• Helly On Worldtour
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Welt, wir kommen 🌐

Nach 1,5 Jahren Planung - vielen Impfungen, unzähligen Recherchen, Reiserucksackvergleichen, der Suche nach Untermietern und wunderschönen Verabschiedungen - war es endlich soweit: Mit Backpack und dem Nötigsten gewappnet geht es um die Welt ♡ Read more
  • Trip start
    July 22, 2023

    Heute geht es los - Welt, wir kommen 🌎

    July 22, 2023 in Germany ⋅ 🌙 13 °C

    *Verfasst von Kelly

    Wir haben unsere letzte Nacht Zuhause damit verbracht, unsere Wohnung zu putzen und unsere Backpacks zu packen. An Schlaf ist nicht zu denken. Um 4 Uhr morgens werden wir von Tim mit dem Auto abgeholt und zum Flughafen gefahren (an seinem freien Tag - nochmal ein riesiges Danke dafür!). Dort angekommen verläuft alles unkompliziert. Für unsere Rucksäcke hatte ich vorher noch Überziehtaschen bestellt, damit sie sicherer verpackt sind für den Flug. Es dauerte einen kleinen Moment, ehe alles verstaut war, aber dann war unser Gepäck aufgegeben und wir sollten es erst in Vancouver wiedersehen. Bald darauf geht es los nach Island - Reykjavik 🇮🇸Read more

  • Zwischenstopp in Island 🇮🇸

    July 22, 2023 in Iceland ⋅ ☁️ 12 °C

    *Verfasst von Kelly

    In Island angekommen (unser Gepäck wird zum Glück durchgecheckt) entscheiden wir uns gegen eine 2-stündige Wanderung zu einem Leuchtturm und fahren stattdessen mit dem Bus in die nahe liegende Stadt Reykjavik. Dort versuchen wir so viel möglich in kürzester Zeit zu sehen und starten mit der Hallgrimskirche. Die hat die Besonderheit, dass man die Rückenlehnen so verstellen kann, dass man wahlweise die Orgel oder den Pfarrer anschauen kann (zum Zeitpunkt unseres Besuches ist es allerdings verboten). Danach geht es über den Rainbowway zur Skulptur Sonnenfahrt, weiter auf einen Bauern- und Antikmarkt, auf dem wir uns mit lokalen Leckereien eindecken und schlussendlich Eis essen. Man könnte sagen, dass Eis eines der Nationalgerichte der Isländer ist. Die lieben ihre Eiscreme so sehr, dass Eisdielen bis 1 Uhr morgens geöffnet haben. #kellyimherzenisländerin🍦😅Read more

  • Ankunft in Vancouver 🇨🇦

    Jul 22–23, 2023 in Canada ⋅ ⛅ 26 °C

    *Verfasst von Kelly

    Nach knapp 26h Reisedauer und einem sehr unbequemen zweiten Flug (wir saßen unglücklicherweise beide in der Mitte) kommen wir etwas zerknautscht, aber glücklich in Kanada an. Zum Glück klappt alles mit dem Gepäck und der Passkontrolle, sodass wir bald darauf den Flughafen verlassen und ins erste Abenteuer "Fahrkarte kaufen" stolpern. In Vancouver kein einfaches Unterfangen mit seinen verschiedenen Zonen - vor allem, wenn man 2 Tage nicht geschlafen hat 😅 zum Glück steht am Automaten eine Beschreibung und am Wochenendes gilt unsere Fahrkarte in allen Zonen. Wir kaufen also zwei Tickets und fahren zu unserem AirBnb. Auf dem Weg dahin mussten wir auch nur zu einem Bus rennen und ich könnte mich nach Ankunft sofort hinlegen und schlafen. Henne überzeugt mich jedoch davon, noch Abendessen zu holen, und so nehmen wir noch einen 40min Walk auf uns für PizzaPizza. Zurück in der Unterkunft machen wir es uns mit der Pizza im Bett bequem und mir fallen beim Essen schon die Augen zu. Kurze Zeit später sind wir beide im Pizzaschlummerland 🍕😴

    Der nächste Morgen startet perfekt mit Frühstückspizza und bleibt insgesamt sehr ruhig. Ich muss Schlaf nachholen und Henne sein neues Telefon einrichten. Erster Tag auf Weltreise erstmal verschlafen. Zum Glück haben wir soviel Zeit 😅
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  • Exploring Vancouver Part I

    July 24, 2023 in Canada ⋅ 🌧 16 °C

    * Verfasst von Kelly

    Heute kämpfen wir uns aus dem Bettchen und fahren direkt ins "The Templeton" - eines der besten Frühstücks-Diners der Stadt. Es gibt das kanadische Bad Ass Breakfast, welches aus reichlich Rührei mit veganem Bacon und Toast + Pancakes mit Erdnussbutter und Marmelade besteht. Dazu wird die Kaffeetasse nach jedem Schluck wieder aufgefüllt, sodass wir nach unserem Frühstück regelrecht aus dem Lokal kullern. Was für ein perfekter Start in den Tag 🍳🥓🍞🥞☕️

    Anschließen starten wir einen ausgedehnten Stadtbummel. Den sonnigsten Tag der Woche haben wir gestern verschlafen, aber mit Regencapes bewaffnet kommen wir halbwegs trocken voran :)
    Zuerst geht es zum maritimen Hafen mit dem Canada Place und zur Gastown Steam Clock: Sie wurde 1977 erbaut, nutzt die Abwärme des Fernwärmenetzes und wird von einer Dampfmaschine betrieben. Sie wurde gebaut, um die Wärme oberirdisch abzuleiten und so zu verhindern, dass Obdachlose den warmen Boden für sich nutzen. Stattdessen scharren sich nun unzählige Touristen um die Uhr, um sich mit ihr ablichten zu lassen. Lange halten wir es dort nicht aus und schlendern weiter durch den Regen. Einmal falsch abgebogen, befinden wir uns plötzlich in Chinatown - einem Bezirk, den man aufgrund von vorherrschendem Drogenkonsum eher meiden sollte (darauf gehe ich in einem anderen Footprint ausführlicher ein). Wir laufen also zügig weiter und gelangen schnell wieder auf hippe Einkaufsstraßen, sodass wir unser Ziel Bibliothek bald erreichen. Anschließend fahren wir mit dem Aquabus auf die Granville Island. Die Minifähre bringt uns binnen weniger Sekunden rüber, sodass wir uns an dem Bauernmarkt und seinen vielen Leckereien erfreuen können. Der Markt ist wirklich ein kulinarisches Highlight mit seinen vielen Ständen, an denen lokale Köstlichkeiten angeboten werden. Ich als Foodie muss mich da schon arg zurückhalten. Auf jeden Fall einen Besuch wert :)
    Nach dem Markt sind wir beide platt vom Tag und fahren zurück ins AirBnb.
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  • Horror of Hastings

    July 24, 2023 in Canada ⋅ 🌧 15 °C

    *Verfasst von Kelly

    Während wir durch Vancouver laufen, biegen wir falsch ab und landen in der umstrittenen East Hastings Street in Chinatown - der Drogenhochburg von Vancouver. Wir merken sofort, dass etwas anders ist - die Straßen sind leerer, es ist ungewohnt still, es sind keine Touristen mehr um uns, dafür sitzen viele Obdachlose auf der Straße und viele von ihnen konsumieren Drogen. Offensichtlich intoxikierte Personen schlurfen orientierungslos an uns vorbei wie Zombies. Die Zustände sind erschreckend. Schnell bewegen wir uns wieder raus aus dem Viertel, welches von den Einheimischen auch "Horror of Hastings" genannt wird.

    Aus Chinatown raus ist es gleich wieder bunt und belebt. So wenige Schritte, und du befindest dich in einer komplett anderen Welt. Obdachlosigkeit und Drogenkonsum kennen wir auch aus Berlin, aber diese Massen von Menschen, die zugedröhnt herumliegen, während andere am Boden nach Drogenresten suchen oder mit leeren Augen ins Nichts starren, schockieren uns sehr. Es scheint, als hätte die Stadt den Kampf gegen die Drogen aufgegeben. Tatsächlich versucht British Columbia aber durch verschiedene Pilotprojekte, den Kampf gegen HIV und die Drogentoten zu bremsen. Das neueste Projekt erlaubt den Besitz und Eigengebrauch von kleinen Mengen Drogen wie Heroin, Kokain, Ecstasy oder Crystal Meth. Anderenorts versucht man es mit "Safe Supply" - hierbei bekommen Abhängige ihre Drogen direkt vom Staat, um zu verhindern, dass sie gestreckte oder mit gefährlichen Susbstanzen versetzte Drogen konsumieren.

    Alles in allem ist es lobenswert, dass sich der Staat so viele Gedanken macht und somit versucht, das Problem einzudämmen. So richtig funktionieren die Pilotprojekte nur leider nicht. Durch die teilweise Legalisierung wird der Konsum sogar noch einfacher. Es bleibt offen, wie sich das 3-jährige Pilotprojekt noch entwickelt.
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  • Exploring Vancouver Part II

    July 25, 2023 in Canada ⋅ 🌧 14 °C

    *Verfasst von Kelly

    Ein weiterer Sightseeingtag steht auf dem Plan. Zu allererst besorgen wir uns eine SIM-Karte. Leichter gesagt als getan - das ganze Unterfangen kostete uns zwei Stunden, bis endlich alles funktionierte. Das Problem war, dass der Handyshop die Karte vom uns gewählten Anbieter erst seit zwei Wochen anbietet und nun mit der Datenübertragung etwas schief lief. Nachdem die Mitarbeiterin also fast eine Stunde versuchte, das Problem telefonisch zu lösen, bekamen wir schlussendlich unser Geld wieder und wurden mitsamt unserer SIM-Karte zum zuständigen Anbieter weitergeschickt. Dort angekommen, versuchen wir unser Problem zu erläutern und nach weiteren 30 Minuten war unsere Karte endlich aktiv und internetfähig. Was ein Stress 😅 Genervt, aber happy über unser Internet, fahren wir mit der Bahn in die Stadt.

    Mit dem Wetter haben wir heute mehr Glück, sodass wir die Zeit am Beach mit Sonne genießen können 🌞
    Der English Bay Beach ist wirklich schön und beherbergt einige interessante Skulpturen wie die "A-maze-ing Laughter", welche das Ziel hat Spaß, Community und Kommunikation zu fördern. Außerdem gibt es noch ddn Inukshuk Point - Inukshuk bedeutet 'in der Gestalt eines Menschen'. Diese Gestalten sollen zum Beispiel Reisende führen, vor Gefahren warnen und Orte der Verehrung markieren. Im Anschluss an eine kleine Fotosession führt uns unser Weg an einer Gänsefamilie vorbei zum nächstgelegene Poutineladen. Poutine ist das kanadische Nationalgericht, welches im Original aus Pommes mit Gravy (vegane Bratensoße) und Käsestückchen besteht. Es gibt auch viele andere Möglichkeiten seine Poutine mit diversen Zutaten aufzupeppen. Henne entscheidet sich für etwas Gemüse, ich bleibe beim Original. Wir sind beide begeistert und wissen das wir das nicht zum letzten Mal gegessen haben.

    Auf dem Weg zurück ins AirBnb treffen wir immer wieder auf kleine Street Art Werke und können nicht anders als abwechselnd vor den Flügeln zu posieren (dies sollte nur der Anfang der geflügelten Reihe sein 😉). Damit neigte sich ein perfekter Tag in Vancouver dem Ende.
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  • Helly on the Road 🚗 🏞

    July 26, 2023 in Canada ⋅ ⛅ 9 °C

    *Verfasst von Henne

    Nachdem wir unsere Sachen gepackt und aus dem netten AirBnb ausgecheckt haben (wobei wir unsere Sachen noch dalassen dürfen), begeben wir uns auf das Abenteuer "Mietauto abholen". Das ist im Endeffekt gar nicht so abenteuerlich, der dt. Führerschein reicht und die DKB-VISA (Debit)-Karte wird ohne Probleme akzeptiert, ein schickes Automatik-Mobil (VW Jetta) erwartet uns. Wir gabeln die Sachen im Hostel auf und starten den Trip! Erstes Tagesziel: Kelowna.

    Bei der ganzen Aufregung stellt Kelly irgendwann fest, dass wir gerade einfach nur geradeaus fahren, ohne irgendwo anzuhalten und Sehenswürdigkeiten mitzunehmen. Ich beschließe daher, einfach die nächste Gelegenheit zu nutzen. Nächste Abfahrt: Falls Lake. Noch nie gehört. Aber genau darum geht es ja. Wir fahren also eine leidlich befestigte Straße entlang, plötzlich kommt eine Baustelle, ein junger Mann mit Warnweste winkt uns durch. Scheinen Bauarbeiten am Damm hier zu sein. Es wurden extra zwei Leute abgestellt, die den Leuten den Weg weisen. Ich vermute, hier kommen so vielleicht 20 Autos am Tag entlang 😅

    Wir erreichen einen kleinen Parkplatz, drei weitere Autos stehen da. Ein Wanderweg durch einen mystisch anmutenden wunderschönen Wald führt zu dem See, wir laufen vielleicht 15 Minuten. Dann kommt es genau so, wie man es sich vorstellt:

    Der Wald lichtet sich und gibt den Blick auf einen bezaubernden blauen See frei, über dem die Sonne scheint und der von Bergen eingerahmt ist, während kleine Fische in Ufernähe übers Wasser springen. Wir setzen uns auf einen alten langen Baumstamm, der am Ufer liegt, und lassen die Beine ins kalte Wasser hängen und uns von der Szenerie beeindrucken. Es ist ein absoluter Postkartenmoment, und wir fühlen uns vom 'wilden' Kanada herzlichst begrüßt.

    Die Idylle ist nahezu perfekt, wäre da nicht die wild campende Mutter mit ihrem kleinen Kind. Wir erfahren nun unfreiwillig, dass 'Gideon' nicht ans böse nasse Wasser darf, weil es nass und kalt ist, und auch Steine lutschen wird ihm helikoptermäßig verboten, was ihn nicht wirklich fröhlich stimmt. Es steht die Frage im Raum, warum man mit seinem jungen Kind in die Natur fährt, aber das interessiert uns letzten Endes nicht weiter; Wir konzentrieren uns wieder auf uns und behalten die Magie des Ortes in besonderer Erinnerung.

    Zurück am Parkplatz gönnen wir uns erst einmal ein Käsebrötchen. Außerdem ist es Zeit für einen Fahrerwechsel, Kelly fährt nun, das erste Mal seit ihrer Führerscheinprüfung! Sie ist sehr aufgeregt, hat auch nur die kleine Straße zum Üben, bis es direkt wieder auf den Highway geht. Sie macht sich aber sehr schnell und souverän mit dem Auto und dem Verkehr vertraut, sodass die Fahrtangst recht bald verschwindet. So fahren wir in die kanadischen Rocky-Mountains, gegen Abend erreichen wir den Weinanbauort Kelowna.
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  • Kelowna - International Hostel 🎪

    Jul 26–27, 2023 in Canada ⋅ ☀️ 25 °C

    *Verfasst von Kelly

    Nach einigen Stunden Fahrt sind wir am Abend endlich im International Hostel Kelowna angekommen. Als wir das Hostel betreten, ist in der Küche eine Menge Trubel - viele Menschen stehen zusammen und kochen. Die Atmosphäre ist locker, fröhlich und familiär. Wir nehmen den Trubel amüsiert auf und machen uns dann nochmal los, um selbst zu Abend zu essen. Im Auto beschließen wir, statt Essen zu gehen uns bei Subway ein Sandwich und beim Supermarkt nebenan noch ein Eis zu holen. Mit Verpflegung bewaffnet geht es zurück direkt auf die Couch des Gemeinschaftszimmers, in dem schon einige Leute sitzen und "Jane the Virgin" schauen. Wir erfreuen uns nach dem langen Tag an unserem leckeren Essen und kullern dann ins Bett.

    Ich habe Glück mit meinem Zimmer und bin komplett allein. Ich habe sogar ein Doppelbett 😍 Nach der geflüsterten Info einer Mitarbeiterin, dass Henne auch rüberkommen könne, wenn alle schlafen, flüchtet er nach dem Zähne putzen aus der Männerhöhle und ist heimlicher Gast im Damenzimmer 🤫 Das Doppelbett beanspruche ich nach den Nächten im engen Zelt dennoch für mich allein 😁
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  • Off the Grid 🐏🐓🍷

    July 27, 2023 in Canada ⋅ ⛅ 23 °C

    *Verfasst von Kelly

    Nach einiger Planung am Morgen und netten Gesprächen mit den anderen Hostelbewohnern geht es weiter 🚗 Nächstes Ziel ist das familiengeführte Permakultur-Weingut mit solarbetriebenem Strohballen-Verkostungsraum. Neben Weinverkostungen hat man hier zudem die Chance, einen Hofrundgang zu machen und die Tiere zu besuchen. Die Ausläufe der Tiere sind mit wirklich viel Liebe eingerichtet, sodass die Ziegen zum Beispiel hoch bis aufs Dach des Verkaufsshops laufen und dort oben ihre Sonnenterrasse genießen können 🌞 Außerdem hat jedes Tier einen eigenen Namen (die Namen der Ziegen sind an die Serie Friends angelehnt), und spätestens in Chickenville angekommen kann man sich ein Schmunzeln nicht mehr verkneifen, wenn Truthahn Major Barbie durch den Auslauf stolziert, während Chickira und Birdzilla aufgeregt herumflattern 🐓🦃

    Nach dem Rundgang, auf dem ich eine Tüte mit Futter gefunden habe und ein paar Ziegen füttern konnte, bestellen wir uns eine Flasche Roséwein und setzen uns in die Sonne, um die Aussicht zu genießen. Nach einem besonders schmalen Glas für Henne geht es weiter Richtung Enderby zum Quilakwa Campingground 🏕
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  • Enderby - Quilakwa CG 🏕

    Jul 27–28, 2023 in Canada ⋅ ⛅ 25 °C

    *Verfasst von Henne

    Bevor wir uns auf den Weg zum nächsten Halt, einem Zeltplatz (engl. Camping Ground, kurz CG) machen, beschließen wir, uns noch mit Essen sowie mit hier wohl sehr wichtigem Equipment auszurüsten. Da wir im Bärenland unterwegs sein werden, brauchen wir noch Bärenspray! Das gibt es hier im Baumarkt um die Ecke, erklärt mir der nette Hostelmitarbeiter. Er meint auch, dass man in den Laden gehe, nur eine Sache sucht und mit vollem Wagen wieder rauskommt. Ikea-Erinnerungen steigen auf. In dem Laden finden wir besagtes Spray nicht auf Anhieb, sprechen mit einem Verkäufer, der es uns aus einem abgeschlossenem Schrank bringt. Es habe letztens einen Zwischenfall mit einem Jugendlichen in einer Einkaufsmall gegeben, erklärt er uns, die Sprays gibt es nun nur noch, wenn wir hier und hier und hier, ach und hier oben bitte unterschreiben, da reichen die Kürzel, danke. Wir fühlen uns nun schwer bewaffnet, als wir mit unserem (noch immer sicherheitsverpacktem) Pfefferspray zur Kasse gehen. Und mit der kleinen Hornsignaltröte, dem Anti‐Moskito‐Spray (Doppelpack), der großen Zitruskerze, den Räucherspiralen sowie der kleinen Rolle Gaffer (Panzertape). Mist, der Typ hatte recht 😅

    Nachdem wir uns auch mit Lebensmitteln eingedeckt haben, fahren wir los. Als wir nur noch ca. 30 Minuten vom Campingplatz entfernt sind, biegen wir in eine Seitenstraße, in der uns das erste Mal das Verkehrszeichen "Attention Wildlife!" ("Vorsicht, Wildnisleben") auffällt. Wir witzeln rum, freuen uns auf mögliche Begegnungen mit Elchen und Bären, als plötzlich vor uns ein kleines braunes Eichhörnchen auf die Straße hüpft und direkt panisch wieder umdreht, da wir es fast überfahren. Erschrocken fahre ich wesentlich langsamer weiter. Wenig später in Flussnähe wird auch vor Schildkrötenüberquerungen gewarnt. 😲
    Am Campingground angekommen fällt uns direkt auf, dass die Platzbezeichnungen nicht unserer E-Mail-Info entsprechen. Auf dem ganzen Areal ist nur ein Wohnwagen mit einer älteren Dame, mit der wir ins Gespräch kommen, und ein kleiner Junge. Als plötzlich eine junge Frau mit einer Krähe auf dem Kopf aus dem Wald spaziert kommt und ich das etwas erschrocken ins Gespräch einfließen lasse, meint sie nur, dies sei ihre Tochter. Mit dieser reden wir auch noch etwas, versuchen nebenbei die unklare Campingsituation zu lösen, was ohne Netzempfang gar nicht so einfach ist. Irgendwann findet Kelly dann heraus, dass wir wohl auf dem falschen der zwei möglichen Zeltplätze sind, die der Betreiber anbietet und die durchaus eindeutiger hätten beschrieben werden können. Der andere liegt am Anfang der Straße, in die wir eingebogen sind. Aaalso wieder zurück!
    Am Richtigen angekommen warnt uns am Rezeptionshäuschen vor dem freilaufenden Kaninchen im Inneren, welches aber gerade eingesperrt ist. Glück gehabt. Wir werden einem Zeltplatz zugewiesen und fahren im Schritttempo weiter.
    Der Zeltaufbau gestaltet sich einfach und ohne Probleme, sehr schnell sind wir fertig und bereiten unser Nachtlager vor. Das Abendessen jedoch verläuft anders als geplant: Der Mückenansturm auf unser leckeres Blut zwingt uns zum taktischen Rückzug, wir verbarrikadieren uns im Auto und bereiten auf der Rückbank unser leckeres Abendessen vor. Es gibt ein Gourmetessen wie kein zweites: Fertigreis mit Tomatensoße an körnigem Frischkäse, dazu bester Roséwein von der Winery stilecht aus der Flasche mangels Gläser.
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  • Revelstoke - CG an den Begbie Falls 🏕

    Jul 28–29, 2023 in Canada ⋅ ☀️ 16 °C

    *Verfasst von Henne

    Im Zelt schlafen sind wir einfach nicht mehr gewohnt - und haben eine dementsprechend durchwachsen semigute Nacht in unserem riesigen mobilen Domizil, in das genau zwei Isomatten nebeneinander passen. Ich "lasse mich daher mal wieder sehr zum Aufstehen bitten", wie Kelly meint. Pfff. 😅

    Nach dem Porridgefrühstück mit Blaubeeren und Nüssen sowie dem Zähneputzen beschließen wir, uns den Fluss neben dem Zeltplatz genauer anzuschauen. Er ist erfrischend kalt, wir waten nur barfuß am Ufer, nach baden ist uns noch nicht. Der Sand in Ufernähe glitzert golden, dies komme durch ein hier häufiges Mineral (Pyrid, sog. Katzengold, glaube ich).

    Als wir etwas WLAN vor der Rezeptionshütte stibitzen, kommt die Campinggroundkatze natürlich direkt zu mir Katzenallergiker und will kuscheln und gekrault werden, ich bin begeistert 😶 Kelly lacht mich aus ^^

    Noch am Vormittag fahren wir dann los Richtung Revelstoke. Da wir noch unterkoffeiniert sind, halten wir alsbald an einem Laden, den man wohl als Hipster-Café bezeichnen könnte. Nichtsdestotrotz ist das Ambiente ansprechend, der Kaffee frisch gemahlen, lecker, dennoch wirklich billig und die Angestellten sehr nett. Direkt neben uns wird in einer riesigen Maschine der Kaffee säckeweise geblended, was ein anhaltendes Geräusch verursacht, aber auch einen angenehmen Geruch verbreitet.

    Der Weg zum CG (CampingGround) führt uns durch einen Wald eine abenteuerliche Straße hinauf auf einen Berg. Die staatlich betriebenen Zeltplätze zeichnen sich durch starke Naturbelassenheit aus (sog. Recreation sides, die Googlemaps nicht immer findet), meist gibt es nur ein tiefes Plumsklo und eine festgetretene Lagerstätte mit zwei festen Bänken und einem langen Tisch sowie einem Metallkorb fürs Feuer (sehr oft verboten wegen Waldbrandgefahr), die Luxusvariante hat dann auch Feuerholz, wenigstens einen zentralen Trinkwasserhahn (an das Chlor gewöhnt man sich irgendwie) und Waschräumen. Dafür ist der Preis nur durchs Wildcampen zu toppen, man bezahlt so 10 bis 20 CAN$ pro Zelt, ein Dollar sind ca. 70 Eurocent.

    Wir erreichen also den CG, nehmen nach einigem Zögern direkt den ersten Platz (Kelly hatte recht, jaaaa) und werden mit einer wundervollen Aussicht belohnt. Der Verwalter, der ebenfalls sehr naturbelassen mit langen Dreads ist, ist sehr sympathisch, kurz geht er auf mein Shirt ein und wir unterhalten uns über Silverstein, eine alte kanadische Metalcoreband, mit der wir beide 'groß geworden' sind.

    Später fahren wir wieder ins Tal, hier liegt die Stadt Revelstoke, eine wirklich kleine, nette und ruhige Stadt. "Beschaulich" trifft es wohl am besten. Man hat eine wunderschöne Aussicht auf den breiten Fluss und die Berge dahinter.

    Da wir beim Campen ja gespart haben, gönnen wir uns wieder einen Restaurantbesuch. In einer alten umgebauten Schule essen wir nicht gerade billig, aber dafür unfassbar lecker. Dazu gibt es lokales Bier vom Fass!

    Zurück am Zeltplatz schaffen wir es dann das erste Mal, das bisher Erlebte aufzuschreiben und 'Tagebuch' zu führen. Da sehen wir plötzlich ganz nah ein Eichhörnchen, es springt immer näher und wuselt ganz knapp an uns vorbei. Dazu geht die Sonne auch gerade hinter den Bergen unter und macht tolle Schattenspiele auf die Berggipfel und die Wolken, die uns fasziniert staunen lassen.
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  • Waterfalls and Mosquitos

    July 29, 2023 in Canada ⋅ ☀️ 10 °C

    *Vorverfasst von Kelly, finalisiert von Henne

    Als der Wecker um sechs Uhr klingelt, ist es noch ziemlich kalt. Der Sonnenaufgang ist dafür umso fotogener. Wir machen uns fertig und packen alles zusammen, sprich bauen das Zelt ab etc. Wir sind nicht die ersten Frühaufsteher, auf dem CG ist überraschenderweise bereits gut Betrieb.

    Wir machen uns direkt zu unserem ersten frühmorgentlichem Ziel auf: Den Begbie Falls. Immerhin ist der Platz nach ihnen benannt und sie sind fußläufig schnell zu erreichen. Tatsächlich werden wir auch immer schneller: Fiese Mücken fliegen in Schwärmen hinter uns her. Wir sind auch nicht die ersten heute, die diesen gefährlichen Weg bestreiten, eine hochmotiviert wirkende Frau kommt uns aus dem Wald entgegen. Freundlich nickt man sich zu, während man aneinander vorbei eilt.

    Der Wasserfall ist wirklich schön - es gibt sogar eine kleine Aussichtsplattform - und wir genießen den Anblick einige Minuten lang. Dann treten wir den Rückweg an (noch schneller als hin, denn es hatte sich unter den Mücken herumgesprochen, dass Frühstück im Wald herumläuft 🦟).

    Zurück aus dem Wald fahren wir fast direkt los. Zuerst nutzen wir unser neues Lieblingswerkzeug, das "BiteAway", eine echte Empfehlung für jeden Menschen, der sich nicht an Mückenstichen erfreut. Dann halten wir erstmal an einem Cafe, um die morgendlichen Eindrücke zu verarbeiten und Kaffee zu trinken.

    Auf dem Weg nach Golden halten wir noch beim Moses Creek und schauen uns die Moses Falls an (ein Wasserfall am Tag reicht definitiv nicht aus ^^). Hier muss man auch leicht klettern, aber wir sind komplett für uns alleine und können uns richtig viel Zeit für Quatsch nehmen, z.B. durchs Wasser klettern oder Baumstämme umarmen.

    Auf der weiteren Fahrt erfassen wir das erste Mal so richtig die gewaltigen Rocky Mountains, die sich zerklüftet und teilweise schneebedeckt vor uns erheben.
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  • Golden Skybridge & Shred Kelly 🎶

    Jul 29–30, 2023 in Canada ⋅ ☀️ 26 °C

    *Verfasst von Kelly

    Da wir so früh aufgestanden sind, kommen wir bereits am frühen Nachmittag in Golden auf der Recreation Site an. Wir richten uns ein und gehen runter zum anliegenden See. Während Henne ein wenig schwimmt, begnüge ich mich damit, meine Beine im Wasser baumeln zu lassen. Danach legen wir uns an den "Strand" (fester Waldboden) und überlegen, was wir am Nachmittag unternehmen können. Trotz einer gewissen Trägheit und dem Wunsch, weiter herumzuliegen, raffen wir uns auf und fahren zur Golden Skybridge. Als wir ankommen, treffen wir ein liebes älteres Pärchen, welches in Campingstühlen am Zaun sitzt und etwas verloren wirkt. Sie erzählen uns, dass ihre Enkel 1,5h zuvor reingegangen seien, um über die Brücke zu laufen, und danach nicht mehr von der Seilbahn wegkamen. So richtig begeistert wirken sie über die lange Wartezeit nicht, können aber zumindest darüber lachen. Nachdem wir uns noch etwas darüber ausgetauscht haben, wo wir herkommen und was unsere Pläne für die kommenden Monate sind, gehen wir in den Shop und erkundigen uns über das Angebot. Die Angebotstafel wechselt im Sekundentakt das Bild, sodass es schwer fällt, zu erfassen, was für uns nun das Richtige ist. Ich spreche einen Mitarbeiter an und erfahre, dass der Adventure Pass für 28,70 kanadischen Dollar den Eintritt zum Rundgang beinhaltet und heute sogar noch ein Konzert und ein kleiner Markt stattfindet - beides im Eintrittspreis inbegriffen. Na das lassen wir uns nicht zweimal sagen. Endlich wieder ein Live-Konzert. Henne ist schwer begeistert 😁
    Wir machen den Rundgang über die Skybridge, die wirklich hoch ist. Sie schwebt 130m über dem Canyon und ist damit die höchste Hängebrücke in Kanada. Auf dem Rückweg des Rundganges läuft man über die zweithöchste Brücke Kanadas (80m hoch) . Man hat von den Brücken einen tollen Blick auf die kanadischen Rocky Mountains, die sich 4.800m von British Columbia bis nach Alberta erstrecken. Der Lauf über die Brücken fällt mir aufgrund der Höhenangst doch etwas schwerer, aber ich schaffe es. Nach dem Rundgang laufen wir eine Runde über den Markt, der tolle lokale Produkte anbietet, und setzen uns danach zu den anderen Gästen, um der kanadischen Folk-Band Shred Kelly zu lauschen. Wir haben viel Spaß und machen uns bald auf den Weg zurück zum Campingplatz.
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  • Emerald Lake - Yoho NP

    July 30, 2023 in Canada ⋅ ☀️ 19 °C

    *Verfasst von Henne

    Nachdem wir nun an vielen kleinen und eher unbekannteren Seen waren, erreichen wir nun den Yoho Nationalpark. Kellys Googlemaps ist voller Wegmarkierungen, wir haben viel vor! Der Emerald Lake (dt: Smaragdsee) scheint vielversprechend und wunderschön zu sein und ist der erste "touristischere" See, den wir besuchen.

    Wir finden noch gerade so einen Parkplatz (die Kanadier können echt nicht parken) und wandern zum See, dessen türkisenes Wasser schon von Weitem strahlt. Die Aussicht ist bereits hier atemberaubend, die Farben sind phänomenal. Ein Souveniershop und zeitgleich teurer Kanuverleih wird kurz durchstöbert, dann folgen wir dem gemäßigtem Touristrom dem Wasser entlang. Hier stehen noch einige Hütten eines idyllischen Resorts, die wir auf einer Suche nach einem geeigneten Frühstücksort links liegen lassen. Dafür entdeckt Kelly jedoch bald einen schmalen Trampelpfad, der hinunter zu einem kleinen Mini-See, dem Peaceful Pont (Friedlicher Teich), führt. Hier ist alles recht verwachsen, man kommt jedoch gut voran. Ehe wir uns versehen, stehen wir vor dem wirklich harmonisch wirkendem Gewässer, an dessen Ufer wir eine Stelle zum Sitzen finden und in Ruhe unseren Quark mit Haferflocken futtern können. Hier merkt man nichts vom nahen Troubel der Menschen, selbst das Geräusch des Highways ist nicht mehr zu hören, es ist wie eine andere Welt. Im Gebüsch am Ufer entdecke ich ein sehr kleines Backenhörnchen, das aber flink im Dickicht verschwindet. Wir sind die meiste Zeit ungestört und beobachten die Wasserläufer beim Tanzen auf der Wasseroberfläche und lassen die Ruhe auf uns wirken.

    Anschließend wandern wir den Waldweg weiter, nun wieder Richtung Emerald Lake, und versuchen dabei leise zu sein um Tiere zu beobachten. Hier auf dem Rundweg um den See sind nur wenige Menschen unterwegs. Bunte Vögel zanken sich und landen einige Meter vor uns, begleiten uns dann aber interessiert eine Zeitlang, wobei sie von Baum zu Baum fliegen. An einer kleinen Holzbrücke entdeckt Kelly einen kleinen Hermelin (einen "ganz süßen wee tiny Baby Marder"), der neugierig in unsere Richtung schaut, bevor er zum kleinen Fluss hinunter huscht und zwischen den Pflanzen verschwindet, um seine nächste Mahlzeit zu jagen. Kelly kann die Situation in einem legendären Fußvideo festhalten, ich stehe für Aufnahmen leider zu weit entfernt. (*Anmerkung von Kelly: am Ende des Videos sieht man immerhin kurz einen hübschen Vogel 🤣).

    Wir folgen dem Weg und sehen ein junges Pärchen, das mit einer guten Kamera Fotos eines weiteren Vogels macht: Ein Blue Jay, ein blau schimmernder recht großer Vogel, der seinen Kopfkamm imposant aufstellen kann (und dies auch tut!), posiert gelassen für uns Touris. Es sammeln sich immer mehr Menschen, dem Vogel wird es doch zu viel und er ergreift die Flucht.

    Das war sowieso so ein Phänomen: Kaum hat man ein interessantes Tier vor der Linse, kommen Wanderer, obwohl man seit zehn Minuten niemanden mehr gesehen hat, und verscheuchen unabsichtlich das Tier. Wir können dennoch viele bunte Vögel, Hörnchen und andere Tiere beobachten. Mich beeindruckt außerdem die vielfältige Flora, die es hier gibt. Unterschiedliche Beeren und außergewöhnlich anmutende Pflanzen wachsen hier.

    Während des Wanderns stellen wir fest, dass wir es zeitlich nicht schaffen werden, den See komplett zu umrunden. (*Anmerkung von Kelly: Zudem eignen sich unsere Latschen nicht so recht als Wanderschuhe.)
    Wir machen daher nochmal kurz eine Pause, kühlen unsere Füße im See und gehen den Weg zurück.

    Am Ende unseres Besuchs beobachten wir noch die hier überall vorkommenden großen Motten, die hungrig von Blume zu Blume fliegen und gierig ihren Hunger stillen.
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  • Lake Louise - Banff NP

    July 30, 2023 in Canada ⋅ ☁️ 19 °C

    *Verfasst von Henne, Zusatz von Kelly

    Als nächstes auf unserem Plan steht der Moraine Lake, aber leider können wir ihn nicht erreichen: Er ist für Privatautos gesperrt. Daher entscheiden wir uns, zum berühmten Louise Lake zu fahren, der ein wirklich schönes Ambiente bieten könnte - wenn er nicht komplett von Touris überrannt wäre. Der See selber hat eine wunderbare türkisene Farbe, ist umgeben von Bergen, auf denen man in der Ferne das Eis sehen kann. Wir bleiben jedoch nur ein paar Minuten, machen Fotos und beschließen zurückzugehen. Auf dem Weg zum Parkplatz entdecken wir aber noch einen Kolibri, den wir so weit im Norden nicht erwartet hätten. Ich bin begeistert, Kelly schnappt sich direkt die Spiegelreflex und klettert in die Büsche. Er ist sehr schwierig zu fotografieren, sie gibt aber ihr Bestes und bekommt ein paar sehr gute Aufnahmen hin.

    Später kommen wir auch um die Parkplatzgebühr herum (es gibt nur Tageskarten für über 20 Dollar, ja, ist klar!). Wir fahren los und sehen auf einer Wiese vor einem Hotel herumtollende Murmeltiere, die uns bereits auf der Herfahrt aufgefallen sind. Leider kann man hier nicht halten. Aber wir fahren extra langsam vorbei und beobachten dabei diese kleinen verspielten Wesen, die sich pfeifend gegenseitig jagen oder neugierig durch die Gegend schauen.

    *Zusatz von Kelly

    Anschließend fahren wir in die Stadt Banff. Als wir dort ankommen, fängt es so sehr an zu regnen, dass wir uns in die nächstgelegene Tankstelle retten und warten, bis es nur noch nieselt. Wir schlendern ein wenig durch die Stadt, die, wie ich finde, aussieht wie eine Filmkulisse. Alles wirkt arrangiert und für Touristen hergerichtet. Es ist schwer vorstellbar, dass hier Menschen leben. Wir kommen am Restaurant Three Bears vorbei und entscheiden uns noch etwas zu essen und zu trinken. Henne ist von seiner Pilzpizza ganz begeistert. Mein Lachs ist okay, der Grünkohl in Sahne dafür überraschend lecker. Gestärkt fahren wir weiter zu unserer nächsten Unterkunft, dem Kananaskis Wilderness Hotel.
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  • Kananaskis Wildnerness Hostel

    Jul 30–31, 2023 in Canada ⋅ ☁️ 19 °C

    *Verfasst von Kelly

    Wir kommen am frühen Abend in Kananaskis Village an. Kurz bevor wir bei unserer Unterkunft sind, sehen wir einen wunderschöner Hirsch. Er steht einige Meter von der Straße entfernt im Wald und schaut entspannt zu uns rüber. Wir halten kurz am Straßenrand, so wie alle das hier machen, wenn sie Wildtiere in der freien Natur erblicken, und versuchen, den Hirsch zu fotografieren. Leider stehen wir kurz hinter einer Kurve und Henne hat statt des Blinkers direkt die Warnblinkanlage angemacht, was die sehr hilfsbereiten Kanadier direkt auf uns aufmerksam macht. Statt also in Ruhe den Hirsch zu filmen, müssen wir mehreren besorgten Kanadiern, die neben unserem Auto halten, erklären, dass wir keine Autopanne haben und lediglich ein Wildtier beobachten. Henne wird schnell nervös, weil wir so nah hinter einer Kurve halten und fährt weiter, während die, die uns angesprochen haben, unseren Platz am Straßenrand einnehmen, um ihrerseits den endlos entspannten Hirsch im Wald aufzunehmen. Wir fahren also weiter, sehr zu meiner Enttäuschung - ich hätte so gern noch weiter geguckt - und kommen bald darauf im Wilderness Hostel an. Wir werden direkt herzlich begrüßt und bekommen eine kurze Einweisung, wie es hier abläuft. Als alles geklärt ist, frage ich, welches Tier wir gerade gesehen haben und ob es sich tatsächlich um einen Hirsch handelt. Die Gastgeberin googelt kurz und vergleicht mein Foto mit Bildern aus dem Internet. Sie stellt überrascht fest, dass es sich um ein Wapiti gehandelt hat und nicht um einen Hirsch. Überrascht daher, weil die hier wohl nicht so oft gesehen werden. Wir freuen uns über unsere Entdeckung und lauschen den Geschichten der anderen Hostelbewohner, die ihre Tiersichtungen mit uns teilen: An den vergangenen zwei Abenden sei ein Bär am Hostel gesichtet worden. Am Abend zuvor war er wohl neugierig am Lagerfeuer vorbeigeschlichen. Das hat uns direkt ein bisschen in Aufregung versetzt, und den restlichen Abend schaue ich immer wieder verstohlen aus dem Fenster, in der Hoffung, einen Bären zu erblicken. Leider bleibt er in der Sicherheit des dunklen Waldes verborgen, und wir machen es uns bald darauf auf dem Sofa bequem, erfreuen uns am WLAN und futtern noch ein paar Schoko-Schildkröten 🐢

    Wie die Wanderung zu den Ribbon Falls am nächsten Tag verläuft bzw. ausufert und wie es mir mit meiner Höhenangst auf über 2.000 Höhenmetern geht, erfahrt ihr im nächsten Beitrag 😁
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  • Ribbon Creek Trail

    July 31, 2023 in Canada ⋅ ☀️ 14 °C

    *Verfasst von Kelly

    Beim Frühstück schauen wir in der App 'AllTrails' nach passenden Wanderwegen, und Henne kommt zu dem Schluss, dass er gern eine besonders ausgedehnte Wanderung machen möchte. Ich bin wenig begeistert von der Aussicht, 8h durch den Wald zu laufen, um mal wieder Wasserfälle zu sehen, lasse mich aber darauf ein. Immerhin erzählt uns die Gastgeberin ganz begeistert, dass sie diese Wanderung auch schon gemacht hat und nur der letzte Teil zum See etwas anstrengender wird. Wir starten also wenig später mit Pausenbroten und Wasser bewaffnet in einen sehr langen Tag.

    Der Anfang der Wanderung geht durch ein Waldstück, welches im Vergleich zu den bisherigen Wäldern irgendwie langweilig wirkt. Viele Bäume scheinen tot und sind mit Moosfäden bedeckt - was etwas gespenstisches an sich hat, und Tiere scheint es auch nicht zu geben. Wir wandern weiter und erreichen bald eine freundlichere Gegend und laufen nun in der Sonne am Fluss entlang. Meine Laune bessert sich merklich, als ich ein Hörnchen im Busch entdecke, welches gemütlich sein Frühstück verputzt und sich von uns nicht stören lässt 🐿🌰

    Wir laufen stundenlang weiter, ich bin mittlerweile nicht mehr sonderlich gut gelaunt und dementsprechend froh, als wir nach 3h die Wasserfälle erreichen. Wir machen eine kurze Pause, erfreuen uns am herabfallenden Wasser und weiter geht's - Henne möchte nämlich gern noch weiter zum Ribbon Lake. Uns kommt ein Pärchen mit Wanderstöcken entgegen und erklärt uns, dass der See noch ungefähr 2km entfernt ist. Was sie dabei nicht erwähnen ist, dass diese 2km bergauf, über Geröll und an Steilwänden entlang führen, die wir natürlich ungesichert beklettern. Die nächsten 90 Minuten sind die längsten meines Lebens 😅

    Während wir mit unseren Wandersneakers den Berg raufkrabbeln, der gefühlt immer steiler wird, und uns danach an den Steilwänden hinaufhangeln, merke ich, wie meine Muskeln immer mehr ermüden und die Höhenangst meine Stimmung komplett bestimmt. Während ich also auf 2000m Höhe auf Metallstufen stehe, bekomme ich eine mittelschwere Panikattacke und fange an zu heulen. Ein merklich schlechter Moment, die Nerven zu verlieren - ich bin also wütend auf mich, bemitleide mich aber auch ein bisschen selbst, verfluche Henne und versuche gleichzeitig, meinen zittrigen Hintern weiter die Stufen hochzuhieven. Henne, der hinter mir ist, ruft mir zu, dass wir auch umdrehen können und nicht weiterklettern müssen - leichter gesagt als getan, wenn man sich nicht traut runterzugucken und froh ist, dass die Gliedmaßen überhaupt noch gehorchen. Das ist der Moment, wo sich Trotzigkeit zu all den anderen Emotionen gesellt und das Gefühlschaos noch ein wenig aufmischt. Ich brubbele unablässig Flüche in meinen Bart, werfe Henne einen vernichtenden Blick zu und klettere weiter. Nach eeeendlosen Minuten des Kletterns erreichen wir wieder ein Waldstück und können normal weiterlaufen, was meine Stimmung leider nicht mehr verbessern kann. Zu sehr habe ich gedanklich mit meiner gefühlten Nahtoderfahrung zu kämpfen 💀🤣
    Als wir endlich den See erreichen, setzen wir uns erstmal hin und essen ein Käsebrot. Henne testet noch das Seewasser - mehr als der große Zeh landet aufgrund der Temperatur aber nicht drin - und nach einigen Minuten des seeligen Pausierens heißt es Rückweg - sehr zu meiner Begeisterung. Das Käsebrot und die Aussicht auf ein Ende dieses Spektakels wirken Wunder und ich habe nun richtig gute Laune. Ich renne fast zurück, und selbst die Steilwände können nichts an meiner Glückseligkeit ändern (ich glaube, ich war ganz arg unterzuckert oder im Käsebrot waren Stimmungsaufheller, denn selbst mir kommt diese Veränderung meiner Laune komisch vor 😅).

    Der Rückweg zieht sich wie Kaugummi. All die gelaufenen Kilometer müssen wir nochmal zurücklegen, und selbst Henne wird es irgendwann zu viel. Wir machen nochmal eine kleine Pause auf einer Brücke und essen einen Riegel, bevor wir die letzte Stunde des Rückwegs antreten. Kurz vor Ende geht die Sonne unter, und der Wald, der auf dem Hinweg so düster und wenig einladend aussah, wird nun in Goldenes Licht getaucht, sodass er freundlich und ein bisschen nach Märchenwald aussieht.

    Nach 8,5h und 23km kommen wir endlich wieder am Hostel an und könnten kaum platter sein. Wir essen erstmal Abendessen und fahren dann nochmal los, um uns zur Belohnung für unsere Leistung ein Eis zu kaufen. Da wir recht weit draußen sind, brauchen wir 40min mit dem Auto zum nächsten größeren Laden und dann leider auch 40min wieder zurück. Das ist einer dieser Momente, in denen uns klar wird, wie viel Glück wir haben, in einer Großstadt zu leben und idR nur 5-10min zum nächsten Laden zu brauchen. Als wir nach knapp 1,5h wieder zurück im Hostel sind, machen wir es uns wieder auf dem Sofa gemütlich, machen eine Folge Akte X an und lassen es uns schmecken. Was ein Tag. Rückblickend mit Eis in der Hand war es ja doch ganz schön. Reicht trotzdem erstmal wieder mit Wandern 😄
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  • On the Road 🚗

    August 1, 2023 in Canada ⋅ ☀️ 13 °C

    *Verfasst von Henne, ergänzt von Kelly

    Das heutige Tagesziel ist das Erreichen von Jasper, einer kleinen Stadt in einem großen gleichnamigen Nationalpark. Dazu werden wir den Icefield Parkway hochfahren (Richtung Norden), der einer der schönsten Straßen des Landes sein soll und außerdem viele besuchenswerte Sightseeingsstopps beinhaltet.

    Kelly und ich einigen uns bei Fahrtantritt auf einige prinzipielle Sachen: Das Navi wird vor Fahrtantritt programmiert und wir nehmen Anhalter mit (wenn das Gefühl stimmt). Letzteres passiert auch recht schnell: Bereits kurze Zeit später gabeln wir unseren ersten Anhalter auf, einen Exilfranzosen, der nahezu zu Fuß Kanada Richtung Norden bis nach Alaska erkunden will und dafür pro Tag wenigstens 30 km, insgesamt rund 12.000 km zurücklegen will. Beim Losfahren stellen wir fest, dass er in eine etwas andere Richtung möchte und es eigentlich nicht auf unserer Route liegt. Wir beschließen unauffällig untereinander, den Umweg zu fahren, er ist unglaublich dankbar und belohnt uns im Gegenzug dafür mit Tags zuvor erworbenem Hintergrundwissen der Umgebung und Teilen seiner interessanten Lebensgeschichte. Wir setzen ihn ab und gabeln fast direkt im Anschluss den nächsten Hitchhiker (Anhalter) auf. Im Gegensatz zu dem Franzosen, der nur 20 Minuten gewartet hatte, steht Daniel, wie dieser heißt, bereits einige Stunden am Straßenrand. Er ist ein junger Mann aus dem Saarland, trampt durch Kanada ebenfalls Richtung Alaska, versucht von 3 Dollar pro Tag zu leben und campt darum nur wild, ernährt sich von Oats (Haferflocken), Dosenfisch und Tim-Hortons-Kaffee. Diesen werden wir auch noch schätzen lernen, es ist eine kanadische Großkette wie Starbucks, nur mit gutem günstigem Kaffee.
    Daniel hat sich außerdem die Achillessehne gezerrt und würde uns daher gerne den ganzen Trip begleiten, da wir wenig laufen werden.

    *Zusatz von Kelly

    Nachdem wir den Icefield Parkway erreicht haben, ist der erste Stopp der Bow Lake. Ein hübscher See, an dem wir ein schickes Touriselfie machen. Danach geht's weiter zum Peyto Lake, an dem wir nur kurz bleiben, weil es sehr touristisch ist. Während der Fahrt sehen wir immer wieder verschiedene Tiere wie Wapitis, Big Horns (Widder) und Bergziegen. Letzter Stopp vor Jasper ist der Athabasca Gletscher. Auf den Besuch und wie es um den Gletscher steht, gehen wir in einem extra Beitrag genauer ein.
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  • Athabasca-Gletscher (Icefield-Parkway)

    August 1, 2023 in Canada ⋅ ⛅ 13 °C

    *Verfasst von Henne

    Da wir nun schon auf dem Icefield-Parkway sind, freue ich mich doch auch auf die Gelegenheit, einem tatsächlichen Gletscher so nahe wie möglich zu kommen! Wir biegen also ab und parken auf einem Parkplatz, der noch etwas entfernt ist. Ein langgezogener flacher Hügel versperrt die Sicht, also klettern wir rauf, nur um auf einen weiteren zu schauen. Daniel ist mit seinem Humpelfuß gehandicapt, Kelly ist etwas frisch, aber ich gehe voran und stürme den Hügel hoch. Kalter Wind weht mir plötzlich entgegen, als ich oben stehe, und die Aussicht ändert sich radikal: Zwischen den Bergen erstreckt sich ein weißer Gletscher in der Ferne. Aufgeregt winke ich die anderen heran, der Anblick ist ergreifend. Kurz stehen wir auf der Hügelkante, dann zwingt uns der Wind zurück. Zum Laufen ist es zu weit, außerdem können wir einen weiteren Parkplatz näher am Gletscher erkennen.

    Als wir dort sind, beschließen die beiden, im Auto zu bleiben. Kelly war es zu kalt und Daniel kann bzw. möchte wegen dem Humpelfuß nicht so weit laufen. Kelly borgt mir ihren dicken Pullover (meine Jacke ist irgendwo im Kofferraum verbuddelt) und ich wandere los.

    Der steinige Weg führt zuerst etwas steil nach oben; Als er dann ebenerdiger wird, sehe ich am Wegesrand Infotafeln. Henne liebt Infotafeln! 😄

    So weiß ich z.B. zu berichten, dass die tollen Färbungen der Seen dadurch zustande kommen, dass die Gletscher durch ihre Vorwärtsbewegung sanft die Steine zermalmen und dadurch Steinmehl ("rock flour") entsteht. Dies wird mit dem Schmelzwasser herausgespühlt und erzeugt je nach Konzentration und Licht- bzw. Sonneneinfall trübgrauen bis brillant-türkisene Farbeffekte.

    Die Vorwärtsbewegung des Gletschers kann man noch ganz klar auf den riesigen zerkratzten ebenen Felsen sehen, über die ich gerade laufe. Dies lässt die gewaltigen Kräfte erahnen, die dabei wirken.

    Außerdem stehen am Wegesrand runde Schilder mit Zahlen. Schnell begreife ich, dass das Jahreszahlen sind, die den Gletscherrand zum damaligen Zeitpunkt markieren. Gerade bin ich bei "1992" angekommen, und bis zum Gletscher ist es noch ein ganzes Stück. Selbst als ich bei "2006" ankomme, trennt mich noch ein ganzes beeindruckendes Stück vom Gletscherrand. Ein mulmiges Gefühl macht sich bei mir breit. Schließlich erreiche ich die offizielle Begrenzung, ein reißender Schmelzwasserfluss strömt von links nach rechts und sammelt sich in einem nahegelegenen trübgrauen See. Eine vorherige Infotafel sprach davon, dass der Gletscher pro Jahr 5 Meter verliert. Ich schätze, es sind eher 50, und dass er in 20 Jahren weg sein wird. Ein Einheimischer, den wir später kennenlernen, bestätigt meine Einschätzung der Meter und meint, dass dem Gletscher eher noch weniger Zeit bleibt, eher 10 bis 15 Jahre. Auch soll sein Volumen nur noch rund 1/4 dessen entsprechen, was er vor über 100 Jahren hatte. 🫣

    Der Anblick ist trotz des komischen Gefühls beeindruckend, und dann sieht man, dass Busse bis zur Hälfte an der Seite hochfahren und auf dem Gletscher Menschen Klettertouren veranstalten, und man kann nur ungläubig den Kopf schütteln. In solchen Momenten hinterfragt man nicht nur die Menschheit, sondern auch sich selbst. Den Ökomodus im Auto anschalten und die Apfelplastepfandflasche aus Deutschland immer wieder als Trinkflasche aufzufüllen reicht da gefühlt nicht aus.

    Ich kehre betreten zum Auto zurück (ca."1950") und wir fahren aus dem Tal (ca. "1892") weiter nach Jasper, Ökomodus an, Klimaanlage aus.
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  • Jasper (Pocahontas CG) & Rafting

    Aug 1–4, 2023 in Canada ⋅ ☁️ 22 °C

    *Verfasst von Henne, mit Ergänzungen von Kelly

    01.08.23 HIGHWAY UND ANKUNFT
    Als wir den Highway entlang fahren, fallen uns auf dem Seitenstreifen viele stehende Autos auf. Das ist in der Regel ein Zeichen für Wildtiere, die sich fotogen in Straßennähe positioniert haben. Auch wir halten natürlich und sehen die Wapitiherde, die auf einer langen Sandinsel im Fluss in der Nähe ruhen. Die Menschen bleiben in respektvollen Abstand, was nicht selbstverständlich ist!

    Als wir Jasper erreichen, setzen wir Daniel ab und fahren zu unserem Zeltplatz, dem Miette-Pocahontas-Campingground, der etwa 20 Minuten entfernt und am Ende bergauf ist. Ab dieser Teilstrecke ist auch der Mobilempfang weg. Wir finden wieder ein ruhiges Eckchen für uns, mittlerweile kennen wir den Aufbau dieser Zeltplätze, und bauen unser Lager auf.

    02.08.23 ENTSPANNUNG IN JASPER
    Am nächsten Morgen fahren wir wieder in die Stadt. Wir wollen einen Kaffee trinken, Tim Hortons ist uns zu voll, also finden wir ein anderes Café, das leckeres Frühstück und eine volle Kaffeetasse bietet. Jedoch ist es vermutlich das einzige in gesamt Kanada, dass kein WLAN zur Verfügung stellt. Wir nutzen unser eigenes Datenvolumen, um social-media-aktiv zu sein und Fotos zu sortieren etc. Nach einigen Stunden fällt mir die Decke auf den Kopf und ich drehe draußen eine Runde, mache Fotos von einer alten Lok, die draußen ausgestellt ist. Dann beobachte ich einen Güterzug, der sehr langsam vorbei rollt. Ich schätze die Länge auf gute drei Kilometer, was hier wohl normal ist. Vorne sind ein oder zwei Loks, in der Mitte ggf. nochmal eine und hinten ebenfalls. Ein Deutsches Pärchen guckt ebenfalls, wir unterhalten uns kurz.

    Mittlerweile ist Kelly auch fertig, und wir schlendern noch etwas durch die Stadt. Sie wirkt irgendwie künstlich, wie für Touristen gebaut - ohne dabei jedoch übertrieben aufdringlich zu sein.

    Es ist Zeit für das Abendessen, und der Geruch eines köstlichen indischen Allyoucaneat-Buffets steigt uns in die Nase. Wir lassen es richtig krachen und gönnen uns ordentlich! (Zusatz von Kelly: der Reispudding, der mehr Suppe als Pudding und mit Lavendelaroma versetzt war, wurde von Schüssel zu Schüssel besser 😅). Satt und zufrieden fahren wir wieder zurück.

    03.08.23 RAFTING
    Zwei Tage zuvor hatte Daniel uns erzählt, dass ein anderer Fahrer, der ihn Tage zuvor mitgenommen hatte und hier in Jasper lebt, gerne raftet und noch Mitsportler sucht. Daniel hatte uns beide ins Spiel gebracht, und nun warten wir voller Hoffnung auf eine positive Info, die wir tatsächlich bekommen! Wir treffen Daniel also in der Stadt und gönnen uns einen Tim Hortons Kaffee (Doubledouble (Z. v. Kelly: wir wissen nie genau was Double Double genau bedeutet, vermuten aber aufgrund von Farbe und Geschmack, dass es Kaffee mit doppelt Milch und doppelt Zucker ist. Schmeckt auf jeden Fall 😁), dann geht es los zum Treffpunkt. Wir fahren zum Fluss und treffen dort auf Shay, von Beruf Busfahrer, irischstämmig, der uns mit seiner freundlichen, fröhlichen und lustigen Art sofort für sich gewinnt. (Z. v. Kelly: er erinnert mich mit seiner freundlich-lustigen und offenen Art sofort an einen irischen Freund. Umso verrückter, als er uns erzählt, dass er zur Hälfte Ire ist. Die Ausstrahlung liegt wohl in den Genen 😋🍀). Wir verladen alles in ein Auto, quetschen uns hinein und fahren flussaufwärts. Dort pumpen wir das Schlauchboot auf, bestimmen die Plätze und fahren los. Shay war zuvor auch schon Raftingguide, er sitzt also hinten, lenkt, gibt die Kommandos und macht sich direkt erstmal ein Bier auf. Der Fluss gestaltet sich als nicht besonders anspruchsvoll, sodass wir eigentlich die meiste Zeit nur hart am Chillen sind und die Sonne sowie die wundervolle Aussicht genießen. Hin und wieder müssen wir anziehen und Gas geben, wenn ein paar Stromschnellen sind. Dann kommt es vor, dass wir mit dem eiskalten Wasser vollgespritzt werden, was jedes Mal mit entsprechenden Reaktionen quittiert wird. (Z. v. Kelly: Henne und Daniel sitzen gemeinsam ganz vorn und Daniel macht sich einen Spaß daraus, das Boot vor einem Wasserstrudel immer so zu drehen, dass Henne mit seiner Bootsseite in das dadurch entstehende Wasserloch reinfällt. Quittiert wird diese unfreiwillige Dusche jedes Mal lautstark und hochfrequent 🤣). Einen weiteren Höhepunkt erleben wir, als wir auf einer Insel im Fluss anlanden und an einem Sandstrand ein Cider genießen. (Z. v. Kelly: die Insel ist ein ziemlicher Geheimspot und so unbekannt, dass sie nicht mal bei Google Maps auftaucht. Abspeichern kann man den Ort also nur als Parkplatz 😄). Beim Ablegen will Daniel sein Shirt in das Boot werfen, ist aber etwas zu schwungvoll und verfehlt es um gefühlt fünf Meter. Es landet weit hinter dem Boot im Wasser und treibt sofort weg. Heroisch will Kelly es retten, watet ins Wasser - und verschwindet bis zur Hüfte in den eiskalten Fluten. (Z. v. Kelly: der Boden war plötzlich weg und ich hab mich so erschreckt - auch aufgrund der Temperatur, dass ich ohne Shirt wieder rausgerannt bin aus dem Wasser. Schade 😅 also musste Daniel selbst nochmal rein und kam seinerseits klitschnass, aber mit Shirt wieder aus dem Fluss. Danach steigen wir alle wieder ins Boot und weiter geht's.)

    Wir lassen uns weiter treiben, Füße oben, Sonne im Gesicht, und kommen an einigen ehemaligen Arbeitskollegen von Shay vorbei. Einer hat uns tatsächlich in einer aktiveren Phase aufgenommen, das Bild hat uns Shay Tage später geschickt. Der Ausflug ist rundherum perfekt. Es macht Spaß, mit einem Local unterwegs zu sein, der einem vom Leben in Kanada erzählen kann. Wir erfahren viel, angefangen von den Waltbränden, die die Städte bedrohen, von der Drogenproblematik und dem kollabierenden Gesundheitssystem, Bären- und Jugendgeschichten und noch vieles mehr. Er kann sogar größtenteils die Berge benennen, an denen wir gerade vorbeitreiben. 🏞

    Obwohl die Tour viel länger als eine mögliche buchbare geht, ist sie viel zu schnell vorbei. Wir 'falten' das Boot wieder zusammen, verabschieben uns und verabreden uns für den nächsten Tag nochmal mit Daniel, um ihn wieder ein paar Meter (Z. v. Kelly: wohl eher einige Meilen ^^) mitzunehmen und noch gemeinsam einkaufen zu fahren.

    Da es nun erst so gegen 3 Uhr ist, beschließen wir, noch herumzufahren und uns Seen anzuschauen. So langsam macht sich auch der Sonnenbrand auf den Oberschenkeln bemerkbar (die ich natürlich nicht mit eingecremt habe 😅), da liegt es natürlich nahe, zum Man and Medicine Lake zu fahren. Es ist wieder ein wundervoller blauer See zwischen den Bergen, dessen Rundweg ab einem bestimmten Punkt gesperrt ist: Adlernist-Ruhezone!
    Wir gehen zurück zum Strand, auf dem auch einige wenige Familien chillen, und Kelly gelingt dieses spektakuläre Foto, wie ich alle vier Gliedmaßen zeitgleich in dem wirklich kalten Wasser kühle!

    Auf der Rückfahrt sehen wir wieder Tiere am Straßenrand, außerdem möchte ich noch an einem See an der Hauptstraße halten. Dort gibt es einen Parkplatz, und der Weg zum See führt vorbei an einer Quelle, die seit geraumer Zeit Mineralien aus dem Stein wäscht. Unter anderem auch Schwefel, daher riecht man zu Kellys Freude das Gewässer schon von Weitem (durch den entstandenen Schwefelwasserstoff). Der See selber ist wirklich fotogen, jedoch auch so naturbelassen, dass man nicht weit kommt. Wir wollen aber sowieso langsam nach Hause. Heute wird wieder edel gegessen, wir haben uns eine schicke Flasche Rotwein in Jasper gegönnt (schwarzes Etikett mit Raben!), eine perfekte Ergänzung zu den auf dem Feuer erhitzten Dosen und den Veggiewürstchen am Spieß!

    04.08.23 EINKAUF UND WEITERFAHRT
    Der Tag beginnt bereits sehr spektakulär: Kelly hat ihre Socke draußen auf der Bank liegen gelassen, und ein Hörnchen hat demonstrativ genau einen Kötel darauf hinterlassen 😂 (Z. v. Kelly: sie waren feucht und sollten über Nacht trocknen, durch den morgendlichen Tau waren sie aber immernoch/schon wieder feucht und nun auch noch schmutzig😅).
    Routiniert bauen wir alles ab, fahren nach Jasper, um Daniel aufzugabeln, (Z. v. Kelly: DoubleDouble zu bestellen, denn ohne Kaffee geht nix) und fahren weiter. Vor dem Einkauf macht Daniel uns noch auf einen Laden (1 Dollar-Shop) aufmerksam, der wesentlich günstiger ist, und wir stocken unsere Vorräte auf. Schnell wird noch eine Runde AfterSunCreme (im Laden erworben!) geteilt, dann geht es weiter. (Z. v. Kelly: Da wir nun ein anderes Ziel als Daniel haben, bleibt er nach dem Einkauf in Hinton um einen Lift Richtung Norden zu bekommen. Wir verabschieden uns also voneinander und fahren weiter Richtung Edmonton.)
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  • Edmonton

    Aug 4–6, 2023 in Canada ⋅ ⛅ 24 °C

    *Erstellt von Henne

    Nachdem wir die Rockys nun verlassen haben, wollen wir zwei Nächte in einer größeren Stadt verbringen - Edmonton bietet sich da natürlich an, es ist die Landeshauptstadt Albertas (dem Bundesstaat, in dem wir gerade sind) mit rund 1,4 Mio Einwohnern. Auf dem Weg dahin erlaube ich mir einen kleinen Spaß und lasse eine neue "Leidenschaft" meinerseits aufflammen - das Besuchen der "greatest", wenn es sich anbietet. Also biegen wir nach Wabamun ab, einem kleinen Örtchen am Highway, das sich rühmt, die größte Libelle Kanadas zu haben! Ganz großes Kino, die 10m-Metall-Libelle! Kelly bleibt im Auto. 😅

    Tag 0 - Ankunft

    In Edmonton angekommen geht's erst einmal ins Hostel. Es ist größer und weniger verspielt, als wir es gewohnt sind, aber alle sind sehr nett und es gibt sogar "Frühstück", das nicht mit angegeben war - die allgegenwärtigen kleinen Oatspackungen. Am Abend gibt es aber erstmal warmes Abendessen - aber wir haben die falschen Dosen gekauft und haben nun nur Tomatensoße ohne Nudeln 😆 - also nochmal los, eben diese gekauft. Die nachfolgende Idee, die Nudeln direkt in der bereits umgefüllten Soße im Topf zu kochen, ist keine, die empfehlenswert ist... Als wir 45 mins später essen, ist die Freude groß!

    Tag 1 - Strathcona: Märkte und 'Altstadt'

    Am nächsten Tag wollen wir die nähere Umgebung erkunden. Dieser Stadtteil ist hier sehr lebendig und aktiv, die Gebäude klein und verhältnismäßig alt. 'Alt' ist hier in Kanada in Bezug auf Städte interessant anzuwenden, wenn das älteste Gebäude ein Fort aus dem Jahre 1846 ist und sich viele andere kanadische Orte rühmen, bereits 100 Jahre alt zu sein!

    Auf dem Weg zum Bauernmarkt kommen wir an friedlich protestierenden Chinesen vorbei, die Unterschriften sammeln, um auf die Missstände und die aktuellen Genozide ihrer ehemaligen Heimat aufmerksam zu machen. Straßenmagier wechseln sich mit Standverkäufern ab. Der Markt selber ist in einer riesigen Halle, von Blumen über Metallkunst bis hin zu Fleisch und natürlich Obst gibt es hier wirklich alles. Wir können hier so viele Probierhäppchen essen, dass wir satt werden. Wir kaufen ein paar Eier und Gemüse, dann geht es weiter.

    Als nächstes steht eine besondere Bücherei ("Wee book Inn") an, die sehr familiär ist und eine entspannte Atmosphäre bietet. Kelly ist in ihrer Welt. Sie findet sogar zwei Bücher - der erste Harry Potter im schmalen Backpacker-Paperbackformat und ein Buch über einen 100 Jährigen, der aus dem Fenster klettert und die Welt erkundet 📖❤️ Auch ich bin viel am Herumstöbern, aber habe das aus Deutschland mitgenommene Buch noch nicht einmal angefangen.

    Danach gehen wir zu einem alten Antikmarkt. So etwas haben wir auch noch nie gesehen: Er ist riesig, auf eineinhalb Etagen verteilt. Hier liegen Sondereditionsbarbies neben alten Orden, Uraltkeramiktassen neben schrägem Spielzeug, Legofiguren neben Kriegsbootbausätzen und alten Büchern. Hier könnte man Stunden verbringen und Sachen kaufen, die man definitiv nicht benötigt, die aber irgendwie toll sind 😅 (Z. v. Kelly: Henne könnte hier Monate verbringen können. Sein Sammlerherz schlägt heute besonders hoch 😄).

    Anschließend geht's wieder ins Hostel. Wir beschließen, etwas runterkommen zu wollen, und verbringen den Abend bei diesmal richtig gekochten Nudeln gemütlich im Gemeinschaftszimmer.

    Tag 2 - Downtown: Neustadt und Abfahrt

    Bevor wir unseren Weg fortsetzen, wollen wir uns noch Downtown anschauen, der Ortsteil von Edmonton, der im Norden liegt und moderner ist. Wir checken aus und fahren los, parken direkt vor dem Neonzeichenmuseum. Es ist Sonntag, die Straßen sind nahezu leer. Eine Polizistin verteilt gerade Knöllchen, während wir uns die ca. 30 Neontafeln anschauen, die aus ferner Vergangenheit gerettet und nun außen an einer alten Fabrikhalle angebracht wurden. Ein Outdoormuseum mit Infotafeln. Wir erfahren, dass in den 1950ern rund 2.000 Leuchtschilder in der Stadt angebracht waren, die vom lokalen Stadtplaner als zu viel und "die Stadt verschandelnd" wahrgenommen wurden. Als Ergebnis dessen wurden sie in den kommenden Jahren immer mehr abgebaut und die Zahl reduzierte sich deutlich. Wir stehen und starren die meterhohen Leuchtschilder an, da kommt ein junger Mann in Jeans und Jesuslatschen vorbei, spricht uns an und fragt, was das eigentlich sein soll. Wir erklären es ihm, und er erzählt, er sei Paul, komme gerade aus der Kirche und gehe nun in eine Bar, in der Jazz läuft, um ein Buch zu lesen. Was man in Edmonton an einem Sonntag halt so zu tun scheint. Wir unterhalten uns sehr entspannt weiter, er empfielt uns noch einige Sehenswürdigkeiten, dann gehen wir weiter. Die erfrischende Erfahrung, auf der Straße spontan mit fremden Menschen zu sprechen, verwirrt und erfreut uns gleichermaßen. Die Kanadier sind ein sehr offenes freundliches Volk, dieses positive Klischee wird glücklicherweise voll erfüllt.

    Wir kommen an neuartigen Gebäuden vorbei, die der vertrauten modernen Architektur entsprechen. Bevor wir den Wolkenkratzerdistrikt betreten, finden wir wieder einen kleinen Markt in einer Halle, der jedoch sehr klein und bescheiden zu dem des Vortags wirkt.

    Auch ansonsten wirkt hier alles recht leer. Wir sehen außer sehr wenigen "normalen" Menschen wieder nur die Drogenabhängigen. Einige nebeneinander in ihrem katatonischem Verhalten, andere mit sich selbst sprechend oder singend auf der Straße herumtanzend. Einige zerbrochene Glasampullen liegen auf dem Gehweg. Insgesamt fühlen wir uns in dieser Ecke der Stadt nicht sonderlich wohl, sodass wir schnell zurück zum Auto gehen und uns auf den Weg nach Grande Prairie machen!
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  • Ankunft in Grande Prairie

    August 6, 2023 in Canada ⋅ ☀️ 25 °C

    *Verfasst von Kelly

    Die Autofahrt von Edmonton nach Grande Prairie zieht sich eeewig in die Länge. Die Temperatur im Auto steigt gefühlt auf 50° und unsere Laune ist nach stundenlangem Fahren etwas gedrückt. Die Landschaft ist recht langweilig (flach und karg) geworden und ich schlage vor, dass wir nochmal an einem See Halt machen, bevor wir ankommen, und suche einen See raus. Der Halt am See stellt sich allerdings als Reinfall heraus, da es wohl der einzige See in ganz Kanada ist, der aufgrund von Bakterien kein Badesee ist - schade. Also zurück in den fahrenden Ofen und weiter geht's. Wir wünschen uns beide sehnlichst Abkühlung, wollen aber gleichzeitig auch nur noch ankommen. Unterdessen fragt Nancy, ob wir schon in GP angekommen seien. Ich muss ihr mitteilen, dass wir hinter unserem Zeitplan liegen und eine Stunde später als geplant ankommen. Wir verwerfen den Seeplan also und beeilen uns stattdessen anzukommen.

    Nach 5h Autofahrt haben wir es endlich geschafft und sind froh, endlich bei Nancy und ihrer Familie anzukommen. Leider verpassen wir knapp den kleinen Loik, der bereits schläft, als wir ankommen. Ich habe Nancy einige Jahre nicht gesehen (seit dem Ende unserer Ausbildung 2017) und bin ein wenig nervös, wie das Wiedersehen wird. Was soll ich sagen - es könnte kaum schöner sein. Sie nimmt uns beide herzlich in die Arme und Karl (den wir beide endlich kennenlernen dürfen) ist genauso herzlich und gastfreundlich. Die Atmosphäre ist super entspannt und wir fühlen uns sofort wohl. Sie haben sogar wunderbarerweise mit dem Abendessen auf uns gewartet, und so essen wir gemeinsam zu Abend und reden stundenlang, bis wir alle müde sind. Die beiden zeigen uns noch ihren Camper, in dem wir für die kommenden Tage wohnen dürfen. Wir sind komplett überwältigt. Es ist absolut nicht selbstverständlich für uns, alles mitbenutzen zu dürfen - umso dankbarer sind wir.

    Während Nancy und Karl bereits im Bett liegen, richten wir uns noch ein, versuchen den Tag zu verarbeiten und fallen wenig später glücklich in ein wirklich bequemes Kingsize Bett. Nach den letzten Nächten im Zelt ist das eine wahre Freude ♡
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  • Plantschen im Peace River

    August 7, 2023 in Canada ⋅ ☀️ 16 °C

    *Verfasst von Henne

    Nachdem wir nun etwas herumgekommen sind, merken wir, dass das ständige Auf-Achse-Sein wie erwartet sehr schlaucht. Daher beschließen wir, etwas länger in Grande Prairie zu bleiben und dafür schweren Herzens Vancouver Island aus der Planung zu werfen. Dass die Fähre dorthin aufgrund der aktuellen Ferienzeit ausgebucht und die eher unpassenden Timeslots wirklich gar nicht mal so billig sind, hat wirklich nichts, fast gar nichts, also nur etwas mit der Entscheidung zu tun. 😅

    Das gibt uns außerdem die Gelegenheit, mehr Zeit mit unseren außergewöhnlich netten und großzügigen Gastgebern zu verbringen. Ihr kleiner Loic ist wirklich süß und ein kleiner Sonnenschein, vor allem die Essenszeiten werden zum spaßigem Erlebnis für alle Anwesenden.

    Da die Sonne scheint und die Temperatur angenehm ist, schlägt Nancy einem Ausflug an den Peace River vor. Der teils steinige, ansonsten sandige Strand ist etwas besucht, wir haben aber viel Raum für uns. Ich gehe auf Erkundungsgang und spaziere auf einer seeehr schlammigen und glitschigen Landzunge umher. Kelly, Nancy und Loic kommen hinterher, der Schlamm ist für alle ein Spaß und eine Herausforderung zugleich.

    Anschließend müssen Kelly und ich uns im Fluss abspülen; Da ich aus unerfindlichen Gründen Schlamm auf dem Bauch habe, mit dem Kelly natürlich nichts zubtun hat, springe ich komplett rein und wage dabei direkt die 'Überschwimmung'. Die Strömung überrascht mich nicht, ist aber definitiv nicht mit dem sanften Dahingleiten der Dahme vergleichbar, sodass ich ordentlich anziehen muss und dennoch einige Meter abtreibe.

    Zum Abendessen belohnen wir uns mit Pizza, werden netterweise eingeladen (Danke!). Dann zieht ein ordentliches Gewitter über Grande Prairie. Als plötzlich von irgendwoher ein Sonnenstrahl ins Zimmer scheint, erklärt uns Nancy, dass die Sonnenuntergänge in dieser Gegend immer sehr lange dauern und spektakulär sind, Grande Prairie sei bekannt dafür.

    Also springen Kelly und ich kurzerhand ins Auto umd fahren auswärts Richtung Flughafen und Westen, da die Sicht dort am besten sein soll. Wir finden eine Straße, die sich anbietet, und uns eröffnet sich eine wundervolle Sicht: Richtung Westen ein farbenfroher Sonnenuntergang, im Norden und Osten ist noch alles dunkel und schwarzgrau, Blitze zucken ab und zu weit in der Ferne, und im Süden reißt der Himmel auf und etwas Blau zeigt sich. Beeindruckt stehe wir da, genießen und machen Fotos - bis uns unsere alten Freunde, die Moskitos, wieder einmal in die Flucht schlagen.
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  • Kleskun Hill Natural Area

    August 8, 2023 in Canada ⋅ ☁️ 20 °C

    *Verfasst von Henne

    Vormittags haben wir zu fünft eine kleine Hunderunde gedreht - durch den nahegelegenen Park, in dem man sogar Wildtieren begegnen kann (aber im Normalfall nicht möchte, Nancy hat ein paar interessante Geschichten erzählt...). Das Wetter war durchwachsen, die Natur wirkte dadurch eher noch lebendiger. Der Park wird schnell eher waldig und erfreut durch kleine Feenhäuschen, die immer wieder am Wegesrand stehen
    Loics Mittagsschlaf nutzen wir für eine kollektive Pause und chillen auf dem ultrabequemen Sofa im Wohnzimmer; Dobby, die Hunde-Kuschelmaus, gesellt sich zu uns.

    Am Nachmittag fahren wir dann zum Kleskun Hill Park, einer geografischen und klimatischen Besonderheit in der Nähe. Stark ansteigende Hügel, dienl eine wunderschöne Aussicht bieten, sorgen für ein solches Klima, dass hier sogar (sehr) kleine Kakteen wachsen. Kles-kun soll in der Sprache einer der ehemals einheimischen First Nation-Völker (ehemals "Indianer", übersetzt "Erstnation") "Weißer Schlamm" bedeuten. Überal sieht man kleine trockene oder noch feuchte Mini-Flussläufe, die wunderschöne Formen in den Steinen und im Boden hinterlassen haben. In den 40er und 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden hier Dinosaurierknochen gefunden, sodass ein Hügel nun Dinosaurier-Hügel heißt. Ein älterer Herr, der ebenfalls dort umherstreifte, hatte aber bisher nur Vogel- und Mäuseknochen gefunden.

    Anschließend gab es lecker Eis von einer von Nancy empfohlenen Eisdiele, bevor wir zum Abendessen ein leckeres Curry gekocht haben.
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  • Dinomuseum

    August 9, 2023 in Canada ⋅ 🌧 16 °C

    *Verfasst von Henne

    Auf die Empfehlung eines jungen Mannes, der uns in Edmonton ansprach (Paul), besuchten wir heute das Dinosauriermuseum. Sehr zu meiner Freude hat Kelly beschlossen, mich zu begleiten. Da das Wetter auch eher regnerisch war, bot es sich sowieso an, die Zeit in etwas Kultur zu stecken.
    Das Museum war leicht zu erreichen, direkt am Highway gelegen, der Eintritt mit umgerechnet genau 10 Eus p.P. auch entspannt.
    Das Museum bietet Originalfossilien, mediale Erforschungsmöglichkeiten und große Bildschirme mit Videoanimationen. Außerdem kann man in die Werkstätte der Forschenden sehen, Fenster und ein transparenter Boden gewähren spannende Einblicke in die Arbeitsweisen und bereits teilweise restaurierten Fundstücke.
    Ich fand es besonders reizvoll, dass nur "lokale Dinos" ausgestellt waren, also nur solche, die auch tatsächlich hier gefunden wurden, sowie deren versteinerte Hautstücke (!) und Fußabdrücke.
    Als wir gerade gehen wollten, erinnerte sich Kelly an Mack, der Landschildkröte, die im Raum neben dem Eingang lebt. Sie kam gerade aus einer Show und wurde daher gefüttert. Der sehr nette Angestellte, der für sie verantwortlich war, unterhielt sich dann mit uns und führte uns auch Peanut, die Kornnatter vor. Diese ungiftige Würgeschlange ist fröhlich auf uns herumgeklettert, sie fühlte sich warm und geschmeidig an, und man konnte richtig spüren, wie die Muskeln an ihrer Bauchseite arbeiteten, wenn sie sich bewegte. Obwohl wir Macks Auftritt bei der Show, welche ein kindergerechter Vortrag war (auch wenn sich die schniefende Lady hinter uns sehr viel eingebracht hat), ja verpasst hatten, sahen wir uns den Rest noch an (Auftritt Peanut und Fütterung einer Gottesanbeterin)

    Am Nachmittag fuhren wir dann mit Nancy und Loic durch den Regen, Karl kurz auf Arbeit besuchen, und danach shoppen. Auf der Jagd nach einem bestimmten Shirt durchforsteten wir "Winners", hatten aber kein Glück. Der Versuchung, weiteren Kram zu kaufen, der unser Gepäck weiter beschwert, konnten wir widerstehen.

    Am Abend haben wir dann noch gemeinsam gekocht, das Ofengemüse kam gut an und hat alle gut gesättigt.

    Mein Versuch, Polarlichter aufzunehmen, war leider nicht erfolgreich. Hab keine gesehen. Musste es dennoch versuchen, auch wenn ich dafür extra nachts um Eins aufgestanden bin.
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