• Flores nach Rio Dulce

    March 5 in Guatemala ⋅ ⛅ 27 °C

    Wir frühstücken direkt am Lago Petén Itzá* auf dem Steg überm Wasser in einem supernetten Restaurant, sehr grün, viele nette kleine Sitzecken und leckeres Sauerteigbrot! Laufen noch ein bisschen herum, Flores ist klein und sehr nett, viele bunte Häuser, nette Details…
    Danach holen wir unser Gepäck und fahren Tuktuk zum Busbahnhof und nehmen um 11 den Bus bis Rio Dulce.
    Das ist ein älteres Modell, als alle drin sitzen müssen wir aber wieder aussteigen, Bus kaputt, der Ersatz sieht noch älter aus. Die Scheibe vorne ist total gerissen, die Tür schließt nicht und hängt wackelig mit mehreren Zentimetern Luft rum… wir fahren mit offenen Fenstern, eigentlich voll gut, weil Klimaanlagen hier immer möglichst kalt eingestellt sind, so dass wir schon oft gefroren haben, obwohl wir Pullis etc mithatten… Essen gibt’s auch unterwegs, wie überall auch in Südamerika steigen immer wieder Verkäuferinnen ein, die ihr Essen anbieten und irgendwann wieder aussteigen und mit dem nächsten Bus zurück fahren.
    In Rio Dulce fahren wir mit dem Hotel-Shuttle-Boot zur Unterkunft, die liegt in einem Seitenarm vom Rio Dulce, auf dem Weg dahin überall hübsche Häuser am Ufer, oft ist der Boat-Port größer als das Haus… da gibts wohl (Ferien)häuser von Leuten mit Geld, haben wir nicht erwartet! unsere Unterkunft liegt direkt am/auf dem Wasser, erst mal schwimmen und das Grün und die Ruhe genießen!

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    *Der Wasserstand des Lago Petén Itzá ist derzeit außergewöhnlich hoch. Das ist kein dauerhafter Zustand, aber ein Problem, das in den letzten Jahren immer häufiger auftritt. Quasi der komplette äußere Ring steht unter Wasser.
    Der Hauptgrund sind extreme Niederschläge. In den letzten Jahren (besonders 2024 und bis hinein ins Jahr 2026) gab es in der Region Petén überdurchschnittlich viel Regen. Da der Lago Petén Itzá ein endorheisches Becken ist – das heißt, er hat keinen natürlichen oberirdischen Abfluss zum Meer –, kann das Wasser nur durch Verdunstung oder Versickerung im kalkhaltigen Boden entweichen. Wenn es schneller regnet, als das Wasser versickern kann, steigt der Spiegel unweigerlich an.
    Der See liegt in einer Karstlandschaft (Kalkstein). Der Wasserstand wird stark durch das Grundwasser beeinflusst. Wenn die unterirdischen Kanäle und Höhlensysteme durch Sedimente oder einen gesättigten Boden "verstopft" sind, steigt der Seepegel und bleibt oft über Monate oder sogar Jahre auf einem hohen Niveau.
    Die starke Abholzung rund um den See führt dazu, dass Regenwasser nicht mehr vom Wald aufgefangen wird, sondern direkt in den See abfließt. Dabei wird Erde mitgeschwemmt (Erosion), die sich am Boden des Sees absetzt. Dadurch wird das Becken "flacher", und die gleiche Menge Wasser nimmt mehr Platz ein – der Spiegel steigt.
    Die berühmte Ringstraße um die Insel Flores steht oft unter Wasser. Viele Hotels und Restaurants mussten Barrieren bauen oder ihre Erdgeschosse aufgeben.
    In der Geschichte gab es immer wieder Zyklen. In den 1970er und 80er Jahren war der Wasserstand ebenfalls extrem hoch, sank dann aber wieder. Momentan befinden wir uns jedoch in einer sehr langen und intensiven Hochwasserphase.
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