• Das Wrack SS Nornen

    August 25 in England ⋅ ⛅ 24 °C

    Das Schiff: Die Nornen war eine norwegische Viermast- bzw. Dreimast-Bark (ein Fracht-Segelschiff), die 1876 in Frankreich gebaut worden war. Zum Zeitpunkt ihres Untergangs im Jahr 1897 war sie 21 Jahre alt und hatte eine zehnköpfige Besatzung (sowie einen Hund an Bord). Sie war mit einer Ladung Harz und Terpentin (verpackt in Fässern) unterwegs.
    Das Unglück (März 1897): Anfang März 1897 geriet das Schiff im Bristolkanal in einen heftigen Südwest-Sturm mit Orkanböen, starkem Schneetreiben und schlechter Sicht. Die Nornen versuchte, den Sturm in der Deckung der Lundy Roads abzuwettern, doch die Anker hielten dem Druck nicht stand und begannen zu slippen (zu driften). Das Schiff trieb unaufhaltsam auf die tückischen Schlick- und Sandbänke vor der Küste von Somerset zu.
    Die Rettungsaktion: Am Morgen des 3. März 1897 wurde die schwer beschädigte und manövrierunfähige Bark – deren Segel längst in Fetzen gerissen waren – vor den Gore Sands gesichtet. Das Rettungsboot der Station Burnham-on-Sea (die John Godfrey Morris) wurde unter extrem schwierigen Bedingungen zu Wasser gelassen. Trotz des heftigen Sturms gelang es der zehnköpfigen Besatzung des Ruderrettungsboots, längsseits des Havaristen zu gehen. Alle zehn Seeleute und der Hund konnten in letzter Sekunde gerettet und sicher nach Burnham gebracht werden, kurz bevor das Schiff endgültig auf Grund lief.
    Das heutige Wrack: Nach der Strandung wurde das Schiff von der heftigen Brandung im Bristolkanal (der einen der höchsten Tidenhübe weltweit hat) schwer beschädigt. Man versuchte zunächst, es zu bergen und zu erleichtern, was jedoch misslang; schlussendlich wurde es als Totalverlust abgeschrieben und verkauft.
    Bis heute ragen die skelettierten Spanten und Holzbalken der Nornen bei Ebbe aus dem Sand von Berrow Beach heraus. Sie sind zu einem bekannten Fotomotiv und einem sichtbaren Mahnmal für die Gefahren der Seefahrt im Bristolkanal geworden.
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