• Umzingelt von Walen

    June 22 in South Africa ⋅ ☀️ 17 °C

    Der Morgen begann deutlich hektischer als geplant. Für 7.30 Uhr hatten wir die Fahrzeugübergabe mit Jimny’s Car Hire vereinbart, also blieb keine Zeit für ein entspanntes Frühstück. Stattdessen nahmen wir es kurzerhand mit, sprangen in ein Uber und schafften es tatsächlich pünktlich zum Treffpunkt. Nur leider war dort niemand da. Während wir zunächst etwas ratlos vor verschlossener Tür standen, half uns schließlich ein Kfz-Mechatroniker weiter und gab uns eine Telefonnummer. Nach einem kurzen Anruf stellte sich heraus, dass Ryan unsere Buchung vergessen hatte und noch am Flughafen festsaß. Die Fahrt von dort dauert normalerweise etwa 40 Minuten, im Berufsverkehr jedoch gut eine Stunde oder länger. Also blieb uns nichts anderes übrig, als zu warten. Und zu warten. Und noch ein bisschen länger zu warten. Als Ryan schließlich ankam, ging plötzlich alles ganz schnell – vermutlich die schnellste Autoübergabe unseres Lebens. Kurz darauf saßen wir bereits im Jimny und machten uns auf den Weg nach Hermanus.

    In der Walker Bay können verschiedene Walarten gesichtet werden, unter anderem Südliche Glattwale, Buckelwale und Brydewale. Gesehen haben wir vor allem die Stars von Hermanus: Südliche Glattwale – echte Giganten, die bis zu 18 Meter lang werden können. Sie kommen jedes Jahr aus den kalten Gewässern der Antarktis in die geschützte Bucht vor Hermanus, um ihre Jungen zur Welt zu bringen, bevor sie später wieder weiterziehen. Besonders berührend war, dass wir sogar eine kleine Walfamilie sehen konnten, deren Kalb wohl erst vor Kurzem geboren wurde. Teilweise kamen die Wale bis auf etwa zwei Meter an unser Boot heran. Um uns herum tauchten immer wieder Rücken, Flossen und Schwanzflossen aus dem Wasser auf, sodass wir uns irgendwann fast komplett umzingelt fühlten.
    Das absolute Highlight: ein Wal, der direkt vor uns aus dem Wasser sprang. Für einen Moment erhob sich dieser gigantische Körper aus dem Meer, bevor er mit voller Kraft wieder eintauchte. Wir waren einfach nur sprachlos. Was für ein besonderer Moment auf unserer Reise!

    Während die Hinfahrt über den Houw Hoek Pass vor allem von Weinregionen und der beeindruckenden Berglandschaft des Westkaps geprägt war, zeigte uns die Rückfahrt entlang der Küste noch einmal eine ganz andere Seite der Region. Steile Felsen, das tiefblaue Meer und unzählige Aussichtspunkte machten jeden Kilometer zu einem Erlebnis und zeigten uns einmal mehr, wie vielfältig diese Landschaft ist.

    Nach der Rückfahrt durch die Rushhour parkte Sascha den Jimny seitwärts ein, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Danach liefen wir noch zum Mojo Market, um dort etwas zu Abend zu essen. Dieser Vibe … wir sind immer noch völlig hin und weg von dieser wunderschönen Stadt.
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