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  • Day115

    Cusco - Das heilige Tal

    March 3, 2019 in Peru ⋅ ⛅ 15 °C

    Nachdem wir vorgestern/gestern eine 24-Stunden Busfahrt mit 283639028393 Kurven und 3-4000 Höhenmetern hinter uns haben, nutzen wir den gestrigen Tag, um uns zu akklimatisieren und auszuruhen. Es wurde uns davon abgeraten, von Lima nach Cusco direkt zu fliegen, aufgrund des großen Höhenunterschieds, der für uns Europäer nicht so leicht zu verkraften sei (Höhenkrankheit). Um uns „langsam“ an die Höhe zu gewöhnen, sind wir also mit dem Bus gefahren. Die Fahrt mitten durch die Anden ist trotzdem nicht zu unterschätzen und so machten Kopfschmerzen und leichte Übelkeit sich trotzdem etwas bemerkbar 😓

    Heute ist von den Nebenwirkungen nichts mehr zu merken und so machen wir eine spontane Rundfahrt in das Valle Sagrado de los Incas. Das „Heilige Tal der Inkas“ ist eine riesige Schatzkammer voll mit faszinierender Inka Ruinen. Zu den Highlights gehören Chinchero, Maras, Moray, Ollantaytambo & Pisac.

    Vor dem ersten Highlight machen wir einen kurzen Stopp an einem kleinen Markt, wo uns erklärt wird, wie die Alpaka-Wolle zu feinem Garn verarbeitet wird. Zur Färbung der Wolle für die Kleidung und Accessoires werden ausschließlich Naturfarben verwendet. Die Farben werden aus Pflanzen, Blättern, Baumrinden, aber auch aus Obst, Gemüse und sogar aus Insekten gewonnen. Auf dem Markt kriegen wir einen guten Eindruck davon, was alles aus Alpaka-Wolle gemacht werden kann und ich überlege kurz, mir einen Poncho zu kaufen 😂

    Unser nächster Stopp sind die Chinchero Ruinen. Gelegen auf 3.760 Metern waren die grünen Felder die Sommerresidenz des damaligen Inka-Herrschers. Heute sind jedoch nur noch die Grundmauern und die dazugehörigen Terrassen zu sehen, zwischen denen die Peruaner ab und zu große Feste feiern. Vor der Residenz ist eine Kirche mit einem großen Platz, auf dem Frauen Alpakamützen, -ponchos, -schals usw. verkaufen. Auch in den Straßen ist überall die bunte Mode und Kunsthandwerk zu bekommen.

    Weiter geht’s zwischen bunten Feldern und dunkelgrünen Bergen zu den Salineras de Maras - der höchstgelenen Salzfarm der Welt. Auf steilen Gebirgsterrassen befinden sich tausende Salzbecken. Was früher das weiße Gold der Inkas war, stellt heute noch eine kleine Einnahmequelle für die hart arbeitenden Anden-Salzbauern Perus dar. Bereits von der steilen Schotterstraße, die in Serpentinen hinunterführt zu den Salzpfannen, eröffnet sich uns ein gigantische Ausblick auf die weiß-braune Salzterrassen-Landschaft. Vom Parkplatz geht es, auf einem sich nach unten windenden Weg hinunter zu den tausenden von Salzbecken, die in allen Schattierungen – von trübem Weiß bis dunklem Braun – schimmern. Im Sommer sollen die Salzbecken dann in hellem Braun und reinem Weiß leuchten und funkeln. Die Salzgewinnung heute erfolgt immer noch wie zu Zeiten der Inkas. Dann arbeiten die Peruaner hier 7 Tage die Woche. Die Saison geht allerdings erst im April nach der Regenzeit los, deswegen sehen wir nur zwei Arbeiter, die ein paar Felder für den Saisonbeginn reinigen.

    Nur wenige Kilometer von den Salinen von Maras entfernt, befindet sich Moray. Es handelt sich dabei um ein amphitheater-ähnliches Bauwerk aus kreisförmigen Terrassen, die sich nach oben trichterförmig öffnen. Der Höhenunterschied der Terrassen beträgt über 100 Meter und beim Treppen steigen merken wir immer wieder die dünne Luft hier oben und schnaufen ganz schön 🙈 die Terrassen wurden früher für unterschiedliche Pflanzenanbauten genutzt (z.B. tropische Pflanzen unten und Kartoffeln oben).

    Von Moray fahren wir hinunter in Valle Sagrado del los Incas. Hinein in das tiefe Grün dieser fruchtbaren Landschaft und zur Inka Festung Ollantaytambo. Sie ist eine der best-erhaltenen Inka Komplexe, die wegen der außerordentlich starken Mauern zu einer Festung wurden. Fast unendlich viele Treppenstufen führen vom Ort hinauf zu dem Tempel, der nie ganz fertiggestellt wurde. Von oben kann man auf die gegenüberliegene Talseite und den Ort sehen. Wir entdecken in einem Berg gegenüber ein Grumpy Face in den Felsen 😁 unten an der Festung grasen ein paar Alpacas 🦙😍

    Da hier auch gerade Karneval ist, brauchen wir länger als geplant für den Verkehr und schaffen es nicht mehr ganz nach Pisac 🤷🏼‍♀️ wir schauen uns nur noch die Terrassen vor dem Eingang an, doch dieser ist leider schon geschlossen.
    Der Karneval in Peru ist übrigens eine nasse Angelegenheit! Hier kann einen schon mal ein ganzer Eimer Wasser oder eine Ladung Wasserbomben treffen. Denn das ist hier Tradition an Karneval. In den Dörfern wird wild mit Wasser geworfen oder mit Schaum aus Spraydosen rumgesprüht und fröhlich gefeiert. Unser Fahrer ermahnt uns in jedem Dorf dazu, unsere Fenster nicht offen zu lassen. Wir kommen in ein kleines Dorf und ich sehe einen Jungen schon mit einem großen Eimer auf uns zulaufen... aber zu spät, dass das Beifahrerfenster noch auf ist... und PLATSCH! Da sind wir und der gesamte Innenraum auch schon nass 😱 unser Fahrer macht nur einmal große Augen und lacht über sich selbst, da er vergessen hat, das Fenster zu schließen 😁

    Wir fahren im Sonnenuntergang zurück nach Cusco. Als wir von oben darauf zufahren, haben wir einen wunderschönen Blick auf die beleuchtete Christusstatue und die Lichter der Stadt ☺️
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