Get Schwifty

Joined August 2017Living in: Schweiz
  • Day44

    Caesar

    October 16, 2017 in Cambodia ⋅ ⛅ 27 °C

    Als dieser Beagle aus einer Versuchstier Zuchtstätte im State New York, zu uns ins Labor in Basel kam, war er nicht mehr als eine Nummer.
    #221 wurde bald durch die Tierpfleger, welche für die Neuankömmlinge gesorgt haben, auf den Namen Caesar getauft.

    Der Name war Programm. Caesar setzte sich schon bald als Alpha Beagle seines Rudels durch. Er fiel weiter durch sein besonderes Verhalten auf; während der Rest der Mäute immer in wildem Chaos Richtung Ausgangstor rannte, sobald jemand den Haltungsraum betrat, blieb Caesar jeweils auf seinem erhöhten Posten sitzen und beobachtete von dort aus erhaben, den Zirkus welchen seine Rudelkollegen aufführten.

    Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, wann ich Caesar zum ersten mal getroffen habe. Doch es stand schnell fest, dass dieser Hund etwas ganz besonderes ist. Im Gegensatz zu all den anderen Laborhunden, sprang er während einer Studie nicht ununterbrochen in seiner Box auf und ab. Die restlichen Hunde konnten vor lauter Aufregung noch so laut kläffen und heulen, Caesar blieb stumm. Unbeeindruckt und mit einem Gesichtsausdruck, als ob ihn das alles gar nichts angehe, sass er da und blickte einen leicht gelangweilt an.
    Egal wie hektisch das Geschehen im Labor wurde, Caesar bewahrte Haltung und stand über allem, egal was geschah, dieser Hund blieb sitzen und beobachtete stoisch die Welt um ihn herum.

    Er ging mir nicht mehr aus dem Kopf.

    Es existierte ein Adoptionsprogramm, für pensionierte Laborhunde und obwohl ich mich einen grossen Teil meiner Arbeitszeit mit den Hunden beschäftigte, wollte ich doch niemals einen dieser Beagles adoptieren.
    Bis auf Caesar.
    Für ihn hätte ich eine Ausnahme gemacht. Er machte stets einen sicheren und ruhigen Eindruck, war freundlich zu allen und niemals ängstlich.
    Er war meiner Meinung nach der einzige der Hunde, welcher mit den ganzen, unbekannten Dingen, ausserhalb eines Labors, hätte umgehen können. An dieser Stelle muss ich sagen, dass diese Hunde mit nichts in unserem Alltag jemals in Kontakt kamen. Sie kannten weder Autos, noch andere Tiere oder Möbel. Nicht mal eine simple, grüne Wiese, geschweige denn, die ganzen Geräusche und Gerüche da draussen.

    Wie es so ist in der Pharmaindustrie, kam plötzlich der Tag, an welchem uns verkündet wurde, dass unsere Abteilung obsolet ist. Schlagartig waren wir alle (die Hunde eingeschlossen) arbeitslos.
    Es ging nun darum, alle 30 Hunde, innert 2 Monaten zu vermitteln. Einige meiner Kollegen entschieden sich schnell dafür, einem der Beagles ein neues Zuhause zu geben. Zu Beginn war ich noch skeptisch. Lohnt sich der ganze Ärger? Die Hunde mussten mit viel Geduld und Zeitaufwand an die Aussenwelt gewöhnt werden.
    Doch ich konnte den Gedanken nicht ertragen, dass Caesar in die Hände einer unerfahrenen Person fällt!
    Nach kurzer Rücksprache mit meinen Eltern, ohne dessen Hilfe es nicht möglich gewesen wäre, entschlossen wir uns, Caesar zu adoptieren.

    Ich reservierte ihn gleich im System und stellte sicher, dass er an keiner weiteren Studie mehr teilnehmen musste. Von diesem Moment an, war jeder Arbeitstag ab 15 Uhr für Caesar reserviert. Da wir alle keine Jobs mehr hatten, war die Arbeitsmoral so tief, man hätte bestimmt irgendwo Erdöl gefunden und deshalb war es auch allen egal, wohin ich verschwand.

    Ich besuchte Caesar täglich und holte ihn aus dem Gruppenhaltungsraum. Ich knuddelte ihn und striegelte sein Fell. Gewöhnte ihn an sein neues Geschirr und an das an der Leine gehen. Ich beschäftigte ihn mit Suchspielen und trainierte Basiskommandos.
    Caesar zeigte grosses Interesse an den neuen Herausforderungen und es dauerte nicht lange, bis er mich freudig erwartete und gleichermassen Spass an dem neuen Tagesablauf hatte.
    So konnte ich sicherstellen, dass er nicht komplett unvorbereitet in die neue Welt entlassen wird und von Anfang an eine Bezugsperson hat.

    Es kam der Stichtag und Caesar und ein weiterer Beagle, der eine Bekannte meiner Mutter übernahm, wurden in grossen Hundeboxen in das Auto meiner Eltern verladen. Auf der Heimfahrt von Basel nach Bern, sass ich zwischen den Hundeboxen und kontrollierte, dass es den Hunden während der Autofahrt gut ging.

    Zu Hause war Caesar überwältigt vom Gras und dem Waldboden. Die Hunde meiner Eltern begrüssten ihn herzlich. Der Erstkontakt mit der Aussenwelt ist geglückt!

    Von da an entwickelte sich Caesar schnell. Am liebsten verbrachte er den gesammten Spaziergang, mit der Nase am Boden. Sobald er ein ihm unbekanntes Geräusch hörte, musste er innehalten und konnte erst weiter gehen, wenn er den Ursprung des Geräusches lokalisiert hatte. Anderen Hunden begegnete er mit Neugierde, sobald er einen von weitem sah, zog und zerrte er an der Leine, nur um keine Ahnung zu haben, was zu tun war, sobald er vor dem Artgenossen stand.
    Ich versuchte ihn auf meine Joggingrunden mitzunehmen, doch für dieses Mass an körperlicher Anstrengung, zeigte er nur wenig Begeisterung. Wir beschlossen einvernehmlich, dies wieder sein zu lassen.
    Meine Mutter entdeckte sein grosses Talent für die Nasenarbeit. Speziell das Erschnüffeln von vermissten Personen, wurde zu seiner Spezialität.

    Mit der Zeit wurde aus dem ruhigen Labortier ein fröhlicher Hund voller Emotionen, der es liebte, stundenlang auf dem Sofa zu schlafen und dazu laut zu schnarchen. Er war allem gegenüber neugierig und räumte regelmässig die untersten Regale meines Küchenschranks leer und verteilte alles in der Wohnung. Er liebte seine Kauknochen und war ein Mimöschen, was kalte Temperaturen anging. Trotz Wintermäntelchen gab er einem mit leisen aber kontinuierlichen Fiebtönen zu verstehen, dass es einfach zu kalt ist, um draussen zu sein.

    Keiner konnte sich so ankuscheln wie Caesar und er war der einzige Hund der es schaffte, nach einem Schluck Wasser alles im Umkreis von 2 Metern unter Wasser zu setzen.

    Wollte man sich die Schuhe schnüren, um Raus zu gehen, stürmte er heran und knuffte einen mit dem Kopf in die Seite, stupste mit der Schnauze gegen die Hände und legte sich quer über die Schuhe, damit man ihm den Bauch kraulte.

    Er konnte wie verrückt seinen Plüschtieren nachjagen und diese durch die Wohnung schleppen und überall verteilen.
    Nichts was nicht ausser Reichweite war, blieb unangeknabbert.

    Ich staunte über seine Entwicklung und amüsierte mich ab seinen, teilweise kuriosen Reaktionen auf die Welt.
    Die Begrüssungssprints, welche er sich aneignete, sobald man zur Haustüre herein kam, waren pure Fröhlichkeit.

    Caesar ist ein ganz besonderer Hund, mit zwei Leben.

    Heute morgen mussten wir uns dazu entscheiden, ihn zu erlösen.
    Ein agressiver Leptospirose Erreger hat seinen kleinen Körper befallen und war verherrender als alles, was ich jemals zuvor gehört habe.
    Die einzige Erleichterung die ihm noch geboten werden konnte, war ihn für immer einschlafen zu lassen.

    Es wird nicht mehr das Selbe sein ohne dich, Borsti.
    Du wirst uns sehr fehlen.

    Dö & Pa

    P.S.: Wir haben uns dazu entschlossen die Reise abzubrechen, weshalb dies vermutlich der letzte Blogpost sein wird. Wir bedanken uns für die virtuelle Mitreise und all die Kommentare.
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  • Explore, what other travelers do in:
  • Day43

    Day #40 disturbing, youngest past

    October 15, 2017 in Cambodia ⋅ ⛅ 27 °C

    Denkt man an Geschichte, fallen einem uralte Geschehnisse ein, aus längst vergangenen Jahrhunderten und Epochen, dessen Jahreszahlen man sich für eine Prüfung im Geschichtsunterricht ins Kurzzeitgedächtnis drücken musste.

    Dieser Ausschnitt aus der Vergangenheit, wie er sich hier in Kambodscha abgespielt hat, ist noch so jung und zugleich so grotesk grausam, dass es mir die Sprache verschlug, als ich die Schauplätze dieser dunklen Ära besuchte.

    Bereits in Vietnam waren die Dokumentationen des Krieges und dessen Folgen erdrückend und natürlich kann ein bestimmter Krieg nicht mehr aufwiegen als ein anderer. Den Schmerz, die Verluste und Zerstörungen welche Kriege verursachen, sind niemals Messbar und immer unnötig.

    Und trotzdem, was sich in diesem kleinen Land, welches eingeklemmt zwischen Vietnam und Thailand gerne mal vergessen geht, vor weniger als 40 Jahren abgespielt hat, machte mich tief betroffen, insbesondere weil ich noch nie davon gehört habe und weil es etliche Jahre nach dem 2. Weltkrieg geschehen ist, in einer Zeit in welcher die ganze Welt auf das Thema Genozid sensibilisiert hätte sein solllen.

    Zum Ende hin, des Vietnam Krieges, wurde auch Kambodscha stark in Mitleidenschaft gezogen. Amerikanische B52 Bomber entluden bereits zu Vietnamkriegszeiten gezielt Sprengsätze über kambodschanischem Gebiet. Ziel waren nach wie vor die Vietkong und ihre Sympatisanten, getroffen wurden aber hauptsächlich kambodschanische Zivilisten.
    Die wachsende Wut dieser Umstände trieb das einfache Volk direkt in die Arme einer kleinen maoistisch, sozialistisch orientierten Gruppierung, später bekannt unter dem Namen Khmer Rouge.

    Im Frühjahr, 1975 zogen sich die USA und auch Frankreich aus dem Land zurück. Kambodscha war bereit für die Unabhängigkeit. Viele bejubelten die aufstrebende Macht der Khmer Rouge und glaubten an die Visionen des Anführers Pol Pot. Dieser versprach ein Paradies, nach dem Vorbild des Kommunismus, in welchem Alle gleich waren und jeder genug zum leben hat. Misstrauen und Paranoia verhinderten jedoch jede Form von logischem und rationalem Denken, was schlussentlich zu einer Katastrophe führte.

    Innert 48 Stunden wurden die Bewohner Phnom Penhs und anderer grosser Städte auf das Land getrieben, um Zwangsarbeit zu verrichten. Die Khmer Rouge rekrutierten hauptsächlich Kinder für ihre Bewegung und bildeten sie zu erschreckend effizienten Soldaten aus. Minderheiten, Akademiker und gebildete Menschen wurden zu Feinden erklärt.

    Das tragen einer Brille oder zarte Hände, waren bereits Beweis genug, dass man samt Familie, verhaftet und ins Gefängnis gesteckt wurde. Im von uns besuchten Hochsicherheitsgefängnis, Tuol Sleng, besser bekannt als "S-21", wurde den Gefangenen unter Folter ein schriftliches Geständnis aberzwungen, in welchem sie festhalten mussten, dass sie für die CIA oder den KGB arbeiteten, Organisationen, von welchen die Opfer vermutlich noch nie gehört haben, nur um sie anschliessend auf den "Killing Fields" zu ermorden.

    Das S-21 war ein ehemaliges Schulgelände mit mehreren Gebäuden, welches von den Khmer Rouge umfunktioniert und umgebaut wurde. In den Klassenzimmern wurden zum Teil Ziegelsteinmauern hochgezogen, um winzige Einzelzellen zu erschaffen. In anderen Räumen wurden Verankerungen im Boden angebracht um Gefangene, zu hunderten, an Fussfesseln, dort festzuhalten.
    In den Folterkammern fand man jeweils einen leeren, metallenen Bettrost mit Fesseln vor, an der Wand das dazugehörige Bild, welches zeigte wie die Befreier die Opfer nach dem Einmarschieren vorfanden. Die offenen Durchgange der Stockwerke waren mit Stacheldraht gesichert, damit die Gefangenen nicht hinunterspringen und sich selber umbringen konnten.

    Als wir im Innenhof der Anlage auf einer Bank sassen, erschien plötzlich ein Pfau, der seelenruhig auf der Suche nach Nahrung, umherspazierte. Mit seinem schillernden Federkleid und der eleganten Gangart, bildete er einen surealen und etwas tröstenden Kontrast zu diesem bedrückenden Ort, welchen ihn umgab.

    Ich habe vorher noch nie ein Konzentrationslager dieser Art besucht.

    Anschliessend an den S-21 Besuch, fuhren wir raus, zu einem der Schauplätze, bekannt als "Killing Fields".
    Gefangene, welche ein Geständnis abgelegt haben, wurden in Lastern hierher gebracht und noch in der selben Nacht, ermordet und in Massengräbern verscharrt. Um kein Misstrauen seitens der Bevölkerung zu erwecken, verwendete man für die Exekutionen keine Schusswaffen, welche zu viel Lärm verursacht hätten, sondern prügelte die Gefangenen zu tode. Ein anderes Argument war auch, dass die Kugeln zu teuer und wertvoll waren, um Verräter damit zu töten.

    Heute steht vor Ort eine Gedenkpagode, in welcher sich die Gebeine der Opfer meterhoch stapeln. Unter dem angrenzenden See, liegen immer noch tausende von anonymen Toten. Man beschloss, sie dort ruhen zu lassen.

    So geschah es von 1975-79, Nacht für Nacht, mit lauter Propagandamusik, um die Schreie zu übertönen und ohne dass Details dieser Grausamkeiten die Landesgrenzen wirklich überschritten oder angehört wurden.
    Alle Menschen mit Fachwissen waren ermorded oder geflohen und die Menschen aus den Städten hatten keine Ahnung von Landwirtschaft. Das Volk verhungerte langsam und wurde gezwungen, sich zu tode zu arbeiten.

    Keine vier Jahre dauerte es, bis die Khmer Rouge Bewegung und ihr "Steinzeitkommunismus" am Ende und zerschlagen waren. Von einer 8 Millionen Bevölkerung wurden rund 3 Millionen durch ihre eigenen Landsleute und ohne Grund getötet.

    Die Anführer konnten in den Untergrund fliehen und wurden viel zu lange nicht verurteilt. Die Grausamkeiten, welche sie begangen haben, wurden von den grossen Nationen dieser Welt nicht anerkannt, schlimmer noch, die Khmer Rouge wurde von den Weltmächten weiterhin als Regierung Kambodschas anerkannt und hatte sogar einen Sitz in der UNO.

    Die ehemaligen Kindersoldaten sind heute gerade mal in ihren 40ern.
    Das erste Strafgerichtsverfahren gegen einen der Anführer der Khmer Rouge wurde 2009 eröffnet.
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  • Day42

    Day #39 Phnom Penh

    October 14, 2017 in Cambodia ⋅ ⛅ 26 °C

    Als ich heute Morgen die Augen aufschlug, war alles was ich wahrnahm ein allgegenwärtiger, hämmernder Schmerz, der unter meiner Schädeldecke pochte.
    Am Essen vom vorangehenden Abend kann es nicht gelegen haben, vielmehr vermute ich, dass das Rollerfahren während man nass bis auf die Knochen ist, meinen Schnupfen und die einhergehenden Symptome verstärkt hat.
    Ich bin mir Kopfschmerzen (glücklicherweise) nicht wirklich gewohnt doch diese Schädelbrumm-Episode dauerte den ganzen Tag über an.
    Die Erinnerungen an den Tagesverlauf sind demzufolge entsprechend verschwommen.

    Wir liesen das Frühstück, mangels Hunger und Geruchssinn (zwei schniefende Reisende in einem Teil der Welt, wo Nasenputzen als unglaublich eklig empfunden wird... Herrlich) sausen und packten gemächlich unsere, grösstenteils, klatschnassen Sachen.

    Die Fahrt zum Flughafen und die Sicherheitskontrollen gestallteten sich überraschend unkompliziert.
    Die Männchen in militärisch wirkenden Uniformen an den Flughafenschaltern, nahmen ihre Aufgabe sehr wohl ernst, doch gab es bei uns nichts zu finden. So sassen wir also, mehr tot als lebendig am Gate und warteten auf unseren Flug.

    Ich bekomme das Gefühl, dass ich nicht mehr so empfindlich für Details bin, wenn ich ein neues Land besuche. Oder zumindest berichte ich nicht mehr so minutiös darüber. Dem muss definitiv wieder mehr Beachtung geschenkt werden.

    Die Südvietnamesen jedenfalls sind jung, gebildet, haben mit der Vergangenheit abgeschlossen und blicken nach vorne. Zudem vermute ich, dass sie nicht natürlich geboren werden, sondern gleich auf einem Roller (im Gegensatz zu Indonesien, immer mit Helm) in die Welt raus fahren. :)

    Während dem Flug konnte man vom Fenster aus den imposanten Mekong Fluss in seiner vollen Dimension bestaunen. Auffallend war, dass grosse Teile des Landes von Wasser überflutet waren. Ein weiteres Indiz für die momentan herrschende Regenzeit. Während dem Flug wurden uns jeweils gleich zwei verschiedene dieser Visapapiere ausgeteilt, welche wir für die Einreise nach Kambodscha benötigten.

    Am Flughafen in Phnom Penh bemerkten wir, dass wir unsere eVisa Bestätigungen in Papierform hätten vorweisen sollen (was keinen Sinn macht, wenn der ganze Prozess elektronisch verläuft), die äusserst aufgestellten Beamten an den Einreiseschaltern belehrten uns mit allem, was sie an englischem Wortschatz auf Lager hatten (nach ca. 3 Sekunden war das Geschimpfe auch schon wieder vorbei) und dann, jedoch nicht ohne Foto- und Fingerabdruckdokumentation, durften wir passieren.

    Für eine Lokale SIM-Karte mussten wir bar bezahlen und ich war ein wenig erstaunt, als der Geldautomat mir US Dollar ausspuckte, aber die einheimische Währung ist so stabil wie eine Sandburg bei Flut, sodass alle lieber Dollars als Zahlungsmittel annehmen.

    Wir wurden auch gleich von Taxifahrern belagert, während wir einen Uber Fahrer suchten. In Kambodscha ist, sich zu Fuss zu bewegen, ein Ding der Unmöglichkeit. Man wird so lange belagert, bis man resigniert in einem Taxi oder Tuk Tuk sitzt, als Ausländer hat man erst recht keine Ruhe.
    Desalb ruft man lieber von Anfang an ein Tuk Tuk, sobald man die Hotellobby verlässt.
    Die Taxifahrer hier erklärten uns auch gleich, dass es am Flughafen kein Uber gibt, wir nickten geduldig und stiegen wenige Momente später in ein Uber Auto auf der anderen Strassenseite ein.

    Unser Hotel ist brandneu und im Vergleich zu allem vorher dagewesenem Luxus pur! Gekos im Badezimmer gehören aber nach wie vor auch dazu. :)

    Nach einer schnellen Recherche und dem zu Rate ziehen der gängigsten Reiseapps, entschieden wir uns ein Mini-Kino in der Stadt zu besuchen. Das Kino wurde auf freiwilliger Basis betrieben und bot gerade mal genug Platz für 16 Gäste, welche es sich auf Sofas und Liegematten bequem machen konnten. Das dazugehörige Restaurant, lieferte uns die Pizzen direkt in den Kinosaal, oder viel mehr in das Kinokämmerchen.

    Passend zur Geschichte des Landes lief an diesem Abend der Film "Killing Fields" - mehr dazu später.
    Nach dem Kino bestellten wir uns via Tuk Tuk App ein Gefährt, welches uns wieder zurück zum Hotel brachte. Die App ist extrem praktisch, da man wegen der Sprachbarriere den Fahrpreis mit den Fahrern auf normalem Weg nicht aushandeln kann und so die App das für einen übernimmt.

    Zurück im Hotel, gönnten wir uns auf der Dachterasse, mit Ausblick über die Stadt, ein Bier.

    Die Kopfschmerzen gaben sich weiterhin hartnäckig, weshalb wir schon bald Schluss machten für den Tag und uns für den nächsten auch nicht viel vornahmen.
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  • Day41

    Day #38 Food Safari

    October 13, 2017 in Vietnam ⋅ ⛅ 25 °C

    Pascal's Erkältung ist gestern Abend auf mich übergegangen und hat mich voll erwischt. Nach einer kurzen Nacht, besuchten wir heute trotzden das Museum für Kriegsüberreste. Die hohe Luftfeuchtigkeit und Temperatur draussen war mit Schnupfen endlich mal angenehm, im Gegensatz zu den trockenen und klimatisierten Räumen drinnen.

    Das Kriegsmuseum war beeindruckend und schonte kein Thema des langen und grausamen Krieges, welcher in Vietnam wütete. Die meisten Kolonien machten eine ähnliche Entwicklung durch, im Kampf für die Unabhängigkeit, doch Vietnam hat es durch das Eingreifen anderer Länder, insbesondere der USA, besonders hart getroffen.

    Ich wäre gerne noch etwas länger im Museum gebliben und hätte die Details studiert, doch ich war einfach nicht fit genug und die andauernden Niesanfälle trieben sogar mich selbst auf die Palme!

    Also kehrten wir zum Guest House zurück und ich versuchte mich zu regenerieren, da ich am Abend unbedingt auf die Vietnamesische Street Food Tour wollte.
    Pünktlich gegen 17:30 Uhr konnte ich wieder frei atmen und die Schmerzen waren weg.
    Man muss etwas nur genug fest wollen.

    So schwangen wir uns auf die Rücksitze der Roller unserer Tourfahrerinnen, allesammt Studentinnen aus der Stadt (Bier und Reiswein gehörten für uns auch zum Programm, wesalb wir nicht selber fahren mussten).
    Die Tour war so aufgebaut, dass man per Roller durch die Stadt gefahren wurde und fünf Stopps, in verschiedenen Teilen Saigons, einlegte. 3x zum essen und 2x für Sightseeing.
    Für uns war dies schlussentlich der schnellste und einfachste Weg, möglichst viele der lokalen Gerichte zu probieren. Und so konnten wir wenigstens nachfragen, was uns aufgetischt wurde (die meisten Strassenhändler sprechen kaum Englisch, was das Bestellen und Fragen schwierig gemacht hätte).

    Am ersten Stopp gab es in einem unscheinbaren Seitengässchen Grüntee und eine sehr leckere Nudelsuppe mit Rindfleisch, Wasserspinat, Sprossen und Bananenblüten, während wir (total 8 Teilnehmer), uns um einen einzigen Tisch versammelten und auf winzigen Plastikstühlen balancierten.

    Nach der Suppe wollten wir weiter zum Fischmarkt in Chinatown und uns das Treiben dort ein wenig ansehen. Unterwegs begann es jedoch heftig zu regnen und dieser Zwischenstopp fiel wortwörtlich ins Wasser.
    Wir fuhren also gleich weiter zum Mampferlebnis Nummer 2. Auf einem Tischgrill wurde Getier wie Rind, Ziege und Garnelen zubereitet, das Fleisch wurde anschliessend in Pfefferminz- oder Basilikumblätter gewickelt und in fermentierter Soja- oder Chilli-Limetten-Sauce getunkt. Die Krönung bildeten jedoch die gegrillten Frösche.

    Wir verbesserten unsere Geschicklichkeit im Umgang mit Essstäbchen ein wenig, indem wir einen Transportwettbewerb mit Erdnüssen veranstalteten.

    Nach dem BBQ machten wir einen kurzen Abstecher in den neuen und modernen Bezirk Saigons, was nicht besonders spannend war.

    Unsere Fahrerinnen plauderten jedoch während der Fahrt ununterbrochen mit uns und erzählten uns allerlei über die Stadt und die Orte, welche wir passierten.

    Am letzten Stopp gab es viele Meeresfrüchte; Jakobsmuscheln mit Erdnüssen und Chillisauce, kleine Muschel in einer Ingwersuppe und Krebsscherenfleisch mit einer Pfeffer-Kumquatsauce. Für einen kurzen Moment konnten sie uns weiss machen, dass der nächste Gang Rattenfleisch war, doch da auch kleine Flügel dran waren, musste es sich um Wachteln gehandelt haben.
    Da Pascal auf die Meeresfrüchte verzichtete und andere alternative Gerichte offeriert bekam, hatten wir eine noch grössere Auswahl zum probieren.

    Als Höhepunkt (oder Tiefpunkt) des Abends, wurden halb ausgebrütete Enteneier serviert, welche zu essen, Glück bringen soll. Wir probierten auch ein wenig und geschmacklich waren die Eier wirklich gut, doch ich habe bereits beim Verzehr von "normalen" hartgekochten Eiern etwas Mühe und zu wissen, dass man sozusagen einen Entenfötus isst machte es nicht einfacher.
    Etwas Bier zum Nachspülen wirkte Wunder.

    Der Abend wurde mit einem Dessert, bestehend aus Kokosnussgelee und einer Art "Karamellköpfli" abgerundet und wir wurden, mit sehr vollen Bauch und etwas mehr Wissen, nach Hause gerollert. ;)
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  • Day40

    Day #37 Cu Chi Tunnels

    October 12, 2017 in Vietnam ⋅ ⛅ 24 °C

    Der Süden Vietnams, genauer gesagt, Saigon oder Ho Chi Minh City (je nach dem, wen man fragt), macht bis jetzt einen sehr sympatischen Eindruck auf mich.
    Nach den ersten Quervergleichen, welche ich in den letzten 24 Stunden gemacht habe, kann ich sagen, dass die Menschen, welche ich getroffen habe, sehr freundlich gegenüber Touristen sind. Von der "Null-Bock" Attitüde, welche Dienstleister in Indonesien in den meisten Fällen ausgestrahlt haben, bemerkte ich hier bis jetzt auch nichts.

    Das Chaos auf den Strassen gleicht dem von Indonesien, jedoch ist das Roller/Auto Verhältniss etwas anders. Man bekommt den Eindruck, dass jeder Vietnamese einen Roller besitzt! Die vereinzelten Autos sind dafür mit ausgefallenen Hupen und extra LED-Lichtern ausgerüstet. Auf den Strassen herrscht wie gewohnt das Gesetzt des Stärkeren und Rollerfahrer müssen auch mal in den Strassengraben hechten, um eine Kollision zu vermeiden.

    Wir übernachten in Saigon im Bezirk 1, in einem einfach eingerichteten, dafür umso gemütlicheren Guest House, dessen Besitzer sehr grossen Wert darauf legt, dass man die Schuhe noch vor der Haustüre auszieht.

    Heute Morgen frühstückten wir gemächlich das uns servierte Baguette mit Ei-Beilage nach Wahl (In Vietnam mag und ist man viel Weissbrot Baguette). Muss an der Kolonialisierung durch die Franzosen liegen. ^^

    Nach dem Frühstück hatten wir etwas Zeit übrig, bevor um 11 Uhr unsere Tour zu den Cu Chi Tunnel startete. Ich nutzte dies, um spontan eine Vietnam Food Tour, am darauffolgenden Abend zu buchen. Wegen der Kurzfristigkeit, konnte ich nur noch telefonisch buchen.
    Da in Vietnam die Menschen eher schlecht Englisch verstehen und über Telefon erst recht nicht, wurde dies zu einer Herausforderung.
    Mit Schreibblock und Tablet bewaffnet, ging ich zum Guest House Besitzer und bat ihn um Hilfe. Wir tätigten abwechslungsweise das Telefonat, wenn ich mit meinem Englisch nicht mehr weiter kam und benutzte den Schreibblock, wenn es darum ging Namen und andere Details zu diktieren.

    Ob es geklappt hat, werde ich morgen Abend sehen. :)

    Um 11 Uhr wurden wir pünktlich abgeholt und wenig später brausten wir auf einem Speed Boat, flussaufwärts, Richtung Cu Chi Tunnel.

    Im unserer englischsprachig geführten Gruppe waren Leute aus Schweden, Holland, Südafrika und Australien vertreten. Was ich eigenartig fand war, dass sich ein kleines Grüppchen von vier Personen, abgesondert und mit eigenem Guide, ebenfalls auf dem Boot befand. Die Lösung zu diesem Rätsel war simpel, sowie äusserst amüsant; Es gibt nur ein, mir bekanntes Volk, welches sich weigert andere Sprachen zu lernen oder zu sprechen. Und ja, bei dem gesonderten Grüppchen handelte es sich um Franzosen.

    Die Tunnel selber, welche die Vietcong wärend dem Vietnamkrieg erschufen und benutzten, um ihren Gegenspielern, welche eigens aus der USA angereist sind, das Lebens schwer zu machen, waren beeindruckend und verdammt beengend. Natürlich wurden die Tunnel nicht grösser als nötig gebaut, um Zeit und Energie zu sparren, und die Vietnamesen waren zu dieser Zeit nicht nur klein, sondern vom Krieg ausgezerrt, auch noch mager und passten durch klaustrophobisch kleine Tunnel.

    Übertrumpft, wenn es ums Beeindrucken ging, wurden die Tunnel lediglich durch die Anzahl an ausgeklügelten und grausamen Fallen und Fallgruben, welche ausgestellt waren und von den Vietcong eingesetzt wurden.

    Verstanden habe ich diesen Krieg jedenfalls noch nicht. Aber in Ho Chi Minh City gibt es bestimmt noch die eine oder andere Dokumentation zu dieser grausamen Epoche. Was sicher ist, ist dass die Vietnamesen ihre Differenzen eigentlich alleine regeln wollten und ihr Land unglücklicherweise zum Austragungsort eines indirekten Kräftemessens zwischen der UdSSR und der USA wurde. Die Tunnel und das Dasein in denselben über 25 Jahre, zeigte sehr eindrücklich, mit welcher Verbissenheit die VCs gegen eine Grossmacht kämpfen und bestehen konnten.
    Fun fact: Die USA hat nie offiziell eingeräumt, den Krieg gegen die Vietcong verloren zu haben. Sie riefen lediglich die Waffenruhe aus und zogen sich anschliessend kleinlaut zurück.
    Leiden musste schlussentlich das vietnamesische Volk, welches mehrheitlich nichts mit den Konflikten zu tun hatte.

    Ich hoffe, morgen noch mehr in Erfahrung bringen zu können.

    Am Abend war zur Entspannung ein Kinobesuch bitter nötig. Das Filmprogramm hatte ein etwas anderes Zeitfenster als der Rest der Welt. Sprich, von den Filmen, welche in den Nachbarländern neu in die Kinos kamen, war hier keine Spur. Liegt wohl daran, dass es sich dabei primär um amerikanische Filme handelt. So kam es, dass wir einen sehr guten und verschachtelten, spanischen Kriminalfilm besuchten, was eine erfrischende Abwechslung war.

    Am Abend hat es stark zu regnen begonnen und bis jetzt noch nicht wieder aufgehört. So wissen wir wenigstens, dass das mit der Regenzeit wörtlich zu nehmen ist. :)
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  • Day39

    Day #36 Saigon

    October 11, 2017 in Vietnam ⋅ ⛅ 26 °C

    Nachdem wir heute Morgen unsere kriminell aussehenden Passfotos für unsere Vietnam Visa abgeholt haben, fuhren wir mit der U-Bahn zum ArtScience Museum.
    Die Ausstellungen waren gut gemacht und oftmals auf Interaktion zwischen Ausstellungswerk und Besucher ausgerichtet, also viel zum anfassen, Knöpfe drücken und ausprobieren. Alles was grosse Kinder glücklich macht. :)

    Neben den Spielereien animierte die Ausstellung dazu, sich die Zukunft vorzustellen und sich in gewisse Situationen hinein zu versetzen oder sich Fragen zu stellen.
    Z. B.: Mit den heute verfügbaren Tests und Möglichkeiten in der Medizin, dem unermüdlichen Sammeln unserer Daten zu unseren Gewohnheiten, zur Profilerstellung für diverse Menschengruppen und Einflussnahme auf dieselbigen; Was ist natürlich?

    Ein Part der ebenfalls grossen Spass bereitete, war das Benutzen von AR-Screens (bitte googeln, es zu umschreiben dauert zu lange. Stichwort: Pokémon Go). Mit den Bildschirmen konnten wir durch das halbe Museum wandern, Tiere entdecken, Dinge sammeln, Bäume pflanzen und ähnliches. :)

    Dann war der Vormittag leider auch schon vorbei und wir mussten zurück zu unserem Hostel, um unser Gepäck einzusammeln und uns Richtung Flughafen aufzumachen.

    So verlassen wir also diesen Stadt-Staat, welcher es hinbekommt, sein ultra-multikulti Volk, in vier Sprachen (Chinesisch, Malaiisch, Tamil und Englisch) und drei verschiedenen Alphabeten (zwei davon kann ich nicht lesen) zu managen.

    Am Flughafen machten die "ä" Pünktchen in meinem Namen wieder Ärger beim Einchecken. Da so etwas im Englischen nicht existiert und anständig umsetzbar ist, dauert es jedes Mal etwas länger, da Maschinen damit nicht umgehen können und ich mich am Schalter beim Bodenpersonal anmelden muss (Iiih, Menschenkontakt!)
    Am einfachsten ist es, wie ich mittlerweile weiss, einfach die Pünktchen auf dem A wegzulassen.

    Auf dem Flug nach Vietnam fiel mir wieder ein, dass wir noch Bargeld in US Dollar oder Vietnamesische Dong für das Bezahlen der Visastempel hätten organisieren müssen. Wir machten uns aber nicht all zu grosse Sorgen, da die Asiaten immer eine Lösung finden, wenn es darum geht den Touristen Geld abzuknöpfen.
    Am Flughafen in Ho Chi Minh City wurde es kurz spannend bei der Visaerteilung und um überhaupt einreisen zu können.
    Auf den Beantragungsformularen stand zwar sehr viel Text, doch man musste gut Ausschau nach dem englischen Teil halten. Am Schalter wurden unsere Pässe und der ganze Papierkram gleich mal eingezogen und uns wurde geheissen uns hinzusetzten und zu warten.
    Wie wir feststellen mussten, waren andere Reisende besser vorbereitet und zückten allesammt ihre US Dollars, wenn sie aufgerufen wurden. Natürlich war weit und breit kein ATM in Sicht.
    Als wir an der Reihe waren, war alles was wir in genügender Menge dabei hatten, Schweizer Franken.
    Diese akzeptierten die Beamten überraschenderweise ebenfalls sehr gerne und ohne Komplikationen. Ich vermute ihnen ist jede Währung lieber als die eigene.

    Nach einer gemächlichen Autofahrt durch das bunte Ho Chi Minh, erreichten wir unser Guest House inmitten einer belebten Strasse, mit vielen Leuchtreklamen und Restaurants.
    Pascal leidet immer noch ein wenig unter der Erkältung, doch wenigstens fanden wir im Laden um die Ecke seine Lieblingskekse, welche er auf seiner letzten Reise hierher entdeckt hat. :)
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  • Day38

    Day #35 Universal Studios

    October 10, 2017 in Singapore ⋅ ⛅ 31 °C

    Zum ersten Mal besuchten wir einen Vergnügungspark der Universal Studios.

    Bekannt als das erste Filmstudio Hollywoods und für eine beträchtliche Anzahl an Blockbustern (ich habe mich schon immer gefragt, was dieser Begriff genau bedeutet), wie "Jaws", "E.T." oder "Jurassic Park" (danke, Herr Spielberg), betreibt Universal Studios nebenher noch filmbasierte Vergnügungsparks.
    Diese bestehen aus Achterbahnen und oftmals Demonstrationen zu Filmproduktionen. Filme sind nach wie vor eine Kunstform (nicht unbedingt diejenigen, welche zu 90% aus CGI Effekten bestehen, aber sonst schon), welche viel Planung und Raffinesse verlangt.

    Dass unheimlich viel Aufwand und Denkarbeit hinter solchen Filmen steckt, wurde im Park gut vermittelt. Wir waren absolut begeistert von den Achterbahnen und 3D unterstützten Fahrten. Mein persönlicher Favorit war die Achterbahn zum Film "The Mummy" mit überraschenden Lichteffekten, "Jumpscares" von Robotermumien und einer lange Achterbahnfahrt (manchmal auch rückwärts) im Dunkeln und somit im Ungewissen.

    Wir verbrachten den ganzen Tag im spärlich besuchten Park und klapperten jede, einzelne Bahn ab. Das Universal Studio ist mit Abstand das Beste auf der ganzen Sentosa Insel (gefolgt von Bier-im-Pool trinken).

    Am Abend deckte sich Pascal, der sich erkältet (oder wie wir sagen, leicht infiziert) hat, mit Halspastillen und Nasenspray ein. Diese erfüllen hoffentlich ihren Zweck.

    Wir kehrten zurück in ein sehr ruhiges Hostel. Diese Nacht beherbergt es lediglich 6 Gäste in unserem 18 Personen Zimmer, was ungewohnt und sehr angenehm ist. Definitiv die einzige, positive Erinnerung an die Herberge, neben der Tatsache, dass die Hostelwaschmaschine, jedesmal, wenn sie fertig ist, einen Ausschnitt von Schuberts "Forelle" spielt. :)
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  • Day37

    Day #34 Sentosa paradise

    October 9, 2017 in Singapore ⋅ ⛅ 31 °C

    Singapur ist gewissermassen ein unwirklicher Ort.
    Die Strassen sind sauber, die Bürger fleissig und friedlich und die Wirtschaft brummt.

    Mit den Erlebnissen und Eindrücken aus Indonesien noch im Hinterkopf, frage ich mich, wo die Schwelle liegt.
    Ab wann hat ein Mensch genug zu verlieren, dass ihm etwas daran liegt, sich an Regeln und Gesetze zu halten? In Indonesien ist dies definitiv nicht der Fall, da schaut jeder für sich und der stärkste gewinnt. So simpel ist es.

    Im Stadtstaat Singapur werden die Menschen richtiggehend konditioniert. Überall in den öffentlichen Verkehrsmitteln hängen Plakate, verschiedener Kampagnen, welche dazu aufrufen mitzuhelfen. Mitzuhelfen, wenn ein Terroranschlag verübt wurde (mit Anleitungsvideo), mitzuhelfen die Übertragung von Krankheiten durch umsichtigkeit zu minimieren und mitzuhelfen, Fälle von sexueller Belästigung zu melden und unterbinden. Ich könnte noch lange, weitere Beispiele aufzählen. Die Regierung hat an alles gedacht, was eine gute Gesellschaft ausmacht und skandiert diese Werte erfolgreich.
    Natürlich haben die Menschen hier auch Arbeit und sind somit den ganzen Tag beschäftigt, werden wertgeschäzt und können Erfolge erarbeiten (für Auswärtige gilt eine Nulltolleranz-Regel, wer keine Arbeit hat fliegt raus).

    Ich weiss nicht genau, was und wie sie es hier in Singapur geschafft haben, aber es funktioniert.
    Dank dieser Umstände konnte ich heute Morgen endlich mal wieder eine Joggingrunde im freien drehen. Es war, dank des Klimas, nicht gerade einfach, jedoch kommt man sonst selten an so vielen, bizarren Gebäuden vorbei. Zudem entdeckte ich auf diesem Weg das Science/Arts Museum, welches wir morgen besuchen werden.
    Vor lauter staunen habe ich mich kurzfristig verirrt und so wurde die Sporteinheit halt ein wenig ausgedehnt (auch nicht tragisch).

    Nach meiner Rückkehr, gingen wir die Sentosa Insel besuchen.
    Sentosa ist eine Vergnügungs- und Freizeitinsel, eine Mischung aus Las Vegas und Europapark und es ist für jeden etwas dabei.

    Natürlich ist alles furchtbar überteuert, aber wie es so ist in den Ferien; wenn man schon mal da ist, muss man schliesslich auch Spass haben.
    Zuerst gingen wir ins Aquarium, welches eine beachtliche Sammlung an Haifischen und Rochen beherbergte. Anschliessend spazierten wir durch den Park und am Strand entlang und entschlossen uns das zu tun, was man eigentlich überall tun kann: im Pool sitzen und Bier trinken. :)

    Nachdem wir ausreichend abgekühlt und erfrischt waren, besuchten wir ein Museum welches mit optischen Täuschungen, 3D-Effekten und Augmented Reality Werbung machte. Die Realität war dann leider sehr ernüchternt und an die Selfie-Anhänger gerichtet. Man konnte sich in verschiedenste, gemalte Szenen stellen und mittels heruntergeladener App Bildeffekte hinzufügen...
    Da der Eintritt nicht gratis war, machten wir das Beste daraus.

    Nachdem wir noch mehr ers
    reckend grausliges und zugleich leckeres Essen gegessen haben, schlenderten wir der Parkpromenade entlang, zurück zur U-Bahn-Station und ins Hostel.
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  • Day36

    Day #33 MacRitchie

    October 8, 2017 in Singapore ⋅ ⛅ 27 °C

    Heute bin ich ein wenig schreibfaul. Eigentlich passend zum heutigen Tag.
    Wir sind erst am späten Vormittag losgezogen, richtung MacRitchie Park. Dies ist eine gross angelegte Parkanlage mit See und Wanderwegen.

    Mit dem Bus konnten wir bequem auf direktem Weg dorthin fahren und loswandern. Zuerst wimmelte es von Joggern und war etwas unruhig. Je weiter wir in der Urwald hinein gingen, desto besser wurde es.

    Nach einem Drittel der Strecke erreichten wir eine über den Baumkronen angelegte Hängebrücke.

    Der Eingang zur Brücke war von Makaken-Affen belagert, welche es auf den Proviant der Wanderer abgesehen hatten. Obwohl wir nichts Essbares bei uns trugen, hüpfte mir einer hinterher und zupfte an meinem Rucksack. Ich mag diese Affen wirklich nicht...

    Etwa eine halbe Stunde später fing es heftig an zu regnen und gewittern. Wir, immer noch mitten im Wald, konnten nicht wirklich etwas an der Sache ändern, suchten aber einen Unterstand, bis das Gröbste vorbei war.
    Das Unwetter brachte ordentliche Wassermassen mit sich, welche die Wanderwege schnell in kleine Sümpfe verwandelten.
    Die restlich Wanderung balancierten wir also entlang der Grenze zwischen Wanderweg und Urwald und versuchten, nicht all zu nasse Füsse zu bekommen.

    Das letzte Stück führte wenigstens über einen Steg, entlang des Sees, welcher voller Algen und vermutlich Wasserschildkröten (wir sahen nur eine) war.

    Zurück an der Bushaltestelle hatten wir doch etwas über 22'000 Schritte vorzuweisen. Nicht schlecht für einen faulen Tag. :)
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  • Day35

    Day #32 by the bay

    October 7, 2017 in Singapore ⋅ ⛅ 32 °C

    Der Tag im Hostel begann früh, mit Wäsche aus dem Trockner retten, bevor dies jemand anderes für uns übernahm und anschliessendem sortieren und zusammen legen.

    Die Nacht durch konnten wir gut schlafen, trotz 18-Bett Zimmer und zum Teil bizarren Zimmergenossen/innen, welche uns skeptisch stimmten.

    Das Frühstück verlegten wir in das nächste, Kaffeebrau-Lokal mit gratis Wlan und anschliessend nahmen wir dir U-Bahn, hier MRT genannt, Richtung Gardens by the Bay. Die U-Bahn im Singapur ist pünktlich, sauber und sicher, also total untypisch für eine U-Bahn.

    Als wir wieder an die Oberfläche traten, erblickte man als erstes das berümte Hotel Marina Bay Sands, welches aus drei Hochhaussäulen und einem Schiff auf dem Dach besteht. Dreht man sich um, blickte man Richtung Garten, mit seinem Supertree Groove, grosse, baumartige Metallkonstruktionen.

    Wir kauften uns Eintrittskarten für den Cloud Forest und Flower Dome, zwei imposante Glaskuppeln, welche einen Wolken-Wald (Wald in tropischem Gebirge) und einen Blumengarten beherbergten. Der Cloud Forest soll zudem mit dem höchsten Indoor-Wasserfall bestückt sein, welcher uns jedoch nicht grossartig zu beeindrucken vermochte. Ganz zuoberst auf der höchsten Plattform, gleich unter der Glaskuppel, entdeckte ich das einzige Tier im ganzen Garten. Eine kleine Nacktschnecke hockte da in einer Orchideenblüte und fror wahrscheinlich, denn wegen der Höhensimulation herrschten vielleicht 15 Grad in der Kuppel, was einen krassen Kontrast zu den Aussentemperaturen bildete.

    Ebenfalls zur Simulation gehörte das Einnebeln der gesammten Kuppel mit Wasserdampf. Ich persönlich freute mich über die Entdeckung, dass es Mikroorchideen gibt. Diese mussten mit Hilfe von Lupen ausgestellt werden, so klein waren die Blüten.

    Nach der Cloud Forest Tour gingen wir uns draussen etwas aufwärmen. Von der Gartenanlage aus hatte man einen guten Blick auf die Skyline Singapurs, sowie auf die Küstennahen Frachtschiffe.

    Als es uns draussen wieder zu warm wurde, gingen wir den Flower Dome besuchen. Diese Kuppel hatte geografisch, kategorisierte Pflanzen und Blumen ausgestellt. Vieles kannten wir schon und waren entsprechen verwundert, dass andere Besucher Selfies mit Geranien machten. :)
    Uns wiederum begeisterten die schwarzen Calla Lilien.

    Wieder draussen, durchstreiften wir den Rest des Parks bis wir alles gesehen haben und dringend eine Pause nötig hatten.

    Im Hostel stellten wir voller Freude fest, dass "Rülpsi", wie wir sie liebevoll nennten, aus dem Hostel ausgecheckt hat und weiter gereist ist.
    Wir versuchten erfolglos herauszufinden, was wir in Südostasien noch bereisen möchten, während es draussen heftig gewitterte.

    Irgendwann wurde uns doch wieder langweilig und so besuchten wir die benachbarte Shoppingmall. Der Aufbau dieses Gebäudes folgte keiner logischen Struktur, weshalb wir länger als geplant, in der Mall umhergingen.

    Im Erdgeschoss fand ein Bücher Flohmarkt an welchem ich feststellen musste, das es erstaundlich viele fragwürdige Kinderbücher gibt (Der Titel meines Favoriten lautete "Ball").

    Für das Abendessen musste heute wieder mal etwas nicht-asiatisches her, weshalb wir ein griechisches Restaurant ausfindig machten und Berge von Gyros vertilgten.

    Für die Abendunterhaltung, sorgte der Besuch eines Katzen Cafés. In diesem Lokal leben 13, ehemalige Findelkatzen welche den Gästen beim kaffeetrinken Gesellschaft leisten. Der Besitzer gab uns gerne Auskunft zu Katzenfragen (und praktischerweise zu guten Restaurants). So wissen wir nun, dass den Katzen in Südostasien, nicht etwa wie wir zuerst glaubten, der Schwanz coupiert wird, sonder dass der von Natur aus kürzer gerät. Auf die Balance der Tiere hat dies angeblich keine Auswirkungen.
    Das Café ist ein lustiges und unterhaltsames Konzept, wie wir fanden.
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