• Karukinka

    Dec 22–23, 2025 in Chile ⋅ 🌬 8 °C

    Der Naturpark Karukinka beherbergt auf 2700 km² die letzten zusammenhängenden Urwälder Feuerlands. Die Rettung dieses einzigartigen Habitats verdeutlicht, dass der Protest von Umweltschützern Wirkung zeigt. Was ist geschehen? In den 1990er Jahren wollte ein Holzmulti aus den USA die Urwälder abholzen und erwarb sie zu diesem Zweck. Heftiger Widerstand und juristische Auseinandersetzungen ließen die Firma schließlich aufgeben. Goldman Sachs - nicht gerade für sein Engagement in Sachen Umwelt bekannt - erwarb das Areal 2003 und (oh Wunder) übergab es an die Wildlife Conservation Society, die daraufhin diesen einzigartigen Park schuf.
    Vorbei an einem denkmalgeschützten Goldschürfbagger aus dem Jahr 1904 und nach einem morgendlichen Bad im kalten Lago Blanko erreichen wir diesen privaten Park. Über einsame Pässe und an malerischen Seen entlang, bieten sich Landschaften wie gemalt. Moore wechseln mit Südbuchenwald, im Hintergrund ragen die Andenkordilleren in den Himmel. In Maria Caleta, einem Ort der nur aus einigen baufälligen Wellblechhütten besteht, haben wir den Eindruck, am Ende der Welt zu sein: Windumtost stehen wir an einer Ausbuchtung der Magellanstraße.
    Der Abstecher an das nächste Straßenende führt bei uns erst zu Gelächter, denn ein altes Schild warnt vor Sprengungen aufgrund von Straßenbauarbeiten. Erst an einer Kaserne, die wir fröhlich winkend passieren wollen, werden wir gestoppt: "Hier wird heute gesprengt. Ihr könnt nicht vorbei!"
    Auf dem Rückweg aus dem Park sehe (und überfahre ich fast) meinen ersten Biber. 40 dieser Tiere aus Kanada sollten eine Pelztierfarm reich machen. Doch sie entkamen und die Population wuchs mangels Feinden auf 200000 Biber an, die seither die Landschaft mit Dämmen und Bauten verändern.
    Die beiden Biberfotos haben eine eigene Geschichte: Rechts der Straße entdeckt Jörg den Biber im Wasser. Ich springe aus dem Wagen und schaffe es gerade eben, ihn zu fotografieren, bevor er flieht und abtaucht. Wo ist er hin? Ich sehe ein Abflussrohr unter Wasser, das auf die ander Straßenseite führt und warte an diesem Ende, denke aber nicht, dass ich ihn wiedersehe. Als der Biber dort auftaucht, erschrecken wir beide ... aber ich habe ein zweites Foto.
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