• Tauchen am Great Barrier Reef

    29 gennaio, Australia ⋅ ☁️ 29 °C

    Wenn man als Taucher schon mal in Australien ist, muss man einen oder drei Tauchgänge im größten Riff der Welt machen. Gerne auch mehr, aber so wie fast alles ist auch dieser Spaß hier sehr, sehr teuer. Für den Preis bekommt man allerdings auch einiges geboten. Das Schiff, mit dem wir morgens um 8 Uhr vom Hafen in Cairns ausliefen, war dreistöckig und bot Platz für über 80 Passagiere – die meisten keine Taucher, sondern Schnorchler. Eigentlich ein bisschen zu viel für meinen Geschmack. Da wir das einzige Schiff an unserem Riff waren, verteilte man sich ganz gut. Die Crew und die Dive Master waren sehr gut, und das Mittagsbuffet würde ich jederzeit wieder nehmen.

    Axel, der keinen Tauchschein hat, freute sich aufs Schnorcheln – im flachen Wasser bis fünf Meter sind die Farben sowieso am besten. Und er hat tatsächlich auch etwas mehr gesehen als ich: mehrere Schildkröten (ich nur eine), mehrere Riff-Haie (ich nur einen) und sogar eine Riesenmuschel – ich leider gar keine.

    Trotzdem war es ein absolut magisches Erlebnis, mal wieder mit den Fischen zu schwimmen. Die Vielfalt war gigantisch und die Anzahl ganz gut bis sehr viel.

    Ich sah Sepien (echte Tintenfische/Kuttelfische), große Zackenbarsche, Schwarzflecken-Kugelfische, Trompetenfische, viele Thunfischvarianten in Schwärmen, Gartenaale, Seefächer, gestreifte Süßlippenfische, Napoleon-Lippfische, Kartoffelzackenbarsche, Rote Schnapper, Plattwürmer, Tarnzackenbarsche, Seesterne, Regenbogenläufer, Schwarze Anemonenfische, Muscheln, Nacktkiemer, Titan-Drückerfische, Bleistift-Doktorfische, Paddelschwanz-Schnapper und natürlich die üblichen verdächtigen aus Nemo: Clownfische, Paletten-Doktorfische und Halfterfische.

    Zum ersten mal habe ich Weihnachtsbaumwürmer gesehen. Diese wachsen aus Korallen heraus und ziehen sich augenblicklich bei einem leichten Wasserstrom oder fingerschnipsen zurück. Im Video davon hat sich auch ein recht großer Schwarzspitzen-Riffhai im Hintergrund vorbeigeschlichen, das habe ich erst in der Nachbearbeitung gesehen. Den anderen oder vielleicht auch gleichen Hai, den ich sah, habe ich in diesem Moment nicht schnell genug filmen können.

    Bei an die 15 Meter Sicht im 29 °C warmen Wasser (unten war es dankenswerterweise etwas erfrischender) gab es Felsformationen und Korallen ohne Ende zu bestaunen – aber seht selbst. Die Sicht kann hier um eines Besser sein, doch in den letzten Wochen gab es einige Stürme und viel Regen, das sorgt immer dafür, dass viele kleine Partikel im Wasser treiben und die Sicht mindern.

    Die Farben sind auf den Fotos und Videos einigermaßen akkurat – sie waren tatsächlich oft recht trüb und blau-gräulich. Das Absterben von Riffen, Massenbleichungen oder auch Korallenbleichungskrise genannt, ist ein globales Phänomen, dessen Ausmaße wir als Menschheit noch um einiges unterschätzen.

    Meine Tauchpartnerin Michelle aus Dänemark schoss ein kleines Video mit meiner Unterwasserkamera von mir. Ebenfalls in meiner Tauchgruppe an diesem Tag war Marc Payne – einer der vielleicht erfahrensten Taucher Australiens mit tausenden von Tauchgängen. Er wurde bekannt durch seine Arbeit mit Weißen Haien, arbeitet als Unterwasserfotograf und Filmemacher, moderierte die Fernsehsendung Shark Week (aus den USA) und war Dive Supervisor bei Shipwreck Hunters Australia. Aktuell arbeitet er an einer Art neuem Nemo-Film mit echten Fischen. Heute war er mit seiner Frau nur zum Spaß dabei und nachdem ich verstand, was für einen Menschen ich da vor mir hatte, konnte ich überhaupt nicht mehr aufhören, Fragen zu stellen … Wirklich spannende Dinge hat er Axel und mir berichtet und wir lauschten den Schilderungen seiner Faszination und Leidenschaft gespannt.
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