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  • Day17

    Ich würde gerne noch mindestens einen..

    June 27, 2019 in Norway ⋅ ⛅ 15 °C

    .. Monat bleiben!

    Die Tage verlaufen recht ähnlich und doch wird es nie eintönig. Das Grundgerüst ist ein erster Kaffee auf der Terasse mit Blick auf den Fjord, ein ausgiebiges Frühstück, Angeln auf dem Fjord, dann wieder essen und den Tag ausklingen lassen in diesem wunderbaren Abendlicht über dem Fjord.

    Zum Frühstück gibt es Eier in allen möglichen Varianten- gekocht, gespiegelt, gebraten mit Speck und Zwiebeln, als Tortilla (naja, eher langsam gestocktes Ei mangels geeigneter Pfanne) mit Süßkartoffeln, als Omelette mit Speck und Zwiebeln und zerlassenem Käse oder als Bauernfrühstück mit Speck und geschmälzten Zwiebeln und Pellkartoffeln vom Vortag.

    Abends dreht sich natürlich alles um den gerade gefangenen Fisch. Der kommt meist auf die Muurikka, eine langstielige, tellerförmige Pfanne, die einfach perfekt ist fürs Draußenbraten und uns schon etliche Jahre auf Reisen begleitet. Der Fisch ist je nach Größe filetiert, als Steak in Scheiben geschnitten oder im Ganzen, wird leicht gesalzen und gemehlt und dann im heißen Öl gebraten. Alternativ haben wir den Fisch direkt auf einem Rost über Holzfeuerglut gegrillt, da hat man noch mehr vom Aroma des Holzfeuers, aber weniger Knusper und mehr Risiko, dass der Fisch zerfällt.
    Etwas aufwendiger in der Zubereitung ist Kochfisch, jedoch zweifelsohne eine lohnenswerte Anstrengung! Am besten eignet sich Fisch mit weißem, festen Fleisch. Wir haben diesmal Seelachs und Pollack genommen, wobei letzterer eigentlich zu weich ist. War aber trotzdem lecker. Der Fisch wird in großzügige Stücke geteilt und dann in einem Sud aus Petersilienwurzel, Karotten und Porree gegart. Dann wird aus Mehlschwitze, dem Sud und ganz viel Petersiliengrün eine helle Soße gebastelt.
    Eigentlich geht für mich nichts über Salzwasserfisch, noch am Fangtag gegessen. Die diesjährige Krönung ist aber die kaltgeräucherte Makrele, weil wir das zum ersten Mal probieren. Der lange Anlauf aus Salzen, Wässern, Trocknen, und dann Räuchern dauert mindestens 2 volle Tage. Doch das steigert die Vorfreude, und das Ergebnis des allerersten Versuchs war direkt spektakulär!
    Zum Fisch gibts immer Salat und/oder Kartoffeln. Hier in Norwegen kaufen wir meist sogenannte Mandelkartoffeln, wobei die Form eher Cashewkernen als Mandeln gleicht. Sie sind schön klein und, als Pellkartoffeln gekocht, schnell gar. Für meinen Geschmack sind sie etwas zu mehlig, aber dafür sehr aromatisch. Ein bisschen Salz und Butter drauf, oder ein Klecks Aioli- vorzüglich!
    Gestern saß ich im schaukelnden Boot und meine Gedanken schweiften und ich musste an Bubba aus Forrest Gump denken, als ich mir immer mehr Wege aufzählte, wie ich noch Fisch zubereiten könnte 😋
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