Sand Hollow State Park
Aug 29–30, 2023 in the United States ⋅ ☀️ 41 °C
*Verfasst von Kelly
Nach einem Lebensmitteleinkauf fürs Camping sind wir zum Sand Hollow State Park gefahren. Die haben einen großen wunderschönen See, und das ist bei diesen Temperaturen wirklich gold wert. Dort angekommen, ist es dann eine Stunde später als geplant, weil wir mal wieder eine Zeitverschiebung hatten. Wir fragen also, ob Camping mit Zelt möglich ist, und fahren kurz darauf in den Park auf der Suche nach einem geeigneten Plätzchen. Der Park ist wirklich groß, und so fahren wir einige Minuten um den See, um zu den Campgrounds für Zelte zu gelangen. Beim Primitive Camping gibt es sogar mittelgroße Büsche und kleine Bäume, die Schatten spenden. Alles direkt am Wasser gelegen. Sieht ja schon mal gut aus. Wir entscheiden uns, den restlichen Park noch anzugucken, bevor wir unser Zelt aufschlagen. Henne möchte gern den Weg verlassen um sich eine Hütte anzuschauen. Ich bin dagegen, weil es aussieht wie ein Klohäuschen, aber wir fahren dennoch hin, denn der Fahrer hat das letzte Wort. Zu unserer großen Überraschung handelt es sich um ein Klohäuschen. Wir genießen die spektakuläre Aussicht aus der Nähe und fahren weiter auf einen unbefestigten Sandweg. Soweit so blöd ohne Allrad. Wir werden beide nervös, aber statt zurückzusetzen, fährt Henne weiter und wir hoffen inständig... zu spät - wir stecken fest. Die paar kläglichen Versuche, Äste unter die Räder zu legen und nach festerem Sand zu buddeln enden erfolglos. Die Räder drehen trotz aller Versuche durch und wir bewegen uns keinen Millimeter. Ich bin stinksauer ob unserer misslichen Lage und fange aufgrund mangelnder Alternativen erstmal an, diesen Bericht zu schreiben 😅 Henne ist derweil unterwegs und sucht jemanden, der uns aus dem Schlamassel befreien kann. Tatsächlich taucht nach wenigen Minuten ein großer Jeep im Rückspiegel auf und nährt sich langsam. Als er genau hinter mir steht, bleibt er stehen und ein Henne steigt aus dem Auto, gefolgt von einem Mexikaner, der sich sofort fachmännisch daran macht, ein Abschleppseil an beide Autos zu befestigen. Und dann geht's auch schon los - ich sitze am Steuer und Henne gibt mir Anweisungen, wie viel Gas ich geben soll. Einmal gebe ich zuviel Gas und muss abrupt bremsen, als der Jepp etwas zu schnell näher kommt. Leider gibt dieser in diesem Moment selbst Gas, sodass das Seil zu sehr spannt und reißt. Mist... zum Glück sind wir zu diesem Zeitpunkt schon so weit, dass wir den Rest allein schaffen. Der Mexikaner verabschiedet sich wortkarg und fährt davon. Da ich genug von Hennes Ausflugswut habe, bleibe ich direkt am Steuer sitzen und fahre uns flink wieder auf die asphaltierte Straße, nur um dann nochmal umzukehren, um dem netten Mexikaner zu danken und ihm etwas Geld anzubieten (immerhin hatte ich sein Seil zerstört, und das konnte ich nicht so selbstverständlich auf mir sitzen lassen). Leider sprach er quasi kein Englisch und unser Spanisch reichte nicht aus, um uns ausführlich zu bedanken. Die Geste mit dem Geld verstand er aber und winkte ab. Wir bedankten uns noch einmal und zogen wieder ab. Wir fuhren zurück zum ersten Zeltplatz und stellten unser Zelt wenige Meter vom Wasser auf. Leider war mittlerweile die Sonne untergegangen, und so ging Henne nur fix nochmal ins Wasser, bevor es dann Abendessen gab. Auf den Salat freute ich mich schon den ganzen Tag 😁 wir setzen und also an den Tisch, aßen und plötzlich nahm ich nah neben mir im Halbdunkeln eine Bewegung wahr. Ich schaute in die Richtung und erschrak lautstark. Durch den spitzen Schrei, der mir entfuhr, erschrak der Waschbär, der sich neben mir auf die Hinterbeine gestellt hatte, um besser unser Abendessen zu inspizieren, ebenso, und ergriff die Flucht. Henne amüsierte sich köstlich, während ich mich fortwährend beim Waschbären entschuldigte, dass ich ihn verscheucht hatte (der war natürlich bereits über alle Berge und konnte mich nicht mehr hören). Der Rest des Abendessens verlief ohne weiteren tierischen Besuch. Nach dem Essen machten wir noch ein paar Bilder vom aufgegangen Vollmond und der hellen Wüste und fielen bald darauf ins Bett. Genug Aufregung für einen Tag 😄
Am nächsten Morgen stand ich auf und ging erstmal eine Runde schwimmen. Sowas Herrliches wie einen See vor dem Zelt musste man ja ausnutzen. Danach packten wir unsere Sache zusammen und fuhren weiter 🌞
Anm.v.Henne:
Die Fahrt zu dem Camping Ground habe ich in besonderer Erinnerung behalten. Als wir Tage zuvor in Vegas angekommen sind, was es dunkel - nun fahren wir im Hellen und können die Aussicht genießen. Nach einiger Zeit ändert sich auch die Natur, und zu der kargen Wüste kommen sehr bunt aussehende Felsformationen bzw. Berge dazu, die mich zutiefst beeindrucken. Man kann die unterschiedlichen Sedimentschichten erkennen, von braun über rosa zu schwarz ist alles dabei. Irgendwann fahren wir auch durch eine in den Canyon gehauene Straße. Der Stein ist so rot, dass alles in komplett surreal rotes Licht getaucht wird und man sich wie in einer anderen Welt vorkommt. Mit offenem Mund bestaune ich die bunte Gesteinswelt, konzentriere mich aber natürlich weitestgehend auf den Verkehr 😅Read more















