• Frühstück verpennt, Freunde gefunden

    May 18, 2025 in Georgia ⋅ 🌧 15 °C

    Heute startete der Tag etwas ungeplant – das Frühstück im Hotel war schon vorbei, als ich endlich aus dem Bett kam. Aber in Batumi verhungert man sicher nicht. Vor dem verspäteten Frühstück machte ich mich auf zu einer kleinen Morgenwanderung entlang der Promenade. Trotz Nieselregen war die Stimmung gut – Batumi zeigt sich selbst bei grauem Wetter von seiner besten Seite: moderne Bauten, endlose Strandpromenade, viele kleine Cafés, Skulpturen und immer wieder Ecken, die zum Staunen einladen. Eine Stadt, die lebt und leuchtet – selbst ohne Sonne.

    Dann kam das erste Highlight des Tages: Ich traf mich mit Eduard und Irina, einem Bekanntenpaar aus alten Zeiten. Wir hatten uns über 13 Jahre nicht gesehen – früher lebten wir in derselben Straße in Dortmund, dann zogen die beiden nach Russland und der Kontakt verlief sich. Zufällig waren sie gerade auch in Batumi und hatten meine Reise-Updates gesehen. Also verabredeten wir uns im Restaurant „Ukrainotchka“ zum Frühstück. Es war ein herzliches Wiedersehen – wir verbrachten mehrere Stunden zusammen, tauschten Erinnerungen aus und genossen ein ausgezeichnetes ukrainisches Frühstück. Schön, wenn das Leben solche Überraschungen bereithält!

    Nach der Verabschiedung setzte ich meine Erkundungstour durch Batumi fort – bis das Telefon klingelte: Zviad, ein georgischer Bekannter aus Deutschland, meldete sich. Zufällig war auch er gerade in Batumi. Er sagte nur: „Ich hole dich in 30 Minuten ab, keine Widerrede.“ Also schnell zurück ins Hotel, umziehen – und los ging’s. Zusammen mit seinem Kollegen Ramin machten wir eine spontane Tour durch die Umgebung.

    Wir besuchten einen idyllischen Wasserfall, eine alte Brücke wie aus dem Bilderbuch und einen besonderen Ort, an dem zwei Flüsse mit unterschiedlich gefärbtem Wasser aufeinandertreffen. Unterwegs machten wir immer wieder Pausen, sprachen mit Einheimischen, tranken Kaffee und ich bekam jede Menge spannende Infos über Land und Leute. Es war wie eine geführte Privattour – nur besser.

    Und dann kam, was kommen musste: Das Essen. Die beiden führten mich in ein echtes, typisch georgisches Restaurant – kein Touri-Kram, sondern volle Authentizität. Und wie so oft in diesem Land: Ich wollte eigentlich leicht essen... aber mein Plan wurde gnadenlos zerstört: Khinkali, Schaschlik, Chachapuri, Dolma – alles stand plötzlich auf dem Tisch. Und ich habe alles probiert. Kalorien? Heute keine Freunde mehr. Sport, gesunde Ernährung? Wird später nachgeholt. Vielleicht. Eventuell.

    Am späten Abend brachten mich die beiden zurück zum Hotel – aber nicht, ohne mir gleich den nächsten Programmpunkt aufzubrummen: „In drei Stunden holen wir dich wieder ab – heute zeigen wir dir Batumis Nachtleben!“ Ich bin ehrlich: Die beiden sind große Casino-Fans. Ich dagegen? Noch nie einen Fuß hineingesetzt. Ich hoffe einfach, dass sie mich nicht gleich an den Roulette-Tisch zerren – denn wenn ich Pech habe, setze ich am Ende aus Versehen meinen Motorradschlüssel aufs Spiel. Drückt mir die Daumen… oder setzt auf Rot!
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