Camping am Roten Fluss
May 25, 2024 in China
☁️ 27 °C
An manchen Tagen bleibt man wohl besser im Bett. Heute war so ein Tag, aber es sind noch 200 km bis zur Grenze nach Vietnam und ich muss das Land übermorgen verlassen. Es regnet und ich schraube noch etwas am Bike, bevor ich starte. Meine Kette ist schon wieder durch und meine Bremsbeläge, die ich erst vor einer Woche gewechselt habe, sind durch die dreckigen Straßen sehr schnell abgenutzt. Oder vielleicht liegt es daran, dass es die von Amazon bestellten und nicht in Original gelieferten Magura Ersatzteile mit einer schlechteren Qualität sind?
Oben bei den Reisfeldern auf knapp 2000 m sind die Temperaturen recht angenehm, jetzt geht es wieder in die Hitze. Ich fahre zurück nach Shengcun, von dort aus geht es planmäßig nur noch bergab. Aber einmal den Abzweig verpasst und schon sind viele Höhenmeter abwärts gefahren. Also noch mal zurück nach Shengcun. Zum vierten Mal, weil ich vorgestern das Ladekabel vom Handy im Hotel liegen gelassen habe und auch schon mal zurück musste.
Anfangs freute ich mich über eine kleine Betonstraße. Dann nicht mehr. Es gab nur noch eine Naturstraße, die durch den Regen total aufgeweicht war. Total schlammig und matschig. Mehrere Bauarbeiter, die mit schwerem Gerät unterwegs waren, gestikulierten mir ich solle umdrehen, weil ich mit dem Fahrrad so nicht durchkomme. Dann hätte ich noch mal nach Shengcun gemusst und viele Höhenmeter im strömenden Regen und durch den Matsch schieben müssen.
Die Bremsbeläge hinten hatte ich am Morgen gewechselt. Jetzt sind die vorne auch noch durch. Irgendwo kann ich nicht mehr bremsen und muss mehr oder weniger kontrolliert vom Bike abspringen. Das Bike stürzt ohne mich, aber jetzt hat das Hinterrad auch noch einen Schlag. Im strömenden Regen wechsle ich jetzt vorne die Bremsbeläge. Mein Wasser benutze ich zum Schlamm abwaschen an der Bremse.
Seit einer gefühlten Ewigkeit, habe ich beim langsam bergab fahren niemanden mehr gesehen und hoffte, dass ich irgendwie unten ankomme und nicht alles wieder hochfahren bzw. schieben muss. Irgendwann kam dann das erste Dorf, und die kleine Straße war wieder betoniert.
Bin dann noch auf Anraten von Einheimischen einen größeren Umweg mit Gegenanstiegen über Yuanyang gefahren, um weiteres Ungemach zu vermeiden. Dann weiter am Roten Fluss entlang bergauf, bergab. Seit dem frühen Nachmittag regnet es nicht mehr aber jetzt am Abend fängt es wieder an. Ich baue das Zelt an einem vermeintlich schönen Ort auf und trinke noch ein Bier, dass ich mir irgendwo unterwegs gekauft hatte.
An solchen Tagen könnte man echt sagen: „Schnauze voll“.Read more











Reisezeiten"Schnauze voll" ist dazu da, dass man sich hinterher wieder richtig freuen kann. Den Verdacht mit Amazon kann ich übrigens so unterschreiben. Ersatzteile fürs Fahrrad nie dort kaufen. Ist meist Zweite-Wahl-Ware.
TravelerUi das klingt heftig 😳