Katrin Schmidt

Joined September 2019
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  • Day53

    Amed - Schnorcheln und Tempelabenteuer

    November 4 in Indonesia ⋅ ☀️ 30 °C

    Nachdem wir heute wieder ausgeschlafen hatten, bekamen wir unser Frühstück auf die Veranda serviert und starteten wie gewohnt entspannt in den neuen Tag. Um auch in Amed unabhängig zu sein, mieteten wir uns für die nächsten drei Tage über die Unterkunft einen Roller sowie diesmal jeweils eine Schnorchelausrüstung, denn Amed bzw. die Ostküste hat den Ruf, DER Schnorchel- und Tauch-Hotspot in Bali schlechthin zu sein! Während andere super teure Schnorchelausflüge buchten, um einen Tag an die Ostküste zu fahren, hatten wir das Ganze quasi vor der Haustür! Ein Mitarbeiter vom Solaluna Beach Homestay erklärte uns die unzähligen Spots, die wir abfahren sollten und wir entschieden uns, zunächst erstmal zur nächsten Bucht, dem Jemeluk Beach, zu fahren und dort einmal anzufangen! Unseren Roller parkten wir am ausgewiesenen Parkplatz und liefen hinunter zum Strand.
    Die Gegend um Amed ist ähnlich wie im Norden bekannt, dass die Strände, wenn sandig, eher dunkel sind oder ganz und gar aus kleinen bis mittelgroßen Steinen bestehen. Dies machte am Ende aber auch wiederum den besonderen Charme aus, denn irgendwie fühlten wir uns hier von Anfang an wohl! Es gab keine riesen Resorts, Beachclubs oder fancy Restaurants und trotzdem wirkte es überall belebt und gleichzeitig entspannt. Wenn man mit dem Roller unterwegs war, fuhr man meistens direkt an der Küste entlang und hatte stets das Meer im Blick, eine Bucht wechselte auf die andere und überall befanden sich kleine Cafés sowie Warungs, Tauchschulen und schöne, vom Grün umgebene Unterkünfte. Auffällig war, dass aber auch sehr viel gebaut wurde also wer weiß wie sich die Gegend in den nächsten Jahren entwickelt - aktuell ist hier der Massentourismus aber zum Glück noch nicht angekommen!

    Am Jemeluk Beach angekommen, gaben wir unsere Tasche mit dem Versprechen, später ein Getränk zu kaufen, im nächsten Café ab, schnallten uns die Flossen an und watschelten über die nassen kleinen Steine langsam ins Wasser. Nach bereits 10m befanden sich schon die ersten Korallen unter uns, demnach war es gar nicht so einfach, diese nicht zu berühren, gleichzeitig voranzukommen und sich dann noch entspannt umzusehen! Aber wir wurden mit jedem Mal Schnorcheln besser und somit trieben wir bald entspannt auf der Wasseroberfläche und beobachteten die faszinierende Unterwasserwelt, die sich uns hier wirklich unmittelbar vorm Strandzugang bot. Wahrscheinlich ist es aber auch genau die Nähe zum Strand, die dazu führt, dass viele Korallen leider teilweise braun und tot zu sein schien, trotzdem lebten hier viele bunte Fische und ab und an gab es auch ein paar bunte Korallen! An einer Stelle befand sich ein kleiner Schrein bzw. Tempel im Wasser - wir lasen zuvor im Internet, dass man in Amed so einige Dinge im Meer versenkt hat, um die Schnorchelspots für Besucher attraktiver zu machen. Auch wenn es demnach nicht ganz natürlich war, war es dennoch schön anzusehen!
    Nach ein paar Runden durch und um das Areal, legten wir eine Kaffeepause ein und fuhren anschließend drei Buchten weiter nach Banyuning zu einem Schiffswrack. Bei dem Wrack handelte es sich um ein etwa 20 Meter langes, vermutlich japanisches Patrouillenboot, das während des zweiten Weltkriegs versenkt wurde - genau übermittelt ist dies zwar nicht aber wie dem auch sei, es war ein absolut genialer Schnorchelspot.
    Wie sollte es auch anders sein, trafen wir am Strand wieder zufällig auf Rosan und lachten herzlich als wir uns von Weitem schon entdeckten. Da sie sich gerade unterhielt, widmeten wir uns unseren Flossen und Masken und wackelten diesmal noch uneleganter ins Wasser, denn die Steine waren hier noch größer und noch rutschiger! Durch den Wind und die Wellen brauchte es also eine Weile bis wir in der richtigen Position und mit dem Kopf nach unten im Wasser landeten aber natürlich klappte auch dies irgendwann und somit konnte es losgehen. Es dauerte erneut nicht lang bis man die ersten Korallen passierte und relativ schnell beim Wrack landete - es war definitiv ein schöner Spot zum Schnorcheln!
    Nachdem wir auch hier irgendwann wieder genug Salzwasser geschluckt hatten (entweder lag es an unseren Masken oder unseren ausbaufähigen Schnorchelskills), schwammen wir zurück zum Strand und quatschten bei einem kühlen Getränk noch eine Weile mit Rosan. Da es bereits später Nachmittag war, beschlossen wir, dass es für heute genug Schnorcheln war und wir wieder zurück zu unserem Bungalow fahren wollten. Auf dem Rückweg hielten wir noch am "Sunset Point" und schauten der Sonne zu, wie sie langsam hinter dem Mt. Agung verschwand.
    Am Abend wurden wir vom Homestay auf ein Abendessen eingeladen und somit servierte man uns auf unsere Veranda frisch gefangenen Fisch mit balinesischer Sauce, Reis und Gemüse, dazu zwei Bier aus der Minibar - was wollten wir mehr! Obwohl der Fisch ein bisschen zu trocken gebraten war, schmeckte er dennoch ganz gut - die Geste uns überhaupt auf ein Essen einzuladen, machte uns allein schon glücklich :)!

    Am nächsten Tag starteten wir nach dem Frühstück mit dem Roller in Richtung Inselinneres, ca. 15 km bis zum Lempuyang Tempel, der ebenfalls zu den neun Staatstempeln von Bali gehört. Der Weg dorthin führte uns durch ein paar niedliche Dörfer, vorbei an großen Reisterassen und kontinuierlich immer höher, so dass der Ausblick auch zunehmend atemberaubender wurde. Kurz vorm Ziel wurden die Straßen wieder enger, kurviger und steiler und während ich manchmal ehrfürchtig Luft holte und mich am Sitz festklammerte, chauffierte uns Tobias souverän und entspannt wie immer nach oben! Als es irgendwann vor lauter Autos und Rollern nicht mehr weiterging, parkten wir so gut es ging am Hang, gaben eine Spende als Eintritt ab und bekamen wie immer einen der vielen bunten Sarongs um die Hüfte gebunden. Ich musste mir zusätzlich noch ein (nicht atmungsaktives) Tuch umbinden, da ich bei der Hitze ärmellos unterwegs war und fing schließlich von Sekunde Eins an, darunter zu schwitzen - ich hätte es besser wissen sollen aber hey, wenigstens passte das knallrote Tuch optisch zu meinem knallbunten Sarong :).

    Ein paar Treppen weiter begrüßte uns ein Herr mit einer Übersichtskarte und erklärte uns, dass das gesamte Areal aus 7! Einzeltempeln bestand, der Pura Luhur Lempuyang ist hiervon der höchstgelegene und die gesamte Wanderung über ungefähr 1.700 Stufen dauert circa vier! Stunden. Der schönste Tempel, Pura Penateran, befände sich aber nur fünf Minuten weiter oben, dort kann man auch im berühmten Heaven Gate ein Foto machen, dafür müsse man sich nur eine Nummer ziehen...! Etwas ungläubig und witzelnd über die Aussage begaben wir uns also zum ersten Spot, wurden am Eingang mit heiligem Wasser gesegnet und trauten danach unseren Augen nicht. Auf der Plattform befanden sich ca. 80-100 Touristen, die alle irgendwo saßen, lagen, schliefen oder was auch immer taten und mit ihrer Nummer in der Hand warteten, um anscheinend für den Fotoshot ihres Lebens aufgerufen zu werden! Zugegeben ist das Bild im Heavens Gate mit dem Berg im Hintergrund sehr schön und für Bali recht berühmt, witzigerweise ist es aber auch ebenso manipuliert - während man in den sozialen Netzwerken denkt, dass sich vor dem Tor eine Spiegelung im Wasser ergibt, wird diese durch einen kleinen Taschenspiegel erzeugt, den der fotografierende Typ unter seinem Sonnenschirm an jedes Smartphone hält, während er den ganzen Tag Hunderte von Menschen in vier verschiedenen Posen nacheinander ablichtet. Wir zogen aus Neugier eine Nummer und wurden informiert, dass ca. 80 Leute vor uns dran wären und wir gern Platz nehmen könnten - "geschätzte Wartezeit: 1,5 - 2 Stunden"... - ähm, nein, danke! Wir beobachteten das ganze Spektakel von den obersten Treppen des Tempels aus, ein wenig ungläubig und ich auch fasziniert, da so manch Eine(r) die Wartezeit komplett zu nutzen schien, um die vier Posen perfekt aufeinander abzustimmen - Zeit zum Nachdenken gab es im Tor dann schließlich nicht mehr. Man konnte so einige verrückte Drehungen und Verrenkungen sehen, so dass hier wahrscheinlich auch Heidi Klum ihre nächsten Topmodel Kandidatinnen finden oder die versteckte Kamera eine neue Folge drehen könnte...!

    Wir warteten natürlich keine zwei Stunden auf ein Bild und machten uns stattdessen lieber auf den Weg zu den anderen Tempelstätten. Mit jedem Schritt wurde es leiser, leerer und entspannter und es schien, als wenn die meisten Leute hauptsächlich für das berühmte Foto herkamen - an sich ganz schön schade aber uns sollte es recht sein!
    In den nächsten zwei Stunden liefen wir gefühlt nur nach oben, die Sonne brannte so sehr, dass ich ab und zu ein wenig herumjammerte und aufgeben wollte aber Tobias gab sein Bestes und motivierte michmit seiner furchtbar guten Laune immer wieder zum Weitergehen! "Keiner hat gesagt, es würde leicht werden" aber es hat sich definitiv gelohnt - auf dem Weg nach oben, bot sich uns fast an jeder Ecke ein wunderschönes Panorama, meistens mit dem Mt. Agung im Hintergrund und außer ein paar Affen, waren wir größtenteils überall allein! Die einzelnen Tempel waren nicht besonders spektakulär aber versprühten dennoch immer eine etwas mystische Atmosphäre! Der Aufstieg zum höchsten Tempel auf 1.060 m Höhe hatte es nochmal in sich - die Oberschenkel brannten langsam von den unzähligen Treppenstufen und die Sicht wurde zunehmend schlechter, trotzdem hielten wir natürlich durch und erreichten erleichtert und stolz irgendwann die Spitze - Tobias übrigens die ganze Zeit in Badelatschen, Respekt dafür! Oben angekommen sahen wir dann - Nichts :)! Es war so neblig, dass man nicht mal einen Meter hinter der Mauer etwas erkannte und somit kauften wir einer von zwei hier oben sitzenden Muttis eine Cola ab und ruhten uns kurz aus. Als die Sicht nicht besser wurde, beschlossen wir schließlich den Rückweg anzutreten! Da bis zu diesem Zeitpunkt eine Zeremonie im Tempel stattfand, konnten wir diesen nicht betreten aber stattdessen begleitete uns die Gruppe von Gläubigen zufällig mit nach unten - fast alle in FlipFlops, die Frauen mit Opfergaben auf dem Kopf und kleinen Kindern an der Hand und ich beschwerte mich vorher über den Kraftakt des Aufstiegs, für den ich lediglich meinen Körper hinaufbefördern musste ...! :)
    Der Abstieg war anschließend gefühlt genauso anstrengend wie nach oben, vor allem ging es allmählich auf die Knie und meine Oberschenkel fingen immer mal wieder aus Müdigkeit an zu zittern. Endlich wieder unten angekommen, gönnten wir uns eine Sitzpause mit Eis und beschlossen, dass es heute genug an Kulturprogramm war - schließlich hatten wir einen Strand vor der Haustür, den wir endlich mal nutzen sollten also ab auf den Roller und nichts wie zurück!

    Den restlichen Nachmittag ruhten wir unsere müden Beine auf einer Doppelmatratze am Strand mit Cappuccino und unseren Büchern aus und gingen abends noch in einen kleinen Burgerladen Abendbrot essen. Morgen früh wollten wir nochmal zu einem größeren Schiffswrack zum Schnorcheln fahren bevor wir die Reise nach Nusa Penida, eine vorgelagerte Insel von Bali, antreten werden!
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  • Day52

    Ab nach Amed an die Ostküste

    November 3 in Indonesia ⋅ ⛅ 22 °C

    Nach unserem letzten Frühstück in Lovina holte uns Josi pünktlich um 10 Uhr am Hotel ab, verstaute unsere Backpacks im Kofferraum und startete Richtung Inselinneres. Bevor wir den Weg nach Amed antraten, wollten wir noch zu einem weiteren Wasserfall und einem Tempel fahren, denn beides wäre mit dem Roller etwas zu weit gewesen - schon auf den ersten Kilometern waren wir froh, im Auto auf der Rückbank zu sitzen, denn die Straßen hier waren absolut nichts für schwache (Fahrer-) Nerven. Es ging anfangs eigentlich nur nach oben, im Gegensatz zu den von uns zuvor gewählten Strecken war die Straße hier aber ungefähr nur halb so breit, so dass Josis dickes Auto grade so allein Platz darauf fand. Eine Serpentine wechselte auf die nächste, ab und zu mussten wir ein paar Hühnern ausweichen, während wir uns immer wieder staunend ansahen und nur hofften, dass uns niemand entgegen kam - Josi war aber selbstverständlich tiefenentspannt und meisterte die Fahrt souverän! Im Laufe der Tour kam übrigens auch schnell das Gespräch auf, ob man auf Bali eine Fahrschule absolvieren muss bzw. wie hier die Vorschriften sind. Er erzählte uns, dass man mit 17 Jahren offiziell Auto und Roller fahren darf, auf dem Dorf natürlich jeder weit eher anfängt (und ja, uns kamen ständig Kinder auf Rollern entgegen) aber man generell viel für die Fahrschule bezahlt, um seinen Führerschein legal zu erwerben - oder wie er, Variante B, einen Cousin bei der Polizei haben, der einem einen Führerschein "besorgt", das Ganze kostet ihn nur 750.000 IDR (ca. 50€) alle 5 Jahre - wieso solle er da noch extra für eine teure Schule zahlen, er kann "ja schließlich seit er 14 ist, Auto fahren"... :)!

    Auf dem Weg nach oben hielten wir zuerst an einem schönen Aussichtspunkt, von dem aus man in ein riesiges Tal und auf die kilometerlange Küste schaute. Hier konnte man auch wieder erkennen, dass die Landwirtschaft auf Bali vor allem im Inselinneren noch vorrangig vertreten ist - ein kleiner Hof reihte sich an den anderen, im Vorgarten standen meist Schweine und Kühe sowie zahlreiche Hühner und drumherun riesige Reisfelder oder Plantagen zur Bewirtschaftung! Danach stoppten wir an einem Lookout für die berühmten Twin Lakes - diese liegen auf circa 1.000 m Höhe, wobei die Landschaft rund um den Danau Buyan und Danau Tamblingan gebirgig und mit dichtem Regenwald bewachsen ist - der Ausblick auf diese demnach auch wie immer atemberaubend! :)

    Anschließend fuhren wir weiter zum Twin Waterfall Banyumala und während Josi sich zurückzog, um erstmal mit ein paar anderen Fahrern Kaffee zu trinken, machten wir uns allein auf den Weg zum Wasserfall. Es war wie immer brütend heiß und der Weg nach unten schön steil, so dass wir uns hier schon freuten, das Ganze später wieder nach oben zu klettern. Aber von nichts kommt ja nichts also eine Stufe nach der anderen, ja nicht hinfallen und immer schön den entgegenkommenden Touristen ausweichen! Unten angekommen hatte sich das Ganze aber gelohnt, denn der Wasserfall war wirklich sehr schön. Natürlich fand man auch hier wieder zahlreiche Pseudo-Nachwuchs-Models vor, die ihre männlichen Freunde hinter der Kamera in ihren knappen Badebekleidungen und in hundert verschiedenen Posen für einige Zeit beschäftigten. Wir beobachteten das Ganze wie immer belustigt vom Rande aus und traten nach ein paar eigenen Bildern schließlich wieder den Rückweg an.

    Ein weiteres Highlight des Inselinneren Balis ist der Pura Ulun Bratan, ein bedeutender Tempel an der Westseite des Vulkansees Bratan. Die Merus (mehrstöckigen Türme) stehen auf zwei Inseln im See, die nicht weit vom Ufer entfernt liegen und ausschließlich für Gläubuge zugänglich sind. Der kleinere Meru ist dreistöckig und wurde dem hinduistischen Schöpfungsgott Shiwa gewidmet. Der daneben liegende 11-stöckige Meru ist gleich für drei Gottheiten erbaut worden: zum einen ist er der Reisgöttin Dewi Sri geweiht, zum anderen gebührt er der See-, Fluss und Meeresgöttin Dewi Danu und zum dritten der weiblichen Gottheits-Form Vishnu. Die eigentliche, aus insgesamt vier Tempeln und einem großen Garten bestehende Anlage erstreckt sich weitläufig entlang des Seeufers.
    Obwohl uns Josi informierte, dass es besser wäre diesen heute auszusparen, da gerade eine riesige Zeremonie stattfindet und die Menschenmassen sowie der Verkehr sicher "crazy" wären, wollten wir es trotzdem wagen, schließlich waren wir grad in der Nähe und auch sicher nicht so schnell wieder hier!
    Natürlich behielt er Recht - es war wahnsinnig voll überall aber was für ihn leider als Fahrer bisschen stressig war, war für uns irgendwie erst recht spannend zu beobachten! Da der Parkplatz krachend voll war, stiegen wir irgendwo beim Eingang aus und vereinbarten, ihn anzurufen, sobald wir fertig sind und tauchten schließlich mit ein in das Meer von bunten Menschen :)!
    Was für eine Zeremonie an dem heutigen Tag stattfand, konnten wir leider nicht herausfinden aber wir hörten, dass diese nur einmal im Jahr gehalten wird also hatten wir mal wieder Glück, mittendrin zu sein! Der Haupttempel war demnach für Touristen nicht zugänglich aber ab und zu bot sich einem ein Blick ins Innere, auf die geschmückten Altare, die singenden Menschen, tausenden Opfergaben und die wahnsinnig schönen traditionellen Kostüme! Natürlich waren auch genug Touristen vor Ort, so dass man teilweise für ein Bild vorm Tempel kurz anstehen musste. Da wir den Fotohype auf die Hotspots der Insel aber mittlerweile längst kannten, lächelten wir jeden Touristen, der uns anrempelte oder zur Seite wunk, um uns nicht in seinem Familienalbum zu haben, belustigt an und schoben uns gleichmäßig durch die Menschenmassen!
    Nach einer reichlichen Stunde hatten wir dann auch genug gesehen und trafen kurz vorm Ausgang zufällig auf Josi, den wir gerade anrufen wollten. Wir stiegen ins Auto und traten den Weg zurück nach Lovina und nachfolgend nach Amed an, schließlich lagen noch ca. 2,5 Stunden Autofahrt vor uns. Einen letzten, kurzen Stop machten wir auf dem Weg nach oben an einer der Haltebuchten, an der sich zahlreiche Affen versammelten und nur drauf warteten, von den nächsten Touristen mit Bananen gefüttert zu werden. Vor allem in den Bergen findet man die mir immer noch nicht ganz geheuren Tiere überall - mit dem gewissen Abstand sind sie aber eigentlich immer ganz niedlich und witzig zu beobachten!

    Die Fahrt nach Amed verlief anschließend ganz entspannt, größtenteils fuhren wir am Meer entlang und hatten damit einen schönen Ausblick auf den Küstenstreifen. Als wir gegen 17 Uhr ankamen, waren wir dann doch ein wenig froh darüber, da sich die Strecke am Ende ganz schön gezogen hatte und wir langsam aber sicher endlich ausspannen wollten! Wir wurden wie immer super herzlich begrüßt und checkten in einem von sechs kleinen Bungalows direkt am Meer ein. Nach zwei Kaffees und einem Schokopancake auf der Dachterrasse des zugehörigen Cafés schauten wir uns noch den Sonnenuntergang mit Blick auf den Mount Agung - den größten Berg/ aktiven Schichtvulkan Balis mit 3.142 Metern - an und entspannten später ein wenig in unserem riesigen, super bequemen Bett!

    Am Abend gingen wir in einen Warung um die Ecke essen und trafen dort lustigerweise wieder auf Rosan - ich wusste bereits, dass sie auch nach Amed gefahren ist aber es war schon faszinierend, wie man sich irgendwie immer wieder zufällig an den gleichen Orten trifft :)!
    Wir beendeten den Tag mit super leckerer Pasta, da wir zugegeben das indonesische Essen langsam nicht mehr sehen konnten und verabschiedeten uns danach satt und zufrieden in unsere Betten!
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  • Day50

    Lovina - Wasserfälle und Dolphintour

    November 1 in Indonesia ⋅ ⛅ 30 °C

    Im Hotel Suma konnten wir glücklicherweise unser Frühstück wieder auswählen und somit die obligatorischen Eierspeisen aussparen und bspw. gegen Banana Pancakes oder Porridge ersetzen - dazu gab es Kaffee, frische Fruchtsäfte und Obst und somit starteten wir gut gesättigt ins nächste Abenteuer!
    Heute wollten wir ein paar Wasserfälle anschauen und schwungen uns dafür wieder auf unseren Roller, um Richtung Inselinneres zu fahren.
    Die Straßen waren wie immer abenteuerlich aber Tobias war mittlerweile ein richtiger Rollerprofifahrer und ich einfach nur froh, lediglich hinten drauf sitzen zu können :)! Zuerst fuhren wir zum Secret Garden of Sambangan, in dem sich vier Wasserfälle befanden. Hier konnte man auswählen, ob man diese für 1,50€/ Person nur besichtigen möchte oder ob man 10€/Person zahlt, um die "Activity" Variante zu kaufen und somit darin zu schwimmen und unter Aufsicht eines Guides von mehreren Klippen zu springen. Wir entschieden uns für die unabhängigere Version und erkundeten die Gegend ohne die überteuerte Spaßgebühr. Wir liefen zuerst zum größten der vier Wasserfälle, dem Aling-Aling Waterfall, in dem man ohnehin nicht schwimmen durfte, da das Wasser hier für die Locals heilig ist. Der Spaziergang dorthin war aber sehr schön und größtenteils naturbelassen - überall wuchsen wild die Bäume und Palmen, an den umliegenden Felswänden plätscherten kleinere "Wasserfälle" und als wir schließlich vom großen wieder hinunter Richtung kleinere liefen, beobachten wir mutige Klippenspringer und bereuten es nicht, nur die Besichtigungsvariante bezahlt zu haben, denn es war wie immer auch in jedem Wasserfall recht viel los!
    Nach den Secret Gardens fuhren wir zu einem weiteren Wasserfall, den GitGit Waterfall, parkten unseren Roller auf einem Parkplatz und gaben hierfür eine Spende für die Community ab (was relativ üblich ist aber man freut sich bereits über 1.000/2.000 IDR (10 Cent)). Der Weg nach unten dauerte ein wenig und wie zu erwarten war, gab es auch hier wieder zahlreiche Stände mit mehr oder weniger freundlichen Verkäuferinnen. Manch eine schien so verzweifelt, dass sie uns nach nur einem flüchtigen Blick auf die Ware gleich ansprach, mit den Preisen sofort runterging und uns auch nach unserem Vorbeigehen noch energisch hinterher schrie, was unsere Shoppinglust nicht wirklich erhöhte! Allein den Kopf in Richtung der Auslage zu drehen war schon ein Fehler, also liefen wir schnurstracks weiter Richtung Wasserfall. Unten angekommen, war es zur Abwechslung mal recht leer und somit konnten wir hier in Ruhe ein wenig umherlaufen und uns auch im eiskalten Wasser erfrischen. Da die Fahrerei aufgrund der Straßenverhältnisse insgesamt doch mehr Zeit als gedacht in Anspruch nahm, fuhren wir hiernach wieder zurück nach Kalibukbuk (unserer Ortschaft in Lovina), um uns dort noch entspannt umzuschauen und später den Sonnenuntergang am Strand zu genießen! Durch Kalibukbuk führt wie durch alle Orte nur eine große Hauptstraße, von der aus zwei kleinere Straßen zum Strand mit der berühmten Delphinstatue abgehen. Außer ein paar Bars, Restaurants und Verkaufsständen gibt es hier nicht allzuviel zu entdecken, was aber nicht unbedingt schlimm war! Was allerdings irgendwann ein wenig nervig wurde, waren die zahlreichen Locals, die einem alles mögliche anbieten wollten, sobald man nur stehen blieb oder wie wir uns an den Strand legten. Offensichtlich waren sehr wenige Touristen vor Ort, was uns auch gleich zur optimalen Zielscheibe machte, denn äußerlich konnte man uns natürlich relativ schnell als Urlauber entlarven! Somit lernten wir zuerst zwei Jungs kennen, die jedoch nur für ein Schulprojekt ein wenig Englisch üben wollten und denen sich diesmal Tobias annehmen durfte :)! Danach folgte die Bekanntschaft mit einer Obstverkäuferin, die sich selbstverständlich gleich zu uns in den Sand setzte, uns ihre Lebens- (und Leidens-) Geschichte erzählte und der wir schließlich, ein wenig aus Mitleid und auch um sie wieder loszuwerden, ein bisschen Obst abkauften. Als man sah, dass wir scheinbar Geld ausgaben, kamen noch mehr zu uns und obwohl natürlich alle nett waren, nervte es doch langsam aber sicher! Nach dem dritten Delphintouranbieter und Schmuckverkäufer (auch viele Kinder) wurde es irgendwann so lästig, dass wir zurück ins Hotel wollten - der Himmel war heute leider ohnehin zu bewölkt für einen schönen Sonnenuntergang und alles was wir suchten, war nur noch ein bisschen Ruhe :)!

    Am nächsten Morgen standen wir früh auf, da wir uns um 7 Uhr mit Edi und seiner Crew an der Delphinstatue treffen wollten. Die Delphintouren sind im Internet generell ein wenig umstritten, man liest von Hetzjagden auf die Tiere und 60-70 Boote, die diese umzingeln und somit alles andere als tierfreundlich agieren - das Ganze würde einen regulär auch nur 7€ kosten. .. ! Als ich hierzu ein wenig im Internet recherchierte, fand ich aber den Kontakt von Edi, der 20€ für die Tour verlangte und in hohen Tönen gelobt wurde - zusätzlich zum Delphine Anschauen, kann man bei ihm auch am Boot unweit von den Delphinen ins Wasser gehen und anschließend noch einen Schnorchelspot besuchen! Also versuchten wir mit ihm unser Glück und sollten auch nicht enttäuscht werden...!
    Wir starteten mit zwei typischen Fischerbooten, jeweils zu viert in einem, hinaus aufs Meer. Die Sonne war bereits aufgegangen aber es war nach wie vor herrlich ruhig auf dem Wasser und der klare Ausblick auf die Berge zu unserer Linken wunderschön! Wir fuhren zunächst Richtung Westen aber drehten nach einiger Zeit überraschend wieder um, da dort außer einem Thunfischschwarm anscheinend keine Tiere zu finden waren. Es dauerte eine ganze Weile und wir wurden kurzzeitig auch etwas unruhig, ob wir denn überhaupt Delfine sehen würden! Unser Bootsfahrer telefonierte alle 10min mit seinen Kumpels, um sich scheinbar über den aktuellen Standort der Tiere auszutauschen und nach über einer Stunde Fahrt schrie er plötzlich los und zeigte mit ausgestrecktem Finger auf ein paar kleine Rückenflossen, die aus dem Meer auf- und wieder abtauchten! Obwohl wir uns bereits hier schon wahnsinnig über die ersten Delphine freuten, trauten wir bald unseren Augen nicht, denn es wurden immer mehr und überall wo man hinsah, schwammen sie um uns herum, super entspannt und wir auf dem Boot mittendrin! Überhaupt waren es nicht viele Boote an dem Spot, vielleicht 7 oder 8 und wir hielten gefühlt auch immer ausreichend Abstand! Dann hieß es plötzlich, wir sollen unsere Masken aufziehen und ins Wasser gehen, um die Tiere ebenfalls unter Wasser beobachten zu können - dies war zugegeben das wahrscheinlich Schönste, was ich (wir) in der Art erleben durfte(n)! Wir hingen mit beiden Händen an einer kleinen Steigleiter (bzw. ich mit einer und in der anderen Hand die Kamera!) und hielten den Kopf unter Wasser und sahen plötzlich ein paar Meter vor uns Schwärme von 40-50 Delphinen. Man konnte sie pfeifen hören, spielen sehen und beim Ab- und Auftauchen beobachten, es war absolut einzigartig :) - wir waren beide von diesem Erlebnis absolut überwältigt!!! Das Ganze machten wir drei Mal bis es auch langsam anstrengend wurde, sich an dem Griff festzuhalten, vor allem wenn das Boot sich, wenn auch langsam, fortbewegte! Bevor wir zum Schnorchelspot fuhren, beobachteten wir die Delphine nochmal ein wenig vom Boot aus, wobei der ein oder andere auch nochmal vor unserer Nase aus dem Wasser sprang und wir alle laut aufjubelten. Wir abschiedeten uns mit einem Dauergrinsen und "Thank you Dolphins" und fuhren weiter zum Schnorchelspot. Dort fanden wir wieder super viele, bunte Fische, die wir gleich nach dem Anker legen mit Bananen und Brötchen füttern durften. Als wir ins Wasser gingen, setzte dies der Bootsfahrer fort und somit fanden wir uns in Mitten von riesigen Fischschwärmen wieder, was einerseits ein wenig unheimlich aber andererseits auch sehr lustig war! Wir verweilten hier eine gute halbe Stunde, schauten uns die Korallen an, entdeckten ein paar Seesterne und zahlreiche, verschiedene Fischarten! Ab und zu wurden uns dann noch Bananen zugeworfen, so dass wir auch unter Wasser die Fische weiter anlocken und füttern konnten bis wir schließlich wieder ins Boot krabbelten und den Heimweg antraten!
    Von den Eindrücken noch völlig überwältigt, beschlossen wir nach einem reichhaltigen Mittagsessen im nächsten Warung den Rest des Tages mit unseren Büchern am Pool zu verbringen - nach so viel positiver Aufregung hatten wir ein bisschen Runterkommen gebraucht :).

    Am Abend organisierten wir uns noch einen Fahrer für den nächsten Tag, der uns an die Ostküste nach Amed fahren und auf dem Weg dahin noch zu ein paar Spots bringen sollte. Für "Nicht-Rollerfahrer" ist dies übrigens die übliche Variante, sich auf Bali fortzubewegen. Viele Touristen buchen sich einen privaten Fahrer, der einen dann einen oder auch mehrere Tage von A nach B bringt, die Stops bestimmt man gemeinsam und der Preis richtet sich meist nach deren Anzahl und natürlich der entsprechenden Entfernung! Wir fanden Josis Kontakt im Internet und verabredeten uns mit ihm am nächsten Tag für 10 Uhr - die Tour sollte uns für den ganzen Tag knapp 40€ kosten.
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  • Day48

    Auf in den Norden nach Lovina

    October 30 in Indonesia ⋅ ☀️ 29 °C

    Am nächsten Morgen klingelte der Wecker etwas früher als gewohnt, da wir vor unserer Abreise noch den in Ubud bekannten Campuhan Ridge Walk machten wollten. Also ließen wir uns nach dem Frühstück von den Jungs auf ihren Rollern zur Hauptstraße fahren und liefen los, den Schildern für den Walk folgend bis zum offiziellen "Beginn". Ab hier ging es dann auch relativ schnell bergauf, die Sonne begleitete uns wie immer mit maximaler Stärke und wir schwitzten demnach schon nach den ersten Metern wie verrückt :D! Nach weiteren 10 Gehminuten erreichten wir den Hügel Bukit Campuhan Ubud, von dem aus man einen schönen Panoramablick in die wilde Natur hatte. Überhaupt führte einen der kleine Weg kontinuierlich mitten durch die grüne Landschaft - zu beiden Gehwegseiten befanden sich Gräser, Pflanzen, Reisfelder, Dschungel und natürlich so einige Resorts an den Steilhängen, die mit diesem Ausblick sicher auch utopische Zimmerpreise verlangten.
    Nach ungefähr einer halben Stunde erreichten wir ein kleines Dorf mit zahlreichen Warungs, Künstlerateliers und weiteren Unterkünften. Da die Zeit ein wenig knapp war, kauften wir uns am "Endpunkt" eine Cola für den Kreislauf und traten schließlich wieder den Rückweg an.

    Nachdem wir wieder die Unterkunft erreichten, uns kurz erfrischten und schließlich unsere Backpacks aufschnallten, fuhren uns die Jungs zum Busbahnhof, wo um 12 Uhr der Perama Busshuttle von Ubud nach Lovina startete - die Fahrt sollte für die 75km ca. 2,5 Stunden dauern. Hier trafen wir auch wieder auf Rosan, die die halbe Strecke mitfuhr, um für ein paar Tage in den Dschungelbergen in Munduk ein wenig Ruhe zu finden. Die Fahrt war an sich sehr entspannt und der Ausblick auf beiden Seiten wahnsinnig interessant und schön! Zuerst fuhren wir durch einige Dörfer und kleinere Städte, vorbei an riesigen Reisfeldern, durch Wälder und schließlich auch noch in die Berge. Bali hat so einiges an Landschaftspanoramas zu bieten, die einem regelmäßig den Atem stocken lassen und mich persönlich immer wieder überraschen. In der Mitte der Insel gibt es drei Seen, die sich malerisch in die umliegende Hügellandschaft einbetten. Die Fahrt hier durch war aber wie immer sehr abenteuerlich - die Straßen waren teilweise sehr steil und eng, die Kurven entsprachen eher Serpentinen und der Verkehr war wie meistens für unsere Begriffe "nicht normal"! Überholt wird generell da, wo man denkt, dass es schon passt, kommt was entgegen, wird halt kräftig gehupt und irgendwie schlengelt man sich schon aneinander vorbei! Wir waren wie immer froh, uns entspannt auf den Rücksitzen zu befinden und die schöne Landschaft von da aus beobachten zu können!

    In Lovina an der Bushaltestelle angekommen, wurden wir mit einem kalten Getränk begrüßt und für umgerechnet 1€ pro Person in unsere Unterkunft chauffiert. Die nächsten drei Tage hatten wir uns unmittelbar am Meer im Hotel Suma eingebucht, wo wir schließlich in Mitten des großen Familientempels in einem der Gasthäuser unterkamen. Nachdem wir auch hier nach dem Check-In ein Begrüßungsgetränk erhielten, packten wir unsere Sachen aus und beschlossen den Rest des Tages am Pool zu verbringen. Am Abend gingen wir unsere kleine Straße auf und ab und suchten nach einer Möglichkeit zu essen - hierbei konnten wir schnell spüren, dass die Hauptsaison vorbei war und dass definitiv weniger Leute den Weg in den Norden auf sich nehmen - es war so ziemlich nirgends was los, die Restaurants teilweise komplett leer und die Straßen bis auf ein paar Ausnahmen absolut leise! Da sich gleich bei uns nebenan ein gemütliches Restaurant mit ein paar Gästen befand und man die Live Musik der kleinen Bar um die Ecke hören konnte, kehrten wir schließlich dort ein und ließen den Tag mit Fried Noodles und Mixed Fruit Shakes ausklingen.


    Am nächsten Morgen hieß es erstmal ausschlafen, gemütlich frühstücken und anschließend die Gegend von Lovina erkunden. Lovina ist genaugenommen keine Ortschaft sondern ein rund zehn Kilometer langer Küstenstreifen (der Name hat seinen Ursprung in den beiden englischen Wörtern "Love" und "Indonesia"), der aus insgesamt sieben Dörfern besteht. Die Gegend unterscheidet sich vom Süden insofern, dass man an der Nordküste die hellen Traumstrände und abenteuerliches Nightlife vergebens sucht - wir waren aber genau deswegen froh, hier zu sein und vielleicht auch mal eine andere Seite von Bali zu entdecken. Ein weiterer Grund, in den Norden zu fahren, sind für viele die Delphintouren, da man in Lovina zu 98% Delphine im offenen Meer sehen kann... aber dazu später mehr :)!

    Wir mieteten uns also wieder über das Hotel einen Roller und fuhren schließlich los Richtung Westen, entlang der Küste zu unserem ersten Stop, dem Brahma Vihara Arama Kloster - dem einzigen buddhistischen Kloster auf Bali. Dieses liegt am Fuße eines Berges und ist terassenförmig angelegt. Das Kloster wurde in den 1960er- und 1970er-Jahren mit thailändischer Unterstützung erbaut und 1973 offiziell eingeweiht. Neben vorrangig buddhistischen Architekturelementen finden sich in der Anlage auch einige balinesisch-hinduistische Elemente wie bspw. die gespaltenen Eingangstore. In der Anlage finden sich diverse Buddha-Statuen mit unterschiedlichen Mudras (Handgesten Buddhas), mit Wächter-Statuen verzierte Steintreppen, Gebetshallen und Schreine sowie auf der mittleren Ebene ein goldener Stupa mit einer Lotusspitze und einem Lotussockel. Ein weiteres Heiligtum der Klosteranlage befindet sich auf der obersten Ebene am Ende des Klostergartens, zu dem eine schmale Steintreppe hinauf führt - die Miniaturversion des Borobudur auf Java, eine der größten und bedeutendsten buddhistischen Tempelanlagen ganz Südostasiens. Im Gegensatz zu dem Original durfte das Heiligtum hier betreten werden, was wir uns natürlich auch nicht entgehen ließen.

    Nach unserem andächtigen Spaziergang durch die Anlage gaben wir (ein wenig erleichtert, denn es ist wahnsinnig heiß darunter) unsere Sarongs zurück und schwangen uns auf den glühend heißen Rollersitz, auf zum nächsten Ziel: den heißen Quellen Air Panas Komala Tirta. Diese liegen nur einen Katzensprung vom Buddhistenkloster entfernt und werden auch Banjar Hot Springs genannt. Der Weg vom Parkplatz dahin war wie immer von zahlreichen Verkaufsständen gesäumt aber wir sind mittlerweile Profis im Ignorieren, auch wenn die Preise hier utopisch weit unten lagen (1€ für einen Sarong, in Ubud waren es um die 7€) ...!
    Die Anlage der Hot Springs umfasst drei verschiedene Wasserbecken, das größte misst etwa 12x15 Meter. An einer der beiden Längsseiten sprudelt das 38 Grad (!) warme, schwefel- und kaliumhaltige Wasser aus Naga-Mäulern in das steinerne Becken. Seitlich des Hauptbeckens befindet sich etwas erhöht ein schmales, nur knapp vier Meter breites Becken, das mitunter auch für rituelle Waschungen genutzt wird. Oberhalb der drei Badepools befinden sich ein Tempel und die heiligen Quellen, wobei dem hieraus entspringenden Thermalwasser bekannterweise eine heilende Wirkung bei bspw. Hautkrankheiten zugesprochen.

    Nach ein paar heißen Bädern (bei ebenso heißen Temperaturen :D) und einem kleinen Snack im Restaurant traten wir den Rückweg an, da am Himmel langsam aber sicher einige graue Wolken aufzogen. Während wir noch abwogen, ob uns der Nieselregen was ausmacht oder wir lieber warten sollten, dauerte es nur 5 Minuten bis aus dem Gesprenkel ein riesen Regenschauer wurde und da wir uns vorher optimistisch fürs Losfahren entschieden, waren wir in Null Komma Nichts schön durchnässt! Als wir dann fast nix mehr sahen und uns eingestehen mussten, dass es auch nicht mehr so sicher auf dem Roller war, stellten wir uns mit ein paar anderen unter das nächste Wellblechdach und suchten Schutz vorm Schauer. Dort standen wir dann auch... 10min...20min... 40min...und letzten Endes fast eine Stunde, es wollte nicht aufhören und so langsam wurde es auch unangenehm! Als wir unser nur noch 7km entferntes Hotel anriefen, hieß es, dass dort die Sonne scheint und wir losfahren sollen, es würde schon nach 2-3 km besser werden! Da wir selbst keine Lust mehr hatten weiter rumzustehen, folgten wir dem Rat und mussten feststellen, dass es wirklich verrückt war: nach 5 Minuten hörte es fast auf zu regnen und als wir ankamen, waren die Straßen trocken und die Sonne schien - vielen Dank dafür :) !

    Nachdem wir noch ein bisschen am Pool entspannten, spazierten wir später für den Sonnenuntergang bei uns am Meer entlang, begleitet von zwei Flaschen Bintang Bier und dem hoteleigenen Hund - wir tauften ihn liebevoll "Bob". Am Abend gingen wir in einem Warung um die Ecke etwas essen, denn heute hatten wir definitiv genug vom Roller fahren - morgen sollte es schließlich weiter zu ein paar Wasserfällen ins Hinterland gehen!
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