Auf nach Leh, Ladakh - Himalaya
June 5, 2023 in India ⋅ ☁️ 10 °C
Nach der Pilgerreise mit der Gruppe stellt sich ein Gefühl von "Nichts" ein. Erst recht als David alleine nach Himachal Pradesh aufbricht um seine vor 7 Jahren begonnene spirituelle Reise zu einem abgelegenen Shiva Tempel zu vollenden und auch die anderen Menschen -an die ich mich schleichend gewöhnt habe- ihres Weges gehen. Neue Menschen kommen in den Ashram, alles verändert sich. Ich bin noch nicht bereit mich auf Neues einzulassen und beschließe dieses "Nichts" zu beobachten und der Auflösung dessen was sich hier entwickelt hat, Raum zu geben. Es ist ein komisches Gefühl wenn alles was sich etabliert hat plötzlich wieder auf Null steht. Ein weißes Blatt. Ich kenne niemanden, ich weiß nicht was ich als nächstes machen werde. Ich merke wie ich mich für Unruhe und Reisepläne schmieden entscheiden kann oder dafür, die Leere willkommen zu heißen und zu bleiben wo ich bin. Es wechselt eine gewisse Unsicherheit, wenn ich den Gedanken nachgehe und eine Ruhe wenn ich im Herzen bleibe. Spannend.
Ich entscheide mich dafür nicht aufzubrechen sondern mir Zeit zu nehmen, das neue Gefühl und das neue Umfeld zu beobachten und zwar so lange wie es braucht. Es wechselt Freude und Berührtheit über das was war mit der Trauer der Vergänglichkeit, insbesondere wenn ich Orte sehe oder einfache Aktivitäten nachgehe, die wir geteilt haben. Loslassen, akzeptieren und lieben was ist und im Hier und Jetzt zu sein - das ist nun meine Aufgabe. Auch diese Phase hat seine Schönheit.
Ich bleibe fast zwei weitere Wochen im Ashram bevor ich den Impuls spüre durch eine neue Tür zu gehen...
Der Ashram Manager erzählt mir nach dem Essen, dass er eine WhatsApp Nachricht bekommen hätte von jemanden dessen Nummer er nicht mehr zuordnen könne. "Sie hat gefragt ob Josephin noch im Ashram ist. Vielleicht deine belgische Freundin?" fragt er.
Vor fast zwei Wochen begegnete ich Marjerie hier im Ashram. Während der Frühstückszeit tauschten wir nur einen präsenten Blick und ein warmes Lächeln miteinander. Als wir nebeneinander in Richtung Zimmer laufen, kommt es zu einem kurzen Gespräch. Sie erzählte, dass sie heute in den Norden, nach Leh im Bundesstaat Ladakh fährt. Wenn man von den Anden eine Linie durch die Erde ziehen würde, käme man nämlich genau dort raus, sagt sie. Letzes Jahr war sie in Peru. Es gibt viele Gemeinsamkeiten und es sei spannend hinsichtlich der Kosmologie, dem Schamanismus und der Erdfrequenz - das möchte sie nun selbst erleben. Das Gespräch dauert höchstens 2 Minuten als sich unsere Wege in unsere Zimmer trennen. Doch war es sehr eindrücklich und authentisch - kein bla bla Small Talk... 🤔
Ich erinnere mich plötzlich daran, dass ich auch eine "Mission" habe und bekomme einen inneren Energieschub. Es reist mich wie aus einem Traum 😱🙏.
Manchmal trifft man Menschen, die man nicht kennt, die einem aber doch irgendwie nahe erscheinen...aus welchen Gründen auch inmer, scheint es etwas zu geben, das wir teilen. Etwas in mir sagt mir, dass diese Begegnung mehr als nur ein kurzer Moment war und ich entscheide mich dafür diesem unerklärlichen Impuls nachzugehen ❤️✨😌 (und nicht wie so oft der logischen "ach Quatsch"-Stimme des Kopfes 🤓🧐🥸)
Ich renne nach oben und bevor sie mit ihrem Rucksack in Richtung Ausgang läuft, fange ich sie ab. Ich sage ihr, dass ich das Gefühl habe, dass wir uns auf einem ähnlichen Weg befinden und frage sie, ob sie Lust hat, in Kontakt zu bleiben. Sie gibt mir ihre WhatsApp Nummer und wir verabschieden uns. Seit dem habe ich mich noch nicht bei ihr gemeldet.
Ein Zeichen, dass es Zeit ist Kontakt aufzunehmen... Ich schreibe ihr und wir stellen fest, dass wir ein ähnliches Gefühl seit der Begegnung teilen. Ich warte noch 2 Tage, dann ist er da - der finale Impuls. Ich fliege übermorgen nach Leh 😄 !!!
Sie lädt mich ein ihr Zimmer mit mir zu teilen (es werden immer Doppelzimmer vermietet) und so lande ich am 5. Juni in Leh auf 3500m, finde die Unterkunft und bekomme vom Besitzer den Schlüssel für ihr Zimmer. Absolutes Vertrauen nennt man das. Wir kennen uns nicht, gleich werden wir uns sehen und die nächsten 3 Tage miteinander verbringen bevor sie wieder nach Belgien fliegt...
Was soll ich sagen, alles richtig. Logisch ist sowas nicht aber dem Gefühl zu folgen ohne zu wissen was kommt, macht das Leben lebendig und verleiht ihm einen Zauber 🥰🧚🌸. Es ist eine weitere bereichernde Begegnung, die mich viel lehrt.
Ich bin berührt und ganz nebenbei durch eine neue Tür gegangen, die sich geöffnet hat... LADAKH - in seiner Höhe und Landschaft ein Ort der Stille und Meditation. Hier liegt das Industal, hier überwiegt die tibetische Kultur, hier tönen Gebete durch die Luft, hier gibt es buddhistische Klöster, beeindruckende und mächtige Natur, hier zogen Menschen über die Seidenstraße - hier ist das Land der Heiligen und der Heilung 🙏😌.Read more





















