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  • Day15

    Get your kicks on Route 66!

    July 5, 2009 in the United States ⋅ ☀️ 34 °C

    Well, if you ever plan to motor west,
    Just take my way, that's the highway, that's the best.
    Get your kicks on Route 66.

    Well, it winds from Chicago to LA
    More than two-thousand miles all the way.
    Get your kicks on Route 66.

    Was Nat King Cole vor vielen Jahrzehnten besang (und Depeche Mode 1988 coverten), haben wir uns heute auch auf die Fahne geschrieben. Nach zwei Nächten in Kingman ist Malte soweit wieder genesen, dass wir weiterfahren können. Wir haben nur noch wenige Tage Urlaub vor uns, und so planen wir die nächsten Etappen mit weit weniger Programmpunkten als ursprünglich vorgesehen.

    Wir wollen nach Tehachapi, wo wir den Ort als Stützpunkt für zwei Tagesausflüge nehmen. Von dort aus können wir dann am 8. Juli bequem wieder zurück nach Los Angeles fahren. Für uns heißt das, dass es nun stramm Richtung Westen geht. Wir könnten die Interstate 40 nehmen, doch entscheiden uns auf einigen Abschnitten auch für die klassische »Route 66«, die größtenteils parallel verläuft. Die Straße befindet sich leider in einem eher bedauerlichen Zustand.

    Well it goes through St. Louie,
    down to Missouri,
    Oklahoma City looks oh so pretty.
    You'll see Amarillo, Gallup, New Mexico
    Flagstaff, Arizona, don't forget Winona,
    Kingman, Barstow, San Bernardino.

    Won't you get hip to this timely tip,
    And think you'll take that California trip,
    Get your kicks on Route 66,
    Get your kicks on Route 66.

    Neben der Atmosphäre der legendären alten Straße ist es nicht zuletzt auch die nahe Bahn, die die Tour für Malte so interessant macht. Auch deshalb, weil er an vielen Stellen bereits vor 13 Jahren einmal war und sich ein klein wenig auskennt. Die langen Güterzüge sieht man in der weiten Landschaft oft schon eine Viertelstunde vorher. Die diversen Geocaches, die wir hier auch finden, gab es damals natürlich aber noch nicht, denn Geocaching ist erst seit dem Jahr 2000 technisch möglich.

    Der erste Abschnitt geht erst einmal über die I 40 auf Needles zu. In Topock erreichen wir wieder Kalifornien und haben hier tatsächlich eine Art Grenzkontrolle. Der nette Mann in Uniform muss lachen, als ich auf die Frage, wo wir herkämen, wahrheitsgemäß mit »Germany« antworte. Nein, die Stadt in Arizona meine er und ist mit »Kingman« als Angabe sehr zufrieden. »Äuff Wieedasäähnn« schnarrt er, und wir fahren glücklich weiter.

    Hinter Needles biegen wir auf Highway 95 ab und fahren bis zum bekannten Bahnübergang bei Arrowhead Juction, dort auf die Goffs Street Richtung Westen. Hier befinden wir uns wieder auf der klassischen Route 66. Während wir mit 65 Meilen in der Stunde durch die Wüste brausen, entdecken wir vor uns auch einen Güterzug auf dem benachbarten Gleis. Besser noch, gleich zwei. Wir werden Zeuge einer fliegenden Überholung zweiter Züge und Malte tritt ordentlich auf das Gas, um parallel nebenher zu fahren. Wir fahren den Zügen voraus, bis wir Goffs erreichen. Hier haben wir eine gute Minute Zeit, dann senken sich die Schranken und der schnellere der beiden Züge brettert durch. Kaum ist der verschwunden, folgt der zweite auf dem anderen Gleis.

    Maike hat ein kleines Video der Zugvorbeifahrt gedreht, das über den QR-Code unten abgerufen werden kann. Es dauert insgesamt dreieinhalb Minuten, bis der Zug den Bahnübergang passiert hat, zu sehen ist deshalb nur ein kleiner Ausschnitt.

    Auf halbem Wege zwischen Needles und Bastow gab es früher eine alte Bahnhofsstation namens Danby, an der die Dampflokomotiven einst Wasser nahmen. Heute rollen die Züge hier durch, kein Mensch ist mehr weit und breit zu sehen. Es darf ge-cacht werden! In diesem schnuckeligen Häuschen in der Geisterstadt ist ein Cache versteckt, den wir glücklicherweise recht schnell finden.

    Einige Meilen weiter westlich: An einem Autowrack in der Wüste, das in den letzten Jahrzehnten offenbar auch mehrfach als Zielscheibe für Waffennarren diente, liegt der Geocache wiederum ganz offen. Die Munitionskiste mit dem Cache ist auf dem Foto in der Fahrertür gut zu sehen.

    Bei Amboy begegnet uns ein Baum, in dem zahllose Schuhe und Büstenhalter hängen. Der Baum soll Wünsche erfüllen. Ob es klappt, wissen wir leider nicht.

    Über Bastow und den Highway 58 erreichen wir nach längerer Fahrt westwärts abends dann endlich Tehachapi. Wir checken im La Quinta ein. Während wir das Zimmer belegen, hört Malte schon den nächsten Güterzug und rennt los. Gerade noch, bevor der lange Schatten der Berghänge das Gleis erreicht, kann er eine nette Aufnahme machen. Danach geht es in den Pool.
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