• Panama City

    3.–4. dec. 2025, Panama ⋅ 🌧 29 °C

    Vom Hafen in Puerto Lindo aus wurden die 12 Gäste der nun leider vergangenen Segelfahrt in kleinen Autos nach Panama City gefahren. Ich habe mir mal wieder, vielleicht zum letzten Mal auf dieser Reise, ein Hostel aus der Viajero-Kette ausgesucht und war damit nicht allein. Fünf der anderen entschlossen sich ebenfalls dazu und so wurden wir zusammen in ein Auto gesetzt.

    Auf der etwa zwei Stunden langen Fahrt fiel mir direkt auf, ja, man ist noch in Lateinamerika, aber irgendwas ist anders. Es wirkt etwas US-amerikanischer: breite und gut ausgebaute Straßen, daneben viele große Werbetafeln. Großzügige Grundstücke mit einstöckigen Holzhäusern, zumindest außerhalb der Städte. Insgesamt wirkt alles etwas ordentlicher.

    Im Hostel eingecheckt, trafen wir uns auf der Dachterrasse am Pool, genossen etwas die Aussicht auf Panama City und suchten uns dann ein Restaurant zum Mittagessen in der historischen Altstadt. Nichts Besonderes und etwas teuer.

    Am Nachmittag ging es mir darum, schon mal die Weiterreise zu organisieren. Ich habe vor, hier nur eine Nacht zu bleiben und dann direkt nach Costa Rica zu fahren, um dort mehr Zeit zu haben. Es gibt Busverbindungen zwischen den beiden Hauptstädten, doch im Internet war die Buchung nicht möglich und es wurden nicht alle Busse angezeigt, die es eigentlich geben sollte. George und Page aus Neuseeland, die ebenfalls zügig weiter wollten, hatten das gleiche Problem und so entschlossen wir uns kurzerhand, ein Uber zum Busterminal zu nehmen und dort am Schalter hoffentlich Bustickets zu bekommen. Leider ohne Erfolg. Alle Busse für die nächsten vier Tage waren restlos ausgebucht. So viel Zeit wollte ich mir nicht nehmen und die anderen konnten es nicht, weil sie schon Pläne für Guatemala, nördlich von Costa Rica, hatten. Es blieb uns also keine andere Möglichkeit, als zu fliegen. Zum Glück waren die Flüge nicht so teuer. Trotzdem habe ich mir schwergetan – eigentlich unnötig, diese Strecke zu fliegen, vor allem, weil das hieß, in Bogotá umzusteigen. Na ja, es ging nun mal nicht anders, wir hatten es versucht.

    Am Abend gingen wir in ein anderes Restaurant und danach noch in eine Bar, die mit günstigen Cocktails warb. Panama ist ein teures Land, nicht zuletzt, weil man hier den US-Dollar statt einer einheimischen Währung verwendet und dieser zwar recht nahe am Wechselkurs zum Euro dran ist, selber aber kaum Kaufkraft hat.

    Am nächsten Tag hatten George, Page und ich vormittags etwas Zeit, bis wir zum Flughafen aufbrechen mussten, und so entschlossen wir uns, zum Miraflores-Besucherzentrum des Panama-Kanals, direkt neben Panama City, zu fahren. Ich denke, jeder hat schon mal von diesem Meisterwerk der Ingenieurskunst gehört und wie relevant diese von Menschenhand gebaute Wasserstraße für den internationalen Handel ist. Hier im Besucherzentrum gibt es eine Aussichtsplattform, von der aus man die ersten Schleusen an der Pazifikseite sehen kann. Als wir da waren, passierte gerade das letzte Schiff des Vormittags diese Schleusen. In wenigen Minuten wurde der Bereich, in dem sich das Schiff befand, geflutet und der Koloss hob sich langsam mit der steigenden Wasserlinie an. Dann öffneten sich die vorderen Tore und die Lokomotiven an den Seiten der Schleusen zogen das Containerschiff weiter. Es gab einen Kommentator, der sowohl auf Spanisch als auch auf Englisch das Geschehen erklärte und kommentierte – ziemlich amüsant, wie ich fand. Für den 45-Minuten-Dokumentarfilm, gesprochen von Morgan Freeman, reichte unsere Zeit leider nicht mehr aus.

    Mit George und Page teilte ich mir ein letztes Uber zum Flughafen und nun geht es nach Costa Rica zu Bekannten, wo ich bis nach Weihnachten bleiben werde – da freue ich mich schon sehr drauf!
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