Loop IV: Phonsavan -> Phou Khoun
March 18, 2023 in Laos ⋅ ⛅ 28 °C
Eckdaten:
⭐️ Stage 4/5
⭐️ Entfernung: 140km
⭐️ Dauer (Inkl. Pausen etc.): ca. 3:45h
⭐️ Fahrzeit: ca. 3:30h
Heute Morgen machten wir uns früh auf den Weg zu den berühmten Plain of Jars (de. Ebene der Steinkrüge). Hierbei handelt es sich um mehrere Stätte, um Phonsavan verteilt, die zum UNESCO Welterbe genannt wurden. Wie der Name schon erahnen lässt, um röhrenförmige Steinblöcke aus Sandstein. Die Krüge sind zwischen einem halben und drei Metern groß. In Phonsavan findet man mehrere Stätte mit Steinkrügen, die zwischen 500 v. Chr. und 500 n. Chr. angelegt wurden.
Wir besuchten die größte und wohl berühmteste Stätte: Plain of Jairs 1. Die Stätte wurde während des Vietnamkrieges bzw. des laotischen Bürgerkrieges arg beschossen, sodass einige Steinkrüge zerstört wurden. Auf dem Gelände befinden sich mehrere Bombenkrater. Und noch heute liegen unzählige Blindgänger in den Stätten. Nur die Stätte 1,2 und 3 sind für Besucher zugänglich und wurden weitestgehend gesichert.
Rinnen im Boden erinnern an die Kriegstage, als die laotischen Soldaten beim Schusswechsel hier in Deckung gingen.
In den Steinkrügen fanden australische Forscher menschliche Überreste. Es wird vermutet, dass die Steinkrüge damals, als Beerdigungsstätte genutzt wurden. Die Steinkrüge waren sehr beeindruckend.
Nach unserem Besuch bei den Plain of Jars besuchten wir das MAG UXO Visitor Information Center. Die Organisation MAG ist darauf spezialisiert Bomben zu entschärfen. Dadurch leisten sie in der ganzen Region rund um Phonsavan große Arbeit. Laos ist das meist zerbombte Land der Welt. In der Zeit des Laotischen Bürgerkrieges bzw. des Vietnamkrieges wurden von der US Army 270 Millionen Bomben auf Laos abgeschlossen. Vor allem im Norden und Süden von Laos.
30% der abgeschossenen Bomben, also 80 Millionen Bomben, sind NICHT explodiert. Das ist sehr gefährlich, da es in vielen Gebieten Blindgänger gibt, die fern von den offiziellen Pfaden liegen. Besonders für die Bevölkerung birgt es ein großes Risiko. Kinder finden die Bomben und spielen mit ihnen, denn sie ähneln bekannten Kugeln, die zum Spielen genutzt werden. Auch bei der Farmarbeit können sich die Bomben auf den Feldern, aber auch unter der Erde befinden. Es sterben einige Menschen durch die Bomben oder werden schwer verletzt. Die Organisation, die u.a. von Amerika finanziell unterstützt wird, entschärft durch ihre Arbeit viele Bomben jedes Jahr, letztes Jahr waren es 17.800 Bomben und Landminen. So trägt sie dazu bei, dass die Menschen einigermaßen sorglos leben können.
Wir machten uns hiernach auf dem Weg zu Mulberries, einer Bio-Seidenfarm. Wir wussten nicht so recht, was uns erwartet, aber ich habe gehört, dass sie einen Beitrag für die Laotischen Familien leisten, in dem sie Arbeitsplätze schaffen und ihnen Zeiten, wie sie Seide selber herstellen und verarbeiten können. Der Herstellungspreises gefiel mir aber gar nicht… Wir wurden durch das Farmgelände geführt. Hier werden Mulberries, also Maulbeeren angebaut. Durch die Blätter werden Larven ernährt, die für die Herstellung der Seide essenziell sind. Die Larven bilden nach ein paar Tagen einen Kokon, denn sie entwickeln sich zu einer Art von Motte weiter. Doch sie schließen die Metamorphose nicht ab. Im heißen Wasser werden die Kokons gekocht. Durch das Kochen lässt sich der Kokon fadenförmig abziehen. Das ist der “Seidenfaden”, der für die Herstellung der Seidenprodukte verwendet wird. Was sich erahnen lässt. Die Raupen überleben diesen Prozess nicht… Sie werden nach dem “Entfädeln” entsorgt. Ich war mehr als schockiert.
Wir wurden weitergeführt und sahen, wie die Farbe an das “Seidengarn” kommt. Sie wird natürlich durch Pflanzen hergestellt. Raus kommen die unterschiedlichsten Farbtöne: rot, blau, grün, gelb, grau, pink, lila etc. Das war wiederum sehr beeindruckend.
An einem Webstuhl wird die “Seide” dann zu einem festen Stoff gespinnt. Es war interessant zu sehen, wie die Frauen hier arbeiteten. (Im Video ist der Webprozess zu sehen)
Nach einer Führung durch den Shop ging es dann für uns weiter Richtung Phou Khoun und damit zu unsere letzten Station auf diesem Loop. Wir verließen anfangs die Berge und fuhren durch das Tal. Dann tauchten wir gegen Nachmittag wieder in die Berglandschaft ein. An jedem Tag des Loops sah die Landschaft anders aus. Das machte diesen Trip auch so spannend. Auch wenn wir durch den Rauch nicht die beste Sicht hatten, beeindruckte uns das landschaftliche Spektakel vor unseren Augen doch sehr.
Gegen 17 Uhr kamen wir dann am Ziel an. Wir wollten unseren Trip mit einem letzten Abenteuer beenden und in einem Zelt direkt auf einem Berg übernachten.
Wir waren die einzigen Camper dort. Der Besitzer war sehr freundlich, auch wenn er nicht so gut englisch konnte. Wir machten unser Zelt ready für die Nacht und aßen in der Straße unter uns noch eine … Nudelsuppe. 😅
Der kleine Imbiss gehörte einer kleinen netten Familie. Die kleine Tochter half tatkräftig mit.
Nach dem Essen ließen wir den Abend gemütlich vor unserem Zelt an einer kleinen Feuerstelle und zwei Bierchen ausklingen. Bis dann ein Gewitter aufzog. Am Anfang war noch alles recht entspannt. Das Gewitter war weiter weg. Zog dann aber über uns. Es wurde auf einmal sehr windig. Der Besitzer kam mit seinen zwei Söhnen angelaufen und gab uns zu verstehen, dass wir die Nacht in dem Gebäude neben dem Campingplatz übernachten können. Zum Glück! Wir nahmen unser Sack und Pack, bauten das Zelt ab und rannten zum Gebäude. Das Gebäude war früher mal ein Speisesaal für Gäste, was aber leider sehr runtergekommen ist. Vielleicht auch durch Corona. Ein Zelt stand zum Glück schon hier drin, sodass wir es nicht nochmal neu aufbauen mussten. Wir setzten uns vor dem Zelt mit einer Kerze hin. Die romantische Stimmung wollten wir uns trotz des Unwetters nicht nehmen lassen. 😉 Dann fing es an wie aus Eimern zu schütten. Der Regen prasselte auf das Wellblechdach und es war ziemlich laut. Unmöglich so zu schlafen, dachte ich mir. Um 23 Uhr war es nicht besser. Wir legten uns ins Zelt und versuchten zu schlafen. Es donnerte und regnete bis 1 Uhr. So haben wir uns den Abend zwar nicht vorgestellt, aber es war doch sehr aufregend und am Ende lagen wir im Trockenen. 😉Read more























Traveler
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