• Day94

    Nachdem wir am Nachmittag des 1.1.2018 des neuen Jahres wohlbehalten aber erschöpft angekommen sind, möchten am Ende noch ein kleines Fazit unserer Reise abgeben. Wir hatten uns 11 Länder angeschaut und haben uns dabei knapp 1,8x um die Erde bewegt. Wie hatten 5 Kontinente besucht und verschiedene Kulturen kennengelernt. Natürlich werden wir Wochen brauchen, um die ganze Reise rekapitulieren und alles einmal verarbeiten zu können. Dabei wird uns dann wohl auch der Alltag schnell wieder einholen (auf den Steffi sich freut und den Chris verteufelt).

    Würden wir es wieder tun? Ja, wir verstehen gar nicht, warum wir solange gewartet haben. Pläne sind in der Schublade. Aber nächstes mal wird es wohl nicht gleich die ganze Welt.

    Würdet ihr etwas anders machen? Schwierige Frage, wir hatten ein sehr strammes Programm und insgesamt drei Tage, wo wir nichts gemacht haben. Und wir fanden das super so, da wir auch nicht so die „Strandrumlieger“ sind und immer aktiv sein müssen. Das nächste Mal wird sicher ruhiger, was aber nicht an uns liegen wird.

    Deine Top 3 Erlebnisse
    Chris: 1. Mit den Delfinen zu schwimmen in Neuseeland, 2. Canyoning in Neuseeland, 3. Death Road in Bolivien (nur ganz knapp vor dem Alpine Crossing in Neuseeland)
    Steffi: 1. Canyoning in Neuseeland, 2. Death Road in Bolivien, 3. Sandboarding in Südafrika

    Deine Top 3 Länder
    Chris: 1. Neuseeland, 2. Japan, 3. Südafrika
    Steffi: 1. Neuseeland, 2. Südafrika, 3. Bolivien

    Deine Top 3 Landschaften
    Chris: 1. Blue Mountains in Australien, 2. Salt Flats in Bolivien, 3. Miyajima in Japan
    Steffi: 1. Salt Flats in Bolivien 2. Südinsel in Neuseeland 3. Miyajima in Japan

    Deine Top 3 Städte
    Chris: 1. Tokio, 2. Hongkong, 3. Sydney
    Steffi: 1. Hongkong, 2. Kyoto, 3. La Paz

    Da muss ich nicht nochmal hin...
    Chris: Dubai, gesehen und abgehakt.
    Steffi: Peking.

    Das beste Essen gab es...
    Chris: 1. Japan, 2. China (abhängig von der regionalen Küche), 3. Südafrika
    Steffi: Ich habe immer etwas gefunden, was mir geschmeckt hat, aber die Swiss Lemonade in Brasilien hat es mir angetan.

    Ich könnte mir vorstellen dort zu leben...
    Chris: 1. Japan (trotz der enormen Sprachbarriere), 2. Neuseeland, 3. Australien
    Steffi: kann ich nicht beantworten, da das Entdecken etwas anderes ist als das dort Leben.
    Read more

  • Explore, what other travelers do in:
  • Day93

    Wir waren bereits vor dem Klingeln des Weckers um 5:15 Uhr wach und machten uns schnell fertig. Die Sachen waren glücklicherweise bereits gepackt und standen bereit. Wir waren pünktlich um 6 Uhr im Foyer des Hotels und checkten aus. Das Taxi fuhr - entgegen unserer Erwartungen - ohne Probleme bis zum Flughafen durch, sodass wir bereits 2 Stunden vor Abflug nach Santa Cruz am Flughafen waren. Wir frühstückten eine Kleinigkeit und warteten auf unseren Flieger Nr. 1. Der Flug nach Santa Cruz war kurz, aber die Temperaturen waren feucht-warm hier. Daher mussten wir uns auch gleich ein wenig umstellen. Nachdem wir dachten, dass drei Stunden Zeit viel wäre, hatten wir die Rechnung ohne die bolivianischen Sicherheitskontrollen und Migration gemacht, die sich so viel Zeit ließen, dass wir knapp 50 Minuten vor Boarding, dann auch unseren letzten Stempel im Pass bekamen. Wir hatten zwar noch genügend Zeit, waren aber überrascht, wie die Zeit schmelzen kann. Es erwartete uns Flug Nr. 2. Der Flug zog sich und das cineastische Angebot ließ arg zu wünschen übrig. Auch gab es die eine oder andere Turbulenz über dem Atlantik. Dafür feierten wir Silvester mit einer gut gelaunten Crew, die eine Runde Sekt springen ließ. Wir landeten knapp eine halbe Stunde früher als geplant gegen 4:30 am Morgen MEZ. In Madrid hieß es dann wieder warten auf den nächsten Flug, der dann 7:10 Uhr losgehen sollte. Uns erwartete damit der letzte Flug der Reise, Flug Nr. 3 der heutigen Reise, den wir beide komplett verschlafen haben. In Frankfurt mussten wir uns dann beeilen, um unseren Zug nach Berlin zu erwischen und man konnte sich auf die Deutsche Bahn verlassen, dass der Zug natürlich such zu spät war und wir den Sprinter nach Berlin verpassten. Sowas wäre uns in Japan nicht passiert. Naja, die Alternative war schnell gefunden und so ging es dann mit einem Umweg über Hannover auch nach Hause. Nach gut 29 Stunden Rückweg von unserem Hotel in La Paz bis zurück zum Mehringdamm in Berlin ließen wir uns dann auch einfach auf der Couch nieder.Read more

  • Day92

    Der letzte Tag der Reise sollte noch einmal ein wenig Kultur enthalten. Wir fuhren nach Tiwanaku, die nach Maccu Piccu, als bedeutendste Kulturstätte Südamerikas aufgeführt wird und ein UNESCO Weltkulturerbe ist. Wir hatten uns auch aufgrund der kürzeren Fahrtzeit hierfür und gegen den Titicacasee entschieden (mit Hin- und Rückfahrt wären es 10 Stunden gewesen). Wir wurden morgens im Hotel abgeholt und nahmen dann auch schon die Fahrt nach Tiwanaku auf. Die Stadt enthält verschiedene Spuren von unterschiedlichen Völkern, die bereits lange vor den Inka hier siedelten. Die ältesten Funde datieren auf 1.500 Jahre bevor Christus. Die Inka selbst sahen sich als direkte Abkommen dieser Völker und Übernahmen entsprechende Riten und Mythen. Auch hier steht wieder Mutter Natur im Mittelpunkt der Religionen und der Mythen. Bis heute sammeln sich zahlreiche Mythen über diese alte Kulturen, über die man noch nicht allzu viel weiss. Was aber anhand der Ruinen dieser einstigen Stadt absehbar ist, dass sie von Völkern verschiedener Ethnien bewohnt wurde, ein enormes Handwerks- und Naturverständnis bestand und eine grosse Zerstörung zum Untergang der Kultur führte. Diese Kulturen hinterließen kaum schriftliche Zeugnisse und einige Verschwörungstheoretiker bringen sie mit Außerirdischen in Verbindung, da nach deren Auffassung die Handwerkskunst und Baukunst selbst mit heutiger moderner Technik nicht möglich sei. Außerdem sollen sich Hinweise auf solche nicht-irdischen Wesen finden. Wir starteten in einem Museum über Keramik verschiedener Epochen Südamerikas (wobei es Evo Morales tatsächlich schaffte sich als bedeutenden Schritt einer Zeitleiste einzubringen). Hier wurden neben Keramiken auch die Bestattungsriten bestimmter Kulturen gezeigt (in Fötusstellung in einen Sack gesteckt und gen Osten zugewandt) sowie die Landwirtschaft mit den unzähligen Kartoffelsorten. Insbesondere der Part zur Landwirtschaft war dabei interessant, da aufgrund der trockenen Luft im Hochland ein eigenes Mikroklima geschaffen werden musste. Wie auch bei den Inkas später haben bereits die Völker vorher ihren Schädel eiförmig verformt. Hier wurden auch ein paar Schädel ausgestellt, die und damit bewiesen, dass die Schädel der Nekropole nicht echt gewesen sein können. Danach ging es ins zweite Museum, welches einige der Stelen und Monumente der alten Kulturen ausstellte. Hier fand sich insbesondere wieder eine große Abbildung von Mutter Natur (Paccamama) und der sog. Jaguar-Mensch aus schwarzem Basalt. Früher brachte man den Jaguar-Menschen mit Kriegern in Verbindung, da jedoch keine Waffen bei den Ausgrabungen gefunden wurden, geht man von friedlichen Kulturen aus, die sich hier niederliessen. Nach dem zweiten Museum ging es dann zur Ausgrabungsstätte. Bislang wird geschätzt, dass erst 1 % der Stadt ausgegraben wurde, aber ein Grossteil der Baumaterialien ohnehin bereits weiterverwendet wurde. Wir folgten dem ersten Tempel, dessen Funktion relativ unbekannt ist, der sich aber in 7 Stufen als Pyramide darstellte. Die Zahl 7 hatte bei diesen Kulturen eine besondere Bedeutung und auch hier weiß man nicht genau warum (eine Theorie besagt, es leite sich von den 7 Farben des Regenbogens ab). Wir gingen dann weiter zu einem unterirdischen Tempel, der sehr interessant war. Hier fanden sich zahlreiche Gesichter wieder, die unterschiedliche Merkmale aufwiesen und die große ethnische Diversität der Kulturen darstellten. Es fanden sich dabei beinahe alle gerichtlichen Merkmale, die man sich vorstellen kann (unser Guide erklärte uns dann auch, dass die Körpergröße unterschiedlich war und einige der ethnischen Gruppen heutige Bolivianer weit überragte). Besonders viel wird aber über einen der dortigen Schädelformen spekuliert, dem sog. Alien-Face, der gänzlich in weiß gehalten ist und keine wirklich menschlichen Formen aufweist. Unser Guide versicherte uns, dass dieser auch nicht nachträglich eingefügt wurde und Original sei. Hier darf dann also spekuliert werden (siehe Fotos). Danach ging es zum Sonnentempel, der insbesondere für die Agrarkultur von besonderer Bedeutung war, da dort mit Hilfe der Sonnenstrahlen die Jahreszeiten bestimmt wurden. Anschließend gab es ein Mittagessen und dann gingen wir zu einer anderen Ausgrabungsstätte, die jedoch noch kaum erschlossen ist. Auch hier fielen die sehr glatt bearbeiteten Steine auf, die nach Auffassung von manchen Leuten nicht einmal mit heutiger Technik machbar wäre. Unser Guide erklärte uns jedoch, dass die Kulturen - als einzige in Südamerika - den Schritt zur Bronzezeit schafften und daher die Metallbearbeitung gut beherrschten. Er zeigte uns auch ein paar Mauersteine, in deren Nähe keine Kompasse funktionieren und sich auch bei Handys nichts tut. Hierbei handelt es sich um magnetische Steine, die für die Aussenmauern verwendet wurden. Nach dem Ausflug ging es dann zurück nach La Paz und wir mussten nunmehr zum letzten Mal unsere Taschen packen. Am Abend gingen wir noch einmal etwas essen, verabschiedeten uns noch von der ein oder anderen Person und gingen dann zu Bett.Read more

  • Day91

    Soviel bereits vorab: Wir überlebten die Todesstrasse gleich zweimal. Wir frühstückten und wurden pünktlich um 7:30 Uhr vom Hotel abgeholt, um zunächst noch ein paar Leute einzusammeln (wir waren am Ende acht Leute in der Gruppe). Wir fuhren dann nach La Cumbre auf ca. 4.700 Meter, wo das Abenteuer starten sollte. Es regnete jedoch die ganze Nacht in La Paz und auf der Höhe von La Cumbre war der Regen Schnee. Es war rundherum weiss und 0 Grad Celsius. Die Straßen waren glatt und wir fuhren daher noch ein paar Höhenmeter runter, wo der Schnee bei 5 Grad schmolz und zu Wasser wurde. Rundherum war es neblig und wolkig und ab und an brachen die Berge durch diese Decke, was einen tollen Ausblick bot. Es ging an den Seiten steil einige Hundert bis Tausend Meter herunter (was sich den ganzen Tag nicht ändern sollte). Wir bekamen unsere Schutzkleidung und unser Mountainbike sowie eine erste Einweisung. Wir waren hier noch nicht selbst auf der Todesstrasse, sondern auf der von der Weltbank gesponserten neuen Verbindung nach La Paz aus dem Jahr 2006 (das Jahr an dem die eigentliche Todesstrasse auch soweit nicht mehr befahren wird). Die Straße war dementsprechend zweispurig und in einem hervorragenden Zustand. Wir fuhren los und die Straße in enormen Tempo herunter (nach unserem Guide Thomas bis zu 60-70 Km/h), sodass wir sogar LKW überholen mussten. Es gab um diese Uhrzeit kaum Verkehr und so tiefer wir fuhren, umso mehr verzogen sich die Wolken und der Nebel. Das Szenario raubte uns den Atem, denn es tauchten Wasserfälle und Dschungel auf. Die Berge waren dicht bewachsen und unglaublich hoch. Das Fahren bot hier noch keine sonderlich große Herausforderung, als vielmehr Abstand einzuhalten und zu Bremsen. Da es nur hinunter ging, war dementsprechend einzig eine sehr hohe Konzentration gefragt. Die Fahrt machte sehr viel Spaß und wir fuhren dann bis kurz vor die eigentliche Todesstrasse. Von dort fuhren wir mit dem Van zum Startpunkt, wo wir erst einmal Mittag aßen. Von hier auf über 3.200 Metern konnte man die Todesstrasse gut überblicken und sie flößte uns viel Respekt ein. Es handelt sich tatsächlich nur um eine sehr kleine einspurige Straße, die nicht asphaltiert ist, sehr enge Kurven hat und auf der sich vereinzelte Wasserfälle finden. Umgeben ist das ganze von engen Kliffen mit Hunderten Metern Fallhöhe. Das ganze findet sich in einem feuchten Regenwald, der sehr dicht bewaldet ist und es gilt zudem als lokale Besonderheit Linksverkehr. Früher fuhren hier tonnenschwere LKW, PKW, Motorräder und andere Fahrzeuge, was man sich aber absolut nicht mehr vorstellen kann. Die Strassen sind so eng, dass es beinahe unmöglich erscheint, dass zwei Autos aneinander vorbeifahren können (wir hatten aber auch die Möglichkeit es einmal Live zu sehen, wobei einem das Herz stehenbleiben kann). Es starben dabei über 50 Menschen pro Jahr. Heute wird die Straße nur noch für touristische Zwecke, Krankenwagen und Polizei genutzt. Es stirbt bei den touristischen Aktivitäten jedoch noch immer im Durchschnitt eine Person pro Jahr. Der Name stammt jedoch nicht nur von den Toten der Benutzung der Straße, sondern auch von Exekutionen, die hier stattfanden. Errichtet wurde sie in den 1930ern durch Kriegsgefangene aus Paraguay, weshalb sie auch als verflucht gilt. Dementsprechend war insbesondere Steffi zunächst sehr vorsichtig und fuhr die unebene Strasse langsam hinab. Da Chris sie nicht alleine lassen wollte, blieb er hinter ihr. Im Laufe der weiteren Fahrt wurde sie jedoch immer sicherer und vor allem schneller. Aufgrund der unebenen Straße wurden wir auch ordentlich am ganzen Körper durchgeschüttelt. Die Straße bot sehr enge Kurven und eine tolle Aussicht. Wir waren jedoch so konzentriert, dass wir viele Details erst im Nachhinein auf unseren GoPro Videos sahen. Wir machten verschiedene Stopps für Essen und Fotos und fuhren die Straße immer weiter hinab. Das Klima änderte sich dabei ebenfalls, sodass wir am Ende des Ausflugs drei Klimazonen und über 3.000 Höhenmeter bewältigten. Die Strecke war wirklich der Wahnsinn und das Tempo enorm. Wir hatten wirklich eine Menge Spaß und es war eines unserer Highlights. Die Fahrt ist nur kaum in Worte zu fassen. Jedenfalls war es die erste Fahrradtour, die mehr in die Arme und den Oberkörper ging als in die Beine. Am Ende waren wir aber wahnsinnig schnell. Während die meisten Gruppen die Fahrt zwischen 15 und 17 Uhr beenden, waren wir bereits vor 14 Uhr fertig. Die Guides meinten hierzu, dass sie wirklich mal Spaß hatten, da endlich mal eine schnelle Gruppe dabei war. Nach Übergabe des Survivor-Shirts und einmal kurz durchatmen, ging es bei knapp 27 Grad dann mit dem Van zu einem kleinen Restaurant, wo wir zur Mittag essen und danach auch in den Pool hüpfen konnten. Was wir dann selbstverständlich auch taten. Dann ging es knapp 3 Stunden mit dem Van auch zurück nach La Paz. Wir fuhren die moderne in 2006 eröffnete Strasse, die wirklich gut ausgebaut ist. Die Bolivianer machen sie jedoch aufgrund des Fahrstils zur neuen Todesstrasse. Nach unzähligen waghalsigen Überholmanövern und dem obligatorischen Ausweichen von Strassenhunden ging es dann auch langsam die 85 Km zurück nach La Paz. Die Fahrt zurück war mindestens genauso spannend wie die Fahrt auf der Todesstrasse. Am Abend ging es nur kurz was Essen bevor Steffi dann ihr heutiges Wehwehchen - ihre Sehnen im Arm - auskurieren durfte.Read more

  • Day90

    Wir erreichten La Paz mit dem Nachtbus bereits eine Stunde früher als erwartet, um 4:30 Uhr. Wir mussten nur kurz auf den Transport warten, der uns zum Hotel bringen sollte, wo wir glücklicherweise bereits unser Zimmer beziehen konnten. Der Umstand, dass La Paz unsere letzte Station war, stimmte uns ein wenig wehmütig. Erst gegen 9:00 Uhr wachten wir wieder auf und machten uns dann fertig, um einmal durch die Stadt zu gehen. Pili zeigte uns den Hexenmarkt, den Platz und die Kirche San Francisco und einen kleinen Part der Innenstadt. La Paz ist auf dem ersten Blick keine schöne Stadt und sie wird es auch nicht beim tieferen Einblick. Sie bietet aber einen einzigartigen Charakter, der an jeder Straßenecke etwas aufregendes zu bieten hat. Oftmals erschließt sich dies auch nicht auf den ersten Blick, sondern man muss ein scharfes Auge entwickeln, um die Kuriositäten der Stadt sehen zu können. Hierzu aber dann genauer. Die Stadt ist wuselig und überall finden sich Straßenverkäufer, die Essen, Gemüse und alles andere anbieten, was man sich vorstellen kann. Die Läden bieten exakt gefälschte Klamotten, Taschen und Fussballtrikots, die man für umgerechnet 2-20 € kaufen kann. Und selbstverständlich werden überall Lama oder Alpaca-Sachen angeboten, die günstiger sind als Sachen aus Schafs- oder Baumwolle (Lamas und Alpacas gibt es halt im Überfluss). La Paz liegt auf knapp 3900 Meter Höhe (variiert aber stark) und ist dicht bebaut, sodass auf den umliegenden Bergen und Erhebungen nur noch die aus rötlichen Material gebauten Häuser zu sehen sind. Der Verkehr in der Stadt ist mörderisch und man steht mehr im Stau, als sich fortzubewegen. Charakteristisch finden sich die vielen 1950er Jahre Buse, die bereits seit Jahren abgeschafft werden sollten, aber natürlich noch in vollem Betrieb sind. Dank dieser Buse und den Autos, die hier herumfahren, ist die Abgasbelastung sehr hoch. Wir gingen mit Pili dann auch im Café del Mundo frühstücken, welches einer Schwedin gehört, die auf Weltreise war und sich Bolivien verliebt hat. Anschließend und nach einem kurzen Spaziergang gingen wir dann unsere Tour für den nächsten Tag buchen: die Todesstrasse. Danach gingen wir ins Hotel, um uns ein wenig auszukurieren (Steffi mit Schnupfen und Chris mit Magen). Gegen 14:30 Uhr gingen wir los, um Pili ein kleines Abschiedsgeschenk zu kaufen (es war unser vorletzter Tag mit der Tour) und eine geführte Tour durch die Stadt zu machen. Jorge war unser Guide, den wir am Platz San Francisco trafen. Er erzählte uns, dass die Bolivianer sehr abergläubisch waren. Als die Spanier kamen, wurde das Land (was zu der Zeit noch kein richtiges Land war) zwangsweise katholisch. Zum Anfang taten sich die spanischen Eroberer jedoch sehr schwer damit, bis die Franziskaner die Missionierung übernahmen. Diese schafften es die abergläubische indigene Bevölkerung nach und nach zu bekehren, wofür sie angeblich auch den Aberglauben ausnutzten und die indigenen Vorstellungen mit den christlichen Vorstellungen vermischten. Die erste Kirche von San Francisco stürzte jedoch ein und die indigene Bevölkerung bat darum, die Errichtung einer neuen Kirche vorzunehmen. Diese - noch heute erhaltene Kirche - ist daher einzigartig, wenn man dann auch genauer hinsieht. Es finden sich verschiedene indianische und christliche Symbole vermengt, wie z. B. eine nackte Frau und Schutzgeister. Der Glaube an die Mutter Natur ist ebenfalls bis heute stark und vermischte sich ebenfalls stark mit dem Katholizismus. Es ging dann weiter zum Hexenmarkt. Auf den ersten Blick werden auch hier nur Souvenirs verkauft. Sobald man jedoch auf die Details achtet, sieht man jedoch auch die ausgestopften Lamas, tote Lama-Babys, Kräuter und Pulver sowie die Bedeutung der kleinen Figuren, die man auch für Souvenirs halten könnte. Aberglaube und der Gedanke an die Beschwörung höherer Mächte sind bis heute in vielen Teilen der Gesellschaft verankert. Jorge zeigte uns ein typisches Beispiel eines Rituals, welches aus verschiedenen Kräutern, einem toten Lama (Lamas sind mit 1-4 Babys Schwanger, wovon aber nur 1-2 lebendig zur Welt kommen; auch Geburten bei Nacht enden aufgrund der Kälte im Hochland oftmals tödlich; die auf den Feldern gefundenen Körper werden dann für rituelle Zwecke genutzt) und Tafeln aus Zucker, die bestimmte Wünsche erfüllen. Dieses Gemisch wird beim Hausbau in einer Ecke des Hauses angezündet, um die damit verbundenen Wünsche zu erfüllen. Dies wird selbst bei Bolivianern gemacht, die daran nicht glauben, da sich ansonsten die Bauarbeiter weigern würden, den Bau weiter vorzunehmen. Die kleinen Figuren haben verschiedene Bedeutungen, die von Mutter Natur bis zu Schutzgeistern für Liebe, das Heim oder Erfolg reichen. Daneben gibt es Tränke und Pulver für jedes Wehwehchen und Bedürfnis. So muss z. B. das Liebespulver in den Nacken einer Person gepustet werden, sodass sie sich in die erste Person verliebt, die sie sieht. Nach dem Hexenmarkt liefen wir weiter durch die Stadt zum Platz San Pedro. Der Platz ist recht unspektakulär. Interessant ist vielmehr jedoch das Gefängnis, welches sich an diesem Platz befindet: das Gefängnis San Pedro. Dieses Gefängnis ist Ausgangspunkt vieler Geschichten, Dokumentationen und eines bekannten Buches. Dieses Gefängnis wurde nämlich - inoffiziell - den Drogenlords überlassen, die sich hier selbst verwalten. Die Regierung selbst hat knapp 6 Wächter für 2.500 Menschen abgestellt. Die Gefangenen leben dort mit ihren Familien und müssen für alles selbst aufkommen. Das Leben besteht dort aus drei Zahlungen: 1. Das Eintrittsgeld für ein Zimmer, da man ansonsten Dom freien schläft, 2. die monatliche Miete und 3. die laufenden Lebenshaltungskosten. Das Gefängnis ist in einen reichen Teil, mit Flatscreens, Internet, Strom, Computern und Whirlpools, und einen armen Teil aufgeteilt. Dementsprechend schwanken die Preise. Die Drogenlords, die hier „sitzen“, haben die totale Kontrolle und entscheiden, wer rein- oder rauskommt. Viele wollen auch gar nicht mehr entlassen werden und kaufen anderen die Strafen ab. Die Geschäfte werden auch weiterhin, ungestört, weiter gemacht und Drogen produziert. Wer mehr über das Leben vor Ort erfahren will, sollte sich das sehr interessante Buch besorgen. Ein englischer Journalist wollte einen Engländer interviewen, der in San Pedro sitzt. Anstelle eines Interviews entschied er sich für ebendieses Buch und ließ sich 1 Jahr in San Pedro (einsperren). Er berichtet dabei sehr detailliert über das Leben, die Gefangenen und wie der Engländer dort gelandet ist (er war Drogenschmuggler und bestach einen General, der ihn jedoch in den Rücken fiel). Dieser musste - ohne Geld (ihm wurde alles abgenommen) und den Umstand, dass die Botschaft ihm nicht glauben wollte, dass er für etwas im Gefängnis zahlen sollte - tagelang im freien Schlafen, bis eine Hilfsorganisation auf ihn aufmerksam wurde und ihm Geld der Familie und sein eigenes Geld geben konnte. Später bot er dann Touren durch das Gefängnis an und eine zeitlang bildeten sich lange Schlangen von Touristen um das Gefängnis, die dort drinnen mit den Insassen wilde Drogenparties feierten. Dies ging dann solange gut, bis eine Australierin für zwei Wochen in San Pedro verschwand, belästigt wurde und ihr alles abgenommen wurde. Bei der Ausreise - ohne Pass - verwies sie auf San Pedro und die wilden Zeiten waren vorbei. Heute hat sich die Mentalität auch innerhalb des Gefängnisses geändert und die Insassen haben eher das Gefühl in einem Zoo zu sein. Teilweise laufen Bolivianer über den Platz und schmuggeln noch heute Touristen nach San Pedro, die dann aber ihr böses Erwachen haben, wenn sie wieder hinauswollen. Denn dabei werden exorbitante Summen gefordert. Morde am Mitgefangen sind auch heute noch Alltag, insbesondere für Straftäter mit Sexualdelikten, kommt die Versetzung nach San Pedro einem Todesurteil gleich, da die dortigen Insassen ihre - auch dort wohnenden Familien - schützen möchten. Im Prinzip weiß ganz Bolivien, was dort abgeht, aber das Geld der Drogenlords führt dazu, dass sich der Zustand nicht ändert. Das Buch des englischen Journalisten ist in Bolivien sogar verboten worden. Jorge, unser Guide, war selbst noch nicht drinnen und würde heutzutage selbst als Einheimischer nur reingehen, wenn er einen Freund besuchen würde. Die Tour ging dann weiter auf die andere Seite des unterirdischen Flusses, der die ursprüngliche Kolonialstadt von dem nachgebauten Abbild trennt. Wir gingen noch bis zum Präsidentenpalast und dem Parlament. Hinter dem Präsidentenpalast befand sich ein riesiger Rohbau, der gegen jede städtische Bauvorschrift verstößt. Hier sollen Mitglieder der sozialistischen Regierung einziehen, deren Wohnungen dann direkt mit ihrem Büro und ihrer eigenen Tiefgarage jeweils per Fahrstuhl verbunden ist. Die Regierung um Evo Morales hat sich mittlerweile selbst eingesetzt und über die Verfassung hinweggesetzt, was auch offen ausgesprochen wird. In dem Präsidentenpalast, der traditionell auch als Wohnung des Präsidenten gedacht war, lebte aber seit den 1950er Jahren kein Präsident mehr. In diesem Jahrzehnt wurde ein Präsident von einem wütenden Mob aus dem Palast gezerrt und auf dem vorliegenden Platz hingerichtet. Ein paar Jahre später bereute man die Tat jedoch sehr (viele Maßnahmen hatten sich als richtige Entscheidung herausgestellt, was ihn bis heute zu einem der beliebtesten Präsidenten machte) und errichtete eine Statue ihm zu Ehren. Ein besonderes Augenmerk gilt auch dem Parlament bzw. der dort befindlichen Uhr. Bei genauem Hinsehen bemerkt man nämlich, dass sie gegen den Uhrzeigersinn aufgebaut ist und gegen den Uhrzeigersinn läuft. Die Bolivianer mit einem großen Fragezeichen auf dem Kopf wollten wissen, was das den bedeute. Die Regierung weigerte sich zunächst eine Stellungnahme abzugeben, gab dann schließlich nach. Morales sendete seinen Sprecher, der nur sagte, dass es ein Ausdruck des Widerstands gegen Kapitalismus sei. Er ging dann vom Podest und die Fragezeichen waren noch immer da. Unbefriedigt durch diese Antwort, sah sich Morales selbst in der Pflicht eine Antwort zu geben: Es handelt sich logischerweise, um die korrekte Uhr der südlichen Hemisphäre, da die Sonne sich hier anders dreht, als im Norden. Alle Staaten der südlichen Hemisphäre sollten eine solche Uhr einführen, da sie die einzig richtige sei. Er schlug zudem vor, dass jede Uhr auch mit seinem Gesicht versehen werden sollte. Die Bolivianer teilten jedoch (zu Recht) diese Auffassung nicht, sodass alle anderen Uhren noch immer im Uhrzeigersinn gehen und das Konterfei von Morales nicht auf den Uhren ist. Wir gingen anschließend zum Hotel und trafen uns Abends - zum letzten Mal - mit der Gruppe zum Abendessen. Chris ging dann noch mit der Gruppe in eine Bar und gemeinsam fuhren sie die Strecke von 4 Minuten zu Fuß in 15 Minuten mit dem Taxi zurück (der Verkehr ist hier höllisch). Nunmehr hieß es schlafen, denn die Abholung zur Death Road sollte um 7:30 Uhr erfolgen.Read more

  • Day89

    Tag 3 in der Wüste. Wir wachten in unserem 6-Bett-Zimmer am Rande der Salzwüste auf. Da wir heute einen Nachtbus nach La Paz haben, was dann leider auch unsere letzte Station ist, ging die Tour bereits am frühen Morgen los. Chris hatte ein bisschen mit seinen Magen zu kämpfen und Steffi mit ihren Schnupfen, aber wir ließen es uns nicht nehmen, dass heutige Programm stramm durchzustehen. Nach einem kurzen Frühstück und einer kurzen Fahrt hinein in die Salzwüste landeten wir auf einer Kaktusinsel, die von den Hunderten Quadratmetern der Salzwüste umgeben ist. Der Tourismus in der Salzwüste selbst ist gerade stark am Wachsen, was die einheimische Bevölkerung sehr begrüßt und man wird demzufolge sehr sehr freundlich aufgenommen. Es finden sich aber unter der Salzkruste die wohl grössten Lithium-Vorkommen der Welt, womit Bolivien auf dem Öl des 21. Jahrhunderts sitzt. Dieser Umstand wird über kurz oder lang dazu führen, dass die Salzwüste in Zukunft wohl nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr zugänglich sein wird. Demzufolge schätzen wir uns glücklich hier noch einmal sein zu können. Das der Tourismus gerade erst richtig beginnt, sieht man vor allem in den kleinen Hotels, die ständig wachsen. Dabei handelt es sich jedoch nie um große Ketten, sondern um geförderte Projekte in den einzelnen Dörfern. Die auf dieser Insel wachsenden Kakteen wachsen ca. 1 cm pro Jahr und die Früchte der Kakteen gelten bei den Einheimischen als Alroundmittel gegen Krankheiten, Erschöpfung und sogar Krebs. Die Kakteen waren teilweise bis zu 5 Meter hoch. Wir kletterten die Insel, bis zur höchsten Stelle, hinauf und hatten eine tolle Aussicht auf die umliegende Salzwüste und die beeindruckenden Kakteen. Die Sonne schien und wir hatten uns vorsorglich dick eingecremt. Die Temperaturen waren auf 3.400 Metern schon wesentlich angenehmer und es war recht warm. Die Insel mitten im umliegenden Weiß hatte uns wirklich beeindruckt und bot ein schönes Bild. Apropos Bild, es war Zeit für eine Fotosession inmitten der weißen Salzwüste für die wir in die Wüste hineinfuhren. Nachdem wir eine einsame Stelle fanden, wurden die Plastikdinosaurier, Plastikgodzillas und Kameras rausgeholt. Dabei bemerkten wir recht schnell, dass die besten Fotos nicht mit den wirklich guten Kameras funktionierten, sondern mit den Handykameras, die bei der Perspektive wesentlich praktischer waren (Pili erwähnte es schon früher, aber wir konnten es uns nicht vorstellen). Wir verbrachten knapp 2 Stunden mit Fotos machen, was aber auch wirklich viel Spaß machte. Insbesondere Freddie, unser Fahrer, entpuppte sich als wahres Fotogenie, wenn er uns fotografierte. Danach ging es weiter zu einer kleinen Station am Rande der Salzwüste, bei der Leute ihre Fahnen hinterlassen konnten (eine Deutsche Fahne gab es jedoch nicht). Steffi kaufte sich hier eine Mütze für ungerechnet 12 €, an der eine Frau knapp 3 Wochen gearbeitet haben soll. Wir schauten uns die Station kurz an, fuhren dann aber bald auch schon weiter in Richtung Uyuni, wo wir noch einen kurzen Stopp in einem kleinen Dorf vornahmen, wo wir uns Essen kauften. Daneben bestand hier die Möglichkeit sich mit Souvenirs einzudecken. Wir hinterließen anschließend die Wüsten und kehrten zurück auf befestigte Straßen und fuhren weiter in Richtung Uyuni, wo dann auch unser letzter Stop an einem Eisenbahnfriedhof war. Anschließend fuhren wir dann auch zum Hotel, wo wir uns duschen konnten und die Zeit bis zu unserem Nachtbus in La Paz totschlagen konnten. Wir bestiegen den Nachtbus nach La Paz gegen 20 Uhr.Read more

  • Day88

    Nach dem langen Tag gestern sollten wir am heutigen Tage erst einmal ausschlafen. Die Sonne stand also schon länger am Himmel, als wir mit dem Frühstück fertig waren und die ersten Schritte nach draußen setzten. Und dann sahen wir auch den Grund, warum das Flamingo Hotel genau diesen Namen trägt. Das Hotel liegt im Nirgendwo der Wüste, aber an einer großen Lagune, wo sich hunderte von Flamingos niedergelassen haben und die Männchen eindrucksvoll auf Brautschau gehen. Die Tiere ließen sich nicht von uns beirren und stapften durch das Wasser für die Suche nach Nahrung. Dem Treiben der Rosafarbenen Vögel schauten wir ein wenig zu, bevor wir uns dann gegen 10 Uhr auf den weiteren Weg machten. Wir fuhren eine staubige und ausgestorbene Landschaft entlang bis zur nächsten Lagune namens Canapa, wo wir wilde Lamas fanden und weitere Flamingos, während sich die umliegenden Berge im See spiegelten. Die Wüste sollte nicht enden und wir fuhren zu einem der aktivsten Vulkane Südamerikas, dessen Ausbruch jederzeit erwartet wird und aus dem Dampf hervorsteigt. Wir beobachteten dieses Monstrum aus einiger Entfernung von einer von Wind und Gezeiten geformten Felsformation aus. Auf der weiteren Fahrt wurde es dann wieder etwas buschiger, bevor wir eine weite Staubwüste durchquerten. Nach der Durchquerung ebendieser kam dann aber auch das Leben zurück und es fanden sich viele Büsche und Kakteen. Wir hielten dann bei einer Nekropole, in der die Inkas ihre Toten vergruben. Zwar siedelten die Inkas hier nicht, sie flüchteten aber vor den marodierenden und mordenden Spaniern hierher (Während die Portugiesen in den Dialog mit den Indianern traten und sich für die Lebensweise, sei es auch nur für das Überleben in der fremden Gegend, interessierten, metzelten die Spanier von Mexiko bis Südamerika fast alles ab). Die Inka vergruben ihre Toten aber mit viel Gold für das Jenseits. Nachdem die Spanier aber anfingen die Gräber der Inkas zu öffnen, um an das Gold zu kommen, wurde das Gold dann in der Wüste für die Toten vergraben und bis heute nicht gefunden. Die Spanier demolierten im Gegenzug aber dennoch wild die Gräber der Inkas. In der Nekropole, die wir uns ansahen, waren noch einzelne Gräber erhalten. Uns wurde dabei erklärt, dass die Inka einen Schönheitskult hatten und ihre Schädel oval verformten (die Vorstellung des Aussehens von Aliens lässt sich davon ableiten). Lediglich Sklaven hatten normale Schädel und nach den Vorstellungen der Inkas war dies unattraktiv. Es wurden auch mehrere Tote in ein Grab gelegt und hohe Persönlichkeiten wurden in die Fötusstellung positioniert, um die Wiedergeburt zu ermöglichen. Wir konnten uns noch ein paar der Gräber anschauen (waren aber nicht sicher, ob diese wieder hergestellt wurden). Es handelt sich dabei um Steingebilde, die auf dem ersten Blick einem Ofen ähneln und in denen ein kleines Loch ist, in dem die Toten beigelegt wurden. In einigen der Gräber fanden sich auch Skelette, wobei wir uns in der Gruppe uneinig waren, ob diese echt waren (wir gehen davon aus, dass sie nicht echt sind, da u. E. auch die Schädelform normal aussah und wir davon ausgingen, dass die ovale Verformung als Baby sich auch etwas auf den Schädel hätte auswirken müssen, die Skelette strahlend weiß waren und auch ein wenig zu groß aussahen für Menschen vor knapp 700-800 Jahren). Wir verließen die Nekropole und wollten den Kindern des Dorfes ein paar Süssigkeiten schenken, wobei die dafür vorgesehene Tüte verschwunden war. Sie musste irgendwo bei einem der Jeeptauschs am gestrigen Tage verloren gegangen sein. Wir ärgerten uns darüber, konnten aber leider nichts unternehmen. Zum Glück hatten die anderen aber noch etwas dabei. Nach einem kurzen Mittagsstop in einem der ersten Spuren menschlicher Zivilisation (in dem besagten Dorf) ging es dann durch domestiziertes Gebiet, in dem vor allem Quinoa angebaut wurde. Irgendwann auf der weiteren Fahrt folgte dann die Salzwüste, die wir durchqueren mussten. Das endlose Weiß der Salzwüste zog sich über Hunderte von Kilometern bis wir auf der anderen Seite des ausgetrockneten Sees ankamen, wo wir unser Quartier hatten. Der Salzsee selbst steht für Morgen auf dem Programm, sodass wir hier nur einmal einen ersten Eindruck erhalten konnten. Wir kamen in einem netten kleinen Domizil an, wo wir unser Haus bezogen und neben uns die Lamas grasten. Wir waren auf der einen Seite von der Salzwüste umgeben und auf der anderen Seite thronte der Vulkan Taukino über uns. Das Haus war einfach gehalten und Bestand im Inneren fast ausschließlich aus Salz, mit dem die Wände geputzt sind und der Fussboden ausgelegt ist. Die Ausstattung ist einfach, aber uns gefällt es sehr. Am Abend versuchten wir uns dann wieder am Sternenhimmel, wobei wieder eine Menge Sterne zu sehen waren, aber auch hier der Mond so hell strahlte, dass die Milchstrasse nicht sichtbar wurde. Anschließend ging es ins Bett, da wir Morgen wieder früher aufstehen sollten.Read more

  • Day87

    Bereits um 7 Uhr morgens startete unsere Expedition in die Wüsten des bolivianischen Hochlands, die uns 3 Tage in Anspruch nehmen sollte. Aus diesem Grund nahmen wir dann auch für diese Zeit unsere letzte Dusche und bestiegen einen der zwei Jeeps. Unsere großen Backpacks nahmen wir nicht mit, da wir nur mit schmalen Gepäck in die Wüste fahren sollten. Wie sich herausstellen sollte, wählten wir aber den “falschen“ Jeep. Und so ging unsere Fahrt aus Uyuni heraus in unwirtliches Gelände, welches grösstenteils aus Büschen, Steinen und Staub bestanden. Vereinzelt waren dann die Lamas zu sehen, die sich hier bewegten. Daneben sahen wir auch viele Strauße, die sich über das weite unbewohnte Land bewegten. Dann machte der Jeep ein eigenartiges Geräusch und die Übertragung von Motor zu den Rädern funktionierte nicht mehr. Das war unser erster unfreiwilliger Stop. Wir konnten die Zeit nutzen, in dem die zwei Fahrer den Jeep reparierten, um ein wenig weiter in die Wüste voranzugehen. Und wir waren von der Weite der Wüste und der Leere, die hier auf dem ersten Blick herrschte respektvoll beeindruckt. Die Wüste ist jedoch belebter, als man auf den ersten Blick denken mag. Nach einigen Metern huschte auch schon die erste Ecke aus einem Busch und versteckte sich weiter weg. Nach der rudimentären Reparatur des Jeeps fuhren wir dann erstmal weiter und durch ein Doof, welches an einer Wasserquelle liegt und die Menschen sich an dieser angesiedelt haben. Nur ca. eine halbe Stunde machte das Radio und anschliessend die Autobatterie schlapp und wir hatten unsere zweite unfreiwillige Pause in der Wüste. Hier war die Landschaft schon wesentlich hügeliger und immer noch von kleinen Büschen umgeben. Nachdem auch hier die losen Kabel zusammengesteckt wurden, ging es dann hier weiter. Aber nur wenige Minuten später, wir erreichten derweil einen ausgetrockneten Salzsee, machte der Jeep dann endgültig schlapp. Auch hier legten wir eine unfreiwillige Pause ein, die wir mit der Erkundung des Terrains und ein wenig Klettern verbrachten. Da zwischendurch immer mal wieder andere Jeeps vorbeikamen, versuchten sich an der Reparatur mehrere Jeepfahrer. Irgendwann wechselten wir den Jeep und fuhren dann bei Paul mit, der gerade ein paar Touristen abgesetzt hatte und daher frei war. Er sollte uns dann durch die staubige Wüste, die mittlerweile auch keine Büsche, Sträucher oder anderes pflanzliches Leben beherbergte, zu einer Thermalquelle bringen, die der erste geplante Stop der heutigen Tour werden sollte. Nach knapp 45 Minuten kamen wir dort an und konnten die Lagune mit den Flamingos begutachten. Da wir uns auf gut 4.200 Metern Höhe befanden, hielten wir es nicht allzu lange in der Quelle aus, da der Blutdruck ziemlich Anstieg. Aus der Quelle entstiegen trockneten wir auch ohne ein Handtuch in wenigen Minuten, was an der trockenen Höhenluft liegt. Der Blick auf die Lagune war jedoch wunderschön und es war toll hier auch etwas Leben in dieser unwirtlichen Gegend in dieser buchstäblich atemberaubenden Höhe zu sehen. Die Lagunen sind oftmals sehr toxisch und mit natürlichen Stoffen angereichert, die aus dieser hochaktiven vulkanischen Gegend stammen. Dementsprechend ist auch fast jede Erhöhung ein aktiver oder erloschener Vulkan, die die Gegend über Jahrtausende formten. Wir aßen hier auch zu Mittag und es kam dann auch ein neuer Jeep mit neuem Fahrer, der den Auftrag unterwegs vom anderen Fahrer übernahm (von Uyuni waren wir mittlerweile gute 5 Stunden entfernt). Wir fuhren dann weiter zur sog. grünen Lagune, wo es aber aufgrund des Windes nicht so grün war. Die Mineralien, die sonst für die grüne Farbe zuständig sind, wurden einfach zu oft durchgewirbelt. Wir hielten uns hier nur kurz auf und nahmen die „Straße“ (also einen x-beliebigen Pfad) durch die rötlich schimmernde Wüste. So stellen wir uns auch ungefähr die Oberfläche des Mars vor. Von dieser Wüste ging es dann in die Dali-Wüste (insgesamt haben wir an diesem Tag 3-4 Wüsten durchquert, die allesamt anders waren: von staubigen Boden mit kleinen Büschen und Kakteen, zu Wüsten mit roten Boden und keinen Zeichen von Leben, Wüsten, die hauptsächlich aus Felsen bestehen bis zu einem Mix aus diesen). Die Dali-Wüste hat seinen Namen nicht da Salvador Dali hier jemals einmal war, sondern weil sie seinen berühmten Bild mit den geschmolzenen Uhren erinnert (Dali hat sich da nicht an der Natur orientiert, sondern seinen Drohen haben das erledigt). Die Felsblöcke selbst wurden durch die Gezeiten und den Wind in all den Jahren zu einem surrealen Szenario geformt. Wir hielten uns hier nicht allzu lange auf, da es Nachmittag war und die Temperatur von knapp 20 Grad mittlerweile auf 8 Grad runtergekühlt ist (am Abend waren es dann 0 Grad). Der nächste Stop waren dann die Geysire in der nächsten Wüste. Da die Gegend sehr vulkanisch aktiv ist, dampfte und blubberte der Boden und hinterliess schwefelhaltige Gerüche. Da wir aber zahlreiche Geysire in Neuseeland sahen, war dies lediglich „ganz nett“. Der Wind war aber auch hier ziemlich stark und führte zu einem sehr einseitigen Abzug des Dampfes. Die Reise ging weiter durch die Wüste und der Jeep hielt auch durch. Wir durchquerten einen recht felsigen Teil und kamen am Ende an der roten Lagune an, die ihrem Namen auch gerecht wurde. Hier gab es neben Flamingos auch Lamas, die sich nicht von der Kälte, die mittlerweile herrschte, stören ließen. Es wurde bereits langsam dunkel, sodass wir von der roten Lagune auch bald aufbrechen mussten. Der vorletzte Stop des Tages waren dann weitere Dali-Felsen, die mit ein wenig Phantasie wie Bäume, Gesichter und Tiere aussahen. Chris ließ es sich nicht nehmen, um auch hier die ein oder andere „Figur“ hochzuklettern, was ihn aber auch ziemlich aus der Puste brachte. Wir waren noch immer nicht ganz akklimatisiert. Steffi versuchte solche Klettereien schon nicht, da sie durch ihren Schnupfen ohnehin nicht genug Luft bekam. Die Felsen waren wirklich aufregend und wirkten ebenso surreal wie Dalis Bilder. Sie passten nicht ganz so sehr in dieses Naturbild aus Staub. Da die Temperatur schon stark fiel, machten wir uns dann auch in der Dunkelheit auf den Weg ins Flamingo Hotel, welches im Nirgendwo dieser Wüsten liegt. Unser Fahrer fuhr durch die Nacht dieser Wüste nur gefolgt von dem anderen Jeep und den aufgehenden Sternenhimmel. Wir kamen dann gegen 21:30 Uhr im Flamingo Hotel an und waren echt beeindruckt. Wir hatten so etwas nicht erwartet. Es handelte sich um ein kleines nettes Hotel mit netten Zimmern (wir erwarteten eher etwas wie im Pantanal) und einer netten Gaststube mit wirklich gutem Service. Das Flamingo Hotel ist ein Öko-Hotel und speist u. a. seine Elektrizität nur aus Sonnenlicht, welches dann für Abends gespeichert wird. Demzufolge sind die Steckdosen auch nicht ununterbrochen nutzbar. Nach einem netten Abendessen gingen wir dann noch hinaus, um Sterne zu beobachten. Der Sternenhimmel war klar und es waren viele Sterne zu sehen. Nur leider war der Mond so hell, dass die Milchstraße nur ganz leicht zu sehen war. Im Prinzip war dies auch unsere Beste Chance auf die Milchstraße, da wir auf knapp 4.600 Metern waren, ohne dass irgendwelche menschengemachte Lichtquellen in mittelbarer und unmittelbarer Entfernung hätten stören können. Da wir seit 7 Uhr unterwegs waren, gingen wir aber auch recht zeitnah zu Bett.Read more

  • Day86

    Wir schauten uns am frühen Morgen noch einmal Potosi an und gingen durch die Straßen, wo wir viele Kinder sahen, die von fremden Leuten Süssigkeiten bekamen. Viele Leute standen auch bei öffentlichen Einrichtungen an, da dort Spielzeug und Süssigkeiten für Bedürftige an Weihnachten verteilt werden. Wir schauten uns die Kathedrale und die schönen Kolonialbauten an, die die Stadt zu bieten hat. Wir gingen dann noch in einen Supermarkt, um ebenfalls Süssigkeiten und ein bisschen Spielzeug zu kaufen, die wir den Kindern in der kargen Landschaft und in der Salzwüste schenken wollten. Am späten Vormittag fuhren wir dann mit dem Bus nach Uyuni. Die Fahrt dauerte knapp 3 Stunden und führte vorbei an der kargen Landschaft des bolivianischen Hochlands, wo nichts wuchs als Büsche und die kargen Siedlungen trostlos im Niemandsland lagen. Nur vereinzelt sah man Leute an den Straßen, die nach Essen fragten, auf eine Mitfahrt hofften oder Hirten waren, die sich um ihre Lamas kümmerten. Später als die Büsche in der Landschaft durch Gras ersetzt wurden, nahm die Lama-Population auch zu und man sah neben den domestizierten Tieren auch wilde Tiere umherlaufen. Die Landschaft ist wild und karg und zwischendurch finden sich immer wieder Reste von verlassenen Häusern und Kakteen. Am Horizont sind immer Berge zu erkennen und kleine Siedlungen, die aus halbfertigen Häusern mit Wellblechdächern bestehen, finden sich immer wieder. Es ist warm, selbst auf fast 4.000 Metern und man kann nur erahnen, wie sehr es Nachts abkühlen muss. Die Fahrt führt durch das bergige Land und wir bewegen uns zwischen 3.400 und 4.600 Höhenmetern. Die Straße selbst ist in wesentlich besseren Zustand, als wir erwartet haben. Immer wieder müssen wir langsam an den Lamas vorbei, die die Straße überqueren (wollen). Nach knapp 3,5 Stunden kamen wir dann auch in Uyuni an und wir checkten erst einmal ein, bevor wir uns dann die Stadt anschauten. Uyuni wurde als Militärstützpunkt errichtet und ist heute Ausgangslage der touristischen Ausflüge in die Salar de Uyuni. Die Stadt selbst besteht aus staubigen Straßen und vor allem rohen und unfertigen Bauten, die sich über die Stadt verteilen. Wenn man einen Vergleich suchen müsste, dann kommt es den Städten aus dem nordafrikanischen Städten, die in der Tagesschau zu sehen sind, wohl am nächsten. Nach einer Stunde, in der wir uns ein wenig ausruhen konnten, gab es das Briefing für die nächsten 3 Tage in der Salzwüste und wir setzten unsere Weihnachtsmützen auf und bemalten uns. Dann ging es in die Stadt, wo wir über den Markt gingen und kleinen Kindern eine Freude machten. Später gingen wir dann Pizza-Essen und hatten noch eine kleine Weihnachtsfeier mit unserer Gruppe, wo wir unsere Wichtelgeschenke auspackten (Chris bekam eine Alpaca Mütze und Steffi einen Schal und Lama-Socken) und ein wenig Musik hörten, bevor wir dann ins Bett gingen. Denn am nächsten Tag sollte es Abfahrt um 7 Uhr heißen und wir wären dann 3 Tage nicht erreichbar.Read more

  • Day85

    Am frühen Morgen ging es bereits mit dem Bus nach Potosi, wofür wir uns auch dicker anzogen, da es sich um die höchstgelegene Großstadt der Welt auf 4.000 Meter handelt. Die Höhe bemerkt man recht schnell und die Sauerstoffsättigung im Blut fällt erstmal ab. Der Körper muss sich tatsächlich erst einmal akklimatisieren, sodass wir es heute langsam angehen ließen. Die nächsten Tage soll es aber auch wieder einige Höhenmeter bergab gehen. Potosi ist vor allem bekannt für seine Kupfer-, Zinn- und Silberminen, die bereits im 16 Jhd. die Spanier anlockten und die Bevölkerung zur brutaler Arbeit in den Stollen zwangen. Legenden besagen, dass hier soviel Silber gefördert wurde, dass man daraus eine Brücke zwischen Europa und Südamerika bauen könnte. Diese enormen Mengen an Silber haben Potosi einst zur reichsten Stadt der Welt gemacht, wovon heute allerdings nicht mehr viel zu spüren ist. Die Minenarbeiter sind grösstenteils eigenständig tätig und die Technik zur Förderung stammt noch aus dem vorvorletzten Jahrhundert, was jedoch auch den Hintergrund hat, die Minen so lange wie möglich zu betreiben und die Arbeitsplätze zu erhalten. Die Minenarbeiter selbst sind aber weder Krankenversichert, noch irgendwie anders sozial abgesichert. Die Lebenserwartung liegt daher im Schnitt bei nicht mehr als 45 Jahren. Die arbeitstechnischen und gesundheitlichen Bedingungen könnte man als katastrophal bezeichnen. Hinzu kommt auch ein ziemlich ungesunder Lebensstil. Aber einfach mal der Reihe nach. In Potosi angekommen, hatten wir kurz Zeit einmal durch die Stadt zu laufen, bis uns Pedro abholte. Pedro war von seinem 10. Lebensjahr bis er 18 Jahre alt wurde, in den Minen tätig (offiziell ist das Arbeiten erst ab 18 Jahren erlaubt, aber das schert niemanden), bevor er zur Armee ging und dann anschließend Touren durch die Minen anbot. Pedro ist ein sehr witziger Zeitgenosse, der seine Backen mit Coca-Blättern vollgestopft hat (die Coca-Blätter helfen gegen den niedrigen Sauerstoffgehalt und halten wach). Pedro fuhr mit uns zunächst zum Minenmarkt, wo es alles gibt, was man als Minenarbeiter benötigt. Dazu gehören Pickel, Coca-Blätter (zum wachbleiben), Atemmasken (die aber kein „echter“ Mann benutzen würde), Dynamit (Potosi ist die einzige Stadt der Welt in der man legal Dynamit auf der Strasse kaufen kann), Bier und einen 96-prozentigen Alkohol. Wir wussten von Pedro, dass die Minenarbeiter sehr stolze Menschen und ziemliche Machos sind. Wir wussten auch, dass sie sich über Touristen auch immer freuen, da zum einen ausländische Frauen dabei sind, ein wenig Abwechslung in den Alltag kommt, die Männer stolz auf ihren Beruf sind und die Touristen Geschenke mitbringen. Am liebsten haben die Minenarbeiter Dynamit und den 96-prozentigen Alkohol. Da heute jedoch Samstag ist, sagten sie Pedro bereits im vornherein, dass Samstag ein guter Tag für Bier sei. Als Pedro uns die Sachen aus dem kleinen Laden zeigte, kamen auch immer mehr interessierte Minenarbeiter dazu, die uns dazu brachten den 96-prozentigen Alkohol zu probieren, welcher ziemlich brannte, aber alle Parasiten und Bakterien abtöten sollte. Die Männer fanden unseren Gesichtsausdruck witzig und waren sehr nett zu uns. Aber auch hier konnte man bereits an einigen die ersten Anzeichen der Lungenkrankheit sehen: schmale Körper (trotz der harten Arbeit), lila-Lippen, krächzende Stimmen und eine ungesunde Hautfarbe. Wir deckten uns mit Bier und Coca-Blättern ein (Chris Wunsch Dynamit zu kaufen, wurde von der Gruppe nicht erhört). Dann ging es zu Pedros Haus, wo wir unsere Minenkleidung anzogen und dann ging es erstmal in eine Fabrik, wo die Mineralien aufgearbeitet werden. Pedro erklärte, dass die Minenarbeiter mit den gefundenen Mineralien dorthin gehen und direkt - nach dem internationalen Preisen für die Mineralien (was im Endeffekt aber zum Nachteil der Minenarbeiter ist) verkaufen. Wir gingen durch das Werk und konnten dabei die chemischen Prozesse beobachten. Aber auch hier gilt wohl, dass die arbeitstechnische Sicherheit hier nicht wirklich gewährleistet ist. Während wir Atemmasken trugen, verzichteten die Arbeiter auch hier darauf. Dann ging es auf ziemlich abenteuerlichen Straßen dann zum Cerro Ricco, der über der Stadt thronte und in dem sich die Minen befinden. Es gibt insgesamt mehr als 400 Minen hier, die bis zu 5-6 Km lang sind. Dabei gehr Pedro von ca. 5.000 Minenarbeitern aus, die hier grundsätzlich 5-6 Tage je 8 Stunden arbeiten (da sie aber selbstständig sind, kann dies auch variieren). Auch vor der Mine fanden sich wieder Strassenhunde, in die sich Steffi wieder verliebte. Dann ging es in den Schacht und die ohnehin schon dünne Luft wurde noch dünner. Auch mussten wir uns hier teilweise sehr gebückt und kriechend voranbewegen. Insgesamt führten diese Faktoren (Höhe, dünne Luft usw.) dazu, dass wir (aber besonders Chris) ziemlich schnell k.o. waren. Pedro führte uns zu einer Kammer, in der sich das Abbild des Teufels mit einem riesigen Genital präsentierte. Das riesige Genital steht dabei für die Manneskraft in der Mine (wie gesagt ziemliches Macho-Gehabe). Die Minenarbeiter im Potosi Glauben daran, dass der Teufel unter der Erde das sagen hat und bitten ihn um reichlich Mineralien und darum, dass keine Unfälle geschehen. Hierfür hat sich auch ein Ritual festgesetzt, was jeden Freitag praktiziert wird. Gegen Abend trifft man sich vor dem Götzen und trinkt den 96-prozentigen Alkohol. Dabei wird immer immer mit dem Teufel geteilt und vor jedem Schluck gibt man ihm und Gott etwas ab. Dann opfert man ihm Coca-Blätter und Zigaretten. Die ersten Schlucke des 96-prozentigen Alkohols müssen die Jüngsten nehmen. Danach wird er nach und nach mit Saft aufgefüllt und verdünnt. Insgesamt wird daher jeden Freitag tierisch gebechert und alle sind sturzbetrunken. Das ist übrigens auch der Grund, warum am heutigen Samstag die Mine ziemlich ausgestorben war und die Minenarbeiter Bier als Katertrink wollten. Einer der Minenarbeiter gesellte sich dann auch zu uns und wir teilten uns mit ihm ein Bier und nahmen ein paar Schlucke vom hochprozentigen (Pili warnte uns jedoch davor, dass der Alkohol hier stärker wirkt). Pedro erzählte über den Alltag und was den Minenarbeitern wichtig ist (Frauen, Alkohol und viele Kinder). Wir gingen dann weiter in den Stollen hinein und konnten dann die Minenarbeiter bei der Arbeit beobachten. Dabei kamen wir auch an den Silber- und Zinnvorkommen vorbei, die sich von Nord nach Süd ziehen. Pedro meinte, dass er einmal gefragt habe, warum es so sei und nur die Antwort bekommen habe, dass nur Ingenieure solche Fragen stellen und die in der Mine nichts zu suchen haben. Er solle akzeptieren, dass es so ist. Wie kletterten und krochen durch andere Felsformationen und Pedro erzählte uns auch über die gesundheitlichen Folgen und den Alltag in der Mine, während seine Backen immer weiter mit Coca-Blättern wuchsen. Morgens essen die Minenarbeiter sehr deftig und viel, da während des Tages nichts gegessen wird. Am Abend gibt es dann Suppe, da die Arbeit in der Mine staubig ist und Flüssigkeit benötigt wird. Es handelt sich dabei um einen Beruf der in der Familie weitergegeben wird. Die aktuelle Generation möchte für seine Nachkommen jedoch nicht mehr dieses Leben und möchte die Kinder (auch die Mädchen, was sehr besonders hier ist) zur Uni schicken. Die Minenarbeiter selbst können hier sehr viel Geld machen und verdienen für Bolivianer sicherlich auch überdurchschnittlich. Der Staub und die allgemeinen Lebensbedingungen führen jedoch zu einem frühen Tod (Pedro hat erst seinen 37-Jährigen Cousin und 45-Jährigen Onkel verloren). Und wenn man dann mal auf seine Finger schaut und dort zufällig ein silbernes Schmuckstück findet, dann kennt man jetzt auch die Bedingungen hierfür. Nach der Mine waren wir auch ziemlich platt und haben dann auch nicht mehr soviel gemacht. Während Steffi am Abend wenigstens noch Essen war, kam Chris nicht mehr aus dem Bett. Erst langsam akklimatisierten wir uns an die Höhenluft.Read more

  • Day84

    Es regnete stark in Sucre und wir hörten den ganzen Morgen das starke plätschern, welches sich über der Stadt ergoss. Erst gegen Mittag verließen wir das Zimmer, um etwas zu Essen und ein paar Erledigungen in der Stadt vorzunehmen. Da es nach Potosi und danach in die Salzwüste geht, ist Sucre eine der letzten Möglichkeiten für entsprechende Vorräte. Auf dem Weg durch die Stadt wurde Steffi, der es schon deutlich besser ging, von einem Strassenhund verfolgt, den sie am liebsten mitgenommen hätte. Und so kaufte sie dem Hund auch etwas kleines zu Essen im Supermarkt. Für den Nachmittag hatten wir eine Quadtour gebucht, wobei es noch immer stark regnete. Nur langsam ließ der Regen nach und wir bekamen die Info, dass die Tour stattfinden sollte. Wir gingen zum Treffpunkt und bekamen Handschuhe, Helme und Brustschutz. Nach einem kleinen Plausch erfuhren wir, dass wir die einzigen Leute der Tour sind. Derzeit seien nur zwei Squads einsatzfähig, da einer der Eigentümer nach Nepal geflogen ist und niemanden gesagt hat, wo die Schlüssel für die anderen 3 Quads sind. Schwerpunkt der angebotenen Touren sind jedoch sowieso Full-Day-Touren mit Crossmotorrädern in den Bergen, wovon wir immerhin noch einen Eindruck erhalten sollten. Vom Büro ging es dann mit dem Taxifahrer, der eine lange Siesta machte und daher 30 Minuten zu spät war, raus aus Sucre. Die Fahrt war recht abenteuerlich, da er die verschlafene Zeit wohl herausholen wollte. Und so hatten wir wohl unsere erste Nahtoderfahrung auf diesem Trip (und wir liessen uns immerhin schon eine über 70 Meter hohe Klippe Abseilen), als der Taxifahrer ein riskantes Überholmanöver nur knapp zwischen entgegenkommenden Verkehr und Bus abschließen konnte. Da musste sogar er dann mal durchpusten. Wir kamen dann schließlich bei den Quads an, wo bereits Marcelo auf uns wartete. Wir quatschten kurz und Marcelo gab uns eine Einführung in das Fahren mit den Quads (Semi-Automatik). Als wir dann starten wollten, fehlte jedoch ein Schlüssel, den der Taxifahrer eigentlich Marcelo übergeben sollte. Also hieß es wieder warten (die reine Fahrtzeit mit den Quads war jedoch aufgrund der Strecke sowieso fix und wir verpassten daher nichts). Wir quatschten in der Zeit mit Marcelo (ein sehr netter Typ) und stellten fest, dass es das perfekte Wetter für die Tour ist. Denn der Boden ist schön matschig und es hatte ganz aufgehört zu regnen. Wir ließen unsere Regenponchos dennoch an, um uns nicht völlig einzusauen. Marcelo erklärte auch, dass einige der Strassenhunde einen verfolgen und bellen können. Für diesen Fall sollte man einfach stehenbleiben, da der Hund dann denkt, dass es ernst wird. Der Taxifahrer und der Schlüssel kamen und nach ein paar Übungsrunden fuhren wir dann auch schon los. Es ging durch kleine Siedlungen von Bauern. Wir sahen Kinder im Matsch spielen, Kinder die Gräben aushoben (der Begriff Kindheit aus unserem Kulturkreis gibt es so nicht, das ein Großteil der Kinder ab 6 Jahren bereits schwerer körperlicher Arbeit nachgehen). Wir fuhren durch die schlammigen Straßen und raus aus den Siedlungen mit dem Blick auf die Berge. Es machte höllisch spass durch die schlammigen Straßen zu fahren und im Augenwinkel, die bis zu 4.000 Meter hohen Berge zu sehen. Und so fuhren wir mit Marcelo 2,5 Stunden durch kleine Siedlungen, die karge und raue Natur und mit abwechselnden Perspektiven auf die Berge und die Sucre. Da wir uns mit Marcelo gut verstanden, zeigte er uns auch ein paar Aussichtspunkte, die nicht auf der Route waren. Erschöpft und schmutzig, ging es dann mit dem Taxi wieder in die Stadt. Wir gingen am Abend nur ein Essen (bereits zum dritten Mal besuchten wir ein vegetarisches Restaurant, da der Fleischkonsum in Südamerika für unseren Geschmack zu hoch ist), ein wenig spazieren und ins Hotel, da wir ein wenig erschöpft waren und unsere Sachen für den nächsten Tag packten. Morgen sollte es nach Potosi gehen, der Silberminenstadt auf knapp 4.000 Metern Höhe. Hierfür hatten wir uns mit Coca-Bonbons gewappnet. Die Einheimischen kauen Coca-Blätter um trotz der Höhe wach und fit zu bleiben. Das Zeug gibt es aber auch als Teeform und Bonbons.Read more

  • Day83

    Wir wachten bereits früh in Sucre auf und gingen frühstücken. Steffis Erkältung ist jedoch leider schlechter geworden und so entschied sie sich dafür, heute im Bett zu bleiben. Chris schaute sich hingegen die Stadt an. Zuerst ging es zum Platz des 25. Mais, der das Zentrum der Stadt darstellte. Dabei ging es vorbei an vielen bettelnden Kindern und alten Menschen, die auf den Straßen umherliefen. Der Platz selbst ist sehr sauber und schön gehalten und von hier gehen die vielen kleinen Straßen in jede Richtung ab. Das erste Ziel sollte der zentrale Markt sein, wo vor allem Lebensmittel und Haushaltswaren angeboten werden. Die Leute sitzen größtenteils auf dem Boden oder hinter kleinen Ständen, um von dort aus ihre Waren anzubieten. Auch hier war es wieder verdammt günstig. Danach ging es weiter durch die Stadt an einer Buchhandlung in einem alten Kolonialhaus vorbei. Hier zeigte sich wieder die schöne Architektur Sucres. Die angebotenen Bücher sind jedoch allesamt gefälscht und nachgemacht, was ebenso für die angebotenen Filme, Klamotten und technischen Geräte hier gilt. Auch gab es bereits Filme auf DVD, die es gerade erst im Kino gibt (Handkamera, ole). Dann ging es in einen öffentlichen Park, in dem das Highlight des Parks, ein nachgemachter Eifelturm, mit einem Stacheldraht vor dem Betreten geschützt wurde. Um den Park herum fanden sich eine Vielzahl von alten Kolonialbauten, die in einem hervorragenden Zustand waren. Im Park selbst fanden sich noch mehr Strassenhunde als in der restlichen Stadt. Alle sind aber sehr lieb und sehen auch wohlgenährt aus. Von den umherlaufenden Menschen lassen sie sich aber kaum beeindrucken. Der Weg führte weiter durch die Stadt und man bemerkte das erste Mal wie hügelig die Stadt tatsächlich ist. Die Höhe von knapp 2.800 Metern machte sich dabei schon bemerkbar. Und - wie bereits in Santa Cruz - führte der Weg an Protestierenden Ärzten vorbei. Soweit man sich vom Zentrum entfernte, wurden die Gebäude kleiner und sind nicht mehr in dem guten Zustand. Zwischen den Häuserzeilen fanden sich immer wieder Garagen, von denen aus Dinge verkauft wurden. Schließlich kam Chris am Friedhof der Stadt an. In Bolivien finden kaum Erdbestattungen statt und es finden sich daher Mausoleen oder Wandgräber, bei denen die Särge in eine Wand eingemauert werden. Diese Wandgräber enthalten ein kleines Fenster in denen die Angehörigen viele persönliche Gegenstände des Verstorbenen ablegen können. Davon wurde auch bei den meisten Gräbern Gebrauch gemacht, sodass diese die Persönlichkeit des Toten widerspiegeln können. Vom Friedhof ging es immer steiler die Stadt bergauf, denn das nächste Ziel sollte ein Aussichtspunkt sein. Und so ging es die schmalen Straßen entlang und die Abgase der Autos stanken, als wenn das Wort „Katalysator“ ein weit entfernter Planet sei. Es war bewölkt und ein nieselte ein wenig, als Chris endlich am Aussichtspunkt ankam. Die Aussicht auf die Stadt war dennoch schön und der Weg hatte sich daher gelohnt. Von dort ging es zurück zum Hotel, wo Chris Steffi abholte. Gemeinsam ging es dann zum zentralen Markt, wo wir uns etwas zu Essen kauften. Da Steffi jedoch noch nicht ganz fit war, trennten sich die Wege dann aber auch recht schnell wieder. Während Steffi wieder ins Bett ging, fuhr Chris mit dem Taxi zum Cal o‘Orcko, wo sich die flächenmässig größte prähistorische Stätte der Welt befindet. Dabei ging es mit dem Taxi vorbei an den Außenbezirken der Stadt, wo sich viele Busse und kleine Geschäfte befanden, die von Empenadas bis zu Stossstangen von Autos alles anboten. Recht schnell war auch die Strasse auch nur noch ein staubiger Weg und die Stadt war hinter Chris. In naher Entfernung war dann auch eine Fabrik zu sehen, die direkt neben dem Dinosaurierpark liegt. Die knapp 1,7 Km langen Fussspuren der Dinosaurier wurden nämlich lediglich durch einen Zufall entdeckt. Bei Sprengungen des umliegenden Berges, bei denen die Mineralien für die Zementherstellung genutzt wurden, fand man plötzlich die besagten Fussspuren. Und so fand sich neben diesem bedeutenden Fund eine Fabrik mit allem was dazugehört: Krach, Verschmutzung und zahlreiche LKW. Da Chris leider zu spät war, konnte er nicht mehr an der Tour teilnehmen, die unmittelbar neben den Fussspuren stattfindet. Und so musste er vorlieb mit dem Dinosaurierpark und dem Blick auf die prähistorische Stätte nehmen. Bereits am Eingang wurde Chris auf Spanisch angequatscht und es stellte sich heraus, dass eine Tour durch den Park angeboten wird. Da Chris die einzige Person war, die dem spanischen nicht mächtig ist, gab ihm Jose, der Führer, immer eine Erklärung auf Englisch mit. Jose erklärte dabei u. a. wie es dazu kommt, dass die Fussspuren an einer vertikalen Wand zu finden sind (liegt daran, dass sich die Kontinentalplatten verschoben und der Boden V-förmig nach oben geschoben wurde), welche Art von Dinosauriern die Fussspuren hinterlassen haben (weiss man nicht genau, da keine Knochen in der Nähe gefunden wurden) und wie die Spuren entstanden (durch eine Art natürlichen Zements). Ein wenig witzig waren dann die ausgestellten Dinosaurier, da niemand weiß, welche Art der Dinosaurier die Spuren hinterließ. Außerdem fand dich ein Tyrannosaurus Rex, der jedoch nicht in Südamerika vorkam und aufgrund einer fehlenden Landbrücke auch kaum den Weg von Nordamerika mit seinen kleinen Ärmchen geschwommen sein kann (If you happy and you know it, clap your hands... ups). Die Fussspuren selbst konnte Chris im Detail nicht sehen, wohl aber einen Ausblick auf die gesamte Stätte. Und so zogen sich Dinosaurierspuren Kreuz und Quer über die Wand. Mit dem Taxi fuhr Chris dann wieder zurück in das Zentrum. Er machte ein Nickerchen und ging dann Abends mit den anderen der Gruppe Essen (ein 4-Gang Menü mit Getränk für 4,5 €) und danach zu einem Salsa-Kurs. Er versuchte sein Glück und lernte die Basisschritte, als es dann an die Partnerwahl ging, klinkte er sich aus und stellte fest, dass ihm Tanzen kein Spaß macht. Der Tag war dann auch schon vorbei.Read more

Never miss updates of LongJourneyShort with our app:

FindPenguins for iOS FindPenguins for Android

or sign up here:

Sign up now