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  • Day119

    Puno - Titicaca-See und die Uro Inseln

    March 7, 2019 in Peru ⋅ ⛅ 16 °C

    Perus zweites Highlight ist neben dem Machu Picchu sicherlich der Titicaca-See und dort geht meine nächste Reise hin. Ich nehme den bequemen Nachtbus nach Puno, für Nik geht es heute mit dem Flieger schon etwas früher nach Miami.
    Der Titicaca-See ist die Grenze zwischen Peru und Bolivien und lässt sich von beiden Ländern aus besuchen. Ich schaue mir heute von Puno aus erst einmal die peruanische Seite an.

    Zuerst kann ich nach der Nacht mit wenig Schlaf aber schon früh um 6 mein Zimmer beziehen und aus einmal kurz hinlegen wird ein vierstündiger Power-Nap 😅 danach spaziere ich ein wenig durch die Straßen. Puno ist keine schillernde Touristen-Stadt und verkörpert noch ein Stück ursprüngliches Peru. Ich finde es mal ganz schön, nicht nur von Touristen und vor allem nicht von Touristen-Jägern, die einem irgendwas verkaufen wollen, umgeben zu sein. Der Markt von Puno gilt als einer der authentischsten des Landes. Hier bieten Indígenas mit langen schwarzen Zöpfen und weiten Röcken alles an, was das Herz des Einheimischen begehrt: Obst und Gemüse, Werkzeuge, Klamotten, Elektrogeräte und und und...
    Dass Puno mit 3.800 Meter noch mal ein Stück höher liegt, macht sich doch bemerkbar, denn schon von dem kleinen Spaziergang bin ich ganz schön aus der Puste. Ich mache nach dem Markt also erstmal Halt in einem kleinen Café. Als ich eintrete, läuft gerade „1001 Nacht“ von Klaus Lage 😅 jawoll, das ist mein Laden! 😂 Da ist man mitten in Peru und im Café laufen deutsche Schlager 🙈

    Am Nachmittag gehts weiter zum Hafen, denn von hier startet meine Bootstour zu den schwimmenden Inseln der Uros. Eigentlich sind die „echten“ Uros seit über 50 Jahren ausgestorben, doch die Nachfahren der Aymara und Quechua Indianer hüten bis heute die auf dem See liegenden Inseln. Angekommen auf einer der Inseln bekommen wir von Eduardo, dem „Presidente“ der Insel, eine kleine Demonstration, wie die Inseln und Häuser gebaut werden. Auf fest verschnürten Schilfbündeln liegt eine dicke Schicht Totora-Gras, das alle paar Monate erneuert werden muss – sonst gehen sie unter. Eine mühselige Arbeit. Ich laufe ein wenig auf der Insel herum, es läuft sich sehr weich und ab und zu habe ich das Gefühl, ich würde gleich nach unten ins Wasser sinken. Unglaublich, dass hier Menschen wohnen 🙈 Zwei traditionell gekleidete Frauen sitzen in der Mitte der Insel und angeln durch ein kleines Loch kleine Fische. Am Ufer ernten zwei weitere Frauen das Schilf mit einer Machete und bündeln es zu großen Paketen. Eduardo erzählt uns, was die Menschen hier noch so machen. Sie fangen Vögel mit Steinschleudern, verzieren kunstvolle Holzschnitzereien, weben aufwendige Gewänder und Decken, schneiden das bis zu drei Meter hohe Totora Schilfgras und bauen ihre Inseln und Hütten daraus. Und die dekorativen Boote, die sogenannten Balsas. Natürlich spielt hier der Tourismus auch eine große Rolle und so sind vor uns die Souvenirs schon sorgfältig aufgebahrt. Bei dem ganzen Gerede darüber, wie arm die Leute sind, fühle ich mich fast genötigt, etwas zu kaufen 🙄

    Als die Sonne langsam untergeht, besteigen wir wieder das Boot in Richtung Puno und bekommen ein tolles Sonnenuntergangspanorama zu sehen 🌅
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