Opposition zu weit ging. Also haben sie die Bevölkerung gegen den Präsidenten so lange aufgebracht bis diese den Präsidenten aus seinem Palast von Balkon geworfen haben, auf ein Pferd gesetzt wurde er dann um d n Platz gejagt und von alle zu tote geprügelt und anschließend an einer Laterne aufgehängt. Inzwischen ist an dieser Stelle ein Denkmal von ihm, weil sie hinterher festgestellt haben, dass er doch nicht so übel war.
    Komprimiert an diesem Platz, dabei ist La Paz nicht mal die offizielle Hauptstadt, sondern Sucre.
    Tolle Führung, sehr detailliert und mit viel Liebe fürs Land und die Geschichte…
    Wir gehen wir Mittagessen und trinken in der Nähe unserer Unterkunft noch einen Kaffee trinken, holen unser Gepäck und fahren zum Busbahnhof, um den Nachtbus nach Rurrenabaque zu nehmen..
    Die Fahrt geht langsam los, erst den Pass hoch und die Straße durch die Berge runter, die wir schon kennen…. gruselig, denn der Bus ist riesig, alt und der Fahrer bremst und bremst…
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