weite Welt.

Joined January 2017
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  • Day11

    Gujranwala

    February 3, 2017 in Pakistan

    PAKISTAN, Hochzeit, 1. Teil, abends, 2. Bericht.
    Immer noch stecke ich irgendwie im Gedränge fest und lasse mich mehr mittreiben, als dass ich aktiv bestimmen könnte, wo ich hingehen möchte.
    Vor mir eine Gruppe Mädchen, die Kerzen anzünden. So eng und voller Menschen, wie es hier ist, wundert es mich, dass keine Haare oder Kleidungsstücke in die Flammen geraten. Ich erinnere mich, wie wir als Kinder oft versengte Haarspitzen hatten nach dem Zündeln.
    Hier geht alles gut. Niemand verbrennt sich. Irgendwann hat auch jedes der Mädchen eine brennende Kerze vor sich.

    Hoch konzentriert schauen sie in die Kamera des offiziellen Fotografen und des Filmers, die ihre Scheinwerfer auf sie richten. Überhaupt ist hier sehr Vieles sehr konzentriert und für meine Begriffe etwas zu steif. Es wirkt, als wäre es am Wichtigsten, bestimmte Bilder abzuliefern und weniger, hier mit dem Paar bzw. am ersten Abend mit dem Bräutigam irgendwie Spaß zu haben.

    Irgendjemand stolpert über meine Füße und entschuldigt sich. Ich werde wieder nach drinnen geschoben - weg vom zentralen Hochzeitsgeschehen.

    "Take a rest!", sagt mein Gastgeber und das wird der Satz sein, den ich in den kommenden Tagen am häufigsten zu hören bekommen werde. Im Moment bin ich einfach nur froh, aus dem Trubel rauszukommen und meine viel zu warme Jacke ablegen zu können.
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  • Day11

    Gujranwala - Hochzeitsbesuch.

    February 3, 2017 in Pakistan

    PAKISTAN, Hochzeit, 1. Teil, abends.

    Ich trage einen kratzigen geborgten Wollpullover und meine schicke schwarze Hose, darüber meine Winterjacke. Mir ist warm, ich fühle mich in die Sachen hineingesteckt, obwohl sie ja irgendwie "westlich" sind und größtenteils mir gehören. Aber die ganze Zeit schwirrt mir im Kopf herum: Denken die wirklich, ich würde SO auf eine Hochzeit gehen? ... Und ich bereue, dass ich meine schwarze schicke Bluse zuhause gelassen habe, weil ich dachte, dass ich hier sowieso eher traditionelle Sachen zur Hochzeit tragen würde. Doch auf Grund meiner Sturheit, weil ich keine drei Outfits geschenkt haben wollte, stehe ich nun am ersten Abend "ohne was" da. Und da mein schwarzer eigentlich schicker Rollkragenpullover nicht meinen Hintern bedeckt hat, darf ich ihn nicht tragen.
    Das ist zu nackt. Zu freizügig. Sowas trägt man nicht.

    Und das sagt mir einer, der die ganze Zeit betont hat, er sei "Den Westen" gewöhnt, er habe Familie in den USA.

    Als ich gerade endlich etwas gegessen habe - nicht so einfach, denn Hochzeitsessen bedeutet hier Fleisch, Fleisch und nochmals Fleisch - zerrt mich mein Gastgeber durch die Menschenmenge nach draußen. Hier könne ich Fotos machen, das sei jetzt spannend. Ich stehe eingekeilt zwischen Männern und Jungs unter einem Baum an einer Mauer und kann mich kaum rühren. Ich habe abwechselnd Angst um meine Kamera und meine Jacke, als das Feuerwerk plötzlich direkt vor unseren Füßen loszischt. Mir regnen Funken ins Haar und ich habe Ruß in den Augen.
    Trotzdem versuche ich, ein paar Bilder zu machen von dem verrückten Treiben, das sich da vor meiner Nase abspielt und eigentlich viel zu nah und trubelig, als dass ich ein ordentliches Motiv vor die Linse bekäme. Aber irgendwie gelingen mir ein paar Bilder und ich bin froh, nur meine kleine Kamera mitgenommen zu haben.
    (Aber mein Weitwinkel, das ich in Indien gelassen habe, weil ich dachte, ich würde es nicht brauchen, das vermisse ich ein wenig...)

    Und damit also: WILLKOMMEN auf einer pakistanischen Hochzeit :) im Jahr 2017.
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  • Day3

    New Light

    January 26, 2017 in India

    Kolkata, 3. bzw. 2. Tag. (Jenachdem, wie man die Anreise wertet.)
    Die Kinder haben mich entdeckt und während eine Kleine mich wieder in Beschlag nimmt und gefühlte 101 Fotos von sich haben mag, kommen zwischendurch auch andere Kinder und fragen nach einem Foto.
    Dieses Kind gönnte mir exakt einen Klick auf den Auslöser und das bei fast keinem Licht.
    Ich mag aber dieses Bild von jenem Tag am meisten.
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  • Day2

    Kolkata, 1. Tag, nachmittags

    January 25, 2017 in India

    Indien, Kolkata, 1. Tag im Land.
    Zu Besuch bei NewLight in einem Workshop für Prostituierte, indem sie lernen sollen, trotz des schlimmen Jobs ein gutes Verhältnis zu ihrem Körper zu haben. Yoga, Wellness, Töpfern, Ausdruckstanz und mehr standen auf dem Programm.

    Begegnung nach dem Mittagessen.
    Sie sah meine Kamera. Stupste mich an, rückte sich den Stuhl zurecht und nahm diese Pose ein. Ich fotografierte sie ebenso übertrieben, wie sie ihre Pose vorbereitet hatte. Danach mussten wir beide erst einmal lachen. Dann wurde sie aber doch neugierig und wollte das Foto auf dem Display sehen. Überrascht schaute sie es an, offenbar gefiel es ihr. Sie holte ihre Freundinnen, damit diese sich auch fotografieren ließen.
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  • Day2

    Kolkata - Erster Tag.

    January 25, 2017 in India

    sicherer Hafen.
    Direkt mein erster Vormittag in Kolkata beginnt mit einer kuriosen Taxifahrt, weil der Fahrer mir trotz Angabe einer genauen Adresse einfach nicht glauben mag, dass ich - die Deutsche, die Weiße, die Touristin - KEINEN der beiden der Adresse nahe gelegenen Tempel besuchen möchte.
    Wieder und wieder fragt er: "Temple?" und lächelt mich über den Rückspiegel an. Mein Kopfschütteln wird immer vehementer, ich tippe schließlich fast auf sein Handy, das in googlmaps die richtige Adresse anzeigt, die eben zu keinem Tempel führen wird. "I want to go there, this number, this place!"

    Er scheint zu resignieren, aber nicht zu verstehen.

    Schließlich setzt er mich vor keinem Tempel ab und dennoch vor der falschen Hausnummer. Ich sehe es diesmal schon aus dem Auto, geübt von der Erfahrung bei meiner Ankunft am Vorabend habe ich nämlich die Schilder draußen im Auge behalten und nach lesbaren Nummern durchsucht. So genau nehmen es die Fahrer hier nicht mit dem Lesen, scheint mir. Aber ich habe die richtige Nummer im Vorbeifahren drausen sehen können und ich bin mir sicher, schneller ohne als mit Auto in dem Gewühl aus Menschen, Rikschas und Gemüsebergen, die zum Verkauf stehen, zu sein.

    Also zahle ich, steige aus und gehe die wenigen Meter zurück zu meinem eigentlichen Zielort. Ich schaue mich um. "NewLight" sollte hier doch irgendwo stehen, denn so lautet der Name der Organisation, bei der ich verabredet bin.

    Kein Schild, kein Wegweiser, nichts. Ich schaue mich nochmals um, ob irgendjemand aussieht, als würde er oder sie auf mich warten, denn ich bin pünktlich zur vereinbarten Zeit da - das einzige Mal in Indien, wie sich später zeigen wird.

    Eine Frau sitzt auf einer Stufe, hinter der eine ganz schmale, keinen Meter breite Gasse beginnt. "NewLight?", fragt sie und ich nicke. Sie geht vor, ich folge ihr hinein in den schmalen Gang zwischen aus Stein gebauten Hütten, einem katakombenartigen Gebilde, auch wenn es überirdisch liegt. Ich sehe Frauen und Kinder, die mich kritisch und neugierig mustern. Fühle mich als Eindringling und irgendwie bin ich das ja auch.

    Sie lässt mich vor einem offenen Durchgang stehen, deutet auf eine Treppe. Ich gehe nach oben, leicht verwirrt, weiß immer noch nicht, wo genau ich hier bin. Eine weitere Frau zeigt mir den restlichen Weg und dann bin ich da...
    Am Hauptsitz von NewLight in einem kleinen Büro. Hier weiß man auch, wer ich bin und freut sich über meine Ankunft.

    Ich bin erleichtert.
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