• Über die Grenze nach Ungarn

    August 5, 2025 in Romania ⋅ ☀️ 28 °C

    Eine Reise muss zu Ende gehen, damit ihr das Besondere erhalten bleibt.

    Nach etwa 6 Wochen, genauer 43 Tagen, verlassen wir Rumänien und bewegen uns langsam in Richtung Heimat. Anfangs glaubten wir nicht, dass wir so viel Zeit in Rumänien verbringen werden. Wir rechneten damit, in eines der ärmeren Länder der EU zu kommen, so wie Ida es vor etwa 20 Jahren kennengelernt hatte. Der erste Eindruck, kurz hinter der Grenze bei Giurgiu sollte diese Erwartung bestätigen. Aber mit jedem Kilometer, den wir weiter nach Rumänien hineinkamen, änderte sich unser Eindruck. Rumänien ist ein modernes Land mit einer guten Infrastruktur. Insbesondere das Straßennetz ist weitestgehend in einem sehr guten Zustand. Da wir mit wachen Augen unterwegs waren, konnten wir vielfach Zeugen der Vergangenheit sehen, wie beispielsweise alte Häuser, deren ehemalige Schönheit noch zu sehen war. Und jede Region hat einen für sie typischen Baustil, in dem viele Häuser und Grundstücke erhalten und gepflegt werden.
    Für Freihsteher ist Rumänien ein Paradis, da es grundsätzlich erlaubt ist. Wir verbrachten nur 2 Nächte auf einem Campingplatz und die restlichen Tage auf zum Teil traumhaften Plätzen. In kaum einem Land fühlten wir uns so sicher und so wohl. Die Menschen sind freundlich, aufgeschlossen und hilfsbereit. Je nach Region konnten wir mit unseren Sprachkenntnissen in Deutsch, Ungarisch und Englisch und den ersten Worten in Rumänisch gut kommunizieren.
    Rumänien ist nicht sehr groß, bietet aber landschaftlich eine unglaubliche Vielfalt, vom Meer, über Tiefebene bis zu den Bergen und Schluchten. Ida konnte an verschiedenen Orten ihre Sempervivum-Sammlung erweitern (der Esstisch hat inzwischen das Flair einer Gärtnerei). Zweimal konnten wir in den Bergen Bären aus nächster Nähe beobachten. Und auf so manchem unserer Übernachtungsplätze wurden wir von Schafen, Ziegen, Kühen oder Pferden umringt. Vor allem an den touristischen Hotspots gab es recht viele Straßenhunde. Anfangs hatten wir Sorge, wie wir das mit unserem Bogancs managen können. Es war aber alles viel unproblematischer. Entweder konnte Bogancs den Streunerhund kennenlernen und interessierte sich von da nicht mehr für ihn, oder die meisten Straßenhunde hatten vor ihm Angst und sind geflüchtet (egal, wie groß sie waren).
    Für die Statistik: Wir waren 3726 km unterwegs, haben 5 Pässe überquert, die höchste Passüberquerung war bei 2070 m.ü.NN; 4-mal haben wir 2 Nächte auf dem gleichen Platz übernachtet, Ida hatte einen Geburtstag und gemeinsam hatten wir einen Hochzeitstag. Das Auto machte uns zweimal Probleme, einmal musste der Klimalüfter getauscht werden und einmal lief Abwasser durchs Auto.
    In den 6 Wochen haben wir viel gesehen und erlebt. Aber manche Ecken ließen wir bewusst aus, weil es entweder zu warm war oder im Donaudelta zu wenig Wasser gab. Das sparen wir uns für das nächste Mal auf. Nach den sehr guten Erfahrungen möchten wir nämlich gern noch einmal wiederkommen.
    La revedere, Romania!
    Read more