Ubuntu im Herzen von Langa
June 24 in South Africa ⋅ ☁️ 16 °C
Heute ist unser letzter Tag in Kapstadt, bevor es für uns weitergeht. Und nachdem wir bisher vor allem die schönen Seiten dieser Stadt kennenlernen durften, war es Zeit, auch noch einmal genauer hinzuschauen. Denn hinter der Schönheit dieser Stadt steckt eine komplexe Realität.
Nachdem wir Daisy wieder bei Ryan abgegeben hatten, fuhren wir mit dem Uber nach Langa, in eines der ältesten Townships Kapstadts. Dort verbrachten wir den Vormittag mit Luvuyo Mpoza, einem 39-jährigen Local, der uns sein Viertel zeigte. Nicht als Sehenswürdigkeit, sondern als den Ort, an dem Menschen wohnen, arbeiten, lachen, hoffen und ihren Alltag leben.
Langa entstand bereits in den 1920er-Jahren unter der damaligen Segregationspolitik, lange bevor die Apartheid offiziell eingeführt wurde. Es ist schon krass, wie stark Kapstadt bis heute geografisch von der Vergangenheit geprägt ist. Viele Menschen aus den Townships arbeiten tagsüber in den wohlhabenderen Gegenden der Stadt, während sie selbst in Vierteln leben, in denen Strom, Wohnraum und grundlegende Versorgung bis heute keine Selbstverständlichkeit sind.
Heute leben in Langa ungefähr 80.000 Menschen. Während wir durch das Viertel liefen, versuchten, die vielen Eindrücke irgendwie einzuordnen. Immer wieder hörten wir dabei auch isiXhosa. Eine Sprache, die für ihre besonderen Klicklaute bekannt ist. Auch Nelson Mandela kam übrigens aus der Xhosa-Kultur.
Je länger wir durch Langa liefen, desto mehr merkten wir, dass dieser Ort nicht nur von seinen Herausforderungen geprägt ist. Da war auch etwas anderes. Ein starker Zusammenhalt. Menschen kennen sich, grüßen sich, helfen einander und tragen vieles gemeinsam. Es war schwer in Fotos festzuhalten, aber man konnte es spüren. Luvuyo erzählte uns, dass es dafür ein Wort gibt: Ubuntu. Sinngemäß bedeutet es: „Ich bin, weil wir sind.“
Als wir ihn fragten, was er sich für Langa wünschen würde, antwortete er ganz schlicht: dass jeder hier anfängt zu arbeiten. Ein einfacher Satz, der mehr ausdrückt, als es auf den ersten Blick scheint.
Nach dieser emotionalen Tour fuhren wir gemeinsam mit ihm in einem Township-Bus zurück Richtung Innenstadt, ins Central Business District (CBD) und stiegen dort in einen anderen Bus nach Sea Point um.
Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass uns hier keine fremde Welt begegnet ist, sondern Menschen, die dieselben Wünsche, Ängste und Hoffnungen teilen wie wir – nur unter anderen Lebensbedingungen.Read more


























Traveler
Ja, die Towships sind auch Afrika. Schön, dass Ihr dort wart.🥰
Traveler
Das ist ein sehr schönes Bild 👍
Traveler
Das ist wohl der Supermarkt auch schön