• Cask Ales

    April 23 in England ⋅ 🌙 7 °C

    Ein gutes englisches Cask Ale ist weniger ein Getränk als ein lebendiges System im Glas.

    Der entscheidende Unterschied liegt in der sogenannten Fassreifung. Anders als industriell karbonisierte Biere wird Cask Ale im Fass. dem „Cask“. nachvergoren. Die Hefe bleibt aktiv, produziert sanft Kohlensäure und entwickelt dabei zusätzliche Aromen. Das Ergebnis ist eine sehr feine, fast cremige Perlage statt aggressiver Spritzigkeit.

    Ein weiterer Punkt ist die Servierweise. Klassisch wird Cask Ale per Handpumpe aus dem Keller gezogen. ganz ohne zusätzlichen Druck. Dadurch wirkt das Bier weicher, runder und weniger scharf auf der Zunge. Die Temperatur liegt meist bei etwa 10 bis 13 Grad. also deutlich wärmer als bei vielen Lagerbieren. Das bringt die Aromen viel stärker zur Geltung.

    Aromatisch bewegen sich viele Cask Ales im Spannungsfeld von:
    - malziger Tiefe. oft mit Noten von Karamell, Biscuit oder leichtem Toffee
    . erdigen, floralen Hopfenaromen. typisch für englische Hopfensorten
    - subtilen fruchtigen Hefetönen. manchmal Apfel, Birne oder Steinfrucht

    Was ein Sommelier besonders schätzt, ist die Vergänglichkeit. Ein Cask Ale ist nur wenige Tage in Bestform, nachdem es angestochen wurde. Danach verliert es rapide an Frische. Das macht jedes Pint zu einem Momentprodukt. ähnlich wie frisches Brot direkt aus dem Ofen.
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