• Butler Lake

    October 19, 2025 in the United States ⋅ ☀️ 10 °C

    Leider füllt sich der Campingplatz am zweiten Abend mit anderen Campern, für die Rücksichtnahme ein Fremdwort zu sein scheint. Um nur ein paar Dinge aufzuzählen:
    Hunde werden nicht an die Leine genommen, sodass sie uns beim Laufen kläffend verfolgen oder gar anspringen; um 4:30 Uhr morgens wird das Auto angeschmissen und mit den Scheinwerfern mal über 10 Minuten schamlos auf unseren Van geleuchtet (es könnte ja jemand darin schlafen); es wird lautstark geflucht und erzählt wie blöd der eine Typ doch ist, sodass der gesamte Platz unfreiwillig über das einerseits beschränkte, aber dennoch erfinderische Schimpfwörtervokabukar in Kenntnis gesetzt wird. Das kann wirklich nur noch Australien toppen! Dort hat der Schimpfwortgebrauch aber tatsächlich etwas charmantes an sich, hier wirkt es direkt asozial.

    Wir sind langsam wirklich genervt und fragen uns, warum Menschen sich so verhalten und warum immer alles für selbstverständlich genommen wird?

    Wir sind jedenfalls froh weiterzukommen und fahren am Vormittag nach Norden in den Staat Kansas zum Cowley State Fishing Lake.
    Hier waren wir vor 4 Jahren schon einmal und haben oberhalb des Sees auf einem Plateau geschlafen. Den Platz gibt es immer noch, aber der Zustand ist leider nicht mehr derselbe.

    Überall liegt Müll herum und obwohl es keine 100 Meter entfernt ein Plumpsklo gibt, wurde ein Loch fürs Geschäft ausgehoben und nicht wieder verschlossen. Was für eine Sauerei! Wir sind vor Entsetzen sprachlos. Das Plumpsklo sieht nicht besser aus, aber das ist trotzdem kein Grund, den Platz so zu hinterlassen.

    Wir schauen uns an und denken dasselbe: „Bloß weg hier!“

    Nach knapp einer Stunde biegen wir auf die Schotterpiste zum Butler State Fishing Lake ab. Auch hier waren wir vor 4 Jahren schon einmal und es war toll. Hoffentlich ist es immer noch so. Eine eklige Begegnung am Tag reicht.
    Aber diesmal haben wir Glück. Um den großen See herum gibt es viele versteckte Stellplätze, wenig Müll und kaum Camper. Alles verteilt sich. Ein schönes Plätzchen ist schnell gefunden, an dem es sich gut aushalten lässt.
    Wir wollen hier noch ein paar Tage überbrücken, bis wir wieder zu unseren Freunden nach Galena fahren, um dort so langsam den Abschied von den USA vorzubereiten.

    Für den nächsten Tag ist nachmittags Gewitter mit viel Regen angesagt, sodass wir uns vorher ausreichend bewegen. Wir machen uns auf die Suche nach einem Geocache, den wir vor 4 Jahren aufgrund von undurchdringlichem Gestrüpp nicht finden konnten. Diesmal klappt es. Leider ist er komplett nass und wurde schon seit langem nicht mehr „gewartet“.

    Als es draußen immer dunkler und feuchter wird, kuscheln wir uns in den gemütlichen Van unter die warmen Decken und lauschen den Wassertropfen, die auf uns herunterprasseln. Abends klart es plötzlich auf und die Sonne strahlt wieder. Aber der matschige Boden wird heute nicht mehr trocken.

    Der nächste Morgen ist durch die wolkenfreie Nacht und die feuchte Luft mit 5 Grad ziemlich kalt. Nach einem leckeren Kaffee im Bett und einem aufwärmenden Spaziergang in der Morgensonne, sind wir aber mutig genug die Laufschuhe zu schnüren.
    Sport macht eben warm, genauso wie die Vorfreude auf das hinterher ausnahmsweise auf dem Gasherd erhitzte Duschwasser. Herrlich!

    Den restlichen Tag machen wir uns im Van gemütlich, denn die Beine sind nach der 13km langen Laufrunde ziemlich müde.
    Read more