• Bei den sanften Riesen!

    May 2 in Rwanda ⋅ ☁️ 7 °C

    So, letzter Tag meiner Reise durch Afrika. Und der sollte noch einmal etwas besonderes werden. Ich hatte mir schon weit im Vorfeld ein Permit für den Besuch der freilebenden Berggorillas in Ruanda organisiert und jetzt nun war es soweit.

    Wieder einmal aber war ich so gar nicht vorbereitet. Schließlich muss man auch erstmal hinkommen. Zunächst 4am war Pickup an der Unterkunft in Kigali und dann 3h Fahrt im Allrad und auf besten Bergstraßen durch die "Schweiz von Afrika". Nach einem kurzen Briefing ging es weiter, jetzt im straffen Gelände hinauf bis in die am Rand vom Nationalpark gelegenen Bergdörfer. Nach weiteren 90min mit dem Auto ging es dann nur noch zu Fuß weiter. Und das war ernsthaftes Trekking!! Mit scharfen Waffen (wegen der Büffel hier oben, die manchmal verrückte Sachen machen), Machete (weil Dschungel und da Wege einfach nicht existieren) und natürlich einer Menge Respekt machten wir uns immer den Spurenlesern hinterher auf den Weg in Richtung Gorillafamilie. Die hat sich auf 3000 m Höhe rumgetrieben. Das Auto hatten wir auf ca 2200 m stehen gelassen und so schlugen wir uns mittlerweile im Dauerregen durch den Busch immer weiter den Berg hinauf.

    Und wir waren noch gar nicht richtig vorbereitet, d.h. Rucksack ab, Mundschutz-Maske auf und Waffen und Stöcke weg, kam auch schon der Chef der 14-köpfigen Gorillagruppe (genannt Zusu) auf uns zu. Da weiß man vor lauter Schreck gar nicht wohin mit sich. 🤣 Aber die Tiere waren so sanft und gelassen, da war die Aufregung auch schnell verflogen.

    Hier ein paar Fakten:
    Die Gesamtzahl der weltweit freilebenden Berggorillas liegt aktuell bei mehr als 1.000 Individuen. Die Tiere verteilen sich auf zwei isolierte Populationen im Grenzgebiet von Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo. Dank intensiver Schutzbemühungen konnte der Bestand in den letzten 30 Jahren mehr als verdoppelt werden. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stuft sie nicht mehr als „vom Aussterben bedroht“, sondern als „stark gefährdet“ ein. Berggorillas essen am Tag Pflanzen und Wurzeln in einer Menge von ungefähr 70% ihres Körpergewichts. Ein ausgewachsener Berggorilla-Silberrücken (Durchschnittsalter zwischen 35 und 40 Jahren) wiegt dabei in der Regel zwischen 150-180kg.... und ist top trainiert, wie ich aus nächster Nähe feststellen durfte.

    Am Ende bleibt festzuhalten. Diane Fossey hat alles richtig gemacht und ohne Zweifel ... Natur ist gewaltig!!

    Bis bald!
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