Siena
July 20, 2022 in Italy ⋅ ☀️ 37 °C
Nach einem sehr heißen Tag in Ambra, ging es kurz nach 16 Uhr nach Siena.
Trotz des späten Nachmittags, waren auch um diese Zeit noch über 30°C.
Mit ihren etwa 53.000 Einwohnern gilt Siena als eine der schönsten Städte der Toskana und war somit auch unser erstes Ziel während unseres Urlaubs.
Schon seit Jahren steht die Stadt in politischer, wirtschaftlicher und künstlerischer Sicht in Rivalität mit Florenz, welche ja für die Renaissance bekannt ist, während Siena eher die mittelalterliche Gotik beherbergt.
Bereits im 12. Jahrhundert standen die beiden Städte auf verschiedenen Seiten im Streit der Guelf und Ghibelline. Während Florenz die Guelf, und somit den Papst, unterstützte, stellte sich Siena auf ghibellinischer Seite und erhielt durch die Befürwortung des Kaisers verschiedene Privilegien.
1555 wurde Siena nach langer Belagerung von den Spaniern eingenommen, wurde jedoch bereits zwei Jahre später an Cosimo I. als Lehen gegeben, wodurch die Stadt Teil des Großherzogtums Toskana wurde.
Die Altstadt zählt übrigens seit 1995 auch zu den UNESCO-Welterben.
Und dort ging es heute auch hin.
Geparkt haben wir auf der Straße Via Roma, welche uns Blick auf die erste Sehenswürdigkeit bot: La Porta Romano.
Dies ist eines der Stadttore in Siena und entstand bereits in 1310 im Zuge der Stadtmauererweiterungen.
Entstanden auf den Gelände des zerstörten Klosters Santa Barnaba ersetzte es das vorherige Tor Porta San Martino.
Nach jahrhundertelanger Vernachlässigung wurde es 1932 restauriert. Dabei wurde auch das mittlere Tor vergrößert, um es dem Verkehr anzupassen.
Durch das Tor, folgten wir der Straße für ungefähr einen Kilometer bevor wir am San Martino angelangten.
Dies ist eine Kirche, welche dem heiligen Martin von Tours gewidmet ist. Sie ist eine der ältesten Kirchen in Siena und wurde erstmals im 8. Jahrhundert dokumentiert.
Wir folgten der Straße weiterhin in einem leichten Bogen bis wir am Dom zu Siena ankamen. Dieser wird auch Duomo di Siena oder Duomo Santa Maria (beziehungsweise offiziell: „Cattedrale Metropolitana di Santa Maria Assunta“).
Mit dem Bau dieser Kathedrale wurde bereits Anfang des 13. Jahrhunderts begonnen. Jedoch sorgten die Pest von 1348, eine Wirtschaftskrise und statische- beziehungsweise Baugrundprobleme zur Einstellung aller Arbeiten um 1357. Heutzutage deuten nur das Nordseitenschiff und die Fassade des Duomo Nuovo (dt.: neuer Dom) die Größe des Plans.
Dennoch ist der Dom eines der bedeutendsten Beispiele der gotischen Architektur von Italien, vor allem durch sein charakteristisches Aussehen. Wie man auf dem Foto sehen kann, hat das Bauwerk nämlich einen gestreiften-Look, welcher aus dem dunkelgrünen Serpentinit und weißen Marmor verblendeten Ziegelstein entsteht.
Vom Dom aus ging es wieder zurück Richtung San Martino, jedoch diesmal eine Gasse weiter rechts, wo wir auf den Piazza del Campo treffen, der bedeutendste Platz der Stadt.
Dieser ist nicht nur durch die Architektur bekannt, sondern auch durch das hier jährlich Weimar ausgetragene Pferderennen Palio di Siena (dt.: Wettlauf von Siena). Dieses findet auch bereits seit dem Mittelalter statt.
Ursprünglich war das Gebiet vom Platz gar kein Besitz der Stadt Siena, jedoch entwickelte sich bald ein Marktplatz aufgrund der Nähe zur Fernstraße.
Auch auf dem Platz steht das Rathaus, dieses wurde ungewöhnlicherweise an der tiefsten Stelle des Platzes erbaut, um eine neutrale Lage zu zeigen.
Das hatte zur Folge, dass der Turm „Torre del Mangia“ sehr hoch werden musste, damit er trotz seiner niedrigen Lage die Stadt überragen konnte. Letztendlich ist der Turm 102 Meter hoch, oder 87 ohne den Blitzableiter.
Als die Brüder Rialdi, die Erbauer, den Entwurf im 14. Jahrhundert zeigten, mussten sie alle Risiken aufgrund des waghalsigen Idee selbst tragen — aber der Turm wurde über 10 Jahre erbaut und ist bis Heute eine der berühmtesten Türme der Toskana und der dritthöchste in Italien.
Den Namen hat der Turm übrigens von seinem ersten Glöckner, Giovanni di Balduccio. Er hatte zu seiner Zeit wohl viel Geld für gutes Essen verschwendet und bekam deshalb den Namen Mangiaguadagni (dt.: Einnahmenfresser). Trotz seiner relativ kurzen Zeit als Glöckner behielt der Turm seinen Namen und wurde später in Mangia abgekürzt.Read more






